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Wie Agenturen für sich selber werben: Mundpropaganda genügt

Eine altbekannte Tatsache: wenn Agenturen für sich selber werben, dann setzen die wenigsten das ein, was sie ihren Kunden empfehlen. Klassische Werbung. Die kommt kaum zum Einsatz. Stattdessen stehen Direktmarketing und PR, bei letzterer vor allem die Teilnahme an Kreativwettbewerben hoch im Kurs.
Wie iBusiness in einer Umfrage ermittelt hat, wollen die meisten Multimedia- und Online-Dienstleister im Jahre 2007 gar nichts tun. Weder für Awards Geld ausgeben noch auf Messen gehen.
Mundpropaganda reicht. Ob sie allerdings für Mundpropaganda-Marketing auch eine Strategie in petto haben, verrät die Untersuchung nicht.

Quelle: iBusiness.de


Berlin Nachlese: Interview bei JobTV 24 über "effektive Werbung trotz kleinem Budget"

Jobtv_1 Mein erster TV-Studio-Termin. War ne spannende Sache. Kaum angekommen wurde ich in die Maske geschoben, dort optisch geglättet, dann kurze Vorbesprechung, direkt auf dem TV-Sofa Platz genommen. Und plötzlich gings los.

8 Minuten Redezeit sind im TV ja ne ganze Menge. Aber sie gehen auch rasend schnell vorbei.

TV-Interview bei JobTV24


"Wer macht eigentlich.. Werbung für kleine Budgets?" erscheint am 01.01.2007

Noch während das Silvesterfeuerwerk in vollem Gange ist, wird die Ausgabe 2007 des kostenlosen Adressbuches zum Download freigegeben. Also am 01.01.2007 um 00:01.

Heute nur soviel: 81 Seiten ist es stark geworden, über 50 Dienstleister präsentieren sich darin, der Rest sind Tipps zur Werbung und ein bisschen schamlose Eigenwerbung.

Hat leider viel länger gedauert als geplant .. aber jetzt kurz vor Weihnachten damit herauszurücken, wäre doch ein verdammt schlechtes Timing oder?


Männer sind immer zu spät dran

Memorothumbnail_1 Beim Geschenkeeinkaufen, meine ich.
Aber selbst in allerletzter Minute hilft der Gang zum Juwelier. Da drücke ich mal die Daumen, dass ein so schönes Stück wie dieses MemoRo noch nicht ausverkauft ist. Das einzige was Sie vor der Übergabe tun müssen: etwas persönliches auf den kleinen Pergamentzettel schreiben, diesen in den Edelstahlzylinder stecken, gut verschließen und der Liebsten übergeben.
Ideal für Kreative!


Marketeaser des Jahres: Fiat?

Beziehen Sie den Kunden ein, lassen Sie ihn mitarbeiten, lassen Sie ihn die Werbung machen!

Während in Deutschland diese Thesen aus Marketeasing von den Marketingdinos ignoriert werden, sind sie beim Fiat Konzern in eine groß angelegte Aktion zur Modelleinführung des neuen Fiat 500 Cinquecento eingeflossen. Dort lässt man Kunden und Interessenten bereits an der Entwicklung des Autos im Internet mitarbeiten – die Ergebnisse sind sensationell:

"Eigentlich ist die Integration der Öffentlichkeit nichts Neues", sagt Luca De Meo und verweist auf Internet-Projekte wie Wikipedia oder die Kollektiv-Software Linux. "Doch die Automobilhersteller haben bislang eher diktatorisch gearbeitet", gibt der Fiat-Präsident zu. "Das ist das Auto, von dem wir glauben, dass ihr es toll findet", habe die Maxime bis dato gelautet

"Allein in den ersten 50 Tagen haben die Italiener mehr als 500.000 Zugänge gezählt, nach wenigen Monaten waren zehn Millionen Klicks, fast 400 Menschen haben ein Foto zu den "500 Faces" auf die Website gestellt, und mehr als 170.000 Entwürfe zeigen, wie sich die Fans den neuen Cinquecento vorstellen."

