Previous month:
August 2006
Next month:
Oktober 2006

Große Marken mit kleinem Budget: Erdal

Wer denkt, große Marken müssten zwangsweise über ein großes Budget verfügen, der irrt sich. Der Frosch von Erdal gehört wohl zu den bekanntesten Marrkenzeichen Deutschlands und die Produkte sind aus zig Haushalten nicht wegzudenken.

"Erdal hat bei Schuhcreme in Dosen einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent, bei Schuhcreme-Schwämmen von 80 und bei Schuhcreme in Tuben von knapp 80 Prozent. Unter dem roten Frosch wird heute aber viel mehr angeboten als nur Schuhpflege. Der rote Frosch steht auch für Bodenpflege, und auch dort nimmt Erdal mit einem Marktanteil von 30 Prozent eine führende Position ein."

Wie hat Erdal das geschafft? Jedenfalls nicht mit Werbung. Denn mit Werbung kann man kein Produkt durchsetzen, meint Reinhard Schneider, der derzeitige Erdal-Boss.

"Für teure Werbekampagnen habe das mittelständische Unternehmen kein Geld. Der Werbeetat liege deutlich unter den in der Konsumgüterbranche üblichen 10 Prozent vom Umsatz, sagt Schneider, ohne konkretere Zahlen zu nennen. „Mit Werbung können wir kein Produkt am Markt durchsetzen.“

Mehr dazu in der FAZ, via Burkhard


Wie Bands ihr erstes Album finanzieren

Sie wenden sich von Anfang an an die Leute, die auch später ihren Lebensunterhalt finanzieren werden: Die Fans. Ein englischsprachiges Musikportal, hinter dem eine Firma aus Bocholt steht, hilft dabei. Auf der Website Sellaband stellen sich Newcomer-Bands vor und Fans investieren in die Bands, die sie mögen. Im Detail:

  • Jede Band verkauft 5.000 Anteile à 10 USD.
  • Sobald diese Anteile verkauft und 50.000 USD im Topf sind, wird ein Album produziert.
  • Die Anteilseigner bekommen eine Exclusiv-Edition dieser Produktion
  • Die Anteilseigner werden an den Einnahmen beteiligt, an den Erlösen aus dem CD-Verkauf, Erlösen aus den Downloads bei Sellaband und Erlösen aus Werbeeinnahmen des Musikportals.

Das Portal setzt dabei voll darauf, dass aus Fans Anteilseigner und aus Anteilseignern auch Promoter der Band werden. Und mit 5.000 Promotern kann man eine ganze Menge bewegen!
Nicht auszudenken wenn ich mich damals an den Beatles beteiligt hätte - oder besser meine Eltern.

Gesehen bei Springwise


Buchfan wirbt für Broder

Macht Spaß zu sehen, was sich Fans ausdenken, wenn sie ein Buch mögen. Bodenseepeter hat am neuen Broder: „Hurra wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken“ Gefallen gefunden und in seinem Blog angekündigt, dass er 10 Exemplare davon verschenkt.
Ratzfatz waren die weg. Neben Trackbacks und Blogpostings für Peter Eich, alias Bodenseepeter gibt es witzige Buchbilder, die ihm die Beschenkten zusenden.

Und was macht der Autor Henryk Broder? Der bedankt sich artig und wortreich.


Der weltbeste Autoverkäufer erzählt

Joe Girard hält einen Rekord mit dem Verkauf von 1425 Autos im Jahr 1973. In seinem besten Monat waren es allein 174 Stück. Heute erklärt er Vertriebsmitarbeitern, wie man zu seinen Kunden die richtige Beziehung aufbaut.

"Nur mit Mundpropaganda können Sie gute Geschäfte machen: Wenn Sie diese ins Rollen bringen, wird sie für Sie arbeiten. Wenn nicht, wird sie Sie ruinieren."

Das ganze Interview bei Spiegel Online.


Zwischenbilanz: Wer macht eigentlich Werbung für kleine Budgets?

