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Das kinderfreundlichste Restaurant Deutschlands

Wenn deutsche Restaurants kinderfreundlich sein wollen, machen sie mindestens eines der folgenden Dinge. Oder alle zusammen.

  • Sie kaufen spezielle Kinderhochstühle, in die sich die 1-3-Jährigen setzen können.
  • Sie bieten einen Kinderteller an, der aus Pommes, Schnitzel oder Fischstäbchen besteht.
  • Sie halten Malstifte und Ausmalbögen bereit.
  • Sie servieren Eis mit Fähnchen oder lustigen Comicfiguren.

Aber das war’s dann schon.

Tonnenweise Medienberichte und eine Welle der Mundpropaganda löst man dadurch natürlich nicht aus. Da muss man viel weiter gehen. So wie Saeidi Pour-Ebrahim. Der hat die Schaffung eines kinderfreundlichen Restaurants so konsequent betrieben, dass er heute als Kinder-Inder in ganz Berlin bekannt ist. Damit hat er sogar Mc Donalds überflügelt. Denn während die Fastfoodkette es mal gerade auf eine Spielecke und einen Rutschturm vor dem Restaurant bringt, hat er sein ganzes Restaurant um einer riesige 200 qm große Spielfläche aus Klettergerüsten und Geräten gebaut. Die Kinder toben in der Mitte, die Eltern sitzen am Rande und genießen die indische Küche. Im angeblich kinderreichsten Stadtteil Europas, dem Prenzlauer Berg ist „Micky´s Spielparadies“ ein Hit für Eltern und Kinder. Das Restaurant wird als eine der Attraktionen für Kinder in Reiseführern erwähnt, zählt zu den wenigen Indoor-Spielplätzen überhaupt und ist offenbar immer rappelvoll.
Besonders bei Geburtstags-Partys im "Micky s" oder beim "Kinderschminken mit Anja" zum Preis von einem Euro. Fünfzig bis sechzig Kinder kommen am Tag und mit ihnen die Eltern. Kindergeburtstage und Feiern muss man lange im Voraus bestellen.


Premiere: Das 1. Online Werbespiel von Aldi

Ich fass es nicht.

Aldi, deren Sparsamkeit und Zurückhaltung was Werbung angeht, ja schon legendär ist und in dem Buch Konsequent einfach von dem ehemaligen Aldi-Manager Dieter Brandes eindrucksvoll beschrieben ist, wird seinen eigenen Prinzipien untreu.

Jetzt können wir uns über das erste Aldi-Online Werbespiel wundern: Aldi Smart Shopper heisst es. Produziert von der Kölner Agentur adgame-wonderland.

Danke für den Hinweis, Björn Karnebogen.

Update! Und das ist der tiefere Sinn hinter den plötzlichen Online-Werbeaktivitäten: Aldi startet Online-Verkauf.


Mini geht gegen Fälschungen vor

Derzeit aber nur in den USA. Auf der Website www.counterfeitmini.com deckt die ebenfalls gefälschte Organisation CCC Counter Counterfeit Commission die übelsten Mini- Fälschungen auf, die im Straßenverkehr gesichtet wurden. Angeprangert werden Nachahmungen der typischen MiniCooper Streifen oder anderer mini-typischer Designelemente (weißes Dach u.a.).

Macht Spaß. Mini schafft es immer wieder mit feiner Ironie den Markenauftritt zu inszenieren.


Deutschland Deine Küchenhändler

Sollten Sie sich demnächst eine Küche anschaffen wollen, wünsche ich Ihnen jetzt schon, dass es Ihnen nicht so ergeht wie dem Werbeblogger.

Patrick Breitenbach über seine Odyssee im Meer der Inkompetenz:

"Einzelfälle oder wirklich die Regel? Mangelt es den Verkäufern am nötigen Corporate Behaviour? Sind wir zu anspruchsvoll geworden? Kann sich niemand mehr kompetentes Personal leisten? Fragen über Fragen."

Als Pflichtlektüre für den deutschen Küchenfach- und Möbelhandel dringendst empfohlen.


E-Book Permission Marketing mit fast 67.000 Downloads

Aus meiner Mailbox:

"Guten Tag Herr Röthlingshöfer, gestern rauchte unser Server. Morgens wurde der alljährliche „Sonderdruck“ zum Download freigegeben: 36 Praxisberichte über den Einsatz von Permission Marketing. Innerhalb eines Tages wurde das eBook bereits 66.911 mal heruntergeladen. Zum Vergleich: Letztes Jahr waren es 11.828 am ersten Tag. Ich freue mich, wenn Sie auf den kostenlosen Download hinweisen: www.absolit.de/Sonderdruck

Gruß aus Waghäusel Torsten Schwarz"

Mach ich gern. Und reihe mich gleich noch in die Downloadstatistik ein.


