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DIE ZEIT zeigts: Werbung mit keinem Budget

DIE ZEIT und Blogg.de haben es raus, wie man im Internet Aufmerksamkeit erzeugt. Sie stiften einfach einen Preis für die besten Blogs Deutschlands und schon haben sie die Aufmerksamkeit der ganzen deutschsprachigen Blogosphäre sicher.
Bis zum 11. Juli können Sie Ihren liebsten Weblog nominieren - für den Preis, den DIE ZEIT und Blogg.de im Sommer 2004 vergeben.

Das ist nicht Werbung mit kleinem Budget, sondern mit keinem Budget. Denn die vergleichsweise bescheidenen Preise sind Buchpakete, von Rowohlt gestiftet. Mal abwarten, ob die späteren Preisträger einen Zugewinn an Leserschaft erfahren, wenn sie von einem klassischen Medium wie der guten alten ZEIT vorgestellt werden.


Wie informieren sich Kunden heute?

"...wird in Gesprächen mit Leuten unter 25 sehr schnell klar, welche immense Alltagsstellung das Netz eingenommen hat. Telefonate? Pach, von wegen, stattdessen ICQ, IRC, Newsgroups, Mailings und Foren sind das Kommunikationsmedium No.1 nebst dem Handy. Man sucht etwas und schlägt in einem Buch nach? Oh Gott, wozu ein Buch? Man sucht nach Produktinfos in der Stiftung Warentest? LOL! Auf der Homepage der Firma? ROFL!!! Höchstens dann, wenn man darüber etwas bestellen muss. Das PR Geschwätz braucht man nicht, will man nicht. Andere Kunden fragen, das tut man! Über das Netz! Eine Lobhudelei auf das Netz? Oh my, ich muss mich nicht zur Zielscheibe von Dotcom Tod Schwätzern machen, denn im Gegenteil: das Netz ist für die nachfolgende Generation einfach da, so wie ein Fernseher. Man knippst es an und nutzt es einfach. Da gibt es nix zu lobhudeln. Alltag halt. Für die junge Generation."
Robert Basic im M-E-X-Blog.

Ein leidenschaftliches Plädoyer für die Kraft der Mund-zu-Mund-Propaganda. Und die ist kein Phänomen, das nur bei unter 25-jährigen auftritt. Wenn man über einen Anbieter, sein Produkt oder seine Dienstleistungen etwas wirklich verlässliches wissen will, fragt man andere. Seitdem die Mund-zu-Mund-Propaganda so schick virales Marketing heisst, wird sie allzu häufig mit lustigen Filmchen und abgefahrenen Flashgames verwechselt. Dabei ist sie viel mehr: die Summe aller Geschichten, die über Dich und Dein Unternehmen im Umlauf sind.


MP 3 Tracks von Mercedes Benz

Seit gestern ist Mercedes Benz unter die Musikverleger gegangen. Alle sechs bis acht Wochen wird ein neues Mixed Tape veröffentlicht.
"Unsere Musik-Redaktion sucht ständig nach neuer aufregender Musik zum Streamen, Hören, Herunterladen, Brennen und Verschenken...."
heisst es auf der Site. Eine Werbeidee, mit der sie sicher Sympathie gewinnen: Junge Künstler sind eingeladen, sich für eine Aufnahme in die Mixed Tapes zu bewerben. Gefunden bei Volker Weber.

Gestern, 23.58 Uhr...

kam der letzte Eintrag für das Adressbuch in die Mailbox. Die rund 125 Zusendungen zeigen, wie bunt, vielfältig und wie kreativ die beteiligten Firmen und ihre Dienstleistungen sind, die Werbungtreibende auch mit kleinen Budgets effektiv unterstützen. Eine Teilnehmerin hat es schön gesagt:
"Meine Agentur hat schon immer auch für kleine Unternehmen und damit auch mit kleineren Etats gearbeitet. Häufig war das spannender, weil die Kunden experimentierfreudiger und begeisterungsfähiger sind, als bei internationalen Unternehmen."

Mehr "Gestern, 23.58 Uhr..." »


Letzter Aufruf für Ihren kostenlosen Eintrag

Noch bis übermorgen, den 20. Juni, können Sie sich kostenlos in "Wer macht eigentlich... Werbung für kleine Budgets?", das E-Book für Existenzgründer und kleine und mittlere Unternehmen eintragen.

Rund 100 Dienstleister aus der Werbebranche haben dies bislang getan. Soviel kann ich jetzt schon verraten: es wird spannend. Denn die Einträge sind so vielfältig wie die Werbe- und Kommunikationsszene. Auf ganz unterschiedliche Weise haben die Unternehmen ihren Eintrag im Stile eines "Elevator Pitch" genutzt: sympathisch, frech, persönlich, unkonventionell, sachlich, witzig, kurz und knapp, usw.