Seit dem 20. September ist Schluss mit Anmelden für den Firmeneintrag. Was mich wundert: die Eintragungen werden immer weniger. Waren es bei der ersten Auflage noch 120 Unternehmen, die dabei sein wollten, sind es jetzt nur noch 50 - 60.

Obwohl die Downloadzahlen in die Höhe geschossen sind. Das heißt: die Unternehmen laden das Buch herunter. Die Agenturen sehen keinen Sinn in der Eintragung. Und das bei voraussichtlich 150.000 bis 200.000 Downloads des PDF-Dokumentes. Das erkläre mir wer will.

Eines zeichnet sich jetzt schon ab - das E-Book für 2007 wird dann wohl das letzte sein.

Das wichtigste ist mir aber dies: Danke an alle, die sich eingetragen haben! Und an alle, die auf das Projekt gelinkt haben!


Worüber Amazon gerade nachdenkt

Eine Leserin erhielt einen Amazon Fragebogen und sandte ihn an mich weiter. Interessant zu lesen, worüber der Buchriese in Deutschland gerade nachdenkt.

Aus den Fragen:

  • Wie wichtig sind Ihnen exklusive Zusatzinformationen zum Buch (z.B. Autoreninterviews; exklusive Zusatzkapitel; ein Autor stellt in einem kurzen Video sein Buch vor)?
  • Wie wichtig sind Leseproben für Ihre Kaufentscheidung?
  • Hilft es Ihnen bei Ihrer Kaufentscheidung, wenn Sie Bücher online durchblättern können wie in der Buchhandlung, Auszüge lesen und Bücher nach Stichworten durchsuchen können?

Und dann auch noch dies:

  • Wie interessant wäre es für Sie, gegen eine kleine Zusatzgebühr den kompletten Inhalt eines gekauften Buches jederzeit auch online einsehen zu können?

Hurra! Bloggende Gäste!

In USA sind sie offenbar bereits für einige Restaurants der Horror: Gäste die über die Qualität der Speisen bloggen und dafür das Ambiente, die Dekoration oder die Speisefolge im Restaurant fotografieren. Durchs Fotografieren fallen sie natürlich erst auf.

"When somebody pulls out a camera, we know they're a food blogger."

Amüsante Story in San Francisco Chronicle

Na gut, daran wird man sich auch hier gewöhnen müssen. Und es wird natürlich auch Restaurants geben, die das Fotografieren in ihrem Restaurant verbieten wollen.

In der Welt der Bürgermedien sehen natürlich Innenräume oder Menüs längst nicht so inszeniert aus wie uns das Werbeprospekte oder die Kochbücher der TV-Köche weismachen wollen. Da heisst es eben  umdenken. Nein. Besser nachdenken, ob man den Kunden gute Fotomotive bieten kann.

Die Restaurants an der südtürkischen Mittelmeerküste sind da übrigens sehr viel weiter – da fotografieren die Kellner die Gäste, oder stellen sich zusammen mit ihnen aufs Bild. Da wird ein riesiger Schwertfisch auf fotogene Weise auf Eis gelegt und für Grillspieße zerteilt. Und der Koch wetzt dabei sein Riesenmesser. In einem anderen Lokal wies mich der Kellner sogar auf die fotogensten Ecken persönlich hin – und verglich meine Aufnahmen, mit der auf seinem Fotohandy...

Für einen entspannten Umgang, ja sogar eine Aufforderung an die Gäste zu fotografieren plädiert der Gastronom Gerhard Schoolmann und gibt dazu eine Menge Tipps.

Anmerkung 1: Viele Unternehmen verbieten in ihren Geschäftsräumen das Fotografieren. Aldi ist so ein Beispiel. H&M ein anderes. Dabei ist gerade im letzteren Fall das Fotoverbot eher absatzhinderlich – es ist einfach eine gute Sache, das neue Outfit auf einem Foto zu  überprüfen, statt sich nur im Spiegel zu sehen.
Anmerkung 2: Mich erinnert diese Blockadehaltung an die Reaktion vieler Unternehmen zu den Anfangszeiten des Internet. Die wollten damals die Liste ihrer Filialen oder Handelspartner nicht im Netz veröffentlichen, um der Konkurrenz keine Informationen zu geben.


