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Lasst Kundenbilder sprechen

Inselhuepfergruppenbild

Nirgends wird so viel geknipst wie im Urlaub. Da liegt es doch für einen Reiseveranstalter verdammt nahe, die Urlaubsbilder der Kunden für Werbemaßnahmen zu verwenden.

Die Reiseveranstalter Klaus Schenk und Peter Eich machen das auf ihrer Website www.inselhuepfen.de ganz beispielhaft. Sie besteht fast ausschließlich aus Bildern von Kunden, die dort direkt abgebildet werden, für Werbemaßnahmen verwendet oder verlinkt werden.

Das ist ein einfacher Weg, die Kunden in das Marketing mit einzubeziehen. Es hat aber auch den praktischen Effekt, den man von Familienfeiern oder Klassentreffen kennt: Jeder freut sich, wenn die Bilder, die alle Teilnehmer geschossen haben, auf einer gemeinsamen Adresse im Internet bereitstehen. Man schwelgt in Erinnerungen und das Betrachten von Bildern gemeinsamer Erlebnisse ist tatsächlich ein Faktor, der Gruppen und Gemeinschaften stärkt.

Ich wette, so etwas erhöht die Kundenbindung.

Rhetorische Frage: Was wird passieren, wenn die Firma der Inselhüpfer nun noch die Möglichkeiten von Flickr und YouTube entdeckt? Dann werden die Bilder und Videos als kostenlose Botschafter eines gelungenen Urlaubs weltweite Verbreitung finden...

Gut, wenn man ab und an bei Technorati nachseht, wer einen verlinkt. Besten Dank dafür an den frischgebackener Unternehmens-Blogger Peter Eich.

Bild gefunden, na klar bei Inselhüpfen.de


Gerade getestet: Filmloops erstellen

Mithilfe des Dienstes FilmloopNetwork kann man eine so nette Loop wie diese unten erstellen und veröffentlichen. Man lädt den Player herunter und bekommt dann ein wirklich einfach zu bedienendes Programm, das einem ermöglicht Bilder vom Desktop zu einer Loop zusammen zu bauen. Oder man holt die Bilder über RSS von Flickr. Oder man stellt eine Liste von Artikeln zusammen, die man bei eBay kaufen oder verkaufen will und lädt deren Bilder in die Loop.

Wozu das gut ist? Da fällt mir einiges ein. Ihnen sicherlich auch. Für den Test habe ich ein Foto von mir und die Abbildungen meiner Buchcover eingebaut. Wie langweilig. Aber es ist ja nur ein Test. Demnächst mehr.

Links:

FilmloopNetwork

Zum Filmloop-Player

Wie man die Loops ins Blog einbindet

Gefunden bei Guy Kawasaki


Amazon und die Buchrezensionen

Ein leidiges Thema. Als Autor bin ich da Betroffener und habe damit meine diversen unguten Erfahrungen gemacht.

Verisse und Eigenwerbung von Mitbewerbern

Gleich bei meinem ersten Titel hatte ich mit einem Verriss zu tun, der wohl ziemlich eindeutig von einem Mitbewerber eingestellt war. Denn die Negativrezension diente dazu, sein eigenes Buch im Rahmen der Besprechung als das bessere zu empfehlen. Ein klarer Verstoß gegen die Rezensionsrichtlinien. So etwas kann man bei Amazon monieren. Allerdings muss man Glück haben, dass der Sachbearbeiter die hauseigenen Rezensionsrichtlinien kennt und interpretieren kann. In meinem Fall hatte ich erst beim zweiten Sachbearbeiter Glück. Oder war es, dass mir der Nachweis gelang, dass eben jener Kollege den Trick (Verreissen und aufs eigene Buch verlinken) bei zahlreichen populären Marketingbestsellern ebenfalls angewandt hatte?

Anonymität

Die Mehrzahl der heftigen Verrisse wird anonym oder mit erfundenen Identitäten verfasst. Nennen wir das, was es ist: feige und hinterhältig. Entweder man diskutiert die Thesen eines Buches offen oder man lässt es. Wer eine Rezensionsplattform anbietet wie Amazon und dies nicht unterbindet, schafft keine fairen Bedingungen. Einzelne Autoren wehren sich dagegen oder nutzen dies schamlos aus, indem sie ihr eigenes Werk mit lobhudelnden Kommentaren versehen.