Wie sich ein Hotel mit Büchern profiliert

Das Gutshotel Groß Breesen nennt sich das 1. Bücherhotel in Deutschland. Weltweit sind sie nicht die einzigen, die mit diesem Unterscheidungsmerkmal werben. Inspiriert wurden sie vielleicht von dem Library Hotel in New York, über das bereits hier und hier geschrieben wurde.

Im 1. Bücherhotel Deutschlands gibt es offenbar Bücher überall wo man hinschaut. Rund 80.000 Bücher seien völlig unsortiert in allen  Bereichen des Hotelkomplexes frei zugänglich. Das Hotel verspricht Freude am Finden und eine Entdeckungsreise durch die Regale.

Dazu gibt es eine Menge guter Ideen, die das Ganze liebenswert, attraktiv, originell machen und jede Menge Stoff für Presseberichte und Tipps zum Weitersagen liefern, zum Beispiel:

  • Aktion Büchertausch: Für zwei mitgebrachte Bücher können sich Gäste ein Buch wieder mitnehmen. Das gilt auch im Tausch von Schallplatten und CD´s.
  • Aktion für den belesenen Handwerker und den handwerkelnden Leser: Wer handwerkliche Fähigkeiten hat, kann sie nutzen und Regale bauen. Dafür gibt es eine Übernachtung, 3-Gang Abendessen, Lagerfeuer im Gutspark und vieles mehr besonders preiswert: 48,- Euro

Auch die Sonnalm wirbt mit Büchern und dem Titel 1. Bücherhotel Österreichs. Hier finden die Gäste immerhin 3.000 aktuelle Bücher, die zum Lesen zur Verfügung stehen.

Bücher im Hotel sind ansonsten häufig ein trauriges Kapitel, wie die ZEIT mal feststellen musste. Siehe den Beitrag: Was Leichtes zum Einschlafen.


Wie macht man heute faszinierende Werbung?

Liebe Automobilhersteller, nehmt doch Eure Werbemillionen und anstatt Sie in TV-Spots zu verblasen, die keiner anguckt, investiert Sie in Eure Kunden. Verschafft Ihnen einmalige Erlebnisse mit Eurem Produkt in der Hauptrolle. So wie Chrysler. Die haben es begriffen.

Camp_jeep_ny_4_1

"Chrysler is spending $3 million to build a half-mile test track at the Chicago Auto Show, which pulls into our hometown here Feb. 11-20.

The company is trucking in tons of dirt and gravel for an off road course that's four football fields long. Chrysler's goal is to have 75,000 people give it a try.
 
Of the 36,000 people who test-drove Jeeps at a similar off-road course at the 2004 New York auto show, 8 percent bought the vehicle. Not bad. Of course, that doesn't count the word of mouth generated by test drivers who told friends about the experience.

Ford Motor Company is also moving toward a more aggressive test-drive strategy, too. Says Stu Smith, launch manager for Ford: "I've seen the guys try the new Mustang and you have to see the look on their faces when they get out of the car. No commercial can do that."

Bild und Zitate von Church of the Customer.


Wer freut sich auf Hauswurfsendungen?

Robert Basic war gestern als Flyer-Verteiler unterwegs. Interessant, was er dabei erlebt hat. Und wie gering die Quote derer ist, die eine Werbezustellung zulassen:

"Wenn an einem Haus mit 10 Briefkästen nur ein-zwei “Keine Werbung” draufgebapperlt haben, sind die restlichen frei für Werbung. Sonst ist es entweder so, daß mindestens die Hälfte nicht frei ist oder gleich 9 von 10. Also ist hier eine Art “Lemming-Effekt” zu beobachten.

Ganz übel ist es, wenn die Briefkästen von vornherein vom Vermieter aus mit “Keine Werbung”-Standardschildchen bestückt sind. Dann sind nur äußerst wenig Briefkästen frei.

Witzig war gestern, daß ich bei ca. 600 verteilten Flyern nur einen Briefkasten vorgefunden hatte, der als Einzigster “Ja, bitte Werbung” drauf hatte :-))"


Wer freut sich auf Hauswurfsendungen?

Robert Basic war gestern als Flyer-Verteiler unterwegs. Interessant, was er dabei erlebt hat. Und wie gering die Quote derer ist, die eine Werbezustellung zulassen:

"Wenn an einem Haus mit 10 Briefkästen nur ein-zwei “Keine Werbung” draufgebapperlt haben, sind die restlichen frei für Werbung. Sonst ist es entweder so, daß mindestens die Hälfte nicht frei ist oder gleich 9 von 10. Also ist hier eine Art “Lemming-Effekt” zu beobachten.

Ganz übel ist es, wenn die Briefkästen von vornherein vom Vermieter aus mit “Keine Werbung”-Standardschildchen bestückt sind. Dann sind nur äußerst wenig Briefkästen frei.

