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Markteintritt à la DaWanda

Zwei verschiedene Markteintrittskonzepte kann man diese Woche live beobachten. Einmal den Markteintritt der ShoppingSite DaWanda, die Designobjekte, Schmuck und Kunstgewerbliches anbietet. Zum anderen den von DoorOne.de einem Preisvergleichsportal, hinter dem eBay steckt.

Bei DoorOne.de hat Martin Oetting Seltsames beobachtet, nämlich Klassische Werbung. Überall in Berlin sollen Plakate auf das neue Internet-Shopping-Portal aufmerksam machen. Bloß: Wer weiss abends noch was er da am Morgen beim Blick aus dem S-Bahn-Fenster gesehen hat. Wer schreibt sich eine Internetadresse von einem Plakat  ab und tippt diese dann Stunde später voller Neugier in den Computer? Solche Dinge passieren viel zu selten, als dass man sein Geld für ein Internetangebot ins ein klassisches Medium stecken sollte. Durch den Medienbruch genannten, erzwungenen Wechsel von einem ins andere Medium gehen dann nochmals weitere potentielle Interessenten verloren.
Auch der Name DoorOne ist nicht gerade dazu geeignet zu wissen, was dahinter steckt - noch dazu reiten die Marketingverantwortlichen von DoorOne auf einer längst abgeflachten Welle – nämlich der Marotte alles in Anglizismen zu verpacken, der die erfolglose Telekom seit Jahren anhängt. Immerhin kann Lieschen Müller das Ganze auch als „Dorohne“ bezeichnen.

Nun ja auch DaWanda weckt noch keine konkreten Vorstellungen. Aber der Name macht neugierig und scheint mir ganz gut merkfähig zu sein. Genauso neugierig macht die Markteinführungsstrategie von DaWanda - ganz wie damals bei der Einführung von Google G-Mail bekommen mehr und mehr ausgewählte Nutzer die Möglichkeit in der Betaphase schon mal einen Blick auf den neuen Shop zu werfen. Und wer eingeladen ist darf auch 12 Freunde dazu einladen. Was nichts anderes heisst als das interessierte Nutzer die Verbreitung der Werbebotschaft „DaWanda ist da“ übernehmen sollen.

Auch für das Werben in der realen Welt setzt DaWanda offenbar auf Mundpropaganda und Netzwerkeffekte. Sieben Botschafter sollen laut DaWanda Blog derzeit durch die Lande ziehen und im Rahmen einer „Kuschel-Rallye" auf die Vorzüge von DaWanda aufmerksam machen. Natürlich habe ich in die Website mal reingespickt. Wenn das alles so nach der Beta-Phase so gut gemacht wird, wie es verpackt ist, dürfte dem Unternehmen ein toller Start gelingen.

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