Post von Mercedes

Und das stand drin:
"Sehr geehrter Herr Röthlingshöfer,

mein Name ist Natanael Sijanta und ich bin Leiter des internationalen Mercedes-Benz Teams, das derzeit ein völlig neues Fahrzeugkonzept entwickelt: den Grand Sports Tourer.

Bisher existiert der Grand Sports Tourer nur als Prototyp und bis zur Serienreife wird noch einige Zeit vergehen. Deshalb möchten wir Sie schon heute einladen, uns bei der weiteren Entwicklung zu begleiten.

Werfen Sie mit uns einen Blick hinter die Kulissen. Schauen Sie unseren Design-Spezialisten bei ihrer Arbeit über die Schulter. Lernen Sie außergewöhnliche Persönlichkeiten kennen. Und seien Sie mit dabei, wenn wir den Grand Sports Tourer vom Zeichenbrett auf die Straße bringen."

Wow! Das klingt spannend. Ein geschickt begonnener Dialog. Und die Einladung, dem Entwicklungsteam über die Schulter zu sehen, klingt nach authentischer Berichterstattung, persönlichen Statements der Macher und nicht der PR-Abteilung. Was würde sich für einen solchen Einsatz besser eignen als das Blog-Format? Ob die etwa unter die Weblogger gegangen sind?

Nein, der beigefügte Link enthielt ein stinklangweiliges Werbevideo, was sich im Vollbildmodus breit machte. Und wenn ich mich registrieren lasse, gibt es mehr davon. Deutlicher als Mercedes-Benz kann man es nicht sagen. Guck gefälligst mein Werbematerial an, reden wollen wir mit Dir nicht.

Wozu dann einen Dialog vortäuschen?


Schlechtes Marketing für Zahnputztabletten

Die Berliner Firma proDentum bietet eine Alternative zu Zahnpasta, die so genannten Denttabs. Zahnputztabletten, die zusammen mit der Universität Witten/Herdecke und einem engagierten Berliner Zahnarzt entwickelt wurden. Eine neue Idee, die ich im Selbstversuch getestet habe.

Aus meiner Sicht sind dem Unternehmen mehrere Marketingfehler unterlaufen:

1. Der Name
Denttabs - ein denkbar schlechter Name. An was denken Sie bei Tabs? Es gibt Waschtabs, Fleckensalztabs, Enthärtertabs, Spülmitteltabs. Schwere Haushaltschemie. Ach ja Corega Tabs, gibt es auch noch. Aber selbst die werden nicht in den Mund gesteckt. Namen lösen nun mal Assoziationen aus. Achten Sie darauf, dass es die richtigen sind!

2. Werbung
Wer ein Produkt vorstellt, das für die Branche revolutionär ist, sollte nicht in die Werbeklischees der Wettbewerber verfallen. "I love your smile" lautet der Slogan. Ahja. Und die Werbemodels lächeln wie aus einem Fotokatalog geklont.

3. Produkt
Wenn es darum geht, ein paar Bestandteile wie Kieselerde, Natriumfluorid, Natriumlaurylsulfat, Vitamin C, Natriumhydrogencarbonat, Mikrokristalline Zellulose und Menthol zusammen zu mixen, die dann im Mund zerkaut werden müssen, dann frage ich mich, wieso die Erfinder das Ganze - ausgerechnet - in eine Tablette gepackt haben. Ein Gummibärchen oder Jelly beans wären wesentlich cooler gewesen.

Übrigens: kennen Sie das Gefühl, wenn Sie eine Tablette zerkaut haben, aber nicht schnell genug an ein Glas Wasser kommen, um die Mischung runterzuspülen? Mit Denttabs haben Sie dieses Gefühl täglich, müssen die Mischung aber drei Minuten im Mund behalten.


Schon wieder ein kostenloses E-Book

Diesmal zum Thema "Websites: Mehr als schöner Schein und sauberer Code". Doch lesen Sie selbst:
Sie erfahren in diesem E-Book mehr über Website-Gestaltung unter Marketing-Gesichtspunkten.
Sie lernen, warum es wichtig ist, sich mit "Verkaufen" auseinander zu setzen, obwohl Sie doch "nur" Webdesign machen.
Wenn Sie mit einer Website verkaufen wollen, müssen Sie Ihre Gestaltung nach anderen Kriterien ausrichten als Sie das bislang vielleicht gewohnt sind.
Künstlerisches Webdesign und verkaufsorientiertes Webdesign unterscheiden sich deutlich.
In diesem E-Book geht es also um verkaufsorientiertes Webdesign.
Das E-Book wird von der Firma "Lernen im Internet" herausgegeben, die damit auf ihre Online-Kurse aufmerksam macht. Da fällt mir auf, konventionelle Bücher werden rezensiert. Aber kostenlose E-Books? Hat jemand Lust es zu rezensieren? Gefunden im Newsletter von drweb.de.

