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Empfehlungswerbung, ganz subjektiv

Ich suche mir Restaurants nicht aus Gastroführern, Handwerker und Ärzte nicht aus den Gelben Seiten. Ich frage jemand, der sich damit auskennt oder Erfahrung hat. Wer macht die leckersten Pizza, wo geht ihr hin, wenn eine Familienfeier ansteht, habt ihr mit Schreiner X schon Erfahrungen gemacht? Das Leben ist so viel einfacher, wenn man die Empfehlungen anderer nutzen kann.

Judy's Book ist eine Website, bei der man nach Freunden suchen und nachsehen kann, was diese empfehlen. (Macht den Eindruck, als hätten sich die Gene vom Open Business Club und Doyoo in diesem Unternehmen gekreuzt.)

Wie alle guten Gründer haben sie auch eine gute Gründungsgeschichte:

Judy's Book was started by two guys in Seattle - Andy Sack and Chris DeVore. Judy is Andy's mother-in-law.

In 2000, Andy and and his wife Alexa moved to Seattle. As a housewarming gift, Alexa's mom Judy gave them her "little green book".

For 20 years Judy had used this book to record her personal take on the best service providers in Seattle. The book included names, comments and contact information for Judy's favorite dentists, auto mechanics, gutter cleaners, exterminators -- you name it. As new Seattle residents, parents and homeowners, Andy and Alexa relied on Judy's book to save them time, money and headaches as they settled into their new home.

That same year in Seattle, Andy's friend Chris was remodeling his house. He needed recommendations for everything from carpenters and plumbers to electricians, drywallers and concrete guys.

Andy loaned Chris Judy's little green book, on the condition that Chris enter his own recommendations as he went along. At the end of his project, Chris and Andy had a shared book of recommendations they could both use to find their favorite local service providers....

Schön. Aber wie wollen sie Geld machen? Quelle: Judy's book via Seth's Blog


Virtuelle Buchtournee, ein Zwischenbericht

Die erste Woche der virtuellen Buchtournee ist zu Ende. Ich wollte schon längst ein kurzes Fazit ziehen. Am Wochenende hat sich mein PC verabschiedet. So was kann einem vom Bloggen abhalten.

Was bringt so eine virtuelle Buchtournee an Erfahrungen? Jede Menge Kommunikation würde ich sagen. Nach der hungert ein Autor. Meine bisherige Erfahrung ist die: von tausend Lesern, die das Buch gekauft haben, kommst du mit 0,1 Prozent in Kontakt. Das ist wenig, aber umso wertvoller. Manche stellen Fragen, geben Feedback, andere diskutieren. Eine virtuelle Buchtournee vergrößert die Kommunikationsmöglichkeiten für den Autor enorm. Zum einen das intensive Gespräch mit den gastgebenden Webloggern. Was auf den einzelnen Stationen passiert, ist beeinflusst von E-Mails und Gesprächen, die jedem Besuch voran gegangen sind.

Dann der Tourneetag selbst. Blogleser und Buchleser tauchen auf in Kommentaren und E-Mails. Weit mehr als die üblichen 0,1 Prozent. Klasse! Natürlich bringt das jede Menge feedback zu dem bestehenden Buch – aber auch eine Ahnung davon, wo bei den Leuten weiterer Informationsbedarf besteht. Vielleicht Stoff für neue Buchideen?

Die nackten Zahlen. Ein bisschen verzweifelt sitze ich vor den Rückmeldungen meiner Gastgeber der ersten Woche. Denn was die Webstatistik-Programme auswerfen ist nicht vergleichbar. Meint man mit Visit und Page Views überall das gleiche? Soll man Feeds bei den Visits mitzählen oder nicht? Abgesehen von solchen wichtigen Spitzfindigkeiten, eines ist klar: der traffic hat sich bei allen beteiligten Blogs erhöht. Bei den im Vergleich zum Gastgewerbe Gedankensplitter kleineren Weblogs wie der Ideengeberin oder dem Werbeblogger haben sich die Besuche am Tourneetag verdoppelt bis verdreifacht. Aber selbst Gastgewerbe Gedankensplitter, eines der wohl erfolgreichsten Fachblogs überhaupt, meldete fast 9.000 Besucher, 30 Prozent mehr als im Schnitt.

