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Verwirrrte PR-Experten

Vorfahrt für Stammkunden

Das war mal überfällig. Ich wette, 99% der Preisnachlässe oder Rabattaktionen, die sich deutsche Marketingabteilungen so ausdenken, zielen nur auf die Gewinnung neuer Kunden und darauf dem Wettbewerb eins auszuwischen. So belohnten Automobilhändler bislang vor allem die Markenwechsler. Wer von Mercedes zu BMW wechselte und dabei einen Mercedes in Zahlung gab, erzielte deutlich mehr beim BMW Händler.

Und was ist mit den Stammkunden, den Fans? Die liess man jahrelang außen vor. Vermutlich in der Erwartung, sie sicher zu haben.

Jetzt beendet VW als erster deutscher Automobilhersteller diese falsche Rabattpolitik und belohnt die Stammkunden.

"Volkswagen will nach einem Bericht der «Automobilwoche» den Neuwagenabsatz vor allem des Golf mit Sonderprämien für Stammkunden ankurbeln. Wie die Branchenzeitung am Wochenende berichtete, sollen VW-Händler im Rahmen einer «großen Loyalitätsaktion» nun beim Verkauf eines neuen Golf (außer GTI) für die Inzahlungsnahme eines VW-Autos, das älter als 48 Monate ist, eine Prämie von 2.000 Euro erhalten, die sie an ihre Kunden weiterreichen können.

Der VW-Verkaufsleiter Deutschland, Martin Stangenberg, habe die Aktion unter anderem damit begründet, der Autobauer wolle in einer «nicht gerade konjunkturfreundlichen Zeit» das langjährige Vertrauen seiner loyalen Kunden honorieren."

Meldung gefunden in Yahoo News.

Kommentare

Silke Schümann

Das ist auch ein Anzeichen, dass der Stammkunde und treue Markenfahrer immer seltener zu finden ist. Als es darum ging meinen ersten Neuwagen zu kaufen, war mein erster Weg zu VW. Ich bin mit VW aufgewachsen. Ich liebe die Straßenlage von VW. Ich habe eine andere Marke in der Kurve schon geschrottet, weil diese im Heck ausbrach. Eine Freundin hätte uns auf der Autobahn in meinen Citroen schon einmal schier umgebracht, weil die Lenkung so weich ist.

Am Ende aber schaut man auf sein Budget, stellt seinen Fahrstil um, ixt die eine oder andere Marke aus Liebe zum eigenen Leben aus, weil man Kurven dann doch flotter nimmt ...und sich das partout nicht so weit runterfährt, wie es diese Marke erfordert.

Seit dem überlassenen gebrauchten Passat meines Bruders in den ersten Führerscheintagen, bin ich nur noch im Herzen VW-Fahrerin. Der Preisunterschied ist mir schlicht zu krass. So weit reicht meine Liebe nicht.

Bernd Röthlingshöfer

Kathy Sierra hat zu diesem Thema vor kurzem einen Beitrag geschrieben. Sie meint, "Liebe" sei nicht genug, um einem vom Markenwechsel abzuhalten. Es muss schon "Leidenschaft" vorhanden sein, um etwa Preisbarrieren auszuschalten.

http://headrush.typepad.com/creating_passionate_users/2005/04/you_and_your_us.html

Frank Meyer

Finde ich eine gute Sache von VW. Rabatte zur Kundenbindung können allerdings auch nach hintenlosgehen.
So erhielt ich nach der Kündigung eines Zeitschriftenabos das Angebot eines Rabatts von 10% und ein tolles Werbegeschenk. Sicher eine sinnvolle Aktion, um einen treuen Kunden zu halten. Allerdings komme ich mir als treuer Abonnent post-verarscht vor. Warum habe ich die ganze Zeit den vollen Preis gezahlt, wenn es auch günstiger geht?

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