Bonner Gastronom lockt mit essbarer Speisekarte

Wie Pizza oder Schweinefleisch süß-sauer schmecken, wissen die meisten. Was hat man sich aber unter Mutabal vorzustellen? Laut Kurzbeschreibung in der Speisekarte ist das Auberginenmus mit Granatapfelsirup. Ob das schmeckt? Einfach aus Neugierde zu bestellen, bedeutet ein kleines Risiko. Daher bietet Karlheinz Schonauer in seinem orientalischen Restaurant eine Auswahlhilfe der besonderen Art an - eine "essbare" Speisekarte. "Das Prinzip ist ganz einfach", sagt Schonauer lächelnd. In der "Karawane" gibt es immer neun verschiedene Speisen. Das Angebot wechselt wöchentlich. Bevor der Gast sich entscheidet, bekommt er Kostproben: Auf einem Teller mit kleinen Einbuchtungen und Nummern an der Seite sind neun Miniportionen. Dazu gehört auch eine kleine Speisekarte aus Papier. Dort sind die Gerichte aufgelistet. Der Restaurantbesucher kann die Ziffern auf dem Zettel mit denen auf seinem Vorkostteller abgleichen.

Eine tolle Idee mit großem Kundennutzen, die seinem Lokal vermutlich Alleinstellung verschafft. Und ein idealer Aufhänger für die Medien, die das gerne aufgreifen. Gefunden in den Yahoo Nachrichten.


Verband für virales Marketing gegründet

Techniken wie Virales Marketing, mit denen die Mund-zu-Mundpropaganda gezielt angeheizt werden kann, gewinnen immer mehr an Bedeutung. Dabei spielt auch eine Rolle, dass die Effektivität der Klassischen Werbung zunehmend in Zweifel gezogen wird und sich viele Werbetreibende um Alternativen bemühen. Mit der "Viral & Buzz Marketing Association" (VBMA) wurde ein internationaler Verband gegründet, der sich die Erforschung, Förderung und Entwicklung konsumentenfreundlicher Marketingtechniken zum Ziel gesetzt hat. Zu den Initiatoren und Gründungsmitgliedern der VBMA gehört die Berliner Agentur VM-People. Dem neuen Verband gehören international unter anderen Agenturen aus Großbritannien, USA, Dänemark, Frankreich und Israel an. Neben VM-People gehören in Deutschland die Kölner Agentur Berens Bauer Belocassi, der Berater Björn Ognibeni sowie der Publizist Bernd Röthlingshöfer zu den Mitgliedern der ersten Stunde.

Ich bin glücklich dabei zu sein! Die Erzeugung von Mund-zu-Mund-Propaganda ist für mich die derzeit wichtigste und spannendste Technik in der Marketingkommunikation. Während man vor einigen Jahren noch meinte, virales Marketing sei Glückssache, kommt man den Gesetzmässigkeiten allmählich auf die Spur. Klicken Sie sich bei den Mitgliedern einfach mal durch. Sie entdecken fantastische Kampagnen und faszinierende Fachartikel. Übrigens: auch in San Francisco wurde soeben ein Verband für word of Mouth-Marketing gegündet, die WOMMA. Unter anderem mit Unterstützung der BzzAgents, einer rasant wachsenden Agentur, die mit Hilfe von freiwilligen "Agents" Produkte wie Bücher, Filme usw. bewirbt.


Logo auf die Backen

assvertise Die Werbeagentur Night Agency darf sich rühmen, eines der vorletzten unerschlossenen Körperteile für Werbung entdeckt zu haben: das menschliche Hinterteil. Ass-vertising statt Advertising. PR-Stunt oder ernst gemeinter Vorschlag? Die Guerilla Marketer verstehen es jedenfalls, auf sich aufmerksam zu machen. Für Einzelhändler oder Gaststätten ist ihre Idee interessant, Kunden mit Absperrmarkierungen, sogenannten barricADS auf sich aufmerksam zu machen. Gefunden bei lapetiteclaudine.com

Unterstützung vom Verlag BusinessVillage

Der Göttinger Verlag BusinessVillage unterstützt die Initiative rund um das kostenlose Adressbuch "Wer macht eigentlich…Werbung für kleine Budgets?"

BusinessVillage sieht sich als Alternative zum herkömmlichen Verlagswesen, denn der Verlag bietet seine Publikationen nicht nur in gedruckter Form über den Buchhandel an, sondern auch im eBook-Format. Dabei ist keine aufwändige Lesesoftware für die eBooks nötig, denn BusinessVillage-Publikationen sind Dokumente im PDF-Format, für die lediglich der übliche Acrobat-Reader benötigt wird.

Ich selbst habe mehrere Titel des Verlages gelesen, die aktuelle Marketingthemen häufig als erste aufgreifen, wie z.B. den Leitfaden Ambient Media oder Couponing in der Praxis. Bereits heute hat BusinessVillage in seinem Newsletter auf die Aktion hingewiesen. Unterstützen wird BusinessVillage die Pressearbeit und die spätere kostenlose Verbreitung des Buches. Herzlichen Dank dafür!