Bezahlte Rezensionen

Aus Verlagskreisen weiß ich, dass man positive Rezensionen bei Amazon kaufen kann – das Honorar dafür soll bei 100-150 Euro liegen. Es ist aber auch gut vorstellbar, dass es Laienrezensenten gibt, die es für weniger tun. Allerdings war niemand von Verlagsseite bereit, einmal Namen der Anbieter zu nennen. Auch hier sollte Amazon ein Interesse haben, faire Bedingungen herzustellen und das Geschäft soweit wie möglich zu unterbinden.

Hasstiraden

Die Autorin Patricia Sin, über deren Erfolg mit dem Erotikbestseller „Schmetterlinge am Venushügel“ ich vor kurzem berichtete, wurde unlängst in einen Streit unter Mitgliedern eines Forums verwickelt, aus dem sie anschließend auch austrat. Danach häuften sich übelste Verrisse bei Amazon sprunghaft. Und mit übel meine ich dies: Hätte man mit gleicher Wortwahl nicht das Buch, sondern eine andere Nation diffamiert, wäre der Generalbundesanwalt tätig geworden. Es bedurfte erst zahlreicher E-Mails, um diese Entgleisungen aus Amazon zu entfernen.

Koordination mit anderen Datenbanken

Eine Vielzahl von Online-Buchshops übernehmen die Daten und auch das Rezensionsmaterial von Amazon. Keine Ahnung wie deren geschäftliche Verbindung aussieht. Tatsache ist, dass bei Amazon bereits gelöschte Rezensionen dort noch wochenlang stehen bleiben. Ob jemals eine Aktualisierung der Datenbestände erfolgt, kann ich nicht sagen.

Kundenfreundlichkeit

Also das Wort kennt man bei Amazon nicht – jedenfalls dann nicht, wenn man die Autoren als Kunden betrachtet. E-Mails zu Rezensionen werden in den seltensten Fällen beantwortet. Ob eine Rezension gelöscht wird oder nicht, kann man Tage oder Wochen später den Amazon-Seiten entnehmen, eine Benachrichtigung oder die Angabe von Gründen gibt es nicht. Das Verfahren ist intransparent, das Unternehmen so anonym und gesichtslos wie viele der üblen Rezensenten.

Verschwundene Rezensionen

Frank Neuhaus, der Inhaber der Nürnberger Werbeagentur Ad!Think verfasste vor ein paar Wochen eine Rezension zu meinem Buch "Marketeasing" in seinen Agenturnews. Die er anschließend auch bei Amazon einstellen wollte. Gedacht, getan. Er wunderte sich Tage später, dass nichts geschah. Sie erschien nicht. In einem E-Mail Kontakt stellte sich heraus, dass er einen Link zu seiner Agentur in die Rezension eingebaut hatte – ein Verstoß gegen die Rezensionsrichtlinien. Eine Nachricht darüber erhielt er von Amazon leider nicht. Wer ist da noch motiviert, Rezensionen zu verfassen? Also den Link raus und den Text noch mal eingegeben. Als der wieder nicht erschien, hat Frank Neuhaus es aufgegeben. Hätte ich auch. Und das bringt uns zum nächsten Problem.

Keine Nachricht von Amazon

Wie Amazon mit den Rezensionen umgeht, ob sie aufgrund eines Richtlinienverstoßes oder aufgrund von Datenbankfehlern nicht erscheinen, darüber gibt es keine Auskunft von Amazon. Natürlich wäre es interessant für Rezensenten zu erfahren, warum eine Rezension abgelehnt wurde. Warum sollen sich die Kunden und Autoren die Mühe machen, Inhalte für Amazon zu verfassen und damit deren Shop attraktiver zu machen, wenn sie derart ignoriert werden?

Anmerkung:

Anhand der Entwicklungen bei der amerikanischen Ausgabe amazon.com, siehe mein früheres Posting oder auch die Hinweise zu Produkt-Wikis von Jochen Krisch, ist klar zu erkennen, was Amazon will – nämlich sowohl die Produzenten als auch die Nutzer von Produkten (ich habe jetzt mal nur von Autoren und ihren Büchern geredet) stärker einzubinden. Wenn das klappen soll, muss das gesamte Amazon-Verfahren transparent und fair sein. Und der unnahbare und daher arrogant wirkende Riese muss ja nicht gleich in den Dialog mit seinen Kunden treten. Aber Mails beantworten wäre nicht schlecht.