"Nach mehr als 20.000 Zuschriften wissen wir jetzt auch, welche Form sich die Kunden für den Auspuff wünschen, dass beinahe jeder Zweite eine kleine italienische Flagge unter dem Außenspiegel haben möchte, und dass viele Kunden Wert auf verchromte Stoßfänger legen werden"

"Außerdem haben die Surfer ein Maskottchen und rund 1000 Accessoires gestaltet. "Und warum sollten sie uns nicht auch sagen, welche Werbung sie sich für den neuen Fiat 500 wünschen?"

Während über den Ford Ka noch niemand spricht, ist der Fiat 500 schon heute in aller Munde", freut sich ein Manager.

Alle Zitate aus dem lesenswerten Artikel bei Spiegel Online.


Verdammt viel Unsinn über virale Werbung

Haben einige Werber in einem bei w&v (30.11.06) erschienenen Beitrag von sich gegeben.

"Virale Clips funktionieren nur dann zuverlässig, wenn man sie per Seeding über die kritische Masse pusht", sagt Markus Roder von der dafür zuständigen Dialog-Solutions. Die Agentur verfügt inzwischen über ein Netzwerk von 400 Websites, Blogs und Foren, die nach einem ausgeklügelten System, mit Informationen gefüttert (und zum Teil auch bezahlt) werden. Erst wenn die notwendigen Multiplikatoren erreicht wurden (je nach Zielgruppe 250 000 bis 600 000 Personen), wird eine virale Ausbreitung im großen Maß wahrscheinlich."

Was ist daran noch viral, also ansteckend? Hier werden Werbebotschaften nach Old School Manier in den Markt gepusht. Das ist übrigens nicht weit weg von dem schmutzigen Handwerk, wie es ein anonymer Werber unlängst in diesem Gespräch schilderte und gegen das in USA inzwischen bereits die Handelsaufsicht vorgeht.

"Wie schwierig es mittlerweile ist, in den Weiten des Internet Aufmerksamkeit zu erregen, hat Saatchi und Saatchi mit der aktuellen Aktion www.allein-im-kaufhaus.de erfahren."

Hmm, vielleicht haben sie nichts zu sagen, was das Interesse der potentiellen Empfänger weckt? Der Unterschied zwischen TV und Internet ist dann nur – im Internet bemerkt man, wenn sich für den eigenen Spot keine Sau interessiert.

"Virals funktionieren, wenn sie unterhalten und nicht als Werbung erkennbar sind. Mit Kommunikation für die Marke hat das eben oft wenig zu tun."

Ahja. Und was ist das hier: http://www.willitblend.com

"Ich glaube nicht an die Speisung der Fünftausend und auch nicht daran, dass man mit einem Videofilm für 80 000 Euro eine Zehn-Millionen-Kampagne ersetzen kann", sagt Ulrich Tillmanns. (Tillmanns, O&M)

Das wissen etliche Unternehmen besser. z.B. Esprit Vizepräsident Heinz Krogner, der aus dem Sanierungsfall Esprit binnen weniger Jahre ein Unternehmen gemacht hat, das mit 2,4 Mrd. Umsatz einen Gewinn von 375 Millionen Euro erwirtschaftet – bei weitgehendem Verzicht auf klassische Werbung. Er sagt: „Werbung ist wie Doping. Wenn man einmal damit anfängt, muss man immer stärker dopen“

Ich frage mich, wie lange die Old School Werber noch ungestraft behaupten können, dass die klassische Werbung das Maß aller Dinge sei, bis sie als inkompetent bei den Auftraggebern gelten.

Danke an Christian Fischer für den Hinweis per E-Mail.


