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Aurel Gergey sammelt Sprachspielereien

Der Schweizer Werbetexter Aurel Gergey beherbergt auf seiner Website das vermutlich einzige Sprachspielwörterbuch der Welt. Mehr als 400 Einträge umfasst es jetzt und nach und nach kommen weitere Vorschläge, handverlesene aus Lesereinsendungen hinzu.

Wer also schon immer mal wissen wollte, wofür manche Begriffe eigentlich stehen, der wird so aufgeklärt:

Abführmittel = Handschellen
Abteil = Geschlechtsumwandlung
Bibel = Chinesisches Nagetier
Diploma = Ausgezeichnete Grossmutter
Dogma = Hundemutter
Filzstift = Lehrling beim Zoll.

Ausserdem erfährt man, dass Politik nur ein anderes Wort für eine mehrfache Verhaltensstörung ist. Als ob ich das nicht geahnt hätte!

Zum Wörterbuch von Aurel Gergey


Webcam Interview ganz einfach

Nachdem Webcams in zig Computer und Notebooks bereits eingebaut sind und andererseits auch externe Cams nicht die Welt kosten, sollte es kein Problem sein, sich die Hardware zu besorgen, ein Interview via Webcam durchzuführen, mitzuschneiden und online zu stellen.

Rüdiger Post experimentiert da bei Akademie ein bisschen damit herum. Was mir gefällt: dass Interviewer und Interviewter gleichzeitig im Bild zu sehen sind. Aber wie geht das? Irgendwo da draussen muss es eine simple Software geben, die einem erlaubt, diese Online-Webcam Interviews mitzuschneiden und so aufzubereiten, oder? (Rüdiger, verrate uns einfach, wie du es gemacht hast!)

Lohnt sich, das Video anzusehen. Zumal es um das wichtige Thema geht: Markenrecht und Markenrechtsverletzungen bei Adwords und Metatags


Mundpropaganda entscheidet auch über die Auswahl von Urlaubsreisen

Das Magazin Ecin berichtet über eine Marktforschungsstudie von BIGresearch über die Einflußfaktoren bei der Buchung von Urlaubsreisen:

  • 41 Prozent der Befragten verließen sich bei ihren Kaufentscheidungen auf die Ratschläge von Freunden oder Bekannte.
  • Aber auch von völlig Unbekannten ging ein großer Einfluss aus: Ein Drittel der Befragten gab an, sich durch unabhängige Online-Produktbesprechungen zu informieren.
  • Nur ein Viertel (27, 7 bzw. 27,0 Prozent) ließen sich von Werbung in Zeitungen oder im Internet beeindrucken.

Blog Rätselspiel von TeNo

Seit kurzem bloggt der Pforzheimer Schmuckhersteller TeNo - neben der Beratung von Biggi Mestmäcker hat ihn auch - wie Chef Jürgen Heinz sagt - die Lektüre von Marketeasing inspiriert.

Um sich in der Bloggerwelt einzuführen, haben sich die TeNo Blogger eine tolle Idee ausgedacht. Eine Art Blogger-Adventskalender - ein Versteckspiel, für das sie noch 24 Mitspieler suchen.

"Wir von TeNo möchten gerne ein Blog-Adventskalender-Gewinnspiel veranstalten. Dazu brauchen wir die Mithilfe von 24 anderen Weblogs und wir würden uns freuen, wenn Sie mit Ihrem Blog mitmachen. Was wir uns ausgedacht haben:
Vom 1. bis zum 24. Dezember posten wir jeden Tag hier im TeNo-Blog einen “verschlüsselten” Hinweis auf das Weblog, in dem an diesem Tag die Gewinnchance versteckt ist. Das teilnehmende Blog postet an diesem Tag einen kurzen Beitrag mit Bild oder Link zum Preis (ein Stück aus unserer Kollektion). Das ist schon alles. Was und wieviel Sie schreiben, oder ob Sie nur Bild/Link ohne Text posten, bleibt dabei völlig Ihnen überlassen.
Unsere Besucher müssen nun herausfinden - durch Wissen, Kombinieren und Googeln, welches Weblog sie aufsuchen müssen. Wer Ihr Blog und damit unseren Tagespreis findet und als erster im jeweiligen “Hinweis-Beitrag” im TeNo-Blog in den Comments die Fundstelle mit Permalink angibt, wo sich der “Tagesbeitrag des Adventskalenders” befindet, gewinnt den Preis."