Verkäufe. Am ersten Tag schoss der Amazon Verkaufsrang von Platz 11xx auf Platz 250 nach oben! Um dann wieder zurückzufallen! Wie viel Bücher verkauft wurden, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Immerhin hält sich der Titel derzeit unter den Top 1000.

Morgen geht es im Notizblog von Carola Heine weiter. Und der Gastgeber vom Mittwoch, Robert Basic vom m-e-x-Blog hat schon mal eine Fragenliste nur für mich gepostet. Ende der Tour dann am Donnerstag beim Schockwellenreiter. Ich hoffe, Zebu verwechselt mich nicht mit dem Postboten.


[Vorsicht]Starke Worte geht ins vierte Jahr

[Vorsicht]Starke Worte muss man wohl nicht vorstellen.

Das Infoportal von Fiona Amann bringt seit nunmehr 3 Jahren Auftraggeber und Texter zusammen. Inzwischen hat sich auf den Seiten neben Marktplatz, Forum und Jobbörse auch ein hochinteressantes Fachmagazin entwickelt. In diesem Monat enthält es beispielsweise einen hervorragenden Artikel von Friedhelm Lammoth über neue "Trends im Dialogmarketing". Interessant für jeden Unternehmer. Lammoth empfiehlt den Einsatz von Mobile Marketing, E-Mail, Direktwerbung und zeigt, wie man mit gemeinsamen Marketingmaßnahmen (sog. "Co-Marketing") erfolgreich ist. Fiona Amann als Herausgeberin, Redakteurin, Betreiberin macht da ein tollen Job. Herzlichen Glückwunsch zum 3. Geburtstag!

Sollten hier ein paar Texter mitlesen: Wer bis zum 31.10. auf dem Marktplatz einzieht, kann was gewinnen. Unter anderem 2 Bücher von mir.


Amazon vertraut auf Mund-zu-Mund-Propaganda

Wie amerikanische Blogger entdeckten, gewährt Amazon den Benutzern seiner neuen Suchmaschine A9 einen Sonder-Rabatt auf alle eingekauften Artikel. User müssen sich nur mit ihrer Amazon-Identität bei A9 einloggen. Bemerkenswert, dass Amazon ausschliesslich darauf vertraut, dass dieser Bonus durch Mund-zu-Mund-Propaganda die Runde macht.
"We don’t advertise this additional discount that we give in exchange for using A9.com, so if you want your friends to know about it, please tell them. It is probably the only way they’ll find out. All they have to do is use A9.com as their regular search engine. They should make sure they are signed in to A9.com (it should be recognizing them by name) so that we can be certain they get credit for their visit."

Siehe dazu auch: "Amazon stellt neue Suchmaschine A9 vor - Personalisierungsfunktionen sollen das Angebot von der Konkurrenz unterscheiden." auf ZD-Net.

Noch fristet die Sparte der Viralmarketer ein Nischen-Dasein in Deutschland. Zu Unrecht. Wenn Sie einen wirklich guten Bonus für Ihre Kunden haben, vertrauen Sie darauf, dass er sich von selber herumspricht. Gefunden bei Greedy Girl


Abzocken per Vorkasse?

Am 10.08. startete ich die Blogfahndung bezüglich der Firma Logoshaker (Berlin), die Spam-Mails mit Billigangeboten für Logo-Design verschickt. Auf deren Website nachzulesen:
"Wir bieten Ihnen hiermit das Neudesign eines Logos an, das von mindestens 3 verschiedenen Grafikern entworfen wird, um nur 199.- EUR. Das ist ein einzigartiges Angebot und liegt deutlich unter den branchenüblichen Preisen von 500 EUR oder sogar 2.000 EUR. Warum sind unsere Preise so niedrig?"

Tja, das wüsste ich auch gerne. Jetzt berichten Leser von Merkwürdigkeiten und schlechten Erfahrungen:

"dass es kein echtes Impressum auf der Homepage der Firma gibt. Das heißt, obwohl es rein rechtlich vorgeschrieben ist, gibt die Firma weder ihre korrekte Firmierung preis, noch ihre Umsatzsteuer-ID. Ebenso konnte ich keinen Eintrag eines Unternehmens mit dem Namen "Firsteco" oder "Logoshaker" im Bundesanzeiger finden."

