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Wie vergraule ich meine Kunden? Oder wann wagt die Telekom den Kopfstand?

In  Workshops wende ich manchmal die so genannte Kopfstandtechnik an. Die eigentliche Frage: „Was kann ich tun um meine Kunden zu binden?“ wird dann auf den Kopf gestellt und ins Gegenteil verkehrt:“ Was kann ich tun, um meine Kunden zu vergraulen?“

Wow! Das führt dann zu einer Fülle von Ideen, wie man es nicht machen sollte. Subversives Denken macht eben Spaß! So sprudeln danach auch die positiven Gedanken wieder besser!

Man kann aber auch die Kopfstandmethode weglassen und sich ein Beispiel an der Telekom nehmen, wenn man wissen will, wie man Kunden los wird. Über 1 Million Festnetzkunden hat die Telekom bereits in diesem Jahr verloren. Ist das nicht Spitze?

"Wer sich mit einem Problem an die Telekom wendet, der taucht in eine kafkaeske Welt ein: Bandansage „Herzliche willkommen bei der Deutschen Telekom! Im Augenblick sind alle unsere Mitarbeiter besetzt, Sie werden verbunden.“ Endlose werbliche Dauerberieselung in der Warteschleife. Endlich eine Stimme. Man trägt sein Problem vor, der Mitarbeiter ist nicht zuständig, er nennt eine andere Service-Nummer. Das Spiel beginnt von vorne. Das dutzende Mal, tagelang.

Keine interne Weiterleitung an jemand, der zuständig ist, keine Betreuung durch einen Ansprechpartner, der einen bis zur Lösung des Problems betreut. Bei jedem neuen Anruf (mit herzlichem Willkommen und Warteschleife) steht man immer wieder am Anfang."

Statt bestehende Kunden zu begeistern, gewinnt die Telekom eben lieber neue. Und zeigt uns daher die nervigste Fratze des Old School Marketing: Dauerberieselung mit unerwünschter Werbung. Tsunami-Marketing kann man das auch nennen: einfach alles überfluten.

Man sollte mal bei der Telekom die Kopfstand-Methode wagen. Dann hiesse die Frage: Wie behalte ich meine Kunden?

Zitate und mehr darüber auf den Nachdenkseiten.


Weblogs von Unternehmen: Es wird kreativer

Viele Diskusssion um Unternehmen und Weblogs vermitteln den Eindruck - bei der Frage „Weblog einrichten - ja oder nein?“, gehe es um eine  Entscheidung fürs Leben. Aber es geht doch auch viel kürzer. Mit einem Eventblog, einem zeitlich beschränkten Weblog, das man für die Dauer eines bestimmten Ereignisses einrichtet um darüber zu berichten.

Die Deutsche Kreditbank hat diese Idee genutzt und sponsert das Eventblog zur Weltumradlung von Stefan Vandenesch. Stefan Vandenesch ist am 16.07 in Brügge mit dem Rad Richtung Berlin aufgebrochen. Seit 31.07 ist er nun auf der offiziellen Tour Berlin-Kapstadt und versucht dann mit dem DKB Cash Konto in über 40 Ländern der Welt Geld abzuheben, was sicher klappen dürfte.

Was mich noch interessieren würde: Wie die lokale Presseberichterstattung an den Tourstationen aussieht.

via Robert Basic


Trackback-Ernte: Ein Blog und eine Erfolgsstory

Habe ich gestern das Blog des Labors Entrepreneurship entdeckt. Ok. Klingt ein bisschen sperrig.

Was steckt dahinter?

"Das "Labor für Entrepreneurship" ist eine Methode, systematisch aus einem Rohstoff (Patent, neue Technologie, neue Idee) ein ausgereiftes und in allen notwendigen, auch betriebswirtschaftlichen Aspekten durchdachtes Business Model zu entwickeln. Hierbei kommen erprobte Verfahren des Idea Development und Idea Refinement zum Einsatz. Erst dann beginnt die praktische Umsetzung. Auch für fortgeschrittene Gründer bieten die Veranstaltungen die Chance, das eigene Geschäftsmodell professionell zu beleuchten und entscheidend zu verbessern."

Wer steckt dahinter?