Gefällt mir. Endlich mal was Spielerisches, ohne das Web. 2.0-Gelaber und dieses "Wir machen jetzt was Virales", bei dem doch nur Filmchen oder der x-te "Werde-Produkttester-und-wir-schiessen-dich-auf-den-Mond-Wettbewerb" dabei herauskommt".

TeNo: Wir suchen Blog-Partner für Adventskalender-Gewinnspiel


Etwas Neues von der Bahn

Die Bahn hat entdeckt, wie man mithilfe des Marketing systematisch Kunden verärgern kann.

Da gibt es jetzt die neuen Herbstangebote. Zum Beispiel das Herbst-Spezial: Bahnfahren in ganz Deutschland ab 29,-- Euro.
Allerdings mit einem Zusatz. Wer an den Bahnschalter geht und dort das Ticket kaufen will, muss 10,-- Euro für die Beratung extra zahlen. 30% mehr!

Aber zu Ende gedacht hat die Bahn das nicht.

Denn man kann sich stundenlang beraten lassen und dann vom Internet aus zuhause buchen. Nur um die 10,-- Euro zu sparen.
Wenn man das nicht kann, weil man z.B. keinen Internetzugang hat und sich damit nicht auskennt, kann man sich am Schalter wenigstens ärgern, dass man mehr bezahlen muss. (Die Kunden, die eure treuesten sind, die älteren Fahrgäste wird das am ärgsten treffen.)

Wenn ihr also Kunde die Euer Verkaufspersonal persönlich aufsuchen mit einem Zuschlag von 10 Euro bestraft, kann das eigentlich nur heissen - ihr wollt am liebsten niemand mehr an Eurem Schalter sehen.

Von der großartigen Chance, einen Kunden im persönlichen Gespräch zu begeistern, habt ihr Bahn-Ober-Strategen auch noch nix gehört, oder?


Kultmarke Puma - im Kundendialog ganz schwach

Eben rief mich das Puma Outlet-Center in Herzogenaurach an:

Freundliche Puma-Anruferin: "Ihre Schuhe sind vom Schuhmacher zurück. Die waren doch kaputt. Sieht aus als seien sie wieder in Ordnung".

Ich: „Ich habe die Schuhe nicht zum Schuhmacher geschickt. Ich habe sie an die Puma Qualitätssicherung geschickt, weil ich sie reklamiert habe.“

Freundliche Puma-Anruferin: „Davon weiß ich nichts. Ich frage mal meine Kollegin und rufe sie dann wieder an.“

Nun der Hintergrund zu dieser Geschichte. Besagte Schuhe habe ich vor 3 Monaten im Puma Outlet gekauft. Nach zweimal Tragen haben sich die Laschen, durch die die Schnürsenkel gezogen werden, vom Schuh gelöst. Und deshalb gingen die Dinger von hier aus auf geradem Weg in die Qualitätssicherung zurück. Die werden doch sicher wissen wollen, was mit ihren Produkten falsch läuft, dachte ich.

Aber von Puma gab es außer diesem Anruf heute keine Reaktion. Was ich erwartet hätte:

  • Eine Eingangsbestätigung.
  • Eine Entschuldigung für den Fabrikationsfehler und ein Ausdruck des Bedauern, dass ich die neuen Schuhe wochenlang nicht benutzen konnte.
  • Eine Erstattung meiner Portokosten.
  • Ein hübsch verpacktes Päckchen mit meinen reparierten Schuhen drin.

Das wäre das Mindeste.


Markteintritt à la DaWanda

Zwei verschiedene Markteintrittskonzepte kann man diese Woche live beobachten. Einmal den Markteintritt der ShoppingSite DaWanda, die Designobjekte, Schmuck und Kunstgewerbliches anbietet. Zum anderen den von DoorOne.de einem Preisvergleichsportal, hinter dem eBay steckt.