Was Kunden so aus dem Urlaub mitbringen

Die Betreiber der Website www.fotobuch.de verschenken jeden Monat einen kostenlosen einwöchigen Urlaub. Um den zu gewinnen, muss man keine langen Formulare ausfüllen, an keiner Datenschnüffelei teilnehmen und auch keine dümmlichen Rätselfragen beantworten. Man muss einfach nur los fliegen und danach über den Urlaub berichten - indem man einen Reisebericht verfasst und ein Fotobuch erstellt. Beides geht dann online.

Clever und absolut stimmig für einen Fotobuch-Anbieter, finden Sie nicht?

Es gefällt mir, dass bei Fotobuch.de die Kunden im Mittelpunkt stehen – nicht nur bei dieser Urlausbgeschichte, die sich "Aktion Fotoscout" nennt. (Die Seite ist unter Verwendung zahlreicher Kundenfotos und Kundenmeinungen gestaltet. Und es gibt auch noch andere Fotowettbewerbe.)

Wer ein bisschen nachforscht entdeckt, dass www.fotobuch.de von der in Weiden ansässigen Firma myPixxAG betrieben wird und diese wiederum geht auf die Gründung des Ingenieurs Norbert Weig zurück. Vor gerade mal 10 Jahren machte er sich mit einem kleinen Ingenieurunternehmen in der Oberpfälzer Provinz selbständig. Neben dem digitalen Fotomarkt hat er das Geschäft rund um Internetauktionen als Wachstumsmarkt erkannt. Das zweite von ihm gegründete Unternehmen heisst Speed4Trade GmbH und stellt Multi-Channel Verkaufssoftware für eBay-Powerseller und Handelsunternehmen her.

Respekt, Herr Weig!

My Pixx ist nach eigenen Angaben der führende Fotobuchanbieter Europas und hat heute bereits 100 Angestellte. Das Unternehmen sucht übrigens händeringend nach neuen Mitarbeitern!


Was kostet Kommunikation?

Lassen Sie sich ein konkretes Angebot machen und Sie wissen es. Anhaltspunkte für die Kalkulation und Bewertung von Dienstleistungen in der Kommunikationsbranche vermitteln diverse Bücher und Broschüren. Wussten Sie, dass es 11 solcher Werke gibt?
Die Nürnberger Agentur Ad!Think! hat sie auf dieser Seite zusammengestellt.

Update: Fiona hat die Liste der Preislisten um 12 und 13 ergänzt. Dankesehr!


Marketeasing-Tipp: Benutze die gleichen Medien wie Deine Kunden

Höre auf, Deine Botschaften über Massenmedien zu verbreiten. Benutze die Medien, die Deine Kunden in der Hosentasche, auf dem Schreibtisch oder gerade in der Hand haben. Baue ein Blog, verbreite Deine Videos über YouTube, stelle Bilder in Flickr, lasse Dich öfter mal in Foren sehen. Sprich die Sprache Deiner Kunden.

In diesen Bürger- oder Kundenmedien kommt es überhaupt nicht drauf an, wie groß Du bist. Es ist sogar schädlich, wenn Du Dich aufpumpst. Es kommt darauf an, was Du zu sagen hast und wie Du es sagst.

Komisch, dass es gerade die größten Unternehmen der Welt sind, die das kapiert haben. Nike, Warner Bros., MTV2 und andere entdecken gerade YouTube und verbreiten ihre Filme neben Homevideos von Babys, Urlaubserinnerungen oder privaten Autorennen. Tja. Die Tatsache, dass dort täglich 40 Millionen Videos angesehen werden, konnten wohl die großen Unternehmen nicht ignorieren.

Die Nutzung von YouTube ist eine Marketeasing-Technik. Also das krasse Gegenteil dieser Unterbrecher-Penetration-Wiederholungs-Spots in den Werbeinseln von ARD, RTL, Pro etc.

Und: die Verbreitung via YouTube kostet nichts. Auch nicht, wenn Du Nike, BMW oder Mercedes heißt. Das was heute in den Mediaagenturen noch angesagt ist, sich Reichweite einzukaufen, ist plötzlich nicht mehr nötig. Sogar Viral Marketing wird da ganz einfach: den Nike Spot mit Ronaldinho haben sich schon weit über 3 Million Menschen angesehen.

Weil sie irgendwo davon gehört oder gelesen haben.

So wie Sie jetzt.

Marketers are into YouTube.

Nike Spot "Ronaldinho".


Der neue Blabla-Konfigurator

Manchmal bekommt man Pressemitteilungen bei denen man denkt, wer soll das veröffentlichen? Na wer schon? Ich!