"Absolut unzuverlässig. Nachdem das Logo erst per Vorkasse entwickelt wird dürfte jedem klar sein, dass man davon besser die Finger lässt. Wer es im vierten Anlauf nicht schafft, mir eine Auskunft zu geben, dem zahle ich nicht im Voraus."

"also ich muss leider gestehen, das ich ein logo bei denen in auftrag gegeben habe! ich kann meinem vorredner nur zustimmen! ich warte seit 2 wochen darauf und ich werde nicht mal zurück gerufen! ich habe seit dem 09.09.04 jeden tag bis heute (16.09.04.) da angerufen. ich wähle immer eine berliner nummer. da sitzt eine call-center-agentin und beantwortet meine anrufe. aber sie trägt sie nur im pc ein und schickt sie weiter! rate jedem davon ab!"

Weiteres in den Kommentaren zum ursprünglichen Posting. Sollten es die Spammer etwa nur auf die Vorkasse abgesehen haben? Oder können Sie sich vor Aufträgen nicht mehr retten?


Download Nummer 6.000

Irgendwann morgen wird es soweit sein. Dann wird das 6.000ste Exemplar von "Wer macht eigentlich... Werbung für kleine Budgets?" vom Server gehen. Aber was sagen schon Zahlen? Geschäftsanbahnungen sind wichtig. Umso mehr freut es mich zu hören, dass einige der Macher mit ihrem Selbstporträt im Buch neue Kunden finden konnten. Darauf einen - nee ich mag keinen Sekt - lieber ein gut gekühltes Glas Weisswein.

Chance vertan

Das Magdeburger Unternehmen A&A Altendorf macht Pressearbeit. Aber wozu?
"Magdeburg (ddp-lsa). Das erste Mini-Fernsehgerät für den digitalen terrestrischen Fernsehempfang auf dem deutschen Markt kommt aus Sachsen-Anhalt. Am Dienstag erlebt das bislang namenlose Gerät seine Premiere auf der Internationalen Leitmesse für Autozubehör, der Automechanika in Frankfurt am Main. Unter Federführung der A&A Altendorf GmbH aus Magdeburg sei es in einer Rekordzeit von rund vier Monaten entstanden, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens, Ronald Altendorf. …. …Noch vor dem Weihnachtsfest soll der Fernseher mit seinem etwa postkartengroßen Bildschirm im Handel sein. Er eignet sich nach Angaben von Altendorf für den Einsatz im Auto ebenso wie auf dem Gartengrundstück oder dem Boot. Erste Tests im Großraum Berlin, wo das Überall-Fernsehen DVB-T bereits im regulären Betrieb ausgestrahlt wird, seien Erfolg versprechend verlaufen. Gleichzeitig kann das Gerät digitale Signale zum Einspeisen in analoge Fernsehgeräte umwandeln. (www.a-a.de)"

Wer jetzt neugierig geworden ist und den angegebenen Link zum Unternehmen besucht, um weitere Informationen zu erhalten, wird bitter entäuscht. Denn dort findet er nicht mal einen Hinweis auf das Produkt. Zu den eingangs erwähnten Top-Produkten gehört es jedenfalls nicht.

Ich klicke den Button "Neuheiten" an. Sieh an! Könnte es vielleicht der kleine Bildschirm mit der Bezeichung "DVB-T: Digitales Fernsehen" sein? Aber der hat doch einen Namen! Leider keine Produktbeschreibung. Nix. Nicht mal die Presseerklärung haben die Magdeburger auf die Homepage gestellt.

Stattdessen: "Ihre Anfragen nehmen wir gerne entgegen". Nein danke, da kommt nix mehr. Hättet Ihr mein Interesse lieber gleich besser genutzt!

Wer Pressearbeit macht, sollte seinen Internetauftritt vorher überprüfen und aktualisieren.
Kaufwilligen Kunden gibt man mehr Infos als der Presse und nicht umgekehrt.
Wer ein bestimmtes Produkt in den Medien pusht, muss eine Produktseite erstellen und den Link zu dieser Seite als "landing-page" kommunizieren.

Und im Übrigen: Wer sich als innovatives Unternehmen positionieren will, darf keinen grottenschlechten Internetauftritt haben.