"Prof. Dr. Günter Faltin
ist Hochschullehrer und Unternehmensgründer. Als Wirtschaftswissenschaftler im Bereich Entrepreneurship beschäftigt er sich mit den Bedingungen erfolgreicher Unternehmensgründungen. Mit der „Teekampagne“ setzte Faltin 1985 seine eigene Geschäftsidee praktisch um und wurde damit in nur kurzer Zeit Marktführer im deutschen Teeversandhandel. In seinem „Labor für Entrepreneurship“ führt er vor, wie man eine Gründungsidee findet, sie systematisch entwickelt und so lange daran feilt, bis sie klare Wettbewerbsvorteile zeigt. 2001 richtete er die „Stiftung Entrepreneurship“ ein.

Rafael Kugel
ist seit 2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich Entrepreneurship. Nach seinem Studium der BWL an der Freien Universität Berlin arbeitete er drei Jahre bei der KPMG DTG in Berlin. Im Juli 2005 gründete er seine eigene Firma rapskernoel.info."

Also ich habe da auch noch eine Geschäftsidee schlummern. Ob das Labor mir da helfen kann? Und bitte liebe Laboranten, macht Eure Entrepreneure mit Marketeasing vertraut und schickt sie nicht in die Wüste der Old School Werber.

Die Erfolgsstory? Das ist die der Teekampagne. Unbedingt nachlesen.


Wanted: Wie man Nachfrage übers Web ermittelt

Demand_it_button Die meisten Unternehmen sind (noch) verdammt schlecht im Zuhören. Da müssen Kunden schon mal laut werden, um ihren Wünschen Nachdruck zu verleihen. Oder Werkzeuge benutzen, mit denn ihre Nachfrage sichtbar gemacht werden kann.

Im Blog der Musikerin Terra Naomi habe ich eine Funktion der Event-Community Eventful entdeckt: Demand it! Damit können Fans Vorschläge für Events in ihrer Heimatstadt machen und Stimmen für den Vorschlag sammeln.
Terra Naomi hat den oben gezeigten Button „Wanted By Popular Demand“ in ihr Blog eingebunden. Schönes Beispiel von Marketing mit den Kunden und Fans.

Terra Naomi gehört allerdings nicht zu den Künstlern, die am stärksten nachgefragt werden: die Liste der „Hottest Demands“ sehen Sie hier.
Hmm das dürfte Konzerveranstaltern die Entscheidung erleichtern, welche Acts wo angeboten werden sollten, oder?

Terra Naomi habe ich durch den Hinweis von Christoph Hörl entdeckt. Vielen Dank! Ein gutes Beispiel dafür, wie Künstler heute ihre Karriere selber pushen mit Websites, Blogs, Myspace und Youtube und der Nutzung innovativer Elemente wie Demand it.


Schnarchnasen im Echtzeitalter

Der Unterschied zwischen Bloggern und "normalen" Websitebetreibern ist einfach der: Blogger sind rasend schnell. Die anderen sind Schnarchnasen. Dank Technorati/Trackbacks oder einfach nur dem häufigen Blick in die Zugriffsstatistik, die Lektüre von Feeds reagieren Blogger nahezu in Echtzeit auf Statements, die sie betreffen oder interessieren.

Von diesem Tempo sind die Unternehmen, die noch im Zeitalter der statischen,  einmal-gebaut-und-dann-monatelang-selber-nicht-mehr-angeguckt-Website noch meilenweit entfernt.

Wie sonst ist es zu erklären dass ein Aufruf: "Marktforscher gesucht" ohne jedes Echo bleibt? Von Biggi Mestmäckers freundlichem Hinweis mal abgesehen.

Möglicherweise haben die Leute nicht die richtigen Tools um das Netz zu beobachten oder sie verbringen zu viel Zeit mit dem Faxgerät und dem dort nötigen Papierwechsel.

Es geht um diesen Beitrag: Wer unterstützt Firmen im B-to-B Bereich bei Messungen ihres Bekanntheitsgrades?


Philipp Retingshof, Update 2: Den gibts und er gibt ein Interview

Ist ja verblüffend. Schreibt doch mal eine E-Mail an Philipp Retingshof. Kann sein, ihr bekommt eine Antwort zurück.
Jedenfalls habe ich ihn gestern zum Interview eingeladen. Und siehe da, er schrieb zurück:

    "Hallo Bernd,

    ein Interview habe ich noch nie gegeben, aber wenn du meinst? Wie stellst du dir das denn vor?