Event der IG Frankfurter Straße nach Marketeasing-Art

Unter dem Titel "Mülheim liest" veranstaltete der Förderverein der Stadtteilbibliothek in Köln Mülheim in Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Frankfurter Straße e.V. ein dreitägiges Lese-Event der bemerkenswerten Art in unterschiedlichen Geschäften der Mühlheimer Einkaufsstraße. Ziel war es, die Einkaufsstraße für Leseratten und Bücherfreunde interessant zu machen. So konnten sich bekannte und unbekannte Autoren an ungewöhnlichen Orten vorstellen und die Geschäfte mit einer Überraschung für ihre Kunden aufwarten.

Das allein, war ja bereits eine gute Idee. Aber der besonders gelungene Einfall: die Bücher, aus denen vorgelesen wird, haben jeweils einen interessanten inhaltlichen Bezug zum Geschäft.

Auszug aus dem Vorlese-Programm:
• Parfümerie Mallach, Frankfurter Str. 14 - Süskind, Das Parfüm
• Sanitätshaus Busch, Frankfurter Str. 32 - Sacks, Der Tag an dem mein Bein fortging
• Jörg´s Weinshop, Frankfurter Str. 56 - Simeon, Maigret und der Weinhändler
Leider hab ich die Vorlesung von "Dessous" von Assouline im Wäschehaus Lindau, Frankfurter Str. 68 verpasst ;-)

Danke an Ursula Meier für den gelungenen Marketeasing-Hinweis.


Angst vor der Unkontrollierbarkeit? Media Markt als abschreckendes Beispiel

In vielen Gesprächen höre ich immer wieder Bedenken und auch Befürchtungen über die Auswirkungen und Entwicklungen eines "unkontrollierbaren" Corporate Blogs. In erster Linie manifestiert sich in den fragenden Gesichtern die Sorge über die kommende (neue) Machtverteilung und eine Kommunikationsschwäche (bis hin zur Dialogunfähigkeit). Hinter den unruhigen Augen - in noch souveränen Gesichtern - sind die Leichen im Keller bereits zu erkennen. Dabei macht das Verstecken nicht nur schon längst keinen Sinn mehr - gesprochen wird darüber sowieso - es verschenkt damit auch ein riesiges Potential, aus einem negativen oder kritischen Einstieg einen postiven und lobenswerten Aufstieg zu schaffen. Die Entscheidung lautet also: Wollen die Unternehmen - da über sie gesprochen wird - mitreden, Einfluss nehmen und zu einem Teil der Meinungsbildung werden, oder wollen sie schweigen und weiter hoffen, dass die Verteilung der Information in ihren Händen bleibt. Aber Vorsicht: Aussitzen funktioniert hiebei nicht - das Netz vergisst nichts. Und "draufhauen" hilft schon mal garnicht - wie aktuell (hier, hier, hier, hier, hier, ...) zu beobachten ist.

Wer sich jetzt (glaubhaft) öffnet, erhält - als Willkommensgruß auf "dieser" Seite der Suchmaschinenergebnisse - eine (Fast-)Amnestie für Vergangenes, oder zumindest einen wohlwollenden Empfang mit reichlich Credit. Dieser ist allerdings auch schnell wieder verspielt.


