Wer gestaltet das neue Adressbuch? Entwurf 2 von Thorsten Ulmer
Exklusivität schafft Nachfrage

Trimm-Dich-Pfad für Gestaltung

Soeben kam mir diese Meldung in meiner Mailbox unter. Die Hamburger Designagentur Ligalux hat mit einer tollen Aktion Öffentlichkeitsarbeit für sich und die gesamte Werbebranche betrieben.

"Fitness und Wellness boomen in Deutschland. Doch während die meisten dabei an körperliche Ertüchtigung denken, präsentierte die Hamburger Designagentur Ligalux zum „Tag der deutschen Gestaltung“ (TddG) einen Trimm-Dich-Pfad für die Sinne. Ort des Geschehens war eine Hamburger Turnhalle. Und das passierte an den einzelnen Stationen:

  • So war statt dem Bizeps an Station eins beispielsweise das Auge gefordert. Mit einer Farbfilterbrille bewaffnet mussten die Sinnessportler die wichtigsten Botschaften aus einem Wirrwarr farbiger Buchstaben entziffern.
  • Nachdem beim mehr oder minder kunstvollen Bemalen von Trinkflaschen an der zweiten Station Kreativität gefragt war, ging es für die gestalterisch Untrainierten an der
  • dritten Station wieder zum Bewusstseinstraining: Schwarz eingefärbtes Weißbrot, orangene Milch und ebenfalls orange verfärbte Remoulade sorgten für Irritationen zwischen Geschmacks- und Sehsinn.
  • Ebenfalls für Irritationen sorgte die Aufgabe an der vierten Station des Trimm-Dich-Pfads: Während Logos ein wichtigstes Erkennungsmerkmal von Unternehmen, Marken oder Produkten sind, konnte kaum ein Teilnehmer die Markenzeichen von Lufthansa oder Dr. Oetker „aus dem Kopf“ zeichnen. Tröstlich hingegen für die Markenwächter der Unternehmen: Ronald McDonald ist mittlerweile bekannter als Jesus Christus, und für jedes dritte deutsche Kind sind Kühe lila – darüber informierte die Tafel an der vierten Station.
  • Dass das Fernsehen nicht dumm macht, konnten die Besucher bei der nächsten Aufgabe beweisen. Die Herausforderung: Es galt, die Titelmelodien erfolgreicher Fernsehserien zu erkennen.
  • Station sechs des Trimm-Dich-Pfads forderte weniger Denkeinsatz, denn hier durften die trainingswilligen Besucher ein geeignetes Logo für ein Fitnessstudio auswählen. Und auch an der
  • siebten Station musste ausgewählt werden: Auf einem Tisch mit unzähligen Fotos deutscher Gestaltungshighlights sollten die zehn persönlichen Favoriten ausgewählt werden; und man lernte beim Lesen der dazugehörigen Tafel, dass ein wichtiger Meilenstein deutscher Gestaltung – der Gartenzwerg – höchstens 69 Zentimeter hoch sein darf, und auch nur mit Zipfelmütze und Bart wirklich echt ist.
  • Vier weitere Stationen für den Seh-, den Hör- und den Tastsinn bildeten den „Zieleinlauf“ des Trimm-Dich-Pfads, an dessen Ende die erschöpften Besucher das Zertifikat „Ehrengestalter“ verliehen bekamen.

Klasse Sache zu der dann aber leider nur 300 Besucher kamen. Kleine Kritik am Rande: Warum finden sich von dieser tollen Aktion keine Fotos im Netz?

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