Witzig war gestern, daß ich bei ca. 600 verteilten Flyern nur einen Briefkasten vorgefunden hatte, der als Einzigster “Ja, bitte Werbung” drauf hatte :-))"


Was Werbeprofis über Weblogs wissen müssen

... steht natürlich in der w&v. Darunter finden sich so seltsame Ratschläge wie dieser:

"Im Bereich Fast-Moving-Consumer-Goods sind Weblogs ein probates Mittel zur Kundenbindung."

Aha. Und wie sieht die Kundenbindung aus?

"Unternehmen stellen ihre Web-Adresse und die erforderliche Technik für Kunden-Weblogs zur Verfügung. Bei Trendmarken wie Apple, Puma oder Red Bull wird es die Zielgruppe schick finden, unter der Web-Adresse und dem Logo des Unternehmens als Blogger zu agieren. Ein wertvoller Beitrag zur Kundenbindung."

Den gesammelten Unsinn finden Sie hier. Via Werbeblogger, der in dem Artikel nicht mal vorkommt.


Zu blöd zum Tricksen

Mitblogger und Viralmarektingexperte Björn Ognibeni hat die neueste Aktion aus der beliebten Werbetrickkiste mit der Aufschrift "Tarnen und Täuschen" entdeckt.

Ein angeblicher Student Wim, der von einer interaktiven Plakatwand schwärmt, die American Express in Belgien aufgestellt hat. Via Internet können User ein Bild von ihrem Desktop hochladen und auf dem Billboard anzeigen lassen. Naja, ganz nette Idee.

Aber es gibt keinen Wim. Denn die im Mailheader enthaltene IP verrät nach wenigen Klicks: Wims E-Mails stammen vom Server des Werbedinos Ogily & Mather, der offenbar die Idee für American Express ausgeheckt hat.

Traurig aber wahr. Es gibt wohl eine Unmenge von Werbeleuten, die der Meinung sind, es sei legitim, Werbebotschaften mit falschen Absendern zu verbreiten. Dass diese dann aber so doof sind, Spuren auszulegen, verwundert einen dann doch. Und dass sie eine nette virale Idee hinter ein paar nervigen Intros verstecken und es nicht geschafft haben, eine eigene Site dafür zu bauen, spricht ebenfalls nicht für die Viralmarekting-Kompetenz der Werbe-Altmeister.

Inzwischen setzt sich dafür ein Begriff für derartige Machenschaften durch: Bullshit-Marketing. Das Wort werden wir wohl noch öfter brauchen.


Wenn die Google-Ära vorbei ist

Kommen dann Suchmaschinen wie Answers?

Google liefert Links, Answers liefert Antworten, sagt die Answers-Website. Niemand brauche ja 8.630400 Seiten, die das Stichwort DNA beinhalten, meint Answers und liefert stattdessen zusammengefasst Informationen im Lexikon-Stil.

Ja. Aber Surfer brauchen Links. Die ganzen Seiten, die zu den Links gehören. Die Meinungsvielfalt. Die zufälligen Begegnungen. Das bietet Answers nicht.

Prima für Leute, die eine Begriffserklärung suchen, sich für ein Buch, einen Autor einem Politiker oder Popstar interessieren. Oder Schüler, die gerade an einem Aufsatz zum 19. Jahrhundert sitzen. Answers liefert lexikalische Informationen und ist eher eine Alternative zu Brockhaus und Wikipedia als zu Google.

Answers eine Suchmaschine? Nein. Ein Nachschlagewerk, dem die Vielfalt der Links fehlt.

Aber ein gutes.


Miserable Websites

Ich habe noch keine Website gesehen, die das Thema "Webdesign" so unterhaltsam und dabei zutreffend vermittelt, wie Vincent Flanders "Web Pages That Suck". Vincent bringt Ihnen schonungslos nahe, was Sie bei Ihren Websites auf keinen Fall tun dürfen, auch wenn es derzeit schwer in Mode ist. In diesem Posting beschäftigt er sich mit den größten Web Design-Fehlern in 2004. Hier seine Hitliste:

1. Believing people care about you and your web site.
2. A man from Mars can't figure out what your web site is about in less than 4 seconds.
3. Mystical belief in the power of Web Standards, Usability, and tableless CSS.
4. Using design elements that get in the way of your visitors.
5. Navigational failure.
6. Using Mystery Meat Navigation.
7. Thinking your web site is your marketing strategy.
8. Site lacks Heroin Content
9. Forgetting the purpose of text.
10. Too much material on one page.
11. Confusing web design with a magic trick.
12. Misusing Flash.
13. Misunderstanding graphics.
14. AFFrontPage.

Gefunden bei Seth Godin, der seit ein paar Tagen wieder häufiger postet.