Eines vorausgeschickt: Ich liebe die Weine des Castellschen Weingutes sehr. Wann immer ich in meiner fränkischen Heimat bin und sich die Gelegenheit bietet diese zu genießen, greife ich zu.
Warum nicht auch im Webshop bestellen?
Gleich mehrere Gründe haben mich dazu veranlasst, es nicht zu tun. Denn der Aufbau des Kaufprozesses ist extrem kundenunfreundlich – und bietet Wettbewerbern und Abmahnbüros gleich mehrere Angriffspunkte für juristische Attacken.
Schlechtes Auswahlmenü
Oben eine kleine Auswahl von Rebsortenweinen. Hier kann bei jeder Sorte die gewünschte Anzahl eintragen und bestellt werden. Anschließend über einen Zurückbutton wieder in die Auswahl und dann eine andere Rebsorte angeklickt, die Anzahl eingetragen und in den Bestellkorb gelegt.
Stell Dir vor, Du möchtest 12 verschiedene Sorten bestellen – dann bist Du eine halbe Stunde am Klicken!
Nach mehreren dieser Klickschritte sieht der Warenkorb dann so aus.
Aber was sollen die kryptischen Zeichen? Das rechte habe ich nach kurzem Nachdenken als Papierkorb identifiziert. Das linke Symbol? Keine Ahnung wofür es steht.
Will man weitere Artikel bestellen, ist unklar, wo es lang geht. Zurück zum Shop? Vielleicht doch eher zur Bestellung? Denn man will ja die Bestellung fortsetzen. Leider war der Klick auf Bestellung falsch. Denn dann poppt als nächstes ein Fenster auf, in das man seine Bestellerdaten wie Anschrift und Bankverbindung eingeben soll. Also dann doch wieder in den Shop?
Genau.
Kein Hinweis auf Datenschutz
Leider erfolgt kein Hinweis darauf, was mit den Daten geschieht, die man bereits eingegeben hat. Ein solcher Hinweis muss vor der Eingabe erfolgen. Durch die Integration einer Checkbox mit Link zu den Datenschutzbestimmungen wäre dies ganz einfach zu handhaben.
Der nächste Hammer: Versandkostenhinweis zu spät
Es gibt vor der Bestellung keinen Hinweis auf die Versandkosten. Da fällt man aus allen Wolken, wenn nach Angabe der Gesamtsumme im Warenkorb nun noch eine Seite aufpoppt, die einem so nebenher noch 14,40 auf die Rechnung obendrauf packen will. Versandkosten nennt man vorher! Es wäre ein leichtes, sie schon bei der Produktauswahl im Warenkorb mit anzuzeigen.
Abbruch
An dieser Stelle hatte ich genug und brach meinen Einkauf ab. Erstens: weil die Versandkosten den Wein erheblich verteuern. Zweitens und vor allem deshalb, weil ich mich darüber ärgerte, dass ich erst nach Eingabe aller Kontakt- und Bankdaten über diese Kosten informiert wurde.
Was nach Bestellabbruch geschah
Ein weiterer Hammer folgte dann nach Abbruch der Bestellung. Ich erhielt eine Mail, die sich für die Anlage der Benutzerdaten bedankte und mit Benutzername und Passwort unverschlüsselt und im Klartext übermittelte. Vielen Dank für diesen hochsensiblen Umgang mit meinen Daten! Und das, obwohl ich gar nicht Kunde werden wollte.
Korinthenkacker dürften hier feststellen, dass ich während des gesamten Bestellprozesse keine Einwilligung in die Verarbeitung meiner Daten gegeben habe. Und dass ich der Zusendung von Werbe-E-Mails nicht zugestimmt habe.
Fazit: Schade, wenn hervorragende Produkte derart miserabel im Web verkauft werden. Und fahrlässig, wenn sich Unternehmen ohne Prüfung rechtlicher Voraussetzungen an die Freischaltung eines Webauftrittes machen. Die Hinweise auf
- Widerrufsrecht
- Rückgaberecht
- Datenschutz
- Newsletter Opt-in
waren allesamt nicht vorhanden.