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Wie es einem ergeht, der seinen AOL Account kündigen will

Vincent Ferrari wollte nichts anderes als seinen AOL Account telefonisch kündigen. Aber der AOL Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung hatte erhebliche Mühe diesen Kundenwunsch zu respektieren. Klugerweise hatte er das Gespräch mitgeschnitten und so ist heute dank YouTube alle Welt in der Lage sich bei Kündigungswünschen auf das Gespräch mit AOL vorzubereiten.
Kundenverachtender geht es nicht? In Deutschland schon. Wer den Bericht von Panorama kürzlich gesehen hatte, weiß wie man in Call Centern angeleitet wird mit Kunden umzugehen. Dort geht man strikt nach dem so genannten Scoring – schlechte Kunden werden erst gar nicht bedient.

"A-Kunden kommen direkt zu einem freien Mitarbeiter, B-Kunden in die entsprechende Warteschlange und C-Kunden gar nicht in direkten Kontakt zu einem Mitarbeiter, schildert Stefan Neumann vom Callcenter-Hersteller 'Avaya-Tenovis' den Umgang mit Kunden, die eine Hotline anrufen"

Mehr zur Scoring-Praxis in diesem Bericht
Und mehr zu AOL bei Lucas von Gwinner, der mich darauf hinwies.


Marketeaser der Woche

Und der Titel geht an: Michael Wiley, Head of New Media, General Motors.

"The existing advertising paradigm sucks. It's woefully inefficient. We spend these huge dollars and we run them on television and we give the consumer very little information."

Er nutzt Medien wie Blogs und Foren, um sowohl Fans und Gegner zu identifizieren und mit ihnen einen Dialog zu führen. Interessant, was er über die Zukunft der Anzeigengestaltung denkt, denn die könnten seiner Meinung nach gerne die Fans übernehmen.

"Why not put out a brief and say 'this is the kind of ad we're looking for, for product X'?"

Als Dank dafür und als Inspirationsquelle für den deutschen GM Ableger Opel packe ich gleich heute ein Exemplar von "Marketeasing. Werbung total anders" ein und sende es an Opel Chef Hans H. Demant nach Rüsselsheim.

Wollen auch Sie Marketeaser der Woche werden? Dann mailen Sie mir ihr Marketeasing-Beispiel. Kennen Sie Old School-Werber, die Hinweise auf neue konsumentenfreundlichere Marketingmethoden dringend nötig hätten? Vorschläge mit kurzer Begründung sind willkommen!

Zitate gefunden bei Clickz.


Die größte Werbefläche der Welt

In der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens entsteht derzeit die größte Werbefläche der Welt. 100 Firmen können dort eine Fläche von jeweils 1000 Quadratmetern anmieten - für einen Preis von 27.500 Euro incl. Produktion, Montage und Pflege der notwendigen Riesenfolienflächen.
Mehr über die Aktion, die ins Guiness-Buch der Rekorde soll auf der eigens eingerichteten Website.
Danke für den Hinweis an Jan Erik Meyer, der seit kurzem hier bloggt.


Nicht werben, sondern handeln

Und das meine ich ganz wörtlich und genauso wie Jochen Krisch, der heute sagt: "Nicht in der Werbung, sondern im Verkauf liegt die Zukunft"

Bereits heute gibt es in Deutschland Webmaster oder Webdesigner, die kein Honorar erhalten. Sondern dadurch entlohnt werden, dass sie an den Einnahmen beteiligt sind, die eine von ihnen erstellte Website oder landing page generiert. Das zwingt die Leute ihren Job erfolgsorientiert zu machen. Das verlagert den Verkauf vom Unternehmen auf den Dienstleister. Und es schafft neuen Wettbewerb – wer generiert die besten landing pages?

Aus einem großen Teil der Werber werden dann künftig Verkaufsprofis. Und die anderen? Blättern weiter in ADC Jahrbüchern?
Warum das so kommen wird? Weil Google bereits an einem neuen Adwords-Programm schmiedet - nicht mehr für den Klick wird dann bezahlt, sondern für den tatsächlichen Kauf.

Infos dazu:
Google plant Affiliate-Network
Changing everything (again)


Neues in eigener Sache

Wieder mal war es die letzten Wochen ein bisschen ruhiger hier, aber hinter den Kulissen wurde gearbeitet. Heute kann ich den Grund verkünden: ich habe die Chefredaktion von WerbePraxis aktuell übernommen.