Um dem Absender weiteres Leid zu ersparen, habe ich den vorhandenen Markennamen durch Blabla ersetzt. Das war ziemlich genial von mir! Denn jetzt können Sie einfach Blabla durch Ihren eigenen Firmennamen ersetzen und schon haben Sie eine Pressemitteilung zum selber nutzen.

"Sehr geehrter Herr Rüthlingshöfer,

Lesen Sie im Folgenden eine Pressemitteilung der Tunix Deutschland
GmbH, die heute veröffentlicht wurde. Viel Freude bei der Lektüre
wünscht Ihnen

Barbara Bulls-Hit
Public & Investor Relations

Tunix bringt neue Blabla-Website an den Start
Bad Schwallburg, 18.04.2006

Seit einigen Wochen gibt es die Blabla-Website mit neuem Gesicht,
unkonventionellem Design und dynamischer Architektur. Konzeption
und Umsetzung kommen von Tunix. Die Internetagentur mit Büros
in Bad Schwallburg und London betreut Blabla seit 1999 europaweit
bei allen Web-Aktivitäten.

Die Website vereint Produktinformationen und vertriebsorientierte
Kampagnen, zusätzlich unterstützt durch modellspezifische Microsites.
Große, interaktive Bildflächen dienen als Bühne für einen
emotionalen Markenauftritt und führen den Benutzer intuitiv zu den
verschiedenen Modellen. Durch die hohe Eigendynamik der
eingesetzten Bilder wird die Blabla-Welt erlebbar. Die Auseinander-
setzung mit der Marke Blabla geschieht in dem geschaffenen
Erlebnisraum viel intensiver und führt automatisch zu einer länger
anhaltenden Markenwirkung. "Das zunehmende Bedürfnis nach
einzigartigen Erlebnissen wird für die Präsentation und Kommuni-
kation von Marken immer wichtiger", bestätigt Thomas Schwafel,
Geschäftsführer bei Tunix. "Marken, bei deren Interaktion ein
geringer Erlebnisfaktor erzielt wird, geraten sehr schnell aus dem
Blickfeld potenzieller Kunden und Käufer."

Die neue Struktur orientiert sich an einem optimalen Online-User-
Prozess. Tests im hauseigenen Usability-Lab begleiteten das Projekt
vom Konzept bis zum Launch. Der verbesserte Aufbau bietet dem
User auf seinem Weg durch die Blabla-Welt alle relevanten
Informationen zum richtigen Zeitpunkt und mit direktem Zugriff,
wie z.B. Broschüren, Probefahrten oder Modellvergleiche. Mit dem
neuen Blabla Konfigurator kann man sich sein eigenes Wunsch-
modell individuell zusammenstellen. Ziel ist es, aus Interessenten
potentielle Kunden zu machen und diese gezielt an den Handel
weiterzuleiten.

Der Relaunch der deutschen Seite ist Teil eines gesamteuropäischen
Projektes von Blabla Europe und Tunix."


Regionale Online-Magazine vom businessportal24.com

Vor einiger Zeit stellte ich das Businessportal24.com schon einmal vor, als einen der beiden empfehlenswerten und getesteten Online-Pressedienste, die ihre Nachrichten auch an Google News liefern. Jetzt hat Businessportal24-Gründer Egbert Schindler eine neue Idee aufgelegt, die offenbar erfolgreich gestartet ist.

Nämlich: Lokale Online-Magazine, die die News aus lokaler Sicht bündeln. Dort können Unternehmen jetzt nicht nur Pressetexte, sondern auch Kleinanzeigen und Veranstaltungshinweise kostenlos einstellen. Und für Restaurants und Hotels gibt es eigene, ebenfalls kostenlose Eingabemöglichkeiten.

Hier das Beispiel für die Region Stuttgart. Links zu allen weiteren Städten finden sich dort. Noch besser wäre es, wenn man diese Einträge dann auch noch kommentieren könnte.


Wie Old School Werbung wirkt

Zum Beleg, dass Werbung wirkt, zeigen Werbeleute gerne Beispiele herausragender Werbung wie dieses.

Stopaids

Gut gemacht. kreativ. Aufmerksamkeitsstark.

Ja. Wenn es mit den Augen eines Werbetexters und Grafik Designers betrachtet. Aber von was für einer Wirkung reden die überhaupt? Von dem winzigen Effekt, in der täglichen Überflutung von Botschaften wenigstens bemerkt worden zu sein?  Genau das: in der Old School Werbung ist man mit der Erregung von Aufmerksamkeit zufrieden. Und es scheint so, dass es in einem Kartell der Anspruchslosen auf Auftraggeber- und Auftragnehmerseite um gar nicht viel mehr geht als nur Aufmerksamkeit zu erregen. Wie sonst ist es erklärbar, dass trotz aller Wirkungslosigkeit immer noch Plakate gegen Aids geklebt werden?