    Liebe Grüße
    Philipp"

Werde mir also ein paar Fragen überlegen müssen. Wer auch was wissen will, kann mir seine Fragen gerne in den Kommentar posten. Ich interessiere mich natürlich mehr für die marketing- bzw. marketeasing-technischen Fragen. Aber vielleicht hilfts dem einen oder anderen beim Rätseln weiter.


Marketeasing: Der Kunde übernimmt Marketing-Funktionen

Heute: Markenentwicklung

Vor zwei Tagen schrieben wir über das Beispiel von Siemens, wo Kunden anderen Kunden in einem Forum weiterhelfen. Eine Anwendung die zeigt, dass man das Know how der Kunden nutzen kann um den Support für sein Produkt sicher zu stellen.

Argaliuv Heute verweist Gerhard Schoolmann auf die Starwood Hotels, die das Spiel Second Life dazu benutzen um auf spielerische Weise dort ein Hotel genannt "aloft" aufzubauen und damit die Ideen und Vorschläge anderer Mitspieler zur Markenentwicklung nutzen wollen.

Das ist spannend, weil es die üblichen Kundenbefragungen durch ein neues spielerisches Tool ersetzt.

Mehr darüber bei Burkhard Schneider, Steve Rubel, im Blog zum Projekt ... und natürlich bei Gerhard Schoolmann.


Philipp Retingshof, Update 1: Ist Don Alphonso im Spiel?

Nachdem gestern in den Kommentaren beim Spreeblick schon das Geheimnis um die vermeintlichen Urheber des Alternate Reality Games Philipp Retingshof/Helena Stavros gelüftet wurde, dachte ich mir zuerst. Das war’s dann. Die Sache ist aus, vorbei und gegessen.

Schade  drum, dass Don Alphonso den Spielern den Spaß genommen hat. Und nicht wenige hatten ja Spaß an der Sache. Werden die jetzt weiterspielen? Oder ist denen der Spaß verdorben? ARG-Spiele leben schließlich von dem kollektiven Einverständnis an einem Spiel teilzunehmen, das vorgibt, keines zu sein.

Zweiter Gedanke: Man kann  sich bei so einem Spiel nie sicher sein, wer in dem Spiel eigentlich mitspielt. So sagte gestern Abend ausgerechnet noch Johnny vom Spreeblick, er hätte auf Don Alphonso getippt. Und auch Don Alphonso hat in sein vermeintlich aufklärerisches Posting einen seltsamen Satz getippt:

"ich bin zwar in gewisser Weise Erbe und Nachfahre, aber kein Teil eines Spiels. Glaube ich."

Find ich zumindest seltsam. Ist Don Alphonso vielleicht gar nicht der Aufklärer und Spielverderber sondern ein Mitspieler, so etwa als "der fiese Gegner" den es in einem Game braucht? Denn eine Gemeinsamkeit haben Don Alphonso und Philipp Retingshof offenkundig. Beide sind Kunstfiguren.


MTV Werbeclips...demnächst in einem Blog Ihres Vertrauens?

Google und MTV wollen kooperieren meldet unter anderem die Netzeitung.

"Google wird künftig MTV-Clips mit integrierter Werbung über sein «Adsense»-Werbenetz vertreiben"
Die Clips sollen dann vor allem auf Blogs gezeigt werden, damit jugendliche Zielgruppen erreicht werden.
«Wir nehmen MTV-Videos, kombinieren sie mit Werbung und zeigen sie auf den Seiten Dritter», sagte Google-Chef Eric Schmidt dem «Wall Street Journal. Das habe noch nie jemand versucht. Wenn das klappen sollte, wäre das ein gutes Geschäft für alle Beteiligten, so Schmidt. Die Werbeeinnahmen werden zwischen Google, MTV und den Betreibern der betreffenden Webseiten geteilt."

Und das soll klappen? Auch wenn das bisherige Pay-per-Click Modell beibehalten wird? Oder geht Google AdSense zum Old School Pay-per-View zurück? Sitzen wir nicht deshalb vor dem PC-Bildschirm, weil es uns vor der Glotze zu doof war?

Zitate Netzeitung


Und dann war da noch...

