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Wie man sich Agenturideen präsentieren lässt

Gar nicht. 

Die Fluggesellschaft dba sucht eine neue Agentur und verzichtet auf die übliche Präsentation. Die Agenturvorschläge sollen per E-Mail eingereicht werden. Und außerdem werden die Vorschläge nicht bezahlt. Der Sieger bekommt alles, die Verlierer nichts.

Das regt Branchengroßwild (PDF) natürlich auf. Aber mal langsam. Denn über unbezahlte Präsentationen regen sich die allermeisten Agenturen nach außen hin auf. Stillschweigend nehmen sie daran teil. Die Praxis sich kostenlos Ideen präsentieren zu lassen ist schließlich seit Jahren gang und gäbe. Das kann man, wie ich, schlecht finden. Ändern kann man es nicht.

Aber die Idee der E-Mail Präsentation hat was. Denn eine gute Idee braucht vor allem eines nicht: Langatmige Erklärungen, weshalb sie so gut ist. Entweder es macht Klick oder eben nicht. Mehrstündige Powerpointvorträge, Praktikantinnen im kurzen Röckchen oder mit dem Porsche einfahrende, ADC-bekränzte Edelkreative - nettes Beiwerk, aber lenkt nur ab.

Waren es nicht Leute wie Springer und Jacoby selbst, die vor Jahren verbreiten ließen, ihre Kreativen dürften ihre Kampagnenideen hausintern nicht persönlich vortragen. Es würde doch reichen, sie morgens unter der Tür durchzuschieben!

E-Mail-Präsentation? Das hat was! Kollege Rodenheber sieht es anders, bitte auch die Kommentare lesen.


Marketeasing und die polare Kaltluft

Diese Woche sollte "Marketeasing Werbung total anders" in die Buchläden und Online-Shops kommen. Sollte. Wird aber nichts draus. Soeben erfahre ich:

"Ihre gedruckten Bücher sind ein Opfer des eisigen Wetters geworden und auf dem Transportweg nach Berlin im Straßengraben gelandet. Wir hatten gehofft, noch etwas retten zu können. Aber so gut wie alle Exemplare sind unbrauchbar, weil nass und durchgeweicht. Die Auflage muss neu gedruckt werden."

Jetzt heißt es noch mal vier Wochen warten.


Marketeasing und die polare Kaltluft

Diese Woche sollte "Marketeasing Werbung total anders" in die Buchläden und Online-Shops kommen. Sollte. Wird aber nichts draus. Soeben erfahre ich:

"Ihre gedruckten Bücher sind ein Opfer des eisigen Wetters geworden und auf dem Transportweg nach Berlin im Straßengraben gelandet. Wir hatten gehofft, noch etwas retten zu können. Aber so gut wie alle Exemplare sind unbrauchbar, weil nass und durchgeweicht. Die Auflage muss neu gedruckt werden."

Jetzt heißt es noch mal vier Wochen warten.


Neues aus Bangalore: Das Preisbrecher-Businesshotel

Für 22 Dollar die Nacht bekommt man in dem neuen IndiOne Hotel in Bangalore ein Hotelzimmer, das mit kostenlosem WiFi-Access, Flachbildschirm, einer ergonomischen Büroecke, Kabel-TV, Kaffee-/Teemaschine und Kühlschrank ausgestattet ist.

Bangalore ist nicht etwa besonders preiswert, was Übernachtungen angeht, im Gegenteil. Für ein brauchbares Hotelzimmer muss man andernorts um die 200 Dollar hinblättern. So was wie IndiOne schlägt da natürlich ein. Bevor wieder jemand über die "Geiz ist geil-Mentalität jammert" - sollte er lieber mal die konzeptionelle Leistung der IndiOne-Erfinder bewundern.

Denn wie wird man eigentlich so billig? Um preiswert zu sein, wurde  alles in Frage gestellt, was man üblicherweise in einem Hotel als gegeben hinnimmt - nach dem Prinzip alle Branchengewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen waren bereits Aldi, Ryanair oder Ikeaerfolgreich.

Beispiel: der Mitarbeiterstab. Während ein amerikanisches Durchschnittsmotel mit 100 Zimmern etwa 50 Angestellte beschäftigt und ein Luxushotel gar 130, kommt man im IndiOne Hotel gleicher Größe mit gerade mal sieben Mitarbeitern aus. Auch die Inder können outsourcen: beinah alles von der Wäscherei bis zum Putzdienst, dem Restaurant oder dem technischen Service ist outgesourct.

Sogar das Essen im hoteleigenen Restaurant kommt in Wahrheit von einem Restaurant um die Ecke - der Kunde kann aus verschiedenen Angeboten per Telefon wählen und das bestellte Essen dann im Self Service an der Theke abholen. Rund um die Uhr stehen auch Verkaufsautomaten für Speisen und Getränke bereit.

Und die Werbung? Welche Werbung? Das Konzept ist so einzigartig, dass die Leute darüber reden. Das Hotel füllt sich durch Empfehlungen von selbst - ein Beispiel für ein hervorragendes Marketeasing.

Billig und gut wirft übrigens satte Gewinne ab. Die Manager sprechen von einer Umsatzrendite von 65%.

Mehr bei Reveries.com


Weblog oder Website?

Viele Websitebetreiber stellen sich wohl derzeit die Frage: Brauche ich eigentlich ein Weblog? Wir haben doch eine wunderbare Website.

Für mich ist das völlig anders. Ich bin als Blogger gestartet und habe mich lange gefragt: Brauche ich eigentlich eine "normale" Website? Es gab da einen Moment in 2005 wo ich dachte: ja! Da hatte ich einen potentiellen Kunden am Telefon, der - noch während wir telefonierten - meine Website aufrufen wollte. Ich gab ihm meine Weblogadresse. Und dann konnte ich seine Verwirrung live miterleben. Die Überschriften zu den Postings gaben für ihn einfach keinen Sinn. Ein paar Minuten lang versuchte er aus der typischen Blogstruktur etwas heraus zu finden, das ihm verriet, was ich machte, worauf ich spezialisiert war, welche Dienstleistungen ich ihm anbieten konnte. Dann legte er auf.

Das mit der Website vergaß ich wieder. Bis mir Mathias Henze von Northclick anbot, sein Hosting-Angebot mit der bereitgestellten Software Click & Change auszuprobieren und bei Gefallen zu nutzen.

Das was man beim Bloggen kann - mit einfachen Klicks,  Postings zu erstellen oder das Layout des Weblogs zu verändern - genau das kann man beim Northclick-Angebot auch. Alles ist intuitiv bedienbar und wirklich einfach - zum Glück wurde beim Funktionsumfang auf allen Schnick-Schnackverzichtet , der das Ganze nur unübersichtlicher und komplizierter macht. So sieht meine Autoren-Website aus: www.berndroethlingshoefer.de

Das Northclick Angebot ist meines Erachtens ideal für Autoren, die sich eine Website mit einigen Klicks selbst zusammenbauen wollen, aber vor dem Bloggen noch zurückschrecken. Genauso gut ist das auch für den Kleinbetrieb, der seine Website selbst zusammenbauen und pflegen will. Hier gibt es noch ein paar Beispiele von Seiten, die mit der Northclick Software erstellt wurden und gepflegt werden.


Mein Leben als Webmob

Webmobs

Soeben bin ich als Webmob auf die Online-Welt gekommen. Webmob? Was ist das?

Naja so ein kleiner Avatar, der dich sichtbar macht. Er zeigt an, auf welcher Internetseite du gerade herumsurfst. Und er die Webmob-Software zeigt die anderen Nutzer an, die sich auf dieser Seite befinden. Und dann könnt ihr mit den anderen Nutzern privat oder öffentlich chatten. Eine Sprechblase neben jedem Avatar stellt das gesprochenene für jeden sichtbar dar. Oder es gibt ein privates Chatfenster.

Das ist lustig. Birgt aber auch Stoff für interessante Anwendungen - Verknüpfungen, Netzwerke werden so sichtbar - seien es zufällig zusammengewürfelte Personen auf einer Website oder welche, die sich zur Diskussion verabredet haben.

Aber wie wird das in der Praxis funktionieren? Will ich auf jeder Seite erkannt und angesprochen werden. Ergeben sich qualifizierte Gespräche oder nur das übliche "Hallo, Du auch da?"

Probiert es aus. Die Macher schwärmen heute in einer Pressemitteilung. Hier ist sie. Wer Webmob-User treffen will, geht am besten zu Google und sucht was. Dort trefft ihr welche.


Buchtipp: Die Bank als Gegner

Es ist gerade mal 106 Seiten schmal und kostet 21,80. Aber es gehört zu den wichtigsten Büchern, die man als Unternehmer gelesen haben sollte.

Wenn ich nicht einige haarsträubende Fälle am eigenen Leib und bei befreundeten Unternehmen hautnah erlebt hätte, ich würde es kaum glauben, was in dem Buch der Rechtsanwälte Bach, Friedhoff, Qualmann an Fallgeschichten zusammen getragen ist.

Da diente einer Bank das Prozedere rund um "Basel 2" als Vorwand einen Kredit fristlos zu kündigen und die Zwangsvollstreckung einzuleiten. Grund: Der Steuerberater war krank geworden und ein paar angeforderte Unterlagen sind nicht pünktlich eingereicht worden.

Da ließ eine andere Hausbank Schecks platzen, weil sie die übereigneten Sicherheiten plötzlich geringer schätzte und zwang den Unternehmer so zur Stellung des Insolvenzantrages. Was blieb dem auch anderes übrig? Sobald eine Kreditkündigung der Schufa gemeldet wurde, wirds mit der Umschuldung nix mehr.

Die drastischen Beispiele sollen für die Gefahr sensibilisieren, die aus der Geschäftsbeziehung mit der Bank droht und das schaffen sie. Das Buch ist aber keine Aneinanderreihung von Horrorstories, sondern ein höchst sachlicher Ratgeber, der aufzeigt, was bei Kreditvergaben, Basel 2-Ratings, der Inanspruchnahme öffentlicher Finanzierungshilfen oder bei Bürgschaften im Kleingedruckten auf den ahnungslosen Kunden lauert.

Je mehr Bankkunden darüber Bescheid wissen, desto größer wird die Chance, dass sich das strukturelle Ungleichgewicht zugunsten der Bank mal verändert. Oder anders gesagt: wenn sich nichts tut, sitzen die Banken noch ewig am längeren Hebel. Und der Kunde bleibt, was er schon immer war ein hilfloser Antragsteller. Ok., ich weiss, das klang jetzt ein bisschen arg optimistisch. Aber darf man denn nicht wenigstens am Jahresanfang ein paar Illusionen haben?

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Zeigen Sie das nicht dem TÜV

Lednummernschild Werbung auf KFZ-Nummernschildhaltern - ich meine die kleinen Plastikrahmen, die Sie meist von Ihrem Autohaus bekommen - ist sowas wie ein Geheimtipp für Werbung mit kleinem Budget. Spottbillig. Dezent. Wirksam. Denn viele Freiberufler schwören: es hat schon Kunden gebracht!

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Die erfolgreichste Touristenattraktion Hamburgs

Tja. Offenbar ist es nicht die Speicherstadt, der Hafen oder das Musical "König der Löwen".

Es ist die Modellbahnanlage "Miniatur-Wunderland" wie heute der Fischmarkt berichtet. Mehr als 800.000 Besucher zog es bereits 2004 in diese Ausstellung. Die Mehrzahl der Besucher kommt von weit her, sodass die Attraktion auch für 200.000 belegte Hotelbetten jährlich sorgt.

Wie geht das? "Ohne Werbung", sagen die Betreiber. Bis auf einen kleinen Flyer für Hotels machen sie nichts. Dennoch haben sie bereits über 150 Millionen TV-Kontakte erzielt. Geschäftsführer Braun sagt:

„Die Journalisten kommen von selbst zu uns, da sie mit relativ geringem Aufwand über ein gutes Produkt berichten können, das Einschaltquoten bringt.“

Und jetzt zur Werbung: Warum glauben eigentlich so viele Unternehmen, die nichts Berichtenswertes tun, dass ihre Werbebotschaften registriert werden?


Blogs beobachten - aber wie?

So nach und nach beginnen wohl deutsche Unternehmen auch in Blogs oder Diskussionsforen mitzulesen. Na endlich! Leider lesen die hochbezahlten Manager von DaimlerChrysler nicht persönlich, sondern beauftragen externe und nicht ganz internetkompatible Schnüffler.

Peinlich, peinlich. Wenn die in den Referrern dann auch noch die Passwörter für die "geheimen Reports an den Auftraggeber" vergessen, wie es Dirk Olbertz entdeckte und bei Flickr verewigte.

Schnüffeln wollen, aber es nicht können. Warum sind die bei DaimlerChrysler eigentlich nicht auf die Idee gekommen, selbst mit unzufriedenen Kunden zu reden? Was zählt man eigentlich zu den Kernkompetenzen eines erfolgreichen Unternehmens? Die Kommunikationsfähigkeit mit den Kunden? Ach die nicht?

Wenn Unternehmen das mit der Blog-Beobachtung richtig machen wollen, hilft nur eines: einen fähigen Mitarbeiter darauf ansetzen und dem nicht nur die Lizenz zum Schnüffeln mitgeben, sondern mit richtig viel Kompetenz ausstatten. Der muss sofort mitreden und Probleme lösen können. Kommunikation - das muss heute schneller gehen.

Idee: Von den Tausenden von Mitarbeitern, die ihr bei DaimlerChrysler entlasst, könntet ihr doch einen für solche Zwecke behalten, oder etwa nicht?

via Die Dezentrale


Sprayen Sie!

Sonypspspray

Das stand schon in "Werbung mit kleinem Budget" als Tipp für preiswerte und auffällige Außenwerbung. Viel zu wenige kleinere Unternehmen machen von der preiswerten Außenwerbung mittels Großflächenplakaten Gebrauch. Vielleicht weil sie die relativ hohen Herstellungskosten für Plakate fürchten? Dabei geht es eben auch anders und preiswerter: mit bemalen oder sprayen.

Jetzt haben Sony und andere das Sprayen als Methode entdeckt.

Gefunden beim Ideentower.