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Lockpfosten als Werbeträger

Aus der Schweizer Landwirtschaft kommt ein großartiger Beitrag zum Werben mit kleinem Budget. Denn die Schweizer Bauern haben einen nahezu perfekten Werbeträger erfunden. Er ist preiswert, originell und aufmerksamkeitsstark. Er fügt sich in die Landschaft ein, obwohl er unübersehbar ist. Und er ist aus Holz: der Lockpfosten.
"Wer in der Deutschschweiz zu Fuss, mit dem Velo oder mit Inline Skates unterwegs ist, kann hier und dort, an Äckern und Wiesen, an Baumgärten, Hecken und bei Bauernhöfen drei weisse Pfosten leuchten sehen. Als künstliche Elemente – und kunstvoll angeordnet – heben sie sich von der natürlichen Umgebung ab und locken zum Nähertreten. Die weissen Pfosten sind Lockpfosten, ein Instrument bäuerlicher Öffentlichkeitsarbeit.

Lockwörter stoppen und reizen. Beim Nähertreten leuchtet einem von jedem der drei Pfosten ein gross gedrucktes Wort entgegen: Triebleben, Räuberfalle, Segelfang, Trüffelrüssel usw. Die Wörter stehen exotisch in der Landschaft. Lockwörter sind es, sie sollen neugierig machen und dazu reizen, das klein Gedruckte darunter zu lesen.

Locksätze öffnen Gucklöcher in die Landwirtschaft. Das klein Gedruckte löst dann die Spannung: Es geht um Produkte und Leistungen der Landwirtschaft, um Kirschen, Raps, Kartoffeln, Kühe, Schweine, Blumenwiesen, Buntbrachen, Hecken usw. Auf jedem der drei Pfosten ist ein Detail zu einem Thema kurz beschrieben, das die wenigsten Leute kennen. Damit ist die Botschaft aufs erste abgeschlossen. Doch die Sätze sind Locksätze, sie machen es zum Schluss wieder spannend, locken Wissbegierige weiter zu einer nächsten Informationsquelle."

Text auf der Website der Schweizer Landwirtschaft, Meldung gefunden bei Pepperspot via Werbeblogger.


Ausgezeichnete Werbung

Die Werbeagentur Jung von Matt ist der Abräumer beim ADC-Award, einem jährlich veranstalteten Wettbewerb der deutschen Werbeszene. Sie erhielt insgesamt 26 Medaillen als Auszeichnung für hervorragende Werbung. Warum ich das blogge? Die Kunden der Agentur gehören zwar zu den Auftraggebern mit großem Budget (u.a. BMW, eBay, Sixt, TUI) aber die Kreativen bringen immer wieder Ideen hervor, die mit geringen Mitteln oder gar mit "No Budget" realisiert werden können. Wie z.B. die Werbeaktion im untenstehenden Bild.

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Bild gefunden in einem PDF von Jung von Matt zum Thema "Markenführung" beim Markenlexikon.


Das ist i-mode™

"Entdecken Sie eine mobile Erlebniswelt der Extraklasse. i-mode™ wird Sie mit faszinierenden Möglichkeiten begeistern, denn i-mode™ liefert Ihnen Spaß und Infos in jeder Lebenslage direkt aufs Handy. Noch nie war mobile Unterhaltung so spannend und einfach! i-mode™ funktioniert sofort und bietet attraktive Inhalte für jeden Geschmack. Gehen Sie auf Entdeckungskurs und erleben Sie mit i-mode™ Spaß auf Knopfdruck."
E-Plus bejubelt in eigenen Worten die Multimedia-Dienste für i-mode™-Handys. Ob es wirklich so faszinierend ist, können Sie im Online-Simulator überprüfen.

Porsche 911 - gefalzt und geklebt

Die Firma Papertoys entwickelt Papiermodelle, die man zusammenbauen und kleben kann. Gedacht ist der Service für Unternehmen, die ein individuelles und preiswertes Werbegeschenk suchen. Und sie haben einen stark besuchte Website. Dort gibt es Dutzende von Ausschneidebögen zum Herunterladen. Autos: Ferrari, Volkswagen, Porsche, Hummer, CLK. Häuser: Schloß Neuschwanstein, ein Frank Lloyd Wright Haus oder die Villa von Bill Gates.

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Besonders schnell geklebt: der Ferarri Testarossa.


10 Jahre Online-Werbung

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"Im Jubiläumsjahr der Banner-Werbung lässt T-Online die Korken knallen und organisiert die Ausstellung "10 Jahre Online-Werbung". Ab sofort können Kreative, Werbetreibende, Agenturen, Vermarktungs- und Produktionsgesellschaften unter www.10jahreonlinewerbung.de ihre besten Kampagnen der letzten zehn Jahre einreichen. Ein Kreativ-Beirat aus renommierten Experten kombiniert die eingereichten Kampagnen im Laufe des Jahres zu einer Biographie der Online-Werbung.