Erklärbär im Abo

Erkaerbaer Eine gute Möglichkeit als Fachgeschäft Kunden wieder zurückzugewinnen, die irgendwo zum Abholpreis eingekauft haben, stellt das Serviceangebot der Firma Elektro Scheldt GmbH in Forsbach dar. Sie bieten ein "Erklärbär-Abo". Zitat aus dem Flyer: "Ihnen wächst die Technik über den Kopf? Sie finden einige Funktionen zu kompliziert? Sie haben schon lange ein Gerät in der Ecke stehen und möchten es benutzen? Wir erklären Ihnen und allen in Ihrem Haushalt lebenden Personen jedes Ihrer Geräte der Unterhaltungselektronik und Hausgerätetechnik".
Für einen Abo von 99,- Euro im Jahr kann der Kunde so oft er will anrufen und einen Fachmann ins Haus kommen lassen. Ausgenommen sind PCs (aber die kann sowieso niemand erklären ;-). Ein schönes Kundenbindungsintrument und wieder mal eine gute Gelegenheit mit dem Kunden ins Gespräch zu kommen.


Buchmarketing aus dem Urlaub

Autor Titus Müller ist derzeit im Urlaub und macht von dort erfolgreich auf sich und seinen in Kürze erscheinenden Roman „Die Siedler von Vulgata“ aufmerksam.

Nachdem ein Reil des Romans bereits als Perry Rhodan-Heft („Die Siedler von Vulgata“ spielen im Universum von Perry Rhodan, ein Teil davon wurde im Januar als Band 2319 der Serie veröffentlicht) erschienen ist, erhielt er dafür den C.S.Lewis Preis - eine Auszeichnung, die mit dem Gewinn eines fünfwöchigen Urlaubsaufenthalt auf der britischen Insel verbunden ist. Titus Müller hat seine Reise angetreten und bloggt jetzt täglich von der Insel. Dieses Inseltagebuch erscheint gleich auf drei Websites und führt damit Titus Müller jede Menge neue Leser zu:

  • Als Kolumne auf der Website von Perry Rhodan. Die Website von Perry Rhodan hat über eine Million Page Impressions im Monat und mehr als 300.000 Visits.
  • Als tägliche Newsmeldung auf der Website des Brendow-Verlags, der den C.S. Lewis-Preis ausschreibt.
  • Als täglicher Weblogeintrag in seinem Blog. Seitdem er von der Insel berichtet, haben sich die Page Impressions dort nach seinen Angaben vervierfacht.

Die Lösungsbäcker machen Beratung öffentlich

Einen spannenden Ansatz haben Christian Fenner und Knut O.E. Pankrath mit ihrem Projekt „Die Lösungsbäcker“ gefunden. Ihr Motto: "Beratung einfach wie Brötchenkauf". Macht neugierig. Noch spannender ist aber, dass die beiden öffentlich „vorturnen“ was sie ihren Kunden an Lösungen vorschlagen.

„Anstatt Werbung, machen wir lieber öffentliche Beratung.“

So kann sich jeder ein Bild davon machen, wie es um den Ideenreichtum der beiden und die Qualität ihrer Lösungen bestellt ist. Das Angebot bringt Transparenz in eine eher schlecht beleuchtete Ecke des Wirtschaftslebens – galt nicht vornehme Verschwiegenheit bisher als Kennzeichen der Branche?

Was mich besonders freut, ist dass die beiden eine Menge von Marketeasing-Methoden für sich selbst und ihre Kunden - vorwiegend mittlere und kleine Unternehmen - anwenden.

Man sieht mal wieder wie klein die Welt doch ist. Christian Fenner ist auch Projektleiter des Blogs von Prof. Faltin, des Entrepreneurship-Blogs, das ich bereits hier vorstellte.