15% der Konsumenten sind für 33% der Mundpropaganda verantwortlich

Nach dem amerikanischen Marktforschungsunternehmen Keller Fay sind in den USA rund 15% der Konsumenten – also 32 Millionen Menschen – überdurchschnittlich aktiv in Sachen Mundpropaganda. Jeder dieser besonders aktiven – die Marktforscher nennen sie „Gesprächs-Katalysatoren“ führt wöchentlich durchschnittlich184 Gespräche, die den Charakter von Mundpropaganda haben. 1,5 mal so viele wie der durchschnittliche Konsument. Diese 15% der Konsumenten sind demnach für 33% aller Mundpropaganda verantwortlich.

Männer und Frauen – wo stecken die kleinen Unterschiede?
58% der Frauen halten es für wahrscheinlich, dass sie die Empfehlungen, die sie via Mundpropaganda erhalten haben, auch selbst weitergeben. Bei den Männern sind es nur 51%. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass die empfohlenen Produkte gekauft werden, ist bei Frauen leicht höher als bei Männern (55% zu 47%). Gleiche Werte gab es auf die Frage für wie glaubwürdig Frauen und Männer Mundpropaganda halten (ebenfalls 55% zu 47%).
Übrigens: Mehr als ein Drittel der „Gesprächs-Katalysatoren“ (37%) sind so genannte Baby Boomer im Alter zwischen 40 und 59. Meistens wenden sich Mundpropaganda-Kampagnen jedoch an jüngere Altersgruppen.

Welche Rolle spielt das Internet?
Die meiste Mundpropaganda findet im persönlichen Gespräch statt. Allerdings fanden die Forscher auch heraus, dass das Internet die häufigste Informationsquelle für die Tipps darstellt, die in der Familie und unter Freunden weitergegeben werden. Das Internet ist also nicht das wichtigste Medium für Mundpropaganda sondern seine wichtigste Quelle.

Worüber wird gesprochen?
Die so genannten „Gesprächs-Katalysatoren“ reden über eine Vielzahl von Branchen, Produkten und Dienstleistungen. Am häufigsten allerdings werden Markennamen aus Medien und Unterhaltung erwähnt -  durchschnittlich 16 mal pro Woche.
Auch die Bereiche Getränke, Nahrungsmittel, Gastronomie, Einkaufen, Reisen, Autos oder Technologie waren häufig Bestandteil von Mundpropaganda. Marken aus diesen Bereichen wurden durchschnittlich 10 mal wöchentlich erwähnt.

Meine Meinung: Untersuchungen wie diese gehören wohl eher in die Rubrik "Nutzloses Wissen". Vor allem Marktforscher tun sich immer wieder mit Erhebungen über sogenannte Influentials, Megahubs oder sonstwie besonders geeignete Multiplikatoren hervor. Sie schaffen damit die Illusion einer Planbarkeit oder Beherrschbarkeit, die es im Mundpropaganda-Marketing einfach nicht gibt. Motto: Finde die "Gesprächs-Katalysatoren" und Deine Marke kommt positiv ins Gespräch.

Gefunden bei Business Wire


Podcasting wächst weiter

Etwa 8 Millionen deutschsprachige Podcasts werden monatlich downgeloadet. Viele übrigens von klassischen Radiosendern. So vermeldet allein der Bayerische Rundfunk rund 400.000 Downloads im Monat.
Es werden noch mehr. Wie die Fachzeitschrift "Horizont" (Ausgabe 48) berichtet, plant die ARD im 2.Quartal 2007 ein Podcast-Portal einzurichten, dass dann die Podcasts aller ARD-Sender umfasst und nach verschiedenen Kriterien durchsuchbar sein soll. Kosten soll das Zusatzangebot aber nichts. Wer die Gebühren bezahlt hat, hat damit eine Flatrate bezahlt, heisst es bei der ARD.
Private Sender kommen da nicht so schnell hinterher. Denn hier müssen den Extra-Kosten für Podcