Erfolgs-Newsletter: Das Pointenabo von Aurel Gergey
Aurel Gergey ist Werbetexter. Einer der sehr bald entdeckt hatte, wie es um die Werbewirkung nützlicher Angebote auf seiner Website steht. So bietet er beispielsweise Tipps zum Briefing eines Werbetexters als kleines PDF-Dokument an. Es nennt sich „Das Bierdeckel-Briefing“ (PDF 110 KB)und verrät jedem möglichen Auftraggeber, was man tun muss, um das Beste aus einem professionellen Werber herauszuholen. Mehr als 10.000-mal hat er das PDF via Download von seiner Website verteilt – nicht schlecht dafür, dass er nach seiner Erstellung kaum mehr den Finger rühren musste. Denn es verteilt sich durch Empfehlungen nahezu von selbst und die Downloads kosten so gut wie nichts.
Eine andere seiner Ideen feierte im Januar 2006 ihr 50. Jubiläum. Das Pointenabo. Was das ist? Eigentlich ein E-Mail-Newsletter, der von Aurel Gergey verschickt wird. Er geht an Freund und Bekannte, an bestehende und ehemalige Kunden und vor allem auch an solche, die es werden wollen oder sollen. Sein Inhalt: eine Pointe, die einmal im Monat verschickt wird. Mehr nicht! Aber das Pointenabo zählt rund 1.400 Abonnentinnen und Abonnenten rund um den Globus, die meisten aus der Schweiz, Deutschland, Österreich vor allem aus der Marketing-/Kommunikationsbranche. Etwa 100 Abonnenten sind seine gegenwärtigen und früheren Kunden. Sie alle freuen sich auf populäre, aber meistens seltene, und nie zuvor gehörte Pointen wie diese:
„Solange ich lebe, ist der Markt nicht gesättigt.“ Charles Lazarus, Gründer Toys'R'Us
Oder:
"Die Meinungsforschung beruht auf der irrigen Annahme, dass die Leute überhaupt eine Meinung haben." Toto, Komiker
Da Aurel Gergey der Meinung ist, bei guter Werbung handele es sich um gut erzählte Geschichten, hier seine Story zum Thema „Wie das Pointenabo entstand“:
“Musiker sammeln Melodien, Texter sammeln Gedanken - neue Gedanken sind alte Gedanken, neu kombiniert; je mehr alte Gedanken ich habe, umso besser und schneller
kann ich neue Gedanken machen. Ich sammle darum Gedanken, dies seit über 10 Jahren systematisch. Die interessanten Stellen, die mir beim Lesen begegnen, kreise ich ein - und lasse sie anschließend von einem Datatypisten-Team abtippen. Das Abgetippte kommt in meine Wissensdatenbank (aktuell rund 100 MB Textdaten, das entspricht einigen Zehntausend ausgedruckten A4-Seiten). Vorteil des digitalen Aufbewahrens: ich habe selbst nach Jahren noch SMR = Sub-Minute-Response, finde also bestimmte Textstellen innerhalb einer Minute (oder gar nicht:-) Das Herumsuchen in Papierarchiven war mir zu langsam und mühsam. Inmitten des Gesammelten und Abgetippten finden sich dann die wirklichen Perlen: die Pointen. Die ich separat aufbewahre - und die mir soviel Freude bereiten, dass ich die Freude mit Anderen teilen wollte. Et voilà: das Pointenabo ward geboren.Das Pointenabo ist eine meiner "Lebensversicherungen": Mit wenig Aufwand halte ich Kontakt zu meinen Bezugspersonen; einmal monatlich hört man von mir und behält mich "top of mind". Steht ein Auftrag an, ist es maximal 30 Tage her, dass mein Name in Erscheinung trat. Ich versuche damit vorzuleben, was ich als Vermarktungs-Philosophie empfehle:
"Geschichten zu erzählen, die einen ins Gespräch bringen (und im Gespräch behalten)". So gesehen sind die Pointen trojanisches Pferde, die als Geschenke wahrgenommen werden (und es auch sind), im Kern aber (auch) auf ein kaufmännisches Ziel gerichtet sind.
Gut ist eine Kampagne unter anderem dann, wenn sie lange laufen kann, finde ich. Und kann mir daher vorstellen, das Pointenabo lange am Leben zu erhalten. Auch, weil ich immer wieder höre: man freut sich über die monatliche, lehrreiche Schmunzelration (und empfiehlt sie weiter oder zitiert daraus). Aktuell hüte ich 529 Pointen, das würde reichen bis
2046 ...“
Quelle: Aurel per E-Mail