Bei DoorOne.de hat Martin Oetting Seltsames beobachtet, nämlich Klassische Werbung. Überall in Berlin sollen Plakate auf das neue Internet-Shopping-Portal aufmerksam machen. Bloß: Wer weiss abends noch was er da am Morgen beim Blick aus dem S-Bahn-Fenster gesehen hat. Wer schreibt sich eine Internetadresse von einem Plakat  ab und tippt diese dann Stunde später voller Neugier in den Computer? Solche Dinge passieren viel zu selten, als dass man sein Geld für ein Internetangebot ins ein klassisches Medium stecken sollte. Durch den Medienbruch genannten, erzwungenen Wechsel von einem ins andere Medium gehen dann nochmals weitere potentielle Interessenten verloren.
Auch der Name DoorOne ist nicht gerade dazu geeignet zu wissen, was dahinter steckt - noch dazu reiten die Marketingverantwortlichen von DoorOne auf einer längst abgeflachten Welle – nämlich der Marotte alles in Anglizismen zu verpacken, der die erfolglose Telekom seit Jahren anhängt. Immerhin kann Lieschen Müller das Ganze auch als „Dorohne“ bezeichnen.

Nun ja auch DaWanda weckt noch keine konkreten Vorstellungen. Aber der Name macht neugierig und scheint mir ganz gut merkfähig zu sein. Genauso neugierig macht die Markteinführungsstrategie von DaWanda - ganz wie damals bei der Einführung von Google G-Mail bekommen mehr und mehr ausgewählte Nutzer die Möglichkeit in der Betaphase schon mal einen Blick auf den neuen Shop zu werfen. Und wer eingeladen ist darf auch 12 Freunde dazu einladen. Was nichts anderes heisst als das interessierte Nutzer die Verbreitung der Werbebotschaft „DaWanda ist da“ übernehmen sollen.

Auch für das Werben in der realen Welt setzt DaWanda offenbar auf Mundpropaganda und Netzwerkeffekte. Sieben Botschafter sollen laut DaWanda Blog derzeit durch die Lande ziehen und im Rahmen einer „Kuschel-Rallye" auf die Vorzüge von DaWanda aufmerksam machen. Natürlich habe ich in die Website mal reingespickt. Wenn das alles so nach der Beta-Phase so gut gemacht wird, wie es verpackt ist, dürfte dem Unternehmen ein toller Start gelingen.


Marketeasing im Werbeblogger Podcast

Man plaudert und plaudert...

...und plötzlich ist eine gute Stunde vorbei. So ähnlich ging es gestern beim Werbeblogger Podcast zu – bei dem ich mich mit Patrick Breitenbach und Tim Keil über Marketeasing unterhalten durfte.

Hmm. Wir waren uns erstaunlich einig, was die Anforderungen an die Werbung derzeit angeht. Bloß beim Blick in die Zukunft gab es Differenzen ;-)

Vielen Dank für die Einladung!!!

Mehr über Marketeasing.

Marketeasing: Ein Probekapitel zum Download (PDF 789 kb)


Vanessa Kaiser gestaltet „Wer macht eigentlich... Werbung für kleine Budgets?“

Das Voting der Leser war ziemlich eindeutig. 5:2 für den Entwurf von Vanessa Kaiser. Die beiden Vorschläge waren höchst unterschiedlich. Während Vanessa Kaiser mit dekorativen Elementen und einem warmen, nicht aggressiven Rot ins Rennen ging, startete Thorsten Ulmer mit leuchtenden Farben und einer klaren Bildsymbolik (Flipchart) in den Wettbewerb.

Mir wäre es sicher schwer gefallen mich zu entscheiden. Aber das musste ich ja auch nicht.
Jetzt muss ich mich vielmehr an die Fertigstellung der Texte machen, damit das E-Book in Kürze erscheint.

Vielen Dank an Euch beide! Und an die Leser, die gevotet haben.


Marketeasing und die Intention Economy

Für Doc Searls - einen der Verfasser des Cluetrain Manifest ist die Werbung in der bisherigen Form tot. Eine Meinung, der ich mich leicht anschliessen kann.

Doch was kommt danach? Marketeasing, sage ich - ein Marketing, das so anziehend ist, dass der Konsument es in seinem Leben haben will.

