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Sind wir nicht alle ein bisschen Guerilla?

Zurück vom Guerilla-Marketing-Kongreß in Köln. Prall gefüllte Vortragssäle, draussen Schmuddelwetter und ganz tief drinnen die Erkenntnis, dass irgendwie alle Guerilla sind.

Zum Beispiel Key-Note-Sprecher Wulf-Peter Kemper, Ex-Springer&Jacoby Mann, jetzt Chef seiner eigenen Agentur Oysterbay. Ich habe notiert. Haltung haben. Plakativ sein. Christo und Big Brother. Charles und Camilla. Silvana Koch-Mehrin, nackt. Merkle und Sixt. Lasst Euch nicht verarschen.
Das wollte sich das Publikum auch nicht. Zwischenfrage: Was denn an den gezeigten Beispielen Guerilla sei. Man sehe nur Anzeigen und Plakate. Ja. Aber was für welche. Überraschende. Große. Scharfe.
Überhaupt: Guerilla gewinnt an Schärfe. Und: Werbung muß perfide sein. Aber noch besser als Guerilla ist Godzilla. Godzilla ist groß, bedeutend und macht alles platt.

Macht Godzilla Marketing, Leute!

Dr. Kreuz mit einem wunderbaren Vortrag, der mit einer Geschichte von der Maus und dem Käse anfing und die Zuhörer zum Querdenken aufforderte. Schließlich wollen alle Marketingleute auch an den Käse zu kommen. Das war unterhaltsam, zutreffend und lieferte jede Menge Denkanstöße. Martin Röll lobt es zu Recht und hat sich mehr Notizen gemacht.

Das war gut. Aber mit Guerilla Marketing hatte es nichts zu tun.

Weiter zu: Guerilla-Strategien im B-to-B Bereich. Wie das wohl gehen soll? Dachten sich viele und strömten erwartungsvoll in den so betitelten Vortrag. Dort erwartete sie allerdings nur die Job description eines Marketingmanagers, der fortan Guerilla-Marketing Chef hieß. Die Waffen dieses Guerillero: Prospekte, Messestände. Bitte nicht Ziele mit Strategien verwechseln. Und immer an den Kundennutzen denken. Wieder die Publikumsfrage: Was daran Guerilla sei? Später!

Heute jedenfalls nicht.

Andreas Pauli von Leo Burnett legte dann Fallbeispiele gelungener Guerilla-Marketing-Aktionen auf. Sehr lustig, inspirierend, gut anzusehen, gut vorgetragen. Doch leider stand der Vortrag unter dem Titel: Ansätze zur Bewertung und Planbarkeit von Guerilla Aktionen. Und damit:

Thema verfehlt.

Thomas Zorbach und Michael Zerr von vm-people machten erst gar nicht den Versuch, eine erklärende Brücke von Guerilla zu ihrem Thema zu schlagen. Sie fragten „Wer hat Angst vor viralem Marketing“ und schafften es sofort das Publikum aus der Reserve zu locken und zum Mitmachen zu bewegen. Endlich ein bisschen Guerilla flüsterte es im Publikum – man meinte den dialogorientierten Vortragsstil. Am Ende hatte man begriffen, worum es bei Viralmarketing geht, und dass es vor allem die Marketingstalinisten sind, die Angst vor dem Paradigmenwechsel haben, der da lautet: Weg von der klassischen Werbung, hin zur Einbeziehung des Kunden und der Mundpropaganda.

Als Guerilleros wollten die zwei allerdings nicht gelten.

Unterm Strich: Die Vorstellungen darüber, was Guerilla ist, gehen in der Branche wohl meilenweit auseinander. Mein Fazit für das nächste Mal: Genauer hinsehen, was unter dem Stichwort „Guerilla“ an Vorträgen angeboten wird. Mein Wunsch an die Veranstalter: Mehr Zeit zum Diskutieren einräumen. Nicht nur Agenturleute einladen. Eine Abendveranstaltung zum Kontakte knüpfen anbieten.

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Folgende Weblogs beziehen sich auf Sind wir nicht alle ein bisschen Guerilla?:

» Marketing-Ideen von Feuerwehr Weblog
Waldtrudering-go suhiltzaile boluntarioak Munich inguruetan kokaturiko 21 suhiltzaile boluntario sekzioetako bat gara. (Das. liebe Kinder ist Baskisch. Den ganzen Text gibt's hier) Ob obiges Beispiel als Guerilla Marketing (oder hier, hier und hier) g... [Mehr erfahren]

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    Bernd Röthlingshöfer, Buchautor & Fachjournalist. Schreibt, spricht und lehrt zum Thema innovative Marketing- und Werbeformen. Erfinder der Marketeasing©-Methode.

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