Header

... die Kaugummifirma, die einem jungen Programmierer eine Weltreise bezahlte, nur damit er dieses Video mit zurückbringt.

"Matt is a 29-year-old deadbeat from Connecticut who used to think that all he ever wanted to do in life was make and play videogames. He achieved this goal pretty early and enjoyed it for a while, but eventually realized there might be other stuff he was missing out on. In February of 2003, he quit his job in Brisbane, Australia and used the money he'd saved to wander around the planet until it ran out. He made this site so he could keep his family and friends updated about where he is.

A few months into his trip, a travel buddy gave Matt the idea of dancing everywhere he went and recording it on his camera. This turned out to be a very good idea. Now Matt is quasi-famous as "That guy who dances on the internet. No, not that guy. The other one. No, not him either. I'll send you the link. It's funny."

The response to the first video brought Matt to the attention of the nice people at Stride long-lasting gum. They asked Matt if he'd be interested in taking another trip around the world to make a new video. Matt asked if they'd be paying for it. They said yes. Matt thought this sounded like another very good idea.

At the start of 2006, Matt left on a 6 month trip through 39 countries on all 7 continents. In that time, he danced a great deal."

Keine Ahnung ob die Story echt ist. Aber ne gute Idee. Denn für den Gegenwert einer TV Spot-Produktion bekommt man locker eine oder mehrere ausgedehnte  Weltreisen mit Taschengeld. (Jetzt sagt bloß nicht die Aufnahmen sind im Studio entstanden.)

Lohnt sich, auch mal die Seite mit Contests bei Stride anzusehen. Denn es gibt wieder was zu gewinnen.

Text und Video auf wherethehellismatt?


Jetzt bei der deutschen Bahn: Lyriklesung vom Zugchef

Reisende im Zug zwischen Basel-Kiel oder München-Stuttgart aufgepasst: wenn Sie Glück haben, fahren sie mit Joachim Hille, dem vermutlich einzigen dichtenden Zugchef Deutschlands.
Zuerst habe ich diesen kurzen Hinweis im Companice Blog gefunden und den Kommentar gelesen:

„Auch ich hatte heute Morgen auf der Fahrt von Frankfurt am Main Hbf nach Essen Hbf im ICE 824 das Vergnügen, diesen sehr freundlichen Zugchef kennen zu lernen. Ich bin auf ihn aufmerksam geworden, als er einer Dame im fast leeren Abteil ca. 5 Gedichte aufsagte.“

Lyriklesung bei der Bahn. Wird da ein neues Liveunterhaltungsprogramm getestet? Ist das Ganze die Werbeaktion eines pfiffigen Kleinverlages oder eine einmalige Guerilla Attacke verkleideter Marketingstudenten?

Nein. Es ist nichts anderes als die Lesung von Joachim Hille - der ist Zugchef, seit 18 Jahren bei der Bahn und hat vor wenigen Wochen bei BoD, also im Selbstverlag, sein Lyrikbändchen "Erde - bist so klein geworden" herausgebracht. 71 Gedichte enthält es - heitere und nachdenkliche – davon 11 Eisenbahnergedichte.

Kaum dass das Bändchen rauskam, dachte er – dafür werben musst du auch. Und so tut er es auf eine Art und Weise, die Bahnreisende begeistert. Ganze Waggons applaudieren, Mitreisende wollen sich mit ihm fotografieren lassen und natürlich sein Buch erwerben. Mancher hat ihm schon 10 Euro zugesteckt, als alle Exemplare ausverkauft waren. Bitte nach Hause senden!

Bis nach Japan und die USA sind seine Lyrikbände schon gekommen – der Mann wirbt nicht nur für die Bahn, sondern offenbar für ein bemerkenswertes Deutschland-Erlebnis. Glücklicherweise haben ihm die Bahnoberen die Aktion erlaubt.

Und natürlich lohnen sich die Lyriklesungen –zwischen 50 und 100 Stück die Woche verkauft er. Nicht schlecht. Wo es doch immer heißt: Lyrik wird nicht gekauft.