1994 startete die US-amerikanische Zeitschrift Wired Magazine mit der Online-Ausgabe HotWired die erste Website, die sich durch Online-Werbung finanzieren sollte. Unternehmen wie AT&T, IBM und Volvo erhielten für 30.000 US-Dollar einen Platz auf der Site. Vielen von ihnen gelang es erst in letzter Minute, eine eigene Site zu erstellen, auf die sie verlinken konnten. Die Click-Rate von 40 Prozent überraschte Initiatoren und Sponsoren – eine neue Werbeform war geboren.

Seitdem hat sich viel getan: Weltweit haben Kreative aller Branchen das neue Marketing-Instrument für ihre Zwecke entdeckt und weiterentwickelt. Es hat sich heute längst einen festen Platz neben den klassischen Werbeformen Print, TV und Hörfunk erobert. Mit der Ausstellung "10 Jahre Online-Werbung" möchte T-Online die Highlights dokumentieren.

Bin gespannt, was da alles prämiert wird. Etwa auch die nervigen Interstitials, Superstitials oder Exploding Banners, die sich ungewollt über den Bildschirm breit machen?

Virales Marketing beginnt im eigenen Geschäft

Es muss nicht immer das witzige Quiz, der versteckte Cheat oder der coole Film sein. Die Basis zu viralem Marketing legen Sie selbst, in Ihrem Geschäft und durch einfachste Methoden. Schließlich sind zufriedene Kunden die besten Werbeträger. Ein simpler Gutschein, wie der, den ich von meinem Friseur erhielt, hilft 2 Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Sie belohnen einen Stammkunden. Und gewinnen einen neuen.

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Die Abbildung stammt von der Website der Firma Pythagoras, die fix und fertige Weiterempfehlungskarten für Friseure, Kosmetik- oder Sonnenstudios bereithält. Der Clou: sowohl Empfehler als auch Neukunde erhalten einen individuellen Wert-Gutschein und damit einen Preis-Nachlass beim nächsten Besuch. Das Gutscheinkonzept funktioniert auch in Ihrer Branche. Probieren Sie es aus.


Virus befällt angehende Ärzte

Bin ich Anästhesist? Wollen wir mal sehen.

Auch Ärzte werben mit kleinem Budget. Zum Beispiel der Bund deutscher Anästhesisten. Der liess sich statt einer mausgrauen Website - die ja doch keiner findet - ein witziges Quiz entwickeln, dass sich durch Maus-zu-Maus-Propaganda rasant im Netz verbreitet. Der Texter Hilmar Bender sorgte für witzige Fragen und Antworten, die Agentur Haase und Knels hat es gestaltet und programmiert. In Studentenforen und auf Weblogs werden die Ergebnisse gepostet und kommentiert. Von wegen Anästhesie wirkt einschläfernd.

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Was bin ich eigentlich? Narkosearzt. Danke für den Tipp an Hilmar Bender.


BMW und der Cheat im M3

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In letzter Zeit häufen sich die Meldungen, die zeigen, dass BMW verstärkt auf virale Effekte setzt, sprich Nachrichten, die sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda oder besser Maus-zu-Maus-Propaganda von selbst verbreiten. Um ins Gespräch zu kommen, greifen sie tief in die Trickkiste der Spieleentwickler.

Über einen etwas zweifelhaften Gag - in einem Showroom kracht eine depperte Dame gegen eine Glaswand - berichtete unlängst Spiegel Online:

"Easter Egg" - zu deutsch Osterei - nennt man in Computerspiele eingebaute Gags, die der normale Gamer übersieht. In den Spieleanfängen teilten sich nur wenige Eingeweihte das Wissen über versteckte Räume und geheime Funktionen. Inzwischen dienen "Easter Eggs" immer mehr als Marketinginstrument von Spieleherstellern und werden alle Nase lang in den einschlägigen Gamer-Gazetten beschrieben. Scherze mit den geheimen Funktionen treibt man inzwischen auch in der Marketingabteilung von BMW. In einer Flash-Animation für das 3er-Modell - beliebt bei Männern mit eher kleinerem Geldbeutel und Hang zu Größerem - findet sich ebenfalls ein solches Osterei.
Das neueste Osterei haben die BMW-Bauer offenbar im M3 versteckt. Nein, nicht in einem Flash-Spiel. In der Software fürs Schaltgetriebe. Amerikanische Weblogs berichten seit gestern über eine Cheat-Funktion, die den Wagen in einem Turboeffekt von null auf 5.000 Umdrehungen beschleunigt. Wie es sich für ein richtigen Cheat gehört, steht der natürlich nicht im Handbuch. Die Zeitschrift Popular Science verrät, wie es geht.