Wir renovieren, Sie dinieren

Mit diesem Angebot begeistert Malerdeck seine Kunden – vorwiegend ältere und anspruchsvolle Auftraggeber (Eigenaussage: Wir sind ganz auf die Bedürfnisse der reifen Generation (55plus) spezialisiert). Während er die Wohnung verschönert, die Möbel sind dabei meistens ausgeräumt und abgedeckt, schickt er seine Kunden zum Essen und übernimmt die Rechnung.
Malerdeck berücksichtigt die Tatsache, dass eine Renovierung  nervt. Man kann die Räume nicht benutzen in denen gearbeitet wird und die üblichen Tagesabläufe kommen durcheinander.
Wie hoch die Rechnung wird, in welches Restaurant sie gehen, das überlässt Deck seinen Kunden. Solche großzügigen Angebote machen viele Unternehmer nicht aus Angst, sie würden vielleicht ausgenutzt.
Dass dem nicht so ist, beweist diese Antwort einer Kundin, bei der das Unternehmen drei volle Tage renovierte:

„Gerne hab ich Ihr Angebot genutzt auswärts zu essen, während die Wohnung renoviert wird. Anbei der Beleg über die Restaurantkosten in Höhe von 13,70. Diesen Betrag habe ich von Ihrer Rechnung abgezogen.“

Simples Erfolgsrezept: Schenken Sie Ihren Kunden Vertrauen.


Mein erstes Moleskine

Moleskine

Jetzt kann ich gut verstehen, wieso um diese Notizbücher so ein Hype gemacht wird. Das Produkt ist einfach schön, gut verarbeitet und dabei gar nicht überteuert,  Außerdem versteht es der Hersteller Geschichten zu erzählen. Die kleine Bauchbinde – warum werden die im Buchmarketing hierzulande nicht öfter eingesetzt - verrät auf der Vorderseite bereits: „Das legendäre Notizbuch von Hemingway, Picasso und Chatwin.“
Wer jetzt noch mehr wissen will, geht auf die Rückseite: „Die Geschichte von Moleskine findet sich in der Innentasche.“ Und tatsächlich ein winziges mehrfach gefalztes Papierchen verrät uns in mehreren Sprachen die Geschichte des Notizbuches

Moleskine ist ein Produkt, das Geschichten erzählen will und es meisterhaft versteht. Kein Wunder dass so etwas von Mundpropaganda lebt und von zahlreichen Fans die ihrer Leidenschaft für das kleine Notizbuch im Web Ausdruck verleihen. Der Unterschied zwischen einem Notizbuch von Brunnen und einem Moleskine ist ganz einfach die bessere Story, die Moleskine erzählt.

Hier ein paar Fundstellen:
Wikipedia Eintrag

Website des Herstellers Modo und Modo

Blog eines Moleskine-Fans

Flickr–group zum Moleskine

technorati zu Moleskine


Schnell mal einen Berater fragen

Auf der Website Erfolgsproduzenten ist es möglich. Dort sucht man sich einen Berater aus, mit dem man sprechen möchte, kann nachsehen ob der gerade erreichbar ist oder nicht und dann wählt man ihn an. Abgerechnet wird gleich - über die Telefongebühr.

"Keine Anmeldung – keine Registrierung
Sie können sofort und ohne vorherige Anmeldung mit unseren Beratern sprechen. Wählen Sie einfach die 0900-110-7711- und dann die dreistellige Durchwahl Ihres gewünschten Beraters. Die Kosten betragen 1,98 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz, 2,16 Euro pro Minute aus Österreich. Die Abrechnung erfolgt für Sie bequem über die Telefonrechnung."

Kompliment an die Betreiberin Susannah Bahro - gute Idee, der ich ganz viel Erfolg wünsche!


Unerwünschte Werbung

Unerwnschte_werbung_3 Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat eine Umfrage "Unerwünschte Werbung" in einer Presseerklärung bemerkenswerter (aber nicht unerwarteter) Grafiken zusammengefasst. Aus dem Einleitungstext: "Telefon-, Fax- und Email-Werbung bei Privatpersonen ist in Deutschland verboten, wenn keine Einverständniserklärung der Umworbenen vorliegt. Dennoch ist sie alltäglich. Viele Menschen empfinden es als Belästigung oder Unverschämtheit, wenn sie in ihrer Privatsphäre damit konfrontiert werden – so das Ergebnis einer gemeinsamen Umfrage der Verbraucherzentralen Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland von Mai bis Mitte Juli 2006. 3500 Verbraucherinnen und Verbraucher haben daran teilgenommen."