Eine komplette Umorganisation des Marktes, meint Doc Searls. Nicht die Aufmerksamkeit (Attention) des Konsumenten soll gewonnen werden, sondern die Anbieter werden versuchen, die Konsumabsichten (Intention) des Verbrauchers zu erfüllen. Anstatt ihn mit Botschaften zu bombardieren, von denen die meisten ins Leere gehen, wird der Konsument seine Nachfrage äußern und die Firmen werden versuchen sie zu erfüllen.

"The Intention Economy grows around buyers, not sellers. It leverages the simple fact that buyers are the first source of money, and that they come ready-made. You don't need advertising to make them.

The Intention Economy is about buyers finding sellers, not sellers finding (or "capturing") buyers.

The Intention Economy is built around more than transactions. Conversations matter. So do relationships. So do reputation, authority and respect. Those virtues, however, are earned by sellers (as well as buyers) and not just "branded" by sellers on the minds of buyers like the symbols of ranchers burned on the hides of cattle."

Doc Searls zur Intention Economy


Fördern Sie die Gemeinschaft, bilden Sie eine Community

Old School-Werber kannten den Kundenclub, ein zentral gesteuertes System, das die Mitglieder meistens zu passiven Leistungsempfängern des Unternehmens machte.
Der Marketeaser fördert die Gemeinschaft der Menschen, die seine Produkte und Dienstleistungen nutzen. Er hilft Menschen in Kontakt zu bringen. Community-Building heißt das auf gut neudeutsch.

Dabei nutzt der Marketeaser das vorhandene Bedürfnis nach sozialen Aktivitäten. Den Wunsch auf Gleichgesinnte zu treffen, Gesprächspartner für Fragen zu haben. Die echten Communities weisen ein hohes Maß an Selbstorganisation auf. Nicht das Unternehmen steht im Mittelpunkt, sondern die Nutzer.

Dass Communities das Geschäft beflügeln, hat eine Untersuchung bei eBay ergeben. Community-Mitglieder machen mehr Umsatz.

Interessant: Höhere Umsätze kamen nicht nur von den aktiven Community-Mitgliedern (Community-Enthusiasten), die Postings erstellten oder sich an Diskussionen beteiligten, sondern auch von den Passiven (genannt "Lurker"), die einfach nur mitlasen.

„Lurker und Community-Enthusiasten boten doppelt so oft in Auktionen mit, gewannen bis zu 25 Prozent mehr Auktionen, zahlten Preise, die bis zu 24 Prozent höher waren und gaben insgesamt bis zu 54 Prozent mehr Geld aus wie die Mitglieder einer Kontrollgruppe, die ohne Community-Anschluß agierte.
Die gestiegene Zahl von Käufen und Verkäufen durch Enthusiasten und Lurker erhöhte den Umsatz dieser Gruppe zwischen Mai 2005 und April 2006 um etwa 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.“

Quelle: Manager Magazin


Mc Donald's helfende Hände

Hands Um ein Haar hätte ich diese Aktion verpasst. Denn wie Millionen andere gehe ich ja eigentlich nicht zu Mc Donald's. Bis zum 15.11. läuft dort noch die Aktion "Helfende Hände" mit der die Mc Donald's Kinderhilfe derzeit unter den Gästen Spenden sammelt. Wer spenden will, kauft eine kleine gelbe Hand für einen Euro, schreibt seinen Namen drauf und klebt sie an die Glasscheibe.

Ein eindrucksvolles Bild gibt das - und wer die Aktion noch nicht kennt wird allein durch die vollgeklebten Glasscheiben darauf aufmerksam.

Abgeguckt ist diese Idee von amerikanischen Colleges, wo bei ähnlichen Spendensammelaktionen z.B. kleine Herzen gekauft und an die Scheiben geklebt werden.

Eine Aktion die zeigt, mit welchen einfachen Mitteln man Engagement sichtbar machen kann und beinah selbstredend dafür wirbt.