Zur Buchbestellung bei Amazon


Kristallkugel: Internet, Blogs und TV-Spots im Jahr 2010

Stratton Sclavos, CEO von Verisign, dem US-Internetriesen der u.a die Top-Level-Domains .com und .net verwaltet, vor kurzem Weblogs.com von Dave Winer kaufte und hierzulande Jamba übernahm, hat im Blog von Forbes ein paar Zahlen rausgelassen:

Global web interactions per day as measured by VeriSign:
• 2000 . . . 1 billion per day
• 2005 . . . 15 billion per day

Number of blogs worldwide in 2005: 22 million
Number of blogs worldwide in 2010: Approaching 1 billion, spurred by Flickr and other new blog uses.

U.S. household use of Tivo and Tivo-like devices in 2005: 3%
Projected U.S. household use of Tivo and Tivo-like devices in 2010: 70%
(also digitalen Videorecordern, die die Ausblendung von TV-Werbung ermöglichen)

Percent of TV ads skipped by users of Tivo and Tivo-like devices: 79%


Kein Scherz: Amazon beantwortet Ihre Fragen

Man könnte es fast für einen Aprilscherz halten.

Amazon.de hat Robert Basic gefragt ob er sie interviewen möchte. Ausgerechnet Amazon! Die auf Anfragen nichtssagende Antworten geben. Oder einfach gar nichts schreiben. Was ist mit dem zugeknöpften Riesen passiert?

Naja. Nutzen wir die Chance. Robert sucht noch nach Fragen, die er Amazon im Interview stellen kann. Das ist ihre Chance, Sie endlich mal loszuwerden. Ich habe auch schon ein paar.

  • Erklären Sie doch bitte mal wie der Amazon Verkaufsrang errechnet wird und wie häufig er aktualisiert wird
  • Sind die Amazon Autoren-Blogs (plogs wie es bei Amazon heisst) bei Amazon.com erfolgreich?
  • Wie viele Autoren nutzen diese Mini-Blogs mittlerweile? Mit welchen Ergebnissen?
  • Können Autoren bei Amazon.de auch bald bloggen?
  • Ist es bei Amazon.de vorgesehen Autoren auch im Vertrieb anderer Produkte zu unterstützen – konkret: e-Books, oder e-Seminare?
  • Ist Ihnen bekannt dass zahlreichere Amazon-Rezensionen keine Statements von Lesern sondern Auftragsarbeiten von Autoren oder Verlegern sind?
  • Was tun Sie dagegen?
  • Sollte es nicht eine Autoren und Lesercommunity geben rund um Bücher? Was MySpace für Musiker und Fans könnte doch Amazon für Autoren und Leser sein?

Mc Kinsey sieht schwarz für TV Werbung

  • Im Jahr 2010 wird traditionelle Fernsehwerbung nur noch ein Drittel so effektiv sein wie 1990.
  • Fernsehwerbung werde zu 23 Prozent weniger angeschaut.
  • Die Aufmerksamkeit gegenüber TV-Werbung sinke um 9 Prozent, da das Multitasking steige.
  • Die Aufnahmefähigkeit einer Botschaft sinke gar um 37 Prozent wegen der massiven Übersättigung.

Mehr zu der Mc Kinsey Studie in der Schweizer Werbewoche. Oder in Advertising Age
Danke für den Hinweis an Aurel


Hall of Shame II

"WM-Sponsor Hyundai: Außer Spesen nichts gewesen". So titelt das presseportal.de und führt dann weiter aus, dass eine Aktuelle Untersuchung des Frankfurter Instituts für Markencontrolling BrandControl aufzeigt: Markenbekanntheit von 24 auf 32 Prozent gesteigert - Kaufbereitschaft stagniert bei 19 Prozent - und (allein) im Juni investierte Hyundai Deutschland 7,5 Mio. Euro brutto an Werbegeldern in klassische Spots für die Marke. Kompliment!


Kunde hilft Kunde Forum

Siemens_ccf Bei dem Versuch das ISDN-Telefon, wie gewünscht, zu konfigurieren, war ich – trotz umfangreicher Bedienungsanleitung – mit meinem Latein bald am Ende. So versuchte ich es mit der Onlinehilfe von Siemens und wurde angenehm überrascht! Zwar fand sich der Weg zur Lösung erst auf den zweiten Blick (Usability?), aber schließlich fand ich den kleinen Link zum speziellen Forum. Hier beraten Kunden die Kunden und es wird rege genutzt.

Ich habe meine Antwort erhalten, aber eine Frage bleibt: warum wird dafür/damit keine Werbung gemacht, und warum liegt dieser Hinweis nicht in jeder Verpackung oder ist (fett) darauf gedruckt?


Das ist kein Spiel

Patrick Möller - Betreiber des Patmo-Blogs bekommt eine seltsame Trauerkarte von einer Frau, die er nicht kennt. Darauf ein Spruch eines gewissen Philipp Retingshof - ebenfalls unbekannt.

Er tut das was heutzutage jeder tun würde, der nach Informationen sucht: er googelt. Über Helena Stavros. Das bringt nix. Aber immerhin findet er etwas über diesen Philipp Retingshof heraus. Der ist Restaurator und betreibt ein Blog.

Nachdem Patrick ja sozusagen die deutsche Vertretung für die Anhänger von Alternate Reality Games darstellt, denke ich mal, da rollt ein rätselhaftes Werbespiel auf uns zu. Aber das seltsame an dieser Art von Spielen ist, das sie stets vorgeben, kein Spiel zu sein. Wer näheres  wissen will, sollte mal das Weblog von Philipp Retingshof im Auge behalten. Und irgendwie scheint auch die Folge 54 von Toni Mahoni Hinweise auf das Rätsel zu enthalten.

Tut mir leid dass ich da nix präzieres dazu schreiben kann. Aber mit fehlt gerade die Zeit zum Bloggen.

Aktuelles dazu bei Technorati.

Update 09.08.06: Das Ganze ist natürlich doch ein Alternate Reality Game. Das zweite seiner Art in Deutschland. Wer mitspielen will, erfährt alles in diesem Wiki.


Das (vermutlich) längste Gewinnspiel der Welt

Wenn das Gewinnspiel, von dem ich gleich berichten werde, im nächsten Jahr endet, hat es exakt 50 Jahre von der Abgabe des Teilnahmescheins bis zur Gewinnausgabe gedauert.
Denn vor 49 Jahren, genauer am 15. Juni 1957 setzen die Stadtväter von Tulsa, Oklahoma eine grandiose und recht preiswerte Idee für ihr Stadtmarketing in die Tat um. Sie vergruben ein Plymouth Belvedere Sport Coupe in einer Zeitkapsel und knüpften daran ein Gewinnspiel.

Wer es 1957 schaffte, die Einwohnerzahl von Tulsa im Jahre 2007 am exaktesten vorauszusagen, der wird Besitzer des Fahrzeugs. Die Antworten auf die Preisfrage stecken übrigens zusammen mit dem Hauptgewinn in der Zeitkapsel.

Spannend dürfte sein, in welchem Zustand sich das Fahrzeug und der Gewinner befindet. Seitdem Daimler den US-Konzern Chrysler übernommen hatte wurde die Marke Plymouth übrigens endgültig begraben.

Mehr dazu auf der Website buriedcar.com


Wie findet man was in Online-Videos und Audios

Nur selten klicke ich auf längere Online Video- oder Audiobeiträge. Ich wüsste zu gerne vorher, was drin ist. Und wie ich an die Stellen springen kann, die mich interessieren.
Dass Video- und Audiofiles nicht wie Websitetexte durchsuchbar sind ist ein großes Manko um ihre Inhalte weiter zu verbreiten.
Aber das könnte sich ändern: Guy Kawasaki verweist uns zu Veotag, einem kostenlosen Service, der es erlaubt Video- und Audiodateien

  • Inhaltsverzeichnisse zu erstellen
  • in Kapitel zu gliedern
  • mit Stichworten und Links zu versehen
  • Textkommentare anzufügen
  • uvm.

Das wichtigste Element in Ihrem Online-Shop?

Das ist die Darstellung der Kundenmeinungen.

9 von 10 Online-Shoppern meinen, dass die Meinung anderer Kunden für ihre Kaufentscheidung "extrem wichtig" oder "sehr wichtig" ist. (Untersuchung der J.C. Williams Group: Transforming the Multichannel Shopper) Die Darstellung der Kundenmeinungen war demnach wichtiger als die Stichwortsuche, Produktvergleiche oder (wen wunderts?) die Möglichkeit, eine Produktabbildung zu zoomen oder rotieren zu lassen.