Wenn Werbung wirken soll, kann das nur heißen:

Sie muss es schaffen, unser Verhalten zu verändern. Sie muss es schaffen, dass wir unseren Café Latte künftig woanders trinken, das Waschmittel wechseln und uns beim Sex mit neuen Partnern immer Kondome anziehen.

Tja die Old School Werbung hat das nicht geschafft. Aber mal ehrlich: war das nicht ohnehin ein bisschen arg naiv, zu glauben dass ein Bild und ein paar Textzeilen unser Verhalten ändern können?

Quelle, Bild: The cool hunter


Amazon veranstaltet Online-Workshops

Dass bei Fachbuchautoren die eigentlichen Autorenhonorare in 99% aller Fälle der kleinste Teil der Einnahmen ist -  kein großes Geheimnis. Die größeren Einnahmen stammen aus Workshops, Seminaren, Vorträgen, Kundenaufträgen. Und da gehen Autoren und Verlage bislang arbeitsteilig vor. Die Verleger kümmern sich um den Buchvertrieb, den Vertrieb von Seminaren besorgt der Autor alleine oder mit anderen Partnern.

Jetzt sieht es so, als würde Amazon.com in die Veranstaltung und den Vertrieb von Online-Workshops einsteigen.

Am 13. April fand das erste Virtuelle Seminar bei Amazon.com statt. Der Autor Patrick Lencioni  referierte über die Thesen seiner Bücher. Mit welchem Erfolg kann ich noch nicht sehen. Den beiden bisherigen Kommentatoren war der hohe Preis - 199 Dollar für 1,5 Stunden ein Dorn im Auge. Offenbar hat der Autor das gleiche Seminar bei Microsoft ebenfalls angeboten - dort allerdings kostenlos.

Von den Geburtswehen mal abgesehen. Damit eröffnet Amazon seinen Fachbuchautoren eine große Vertriebsplattform. Mit den Amazon-Blogs (die dort unsinnigerweise Plogs heißen), der Möglichkeit ein Autorenporträt einzustellen und seine Leser stets auf dem Laufenden zu halten (Amazon Connect) können Autoren sich auf Amazon.com bereits umfangreich selbst darstellen.

Wird wohl noch dauern, bis das in Deutschland ankommt. Wenn nicht andere schneller sind. Denn ein deutsches Myspace wäre nicht nur für Bands und Sänger geeignet, sondern auch für alle anderen, die im Medienbusiness tätig sind. Deutsches Myspace? Soll nächste Woche kommen.


Leser über Marketeasing, Teil 4

Heute Michael Zerr, vm-people

"Marketeasing statt Penetration...

...Von Marketingstalinisten haben wir auf dem letzten Guerilla-Marketing-Kongress berichtet, vom Kalten Krieg gegen den Kunden, von Fünf-Jahres-Plänen, Zahlenfreaks, Powerpoint-Fetischisten und monokausalem Denken...

...Einer, der neue Wege beschreitet, zum Umdenken anregt und dabei eine Fülle von spannenden Anregungen und inspirierenden Vorschlägen gleich mitliefert ist Bernd Röthlingshöfer. In seinem neuen Buch "Marketeasing" sprüht er nur so von guten Tips und Ideen und wagt zugleich Ausblicke in eine Zukunft, in der - Stichwort Web 2.0 - Kommunikationsmonopolisten alter Prägung einen schweren Stand haben werden. Zur Osterlektüre wärmestens empfohlen!"

Mir gefällt Michael Zerrs Posting. Nicht allein deshalb weil er mich empfiehlt. Sondern vor allem, weil er darin auch das Thema der Marketingsprache reflektiert, die leider die DNA der Old School-Werber geprägt hat.


Die Wahrheit über Sandi Thom!?