Bild: Mc Donald's


Bauen Sie Ihre eigene Suchmaschine

Mithilfe von Windows Live Suche können Sie sich eine eigene Suchmaschine bauen, die das Web nach Ihren Vorstellungen und Interessensgebieten durchsucht. Dazu können Sie die Websuche auf ganz bestimmte Seiten beschränken und diese Auswahl selbst vornehmen. Eine tolle Sache für fach- und themenspezifische Blogs. Aber auch für viel Websitebetreiber ein nützliches Servicetool, das sie ihren Besuchern zur Verfügung stellen können.

Der Ideentower hat es vorgemacht und eine Ideen-Blogs-Suchmaschine erstellt, die Sie jetzt nutzen können um auf die Suche nach Marketingideen zu gehen.

Herzlichen Dank! Mein Blog ist in dieser Suchmaschine ebenfalls enthalten! Und diese Blogs, die ohnehin auf meiner Leseliste stehen:

best-practice-business-blog
ANDERS|denken-blog
Querdenkerin Elita Wiegand-blog
ausgefallene Geschenkideen-blog.


1. Business-Blog-Karneval: Das war's

Soeben kommt Elkes Bilanz des 1. Business-Blog-Karnevals in meine Mailbox. Ein schönes Beispiel wie Blogger konstruktiv zusammenarbeiten. Hängt aber auch davon ab, ob es eine gute "Idee" und "Verpackung" gibt. Und das stimmte wohl in diesem Falle. Elke schreibt:

"Wir haben sage und schreibe 131 inhaltlich relevante Beiträge von 53 ExpertInnen zusammenbekommen. Unglaublich."

Danke für diese gute Idee und herzlichen Glückwunsch zu diesem Erfolg!


Fans und Feinde formulieren die Werbebotschaften selbst

Die Chance für Fans und Feinde Ihres Unternehmens auch auf die Werbebotschaften Einfluss zu nehmen oder gar die Werbung selbst in die Hand zu nehmen, werden sich diese nicht entgehen lassen. Kreative unter Ihren Kunden werden die klassischen Werbeformen imitieren und Spots für Sie produzieren.

Wird Ihnen jetzt ungemütlich? Weil Sie die Inhalte dieser Spots nicht kontrollieren können?

Entspannen Sie sich. Das Schlimmste kommt erst noch: In einer Welt, in der jeder Botschaften publizieren, imitieren und verändern kann, wird es bald unmöglich sein, die wahren Urheber von Werbemaßnahmen zu entdecken.

Ein selbst gedrehter Apple Spot. Sieht doch echt aus, oder?

Gefunden bei Tim Keil.


Marketeasing TV: Im Labor für Entrepreneurship

                 
          
Video-Interview mit Prof. Faltin                

Meine Einladung neulich ins Labor für Entrepreneurship von Prof. Faltin, habe ich genutzt um mein erstes Videointerview zu drehen. Ich saß hinter der Kamera, Prof. Faltin davor. Und zwischen uns eine Teekanne.

Obwohl ich das eine oder andere bereits geschnitten habe -  vor allem die Passagen als irgendwelche Laboranten durchs Bild tappten und die Knarzgeräusche des Altberliner Dielenbodens alles übertönten  - es ist noch ziemlich lang.

Dafür sagt Prof. Faltin Dinge, die einem Lust aufs Gründen machen. Dass Gründer nach dem Spaß-Prinzip agieren sollten. Dass ein gutes Businessmodell keine Risiken beinhaltet. Dass sich Unternehmer nicht tot arbeiten sollen. Oder dass sie am besten gar nicht im Unternehmen arbeiten sollen.


Wie man es schafft bei YouTube gesehen zu werden

Variante 1: Man spielt mit seinem Produkt auf eine Art und Weise wie es im TV schon lange nicht mehr erlaubt ist. Von dem amerikanischen Mixerhersteller Blendtec. Prädikat: Simpel, klar, genial.

Variante 2: Man verliert seine Digicam. Von dem StudiVZ Gründer Ehssan Dariani.

"Ich habe meine Digi-Cam verloren. Einige lustige Videos und Bilder sind vorerst weg. Aber vielleicht taucht es wieder irgendwo auf." (Tagebucheintrag im StudiVZBlog vom 1.9.06)

Bei Turi ist "es" wieder aufgetaucht. Prädikat: Bemüht, durchschaubar, doof.