Und der Werbeeffekt? Stellt sich spätestens dann ein, wenn die ADAC Motorwelt darüber berichtet. (Bild: Popular Science/BMW)


Guerilla-PR. Ein Unternehmer berichtet über seine besten Aktionen

"Eigentlich wollte auch ich mich, wie jeder Kaufmann, bei Alpenland vor allem um das operative Geschäft kümmern. Da das aber in der Gründungsphase nicht sofort so, wie erträumt, verlief, musste ich dem Erfolg etwas auf die Sprünge helfen. Von PR verstand ich seinerzeit ebenso wenig, wie die meisten Kleinunternehmer. "Kluge" und eher wissenschaftlich formulierte PR-Bücher verschlimmerten das Problem noch. Also setzte ich auf mein Gespür und kann nach über zehn Jahren auf so viele praktische Beispiele zurück blicken, die anderen heute als Anregung dienen können."
Meinrad Müller, Chef der Allgäuer Firma Alpenland hat es in den letzten Jahren verstanden wie kaum ein zweites mittelständisches Unternehmen mit ungewöhnlichen Methoden, die Aufmerksamkeit von Medien und Öffentlichkeit für sich zu gewinnen. Er schredderte SPD-Papiere vor einem CSU Kongreß, erfand den Aufkleber für die ENIKI-Taste oder bescherte Deutschlands Arbeitnehmern den ultimativen Urlaubsplaner. Diese und dutzende andere Geschichten und Ideen beschreibt er in einer kostenlosen 49-seitigen Broschüre, die Sie hier downloaden können.

Lesen, schmunzeln, nachmachen! Linktipp von Corinna E. A. Schütt.


Welche Farben passen zusammen?

Gute Designer haben ein Feeling dafür, welche Farben zusammen passen. Andere müssen es ausprobieren und sehen können. Für die gibt es im Internet einige Tools, mit denen man Farbzusammenstellungen per Mausclick prüfen kann. Am besten gefällt mir  dieses.

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Es zeigt Farbzusammenstellungen auf der Basis von 6 Farbschemata und bietet zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten. Welchen Webcode haben die angezeigten Farben? Auch das wird angezeigt. Besonderes Plus: der Farbmixer simuliert zusätzlich die Farbwahrnehmung für verschiedene Arten von Sehschwächen.


Werbung für Kunst im Hotel – mit kleinem Budget

Die Kunsthalle Emden hat sich eine hervorragende Werbeaktion ausgedacht. Sie ließ diesen Türanhänger mit Kunstmotiven produzieren und stellt ihn nun Hotels in ihrem Einzugsgebiet kostenlos zur Verfügung.

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Eine Aktion, die 5 Sterne***** verdient hat. Sie ist:


*Einzigartig. Normalerweise konkurriert Werbung immer mit anderer Werbung um die Aufmerksamkeit des Verbrauchers. Hier hat sie einen einzigartigen Auftritt. Oder haben Sie schon mal ein Hotel gesehen, das mehrere Anhänger am Türknauf hatte?

*Überraschend. Werbung erwartet man auf Schritt und Tritt: beim Stadtbummel, beim Fernsehen, beim Zeitung lesen. Aber nicht hier. Das macht sie so wirksam.

*Exakt. Sowohl die Art und Größe des Hotels als auch die Wahl des Werbegebiets machen eine genaue Selektion möglich. Die Zielgruppe kann ohne Streuverluste angesprochen werden.

*Preiswert. Die gesamte Aktion, bei der 5000 Türanhänger hergestellt wurden, hat die Kunsthalle Emden nur 1.000 Euro gekostet.

*Viral. Eine Idee wie diese verbreitet sich über die Medien und durch Mund-zu-Mund-Propaganda immer weiter.

Dazu Ilka Erdwiens von der Kunsthalle in Emden:
"Das Angebot ist gerade frisch am Freitag an die Hotels in Emden, an der Küste und auf den Inseln gegangen. Doch bereits heute morgen lag ein dicker Stapel von Fax-Bestellungen im Gerät – und laufend kommen neue"

Türanhänger waren auch schon in der Vergangenheit im Einsatz. Bei der Düsseldorfer Olympiabewerbung wurden beispielsweise 90.000 Türanhänger in Hotels verteilt. "Bitte nicht stören. Ich träume von Olympia" und "Bitte machen Sie mein Zimmer fit für Olympia". Türanhänger produziert z.B. die Firma Kolbe Druck.