Gestern schrieb ich über die Musikerin Sandi Thom, die es mit einer Serie von Webcasts schaffte, erst mehrere Tausend Zuhörer zu gewinnen und dann einen Plattenvertrag mit einem Major Label zu bekommen. Heute weist mich der kanadische Blogger Adrian in seinem Kommentar zu dem Posting auf Ungereimtheiten in der Geschichte hin, wie sie derzeit von Old-School- und Internetmedien erzählt wird.
Möglicherweise - so sein Einwand, den er auch in anderen Blogs und in seinem eigenen vorträgt - ist das eine dieser "vom-Tellerwäscher-zum-Millionär, von-der-Webcam-ins Rampenlicht-Stories", die wir so gerne glauben wollen. Möglicherweise fing der Hype erst an, als die Old-School-Medien das Thema aufgriffen. Möglicherweise steckt eine PR-Firma dahinter.
Was stimmt denn nun? Was bringt uns der Wahrheit näher? Adrian verweist auf die mageren Daten bei Technorati und den schwachen Traffic bei Alexa. Hätte sowas nicht dort einen messbaren Niederschlag finden müssen?
Hätte. Muss aber nicht.
Weder Technorati noch Alexa sind das Maß aller Dinge. Wer deren Daten etwa bezüglich der eigenen Website aufmerksam ansieht, entdeckt nur immer weitere Ungereimtheiten. Als Tool, das die Popularität von Blogs oder Websites zuverlässig anzeigt, taugen beide nicht, auch wenn sie von vielen als "Währung" herangezogen werden.
Es ist ein Problem mit der Wahrheit. Journalisten behaupten ja immer durch gründliche Recherche uns vor Falschmeldungen zu bewahen. Aber gerade Journalisten haben die Sandi Thom-Story doch so bereitwillig erzählt...


No fan, no fun. Oder was Sandi Thom und der Shopblogger gemeinsam haben

Beide bauten ein Fannetzwerk auf, bevor sie ein Geschäft aufbauen konnten. Im Fall des Shopbloggers war es der Online-Shop, der auf Basis seiner Fan-Community entstand.

Die unbekannte britische Musikerin Sandi Thom entschloss sich, in ihrem Apartment Konzerte zu geben und diese live im Internet zu übertragen. Das war mühsam. Denn anfangs hatte sie gerade mal 70 Zuhörer - zuletzt waren es 70.000. Und dann trudelten die Angebote für Plattenverträge bei ihr ein.

Früher war es der Job der Musikbranche das Publikum zu finden. Heute kaufen sie am liebsten Künstler ein, die ihre Audience schon mitbringen. Und die cleveren Sänger und Bands nutzen Webcams und Blogs um ein weltweites Publikum zu erreichen und diese Audience aufzubauen.

Ach ja der Plattenvertrag - brachte ihr eine 1 Million britische Pfund und seine Unterzeichnung wurde live per Webcam übertragen. Das ist es wie Marketeasing funktioniert - da gibt es niemand, der dich mit Werbung nervt. Haue deine Botschaft raus und warte ob sie jemand aufnimmt. Und wenn nicht, verpacke sie neu und anders! Oder anders: No fan, no fun.

Gefunden bei The Cool Hunter


Ihr Video bei YouTube einstellen

Das sehe ich mir Ostern an! Die Akademie glänzt seit kurzem mit hervorragend gemachten Videoanleitungen für wichtige Webanwendungen. Heute haben Sie sich das Thema "YouTube" vorgenommen und erklären Schritt für Schritt, wie das eigene Video dort platziert wird.

Wenn Sie sich bei YouTube noch nicht umgesehen haben, nutzen Sie dazu halt ebenfalls die Feiertage. Vielleicht starten Sie mit diesem musikalischen Highlight aus den deutschen Charts oder dem derzeit besten deutschen Webcamedian Toni Mahoni?


Das Buch, das nie gedruckt wurde

Björn Ognibeni berichtet über ein Fachbuch, das lediglich als PDF per Web vertrieben wird und bereits nach wenigen Wochen 120.000 Dollar Gewinn in die Kassen der Autoren spülte.

Erstaunlich. Denn das Werk "Getting Real", das sich dem Erstellen erfolgreicher Webapplikationen widmet, kann man - nach US-Verhältnissen - wohl kaum als Bestseller bezeichnen. Etwa 10.000 verkaufte Exemplare waren für das stolze Ergebnis ausreichend.

Möglich wird die satte Marge nur durch den Direktvertrieb von der Website der Autoren und die Tatsache, dass der Online-Vertrieb eines E-Books eben so gut wie nichts kostet.


Lebt Ihr Online-Shop?