Gefunden im Aktiv gegen Spam Blog. Einem von Rechtsanwalt Carsten R. Hoenig, Fachanwalt für Strafrecht, Kanzlei Hoenig Berlin initiierten "Blawg".


Amazon Advantage: der Angriff auf Libri & Co?

Ist das neu oder habe ich das nur noch nicht bemerkt? Jedenfalls sticht mir da heute auf der Amazon Website unter dem Link zum Partnerprogramm der neue Begriff „Advantage“ entgegen. Was ist Advantage? Einfach mal draufgeklickt:

"Ein einfacher, direkter und kostengünstiger Weg, Ihre Produkte über Amazon.de zu verkaufen. Über Amazon Advantage können alle Anbieter von Medienprodukten, vom Buchverlag, Plattenlabel und Filmanbieter bis zum Autor im Selbstverlag, direkt auf Amazon.de anbieten und verkaufen."

Und das ist das Angebot:

"Amazon nimmt von jedem Artikel, der am Programm teilnimmt, mindestens ein Exemplar auf Lager und fordert entsprechend des Kundenbedarfs weitere Exemplare an. Die im Amazon-Logistikzentrum gelagerten Artikel bleiben bis zur Kundenbestellung Eigentum des Lieferanten. Der Lieferant stellt Amazon monatlich eine Rechnung über alle von Amazon verkauften Artikel."

Damit bietet Amazon Kleinst- und Selbstverlegern eine funktionierende Logistik an. Eine die sie sonst nur über die Listung bei einem der Großhändler, im Buchhandel Barsortimenter genannt wie Libri oder KNV erreichen könnten. Das ist natürlich nicht kostenlos – wie Libri nimmt auch  Amazon für seine Logistikdienstleistung Geld.

Eine Pauschale:

"Für die Teilnahme am Programm erheben wir eine Jahresgebühr in Höhe von EUR 49,90 (inkl. USt). Die Gebühr buchen wir einmal jährlich von Ihrem Konto ab. Für das erste Jahr zahlen Sie die Gebühr nur ab dem Monat, in dem Sie sich anmelden."

Eine prozentuale Gebühr:

Für Lagerhaltung, zielgerichtete Vermarktung und Plattform: 5% vom (empfohlenen) Verkaufspreis.

Und streicht wie jeder Buchhändler seine Marge ein:

Advantage: 50% v. (empfohlenen) Verkaufspreis
Advantage Premium* (über EUR 75.000 Netto-Einkaufsvolumen pro Jahr): 48% v. (empfohlenen) Verkaufspreis
Advantage Professional* (Fachbuch): 40% v. (empfohlenen) Verkaufspreis
Advantage Professional Premium* (über EUR 75.000 Netto-Einkaufsvolumen pro Jahr): 38% v. (empfohlenen) Verkaufspreis

Was bleibt nun für den Autor/Kleinverleger hängen? Amazon rechnet folgendes Beispiel vor:

Beispielrechnung Buch

Verkaufspreis inkl. 7% MwSt: 19,95 EUR
./. MwSt 7%: 1,31 EUR
= netto VK: 18,64 EUR

./. Lagerhaltung, zielgerichtete Vermarktung und Plattform 5% v. netVK: 0,93 EUR
./. Rabatt 50% v. netVK: 9,32 EUR
= netto EK: 8,39 EUR

Amazon zahlt Ihnen 8,39 EUR aus.

Rechnen wir mal die andere Schiene, Vermarktung mit Books on Demand dagegen: Da kommen wir bei einem vergleichbaren  Buch zum VK 19,95 auf eine Nettomarge von 5,05 Euro.

Also bei Amazon macht man ein sattes Plus von 3,34 Euro!

Fazit: Klasse Sache für Autoren, die über das Internet selbst vertreiben wollen! Womöglich auch attraktiv für Verlage, die das Barsortiment aufgrund der Kosten nicht beschicken wollen.