Marketeasing im Newsletter der Osnabrücker Werbeagentur KIWI
Werner Deck kämpft weiter gegen Layer Werbung

Blogosphäre - Artenvielfalt erwünscht

Da wird in den letzten Tagen und Wochen über eine Über- oder Unterbewertung von Unternehmensblogs diskutiert. So dienen Schätzungen über ihre Anzahl und Hochrechnungen über deren Wachstumsraten als Argumente für das "Für und Wieder" eines Engagements in diese Richtung und in vergleichenden Aufstellungen finden wir uns zwischen Vorreitern, Pragmatikern und Irregeleiteten wieder. Die Diskussion ist wünschenswert - der Versuch einer abschließenden Bewertung aber irreführend und irrelevant, denn sie liefert keine verlässlich allgemeingültigen Antworten.

Wir sollten die Bewertung - wenn überhaupt - in 10 Jahren nochmals angehen und die bis dahin stattgefundene Evolution abwarten. Dabei ist eine kritische Begleitung unverzichtbar und wünschenswert - ist sie doch wesentlicher Bestandteil der Entwicklung. Wer will denn jetzt schon diese Entwicklung der wie Pilze aus dem Boden schießenden Blogs, deren Sinn und Zweck und die damit verbundenen Erwartungen pauschal beurteilen können? Das werden Leser, Kommentierer und Verlinker in ihrer entscheidenden Menge schon erledigen.

War es früher möglich, sich hinter einer glattgetexteten und optisch kreativen Fassade einer Homepage zu verstecken, so zwingt ein Unternehmensblog zu ständig frischem und authentischem Reden mit relevantem Inhalt. Ob eine glaubwürdige Wertigkeit und eine vertrauensvolle Einbettung in das Lebensumfeld des Kunden erreicht wurden, zeigen dann die Kommentare und Vernetzungen unmissverständlich. Und auch hier gilt: Qualität vor Quantität! Reichweitenwahn und die Erwartung auf forenänliche Kommentarketten stellen unnötig hohe Hürden auf. Der (Sinn) Erfolg eines Blogs, wird sich für die meisten Unternehmen nicht am Ranking ablesen lassen, sondern wird sich durch die - vielleicht wenigen aber aufgreifbaren und nützlichen - Rückmeldungen erweisen, die dann zum (wirklichen) Dialog führen.

Es gibt gute Gründe, Chancen und Risiken eines Unternehmensblogs im Vorfeld kritisch und mit Bedacht abzuwägen. Der Aufwand und die Dynamik für diese "andere" Form der Kommunikation sind nicht zu unterschätzen und ein Mitmachen um "nur" dabei zu sein, wäre gefährlich. Aber schließlich ist es allemal besser, als weiterhin Zeit und Geld in wirkungslose Werbung zu stecken.

Kommentare

Lucas von Gwinner

Dem würde ich gerne noch etwas hinzufügen. Das richtige Maß zur Beurteilung der Wirksamkeit von Unternehmensblogs sollte sich ebenso des Leitsatzes 'Qualität vor Quantität' bedienen. Letztlich geht es nämlich nicht um hunderte von Rückmeldungen, sondern um das informieren einer hochinvolvierten Zielgruppe. Das können gern auch nur ein-zwei Dutzend Leute sein. Die tragen die Kunde dann schon weiter –nicht sofort, nicht erdrutschartig, aber nach und nach. Wenn man den Atem hat das durchzuhalten wirkt das Unternehmensblog letztlich sehr viel nachhaltiger als andere Kommunikationsmaßnahmen.

Guß, L.

Jan Erik Meyer

Stimmt - genau so ist es! Leider verstellt eben die Euphorie über die außer(-)gewöhnliche Reichweite bestimmter Blogs, den Blick auf das primäre Ziel und den anfänglichen Sinn. So "lohn" es sich auch - oder besonders - über die vermeintlich (noch) "kleinen" zu berichten und diese dadurch zu fördern. Dem wollen wir hier gerne nachkommen und sind für Anregungen und Hinweise immer dankbar. Dank für die Ergänzung!

Lucas von Gwinner

Und da steht das Thema auch schon gleich ganz oben ;-)
http://berndroethlingshoefer.typepad.com/marketeasing/2006/08/wer_braucht_eig.html

Und ein Beispiel hätt ich auch noch, zugegeben ein mir recht naheliegendes. Meine Mutter betreibt eine Agentur und Galerie für hochwertiges Kunsthandwerk und Design in Hamburg. Sie entwickelt im Auftrag von Unternehmen Ausstellungen und Präsentationen, sie verkauft Produkte an ganz normale Kunden in ihrer Hamburger Galerie und sie stattet die Redakteure und Stylisten der Living-Presse (also von Schöner Wohnen über Vogue bis Park Avenue) mit Produkten aus. Und sie bloggt. Erstmal war's nur ein Testballon und der ist es warscheinlich auch noch, aber es hat sich herausgestellt das dieses Blog vor allem von den Stylisten und Redakteuren regelmäßig gelesen wird. Das merkt man übrigens nicht an vielen Kommentaren im Blog (damit scheint es bei dieser Leserschaft keinen selbstverständlichen Umgang zu geben), sondern in Kommentaren die per Email oder Telefonanruf kommen. Auch wenn normale Kunden und andere Auftraggeber (noch) nicht besonders an diesem Blog interessiert sind interessiert, zu ein paar Dutzend Stylisten und Redakteuren kann meine Mutter so in ständigem Kontakt bleiben. Und das ist bei dieser Zielgruppe ohnehin das wichtigste.

Wer neugierig ist, der schaue bitte hier: craft2eu.blog.de

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