Oder ist er nur eine Ansammlung toter Katalogdaten? Ein Shop, in dem was läuft, signalisiert Neukunden, dass sie sich vertrauensvoll anderen Käufern anschließen können. Ist ein bisschen so wie auf dem Markt - dort wo bereits Menschen anstehen, werden die Schlangen immer länger. Aber wie vermittelt man auf einer Website das Gefühl von drangvoller Enge, schnellem Warenumschlag und glücklichen Kundengesichtern?

Der Onlineshopberater hat 11 lesenswerte Tipps zusammengestellt, mit denen Sie Ihren Online-Shop lebendig machen können. Gut daran: die meisten Tipps sind mit kleinem Budget problemlos realisierbar.

11 Low-Cost-Tipps für echtes Live-Gefühl im Onlineshop


Wie man Stammkunden besser nicht belohnt

Aran_bonuskarte Wer Aufmerksamkeit von seinen Kunden will, muss sie ihnen zuerst mal selber schenken.

Das Ravensburger Café Aran wollte sich zur Kundenbindung was einfallen lassen und gab dazu ein paar Bonuskarten aus. Da werden dann bei jedem Kauf eines Getränkes kleine Marken in ein Bonuskartenheft geklebt, wie man es von Omas Rabattkartenheftchen kannte.

Vorausgesetzt man bekommt die Marken. Denn die Mitarbeiterinnen - hat  jemand in einem Aran eigentlich schon jemals männliches Personal gesehen? - vergessen es meist, diese kleinen Bonusmärkchen zu verteilen.

Wer Bonusmarken sammelt, muss dann jedes Mal fragen. Das ist doof. Anstatt die Stammkunden zu belohnen, müssen sie eine Leistung einfordern. Oder sie ärgern sich, dass es dem Aran Personal an Aufmerksamkeit mangelt. Oder sie hassen es, als Bittsteller auftreten zu müssen.

Viele Bonussysteme lösen mehr Frust als Freude aus. Was ist falsch an diesem?

  • Das Personal hat das Bonussystem nicht verinnerlicht. Vergesslichkeit wird als mangelnde Aufmerksamkeit vom Kunden registriert.
  • Die Belohnung (alle zehn Getränke ein Gratisgetränk!) ist sowieso falsch gewählt - ein Preisnachlass wird nicht als Geschenk empfunden.
  • Die Tatsache, dass ein Gast seine Belohnung einfordern muss, entwertet diese.

Alles in allem: ein Schuss, der nach hinten losgeht.

Um wie viel sympathischer wäre ein Kaffeehaus, das seine Stammkunden kennen und begrüssen würde. Und ihnen ab und an zu ihrem Cappuccino eine kleine Aufmerksamkeit spendieren könnte: ein Pralinee, ein Eis, ein Minikuchenstückchen, eine neue Schokoladensorte?  Und wie viel cleverer wäre das! Weil man dann persönlich und überraschend agieren würde. Und nebenbei die Kunden mit  kleinen Kostproben an die anderen Produkte des Hauses heranführt.

Mal abgesehen von dieser Bonuskartenaktion: Die Arans sind jeden Besuch wert. Alles ist lecker und frisch, die Atmosphäre gemütlich. Ganz besonders schön ist das Aran in Konstanz geworden.


Marketingtipp aus Südafrika

Da war Graham, der mit seiner alten Ente von der Straße abkam und an einem Zaun landete, den Schaden bei seiner Versicherung einreichte und wenige Tage später mit folgender Karte dieses kleine Spielzeugauto von seiner Versicherungsgesellschaft erhielt:

Bigfoot_car "It's easier to go Bundu Bashing (local term for off-roading) with a 4x4 than a Citroen C2.

Regards, Michelle."

Je größer ein Unternehmen ist, desto schwerer wird es spontan, natürlich, menschlich, persönlich und humorvoll zu reagieren. Obwohl es so einfach ist.

Gelesen bei Rich via Seth Godin


Businessgründung 2.0: Der Shopbloggershop

Dershopbloggershoplogo

Bis vor kurzem sahen Businessgründungen in etwa so aus: Geschäftsidee entwickeln, Businessplan schreiben, Geld auftreiben, Kunden suchen. Ein großer Prozentsatz von Neugründungen scheitert dann an Punkt 4: am Auftreiben von Kunden.

Bei der Businessgründung 2.0. ist das alles ganz anders. Da steht der Punkt 4 am Anfang. Sprich: ohne bereits existierende Beziehungen zu potentiellen Kunden geht es gar nicht erst los. So wie beim aktuellen Beispiel des Shopbloggers. Wer sein Unternehmensgründung so vorbereitet, legt auch ein rasanten Start hin. Lesen Sie mal nach, wie viele Glückwünsche er zum Start seines Onlineshops erhalten hat. Jede Menge konkreter Verbesserungsvorschläge sind darunter. Sowohl was Gestaltung des Shops, Beschreibung der Produkte, Auswahl der Produkte als auch detaillierte Fehlerhinweise angeht.

Business 2.0. , da helfen die Kunden also mit, Dein Geschäft erfolgreich zu machen. Ohne dass es dafür Treuepunkte, Gewinnspiele oder Rabattmarken gibt. Und sogar die Geschäftsidee kommt aus dem Netzwerk:

"Die Planungen zu (m)einem Onlineshop entstanden aus den Kommentaren dieses Blogs heraus. Vorgestellte Artikel wurden plötzlich nachgefragt, viele erkundigten sich, ob ich die Dinge auch verschicken würde. Polnische Süßwaren, Zotter-Schokolade und die englischen Spezialitäten, um nur ein paar davon zu nennen."

Übrigens: von letzten Donnerstag bis gerade eben hat es bereits über 65.000 mal an der Ladentür des Shopbloggershops geklingelt. Ist das nix?

Tipp 1 von mir: Möglicherweise wird der Shopbloggershop noch erfolgreicher, wenn er ein Affiliate-Programm für Blogger auflegt? Tipp 2 von mir: Unbedingt Zotters "Bergkäse Walnuss Trauben" probieren!


Zehn todsichere Tipps, um Dein Hotel zu Grunde zu richten

  1. Du hörst auf, Deine Zimmereinrichtung zu erneuern.
  2. Du hörst auf, die Schmutzflecken an der Wand zu entfernen.
  3. Du lässt Schimmelflecken und Rost im Sanitärbereich gedeihen.
  4. Du erneuerst den defekten Brauseschlauch nicht mehr.
  5. Du saugst nur noch oberflächlich, damit Hundehaare den brüchigen 
    Teppichflor verstärken.
  6. Du deklarierst das Ganze als Standardzimmer und bietest es für 85 
    Euro an.
  7. Du machst jede Menge Werbung, damit möglichst viele Menschen die 
    Punkte 1-6 mitbekommen.
  8. Aus dem gleichen Grund verstärkst Du Deine Vertriebsaktivitäten 
    und arbeitest mit HRS zusammen.
  9. Bei Beanstandungen antwortest Du: "Hätten Sie ein Komfortzimmer für 
    95 Euro gebucht, wäre Ihnen das nicht passiert."
  10. Du hoffst, dass sich irgendwann ein Blogger der Sache annimmt und 
    Du vollends populär wirst.

Ähnlichkeiten mit Nell's Park Hotel in Trier sind wirklich, nicht zufällig.


Kleinvieh macht richtig Mist

Wer hätte das gedacht? Da ist das Branchenmagazin "Der Buchmarkt" vor kurzem mit einer wenig originellen 1:1 Kopie der Million-Dollar-Homepage angetreten. Und siehe da: die Verlage machen mit. Bereits 142.300 Pixel zum Preis von 1,-- Euro haben die Trittbrettfahrer gefüllt. Und das in einer Branche, die bislang eher wenig Zuneigung zu sinnvollem Online-Marketing zeigte. Naja, vielleicht funktioniert es gerade deshalb?

Und das sagen die Macher:

"Verleger GELBER Seiten müssen aber GRÜN vor Neid werden, wenn sie sehen, dass man von hier aus für den Preis von 1 Euro pro Pixel weltweit weltweit gesucht und gefunden werden kann: Billiger und spielerischer war Werbung noch nie"

Wenig später erfahren wir den wahren Grund für die Pixelschwemme:

"Für die BuchMarkt-"Familie" (und nur für die) ist das alles sogar gratis: Pro Abo oder je Inserat in 2006 gibt's 100 Pixel gratis, das reicht, um "erkannt" zu werden; mehr Fläche kann man aber leicht mit Zusatzabos abonnieren oder durch Werbung im Heft erwerben."


Das Wort zum Wochenanfang

" Von Journalisten gefunden zu werden, ist glaubwuerdiger und effizienter als die Welt mit Pressemitteilungen voll zu muellen oder sich Journalisten aufzudraengen. Von bezahlten Inseraten ganz zu schweigen. Stellen Sie auf Ihrer Website aussergewoehnliche Inhalte bereit und markieren Sie sich damit als Experte."

Gerhard Schoolmann, der 2-3 mal pro Woche von Journalisten angerufen wird.