Sieh an, es klappt: Kundengewinnung ohne Kaltakquise

Beitrag 1 zum Blogkarneval

Blog_karneval

Kaltakquise ist teuer, zeitaufwendig und nervt. Und führt einen oft an die falschen Kunden.

Besser ist das: Lassen Sie Ihre besten Kunden neue Kunden für Sie werben.

Unternehmer, die ihre besten Kunden, nämlich Stammkunden und Fans, besser integrieren als andere, brauchen sich um die Neukundengewinnung nicht zu sorgen. Den Prozess der Ansprache neuer Kunden, das Fördern einer engeren Beziehung zu Ihrem Unternehmen, übernehmen Stammkunden und Fans gerne für Sie. Stammkunden und Fans sind mehr als „Werbeträger“, sie sind hervorragende Verkäufer. (Manche bezeichnen sie gar als Apostel, die Ihre Unternehmensreligion verkünden.) In der Tat können sie besser mit potenziellen Kunden kommunizieren als Sie. Und der Vorteil: Sie spüren die potenziellen Kunden auch auf.

–    Sie wissen besser als Sie, wer Ihren Service oder Ihre Produkte braucht,
–    Sie sind glaubwürdig,
–    Sie geben Botschaften persönlich adressiert weiter,
–    Sie geben nur relevante Botschaften weiter,
–    Sie bereiten die Botschaften individuell für den Empfänger auf,
–    Sie geben Botschaften emotional weiter,
–    Sie sind glaubwürdig.

Sie verfügen über die wichtigste Voraussetzung zur Gewinnung von Aufmerksamkeit: die Beziehung zum Adressaten.


Werbeslogans: Einfach verarscht

Für einen Artikel recherchiere ich gerade Werbeslogans bei Slogans.de - nebenbei eine unverzichtbare Website. Die Macher haben kürzlich eine interessante Studie heraussgegeben, in der sie die Slogansprache der letzten Jahre analysiert haben. Dabei ist heraus gekommen: Das Wort "einfach" gehört zu den Top 5 der meistverwendeten Wörter in aktuellen Werbeslogans.

Beispiele:

Autoboerse.de    Einfach ein Auto kaufen.
Books on Demand    Einfach veröffentlichen.
CMA Käse    Unser Käse. Einfach unwiderstehlich.
Swisscom (CH)    Einfach verbunden.
Airport Nürnberg    Einfach abheben.
CDU Sachsen    Einfach näher dran.

Als ich den Slogan des Arbeitsamts aus dem Jahre 1994 las, fühlte ich mich einfach verarscht:

"Arbeitsamt. Einfach fragen."


Exklusivität schafft Nachfrage

Die hohe Kunst der Werbung mit kleinem Budget ist natürlich „gar kein Budget“. Wer sein Produkt- oder Dienstleistungsangebot von Anfang an richtig konzipiert, der bekommt die Bude voll - allein aufgrund von Mundpropaganda.
Das Radebeuler Palastkino ist so ein Wunder - soeben hat es eröffnet und ist bereits auf 2 Monate ausgebucht. Angeblich liegen über 17.000 Anfragen von Besuchern vor, die einen Abend in diesem Kino verbringen möchten.
Warum? Es ist das kleinste Kino der Welt, bietet nur 9 Besuchern Platz und hat einen gemütlichen Vorraum, in dem es Knabbersachen und Getränke gibt, der sich offenbar auch besten für private Feten eignet.

Nichts spektakuläres. Aber den Mut zur Selbstbeschränkung und radikalen Verknappung des Angebots muss man erst mal haben. (Übrigens, die Teekampagne hatte ihn auch. In einer Branche in der jeder Händler mindestens 200 Teesorten im Angebot hat, beschränkten die Macher der Teekampagne sich auf eine einzige. Nämlich die beste der Welt.)

Auf eine Story wie diese stürzen sich auch die Medien. Und deshalb habe ich das Radebeuler Palastkino auch gestern im ARD Morgenmagazin gesehen. Unter dieser Adresse ist der Beitrag zumindest heute noch zu sehen.

Und auch Focus weiss mehr darüber.