Was tun? Wenn Sie einen Onlineshop betreiben sollten Sie die Meinungen oder Bewertungen Ihrer Kunden zu Ihrem Unternehmen/Service und den Produkten veröffentlichen. Am besten auf der Startseite. Und bei jedem Produkt, das Sie anbieten.

Siehe dazu auch meinen früheren Beitrag: Kundenzufriedenheit und wie man sie zeigt.


Hall of Shame

225 Millionen US Dollar für Werbung ausgegeben.
Damit die Verkäufe um 17% reduziert.
Und den Chef zur Witzfigur gemacht.

Daimler Chrylser zeigt, wie man heute Werbung nicht macht. Danke für das Beispiel. Da mache ich gleich eine neue Halle für die Jungs auf. Hall of Shame - für alle Unternehmen, die nach einer klassischen Werbemaßnahme einen geringeren Marktanteil haben als vorher.

Mehr dazu in AdAge via Werbeblogger


Wie kommt man auf neue Geschäftsideen?

Aix96
Eine einfache aber wirkungsvolle Methode ist die - man kreuzt zwei vorhandene und etablierte Geschäfte und entwickelt daraus etwas neues.
So erzählte mir kürzlich jemand von einer Kreuzung aus Buchhandlung und Blumenladen. Oder Café und Waschsalon.
Und jetzt gibt es "Bootsbau" und "Urlaub". Geniale Sache. Wer zu Barnim Rödiger in die Uckermark fährt, bekommt dort für den Preis von 6.800 Euro 3 Wochen Urlaub, jede Menge Arbeit und kann ein schnuckeliges Mahagoni-Boot mit nach Hause nehmen. Build-a-boat nennt sich das!

Entdeckt beim Querdenker und Businessideen-Entdecker Burkhard Schneider.


Virale Werbung und Mundpropganda

Für viele ist es das Gleiche. Für mich nicht.
Martin Oetting bringt einen wesentlichen Unterschied ganz treffend auf den Punkt:

"...Das erinnert mich auch nochmal daran, dass es einen wichtigen Unterschied zwischen viraler Werbung und Mundpropaganda gibt: Mundpropaganda ist so durchschlagend, weil prinzipiell finanziell unbeteiligte Leute mit neutraler Haltung ein Produkt oder ein Angebot empfehlen oder von einer Marke schwärmen und daher glaubwürdig sind.
Bei der viralen Werbung wirkt dieser positive Empfehlereffekt ausschließlich auf die Wahrnehmung bezüglich der Werbung: der Weiterleitende empfielt ja nicht das Produkt selbst, sondern nur die Werbung für das Produkt. Wenn sie gut und unterhaltsam ist, kann virale Werbung damit die Aufmerksamkeitssperre unterlaufen, die viele von uns gegenüber klassischer Werbung aufgebaut haben. Positive Mundpropaganda für ein Produkt und damit notwendigerweise absatzfördernd ist sie damit noch lange nicht. Denn es ist ja nicht gesagt, dass der virale Spot dann auch tatsächlich wirkt. Denn wenn man ihn ansieht, funktioniert er eben nur noch genauso gut oder schlecht, wie jeder andere Werbespot auch. Durch die virale Komponenten ist nur die Wahrscheinlichkeit, dass er angesehen wird, vielleicht etwas höher. Ob er Absatz bringt, steht auf einem anderen Zettel."

Weitere interessante Beobachtungen in seinem Artikel.


In zehn Jahren sind Werbekreative ausgestorben

Werden die Kreativen in den Werbeagenturen, vor allem Texter und Designer den Tod der klassischen Werbung überleben?  Das renommierte Magazin Fast Company meint: Nein.

"...advertising "creatives" would be extinct a decade from now, replaced by amateurs churning out their own ads."

Die Fans und Kunden werden die Erstellung von Werbebotschaften übernehmen – nicht nur durch Mundpropaganda, sie werden auch Ideen für die verbleibende klassische Webung liefern oder ganze Spots und Kampagnen gestalten.

Jetzt bereiten sich erste Agenturnetworks darauf vor, dass sie künftig mit den Konsumenten enger zusammenarbeiten müssen.

„WPP Group created a joint venture with LiveWorld, an online marketing agency, to develop social networking opportunities for clients. Interpublic Group, meanwhile, created a partnership with Facebook, a networking site for students. Last week, Denuo created a partnership with ViTrue, an Atlanta-based start-up that bills itself as the "world's first user-created advertising platform."


Zitate aus einem interessanten Artikel im International Herald Tribune.
Tipps von Gerhard Schoolmann, wie Gastrobetriebe ihre Gäste motivieren können Werbung für sie zu machen.
Demnächst mehr dazu in WerbePraxis aktuell.

Na ja und hier im Blog sind die Alternativen zur klassischen Werbung ja ohnehin das Thema.


Kostenlos telefonieren? Peter zahlt!

Kostenlos in die USA telefonieren? Kein Problem. Peter zahlt. Sie telefonieren.
Wer oder was ist PeterZahlt? Das sagen die Macher:

PeterZahlt ist ein neues, komfortables Telefonieportal, über das Sie in viele Länder Europas sowie in die USA und Kanada absolut kostenlos telefonieren können. Und dies ohne Registrierung, Downloads oder irgendwelche Installationen. Finanziert wird dieser Dienst über interessante Informationen, die Ihnen während des Gesprächs auf Ihrem Bildschirm angezeigt werden.
PeterZahlt funktioniert täglich zwischen 6:00 Uhr und 24:00 Uhr und verbindet Sie derzeit aus dem deutschen Festnetz in die Festnetze der folgenden Länder:
o    Deutschland
o    Großbritannien
o    Frankreich
o    Italien
o    Österreich
o    Schweiz
o    Spanien
o    USA (auch Mobilnetze)
o    Kanada (auch Mobilnetze)

Die Sache funktioniert prima. Einfach die eigene Nummer und die des Gesprächspartners in das Online-Formular bei PeterZahlt eingeben – dann klingelt das eigene Telefon – abheben– wenig später klingelts beim Teilnehmer. Die Telefonverbindung ist hergestellt. Den PC braucht man nur zur Nummerneingabe, die Whälverbindung läuft über das Telefonnetz.

Ein Haken? Konnte ich nicht finden.

Wer zahlt wirklich? Die Werbungtreibenden, hofft PeterZahlt. Zu diesem Zweck wird für die Dauer des Telefongespräches Werbung, Nachrichten oder Horoskope auf dem Bildschirm eingeblendet. Offenbar ist geplant, standortbezogene lokale Werbung einzublenden. Wenn das mal klappt (was es heute noch nicht tat), winkt PeterZahlt ein Riesengeschäft. Jede kleine Pizzeria um die Ecke könnte dann mit ihrer Werbung auf meinem Bildschirm erscheinen. Bis jetzt nutzen die Werbung dort aber die großen – wie L-TUR, Travelscout, Marc O` Polo oder Ebay – also reine Online-Geschäfte.

Ob die Rechnung überhaupt aufgeht, ist fraglich. Denn man muss die Werbung ja nicht ansehen. Dagegen hilft ein neues Browserfenster zu öffnen. Oder mit dem schnurlosen Telefon aus dem Zimmer zu gehen.

Gefunden bei Bodenseepeter.


Märkte sind Gespräche – keine Ansprachen.

Zugegeben - schon etwas älter. Aber der Artikel "Nasenbären an die Front" von Wolf Lotter in brand eins 4/2006 ist zeitlos gut und einfach lesenswert!
Hier ein Auszug: "Jeder Marketinganfänger weiß, dass Neukunden die teuersten Kunden sind. Allein deshalb wäre es ziemlich clever, einen einmal gewonnenen Kunden zum Stammkunden zu machen. Und jeder von uns schätzt es, wenn er bei einem Geschäft als Mensch wahrgenommen wird. Es ist angenehm, in seinem Stammlokal mit dem Namen angesprochen zu werden. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man weiß, wo man was einkauft – und vor allem auch: bei wem. Das ist das Wesen des Verkaufs, Beziehungen. Das gilt übrigens auch für die Dienstleistungsgesellschaft. Wer einen Berater sucht, blättert kaum in den Gelben Seiten, sondern fragt jemanden, der einen kennt. Beziehungen sind nicht konfektionierbar. Vertrauen entsteht nicht am Fließband. Kurz und gut: Ein industrieller, automatisierter Verkaufsprozess ist kontraproduktiv. Trotzdem setzen Unternehmen auf ihn. Statt persönlicher Beziehung gibt es dann TV-Spots, Kampagnen und jede Menge unpersönlicher Events."