WerbePraxis aktuell ist ein Fachinformationsdienst für Werbe-. und Marketingleiter, der monatlich erscheint und sie über erfolgreiche Werbung informiert, sie mit Tipps und Ideen versorgt, die neuesten Trends beleuchtet, Rechtstipps zu Durchführung von Werbemaßnahmen vorstellt.

Das Ganze ist klar, präzise und praxisnah geschrieben. Ohne Marketingblabla und Theoriegeschwafel – versprochen.

Wenn Sie das mal testen wollen: Hier ist der Link für Ihre Probeheftanforderung. Keine Angst! Auch wenn das Ganze wie eine Abobestellung aussieht und auch eine ist: Sie können sofort wieder aussteigen.

Das Juli-Heft, das in Kürze erscheint ist das erste, das unter meiner Regie entstanden ist. Mehr zu seinem Inhalt später. Vom Blogger zum Journalist? Hätte ich auch nicht gedacht.


Kurzsichtiges Web 2.0 Gerede

Nun fängt alle Welt an, vom Paradigmenwechsel in der Werbung zu reden und zu schreiben. Aber dann meinen die immer nur Web 2.0.

Aus der Einladung zum DMMK (Deutschen Multimedia Kongreß):

"Im Internet findet ein Paradigmenwechsel statt: Während die Menschen bisher Dienste von Anbietern nutzten, werden sie diese in Zukunft mitgestalten."

Soso. Als würde das Verbraucherverhalten außerhalb des Webs noch das alte sein. Wenn schon, dann redet wenigstens von Marketing 2.0.


Frisch gestrichen...

... habe ich die Amazon-Anzeige mit den sogenannten Self Optimizing Links. Bei mir hat das nichts gebracht. Schließlich waren dort meistens nur die Bücher von mir selbst zu sehen, die ich ohnehin im Blog anzeige. Und auf den Hinweis zu "Bernd, das Brot" können Sie sicher verzichten.


Layer Werbung nervt, doch die Postbank weiß Rat

Layer Werbung nervt. Das muss man laut sagen. Vor allem den Unternehmen, die diese Layer Werbung in die Welt setzen. Doch was passiert dann?

Werner Deck, Inhaber der für ihr vorbildliches Marketing schon mehrfach gelobten Firma Malerdeck, hat es ausprobiert. Er schrieb am 21.06.06 an die Postbank.

Werner Deck, verärgert, 06:58

"Sehr geehrte Damen und Herren, Ihre Werbung bei Bild-online empfinde ich mehr als ätzend und eine besondere Zumutung. Die Werbung überdeckt Artikel, die nicht mehr ganz gelesen werden können. Trotz Wegklicken erscheint die Werbung immer wieder. Das ist mehr als ärgerlich. Das empfinde ich als Werbeterror! Ein ganz entscheidender Grund, die Postbank zu meiden. Wenn Sie wollen, dürfen Sie mir gerne antworten. Mit :-) freundlichen Grüßen, Werner Deck"

Postbank, ahnungslos, 11:10

"Guten Tag Herr Deck, ich bedauere Ihre Verärgerung. Den von Ihnen geschilderten Sachverhalt konnte ich nicht nachstellen. Bitte senden Sie mir als Anlage einen Bildschirmausdruck. Vielen Dank. Senden Sie bitte immer den gesamten Mailverkehr mit. Dies erleichtert uns eine zügige Bearbeitung. Mit freundlichen Grüßen Ihr Postbank E-Mail Team"

Werner Deck, nachhelfend, 13:38

"den von mir geschilderten Sachverhalt habe ich heute morgen um ca. 8:30 Uhr erlebt. Bitte haben Sie dafür Verständnis, wenn ich zu meinem Ärger nicht noch unnötig zusätzlich Zeit investiere, in dem ich Ihnen den "Beweis" dieser Belästigung als Bildschirmausdruck schicken soll. Vielleicht fragen Sie mal in Ihrer Werbe- und Marketingabteilung nach. Dort kann man Ihnen bestimmt helfen."

Postbank, clever, 15:07

"Guten Tag Herr Deck, vielen Dank für Ihre E-Mail vom 21.06.06. Wie alle anderen Firmen auch, nutzt die Postbank das Internet zu Werbezwecken. Ist Ihnen die Internetwerbung lästig , empfehlen wir die Instalation eines Werbeblockers. Mit freundlichen Grüßen Ihr Postbank E-Mail Team"

Die Postbank empfiehlt also Werbeblocker gegen die eigene Werbung einzusetzen. Das nenne ich selbstlos.


Geburtsstunde der neuen Werbung

So ist der Artikel von Jörn Ballhaus in der bereits zurückliegenden April-Ausgabe der Absatzwirtschaft überschrieben.

Über weite Strecken liest sich sein Artikel, als hätte Jörn Ballhaus Marketeasing gelesen. Zitat:

Zeitungen und Fernsehsender verlieren Leser und Zuschauer. Die sind ins Internet abgewandert. Das zwingt auch die Werber zum Umdenken, schließlich müssen sie Autos, Brotbackautomaten oder Unterhemden an den Kunden bringen. Mit klassischen Anzeigen oder Spots kann man im Web aber keinen Blumentopf gewinnen. Neue Werbeformen müssen her.

Aber Marketeasing beschreibt die Wirklichkeit dann doch radikaler und realer. Denn mit klassischer Werbung kann man auch außerhalb des Web keinen Blumentopf mehr gewinnen. Immerhin - die Leser der Absatzwirtschaft sind damit besser informiert als die der Financial Times Deutschland. Dort meint man ja, man müsse auf die neue Werbung noch warten.

Danke für den Hinweis an Frank Neuhaus, der den Umbruch im Marketing nicht nur aufmerksam beobachtet, sondern mit seiner Nürnberger Agentur Ad!Think als einer der ersten in Deutschland Marketeasing-Techniken für seine Kunden entwickelt.

Ganzer Artikel als PDF zum Download angeboten auf der Website der Dialog Solutions.


Die Financial Times Deutschland über Marketeasing

Ein schönes Beispiel dafür, wie weit sich sich Leserrezensionen und die Buchrezensionen des sogenannten Qualitätsjournalismus in ihrem Informationsgehalt unterscheiden.
Das was Michael Clauss in der FTD geschrieben hat, liest sich locker-flockig und ist von feinem Spott durchzogen. Aber über den Inhalt des Buches sagt es gar nichts aus. Amazon Rezensionen enthalten da weit mehr Informationen.

Lesen Sie zum Vergleich die Financial Times Deutschland: Warten auf die total andere Werbung
und die Amazon Leserrezensionen zu Marketeasing.

Danke an den Unternehmensberater Jan Erik Meyer, der die Rezension entdeckt hat.


Endlich: Die deutsche Community für Autoren und Leser ist da

Darauf hab ich schon lange gewartet. Eine Website, auf der sich Autoren und Leser begegnen und über Bücher reden können.
Reliwa - keine Ahnung, woher der seltsame Name kommt - bietet seinen Nutzern die Möglichkeit Tipps zu Büchern und Musik auszutauschen. Da werden zwar nicht explizit Autoren aufgefordert mitzumachen, aber ich finde sie sollten es tun. Ich werde in den nächsten Tagen dort jedenfalls mein Profil anlegen und neben meinen eigenen Büchern auch das eine oder andere Lieblingsbuch empfehlen.
Man kann zwar über dies und das meckern und sich noch ein paar Funktionen mehr wünschen, aber das ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass die Plattform live ist, dann kommen die Verbesserungen aufgrund des Nutzerfeedbacks von ganz alleine. Auch Fehler gilt es noch auszumerzen - die Suche nach dem Autor "Titus Müller" brachte jedenfalls Bücher eines gewissen Frank Eller zum Vorschein.
Im Moment sind dort die Fantasy Buchtipps in der Mehrzahl. Aber das muss nicht so bleiben, wenn erstmal die Autoren und Fans anderer Genres mitmachen.
Anmerkung: Der Benutzername darf nur 15 Zeichen lang sein. Das verstehe wer will. Und ist blöd, wenn man Bernd Röthlingshöfer heisst und sich nicht hinter einem Pseudonym verstecken will.


Der Weinuntersetzer

Altes_schloesschen
Komisch: Bieruntersetzer, auch Bierdeckel oder Bierfilzl genannt gibt es laut Bierlexikon bereits seit 1906. Aber Weinuntersetzer begegnen einem so selten, dass es richtig bemerkenswert ist, wenn einem so etwas unter das Weinglas gerät.
Das Pfälzer Weingut Altes Schlößchen aus St. Martin wirbt mit so einem Weinuntersetzer in Form eines Rebblattes - das ist preiswert und fällt auf. Aber es ist auch verbesserungswürdig:
So ist zwar die komplette Adresse auf dem Rebblatt angegeben, aber die Chance, das Sortiment vorzustellen wird vertan
Ein solches Rebblatt lässt sich auch mit einem Gewinnspiel oder Probierangebot verknüpfen
Auf der angegebenen Website werden zwar die Weine des Gutes vorgestellt, kaufen kann man sie aber nicht online. Dazu muss erst umständlich eine Preisliste angefordert werden.
Hmm. So wird der Durst leider nicht gelöscht.

Werbeinformationen, die Sie Ihren Produkten mitgeben sind in der Regel sehr effizient:
- sie treffen auf Interessierte, die das Produkt ohnehin verwenden
- sie sind in der Situation der Produktverwendung relevant und willkommen
- sie haben keine oder nur geringe zusätzliche Streu-/Verteilkosten.

Nutzen Sie die Gelegenheit Ihren Produkten Werbeinformationen über Ihr Unternehmen und sein Angebot mitzugeben. Aber machen Sie es richtig und geben Sie mehr als Ihre Adresse preis!

Weinuntersetzer gefunden im Hotel-Restaurant Wremer Deel in Wremen.


Sind Pressemitteilungen Spam?

Ich finde: Ja. Zumindest der Großteil der Pressemitteilungen, die einem so in die Mailbox kommen, sind unverständliches Kauderwelsch mit geringem Informationsgehalt, gedankenlos verschickt und triefen vor Eigenlob. Und bestellt hat man sie sowieso nicht.
Sie sehen so aus wie mit dem Bla-Bla-Konfigurator geschrieben. Da ist es doch nur verständlich, wenn der Heise Verlag gegen die Zusendung von elektronischen Pressemitteilungen gerichtlich vorgeht. Oder?


In Flickr werben – mit Links

Tony_wheeler

Tony Wheeler, der sich bei Flickr Tony_NBD nennt, hat vorgemacht, wie ein in Flickr eingestelltes Bild dazu dienen kann, ein aussagekräftiges Profil über sich zusammen zu stellen. Sie sehen es oben oder hier bei Flickr.

Das war ganz einfach. Er benutzte dazu die Funktion „Notes“ in Flickr, die es ermöglicht, Textnotizen direkt ins Bild an jeder gewünschten Stelle einzufügen. Eine Funktion, die dazu dient, Bilddetails genauer zu erläutern – etwa indem man bei Aufnahmen von Personen oder Gruppenfotos die Namen hinzufügt. Diese Notizen erscheinen beim Scrollen über das Bild.

Tony Wheeler hat sich zunutze gemacht, dass diese Notizen auch Links enthalten können. So dient ein Foto sozusagen als Miniportal zu den Websites und Aktivitäten von Tony Wheeler.

Anwenden kann man dies in vielen Branchen, um Produkte oder Dienstleistungen zu beschreiben, z.B.:

  • In der Immobilienbranche: Grundrisse erläutern,
  • In Gastronomie & Hotellerie: Beschreibung zu Raumausstattung, Speisen und Getränken, Rezepte,
  • In Kunst & Handwerk: Beschreibung zum Auftrag oder Umsetzung, Erläuterung Details
  • In Mode & Textilien: Beschreibung zu Verarbeitung, Material etc.

Wenn Sie selbst auf diese Weise Flickr-Nutzer auf Ihre Website führen wollen, überlegen Sie auch – wohin führt der Link? Zur Startseite Ihrer Website? Zu Ihrem Webshop? Oder einer eigens dafür geschaffenen Seite Ihres Webauftritts, der so genannten „Landing Page“ – etwa zur passenden Produktseite Ihres Webauftritts?

Frage: Was bringts?

Antwort: Der Einsatz von Flickr birgt die Chance, in einem weltweiten Millionenpublikum genau die zu erreichen, die sich für Produkte und Services aus Ihrem Haus interessieren könnten. Und das kostenlos und mit geringem Zeitaufwand.

Bild: Tony Wheeler

Weitere Beispiele bei Exciting Commerce


Wie man Kunden gewinnt - ohne (Old School-) Werbung

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Bei Seth Godin gibt es ein gutes Beispiel dafür, dass man zur Kundengewinnung ganz auf die Old School Werbung verzichten kann. Old School Werbung? Na Sie wissen schon, das Zeug, das Ihren Briefkasten verstopft, Sie beim Fernsehen nervt oder sich als dämlicher Layer über Internetseiten legt.

Emily Martin ist eine junge Künstlerin, die ihre ersten Arbeiten via Internet auf den Markt bringt. Alles was sie brauchte um ihren ersten Bilder zu verkaufen und 20.000 Dollar einzunehmen war eine Seite in MySpace, ein Blog und einen Etsy-Shop.

Es braucht nicht mal Geld, um einen Shop mit weltweiten Vertriebskanälen zu eröffnen. Es braucht nicht mal außergewöhnliche Ideen. Nur ein Produkt, das ein paar Menschen auf der Welt lieben werden. Starten ist zur Zeit einfach.

Seth Godin via Exciting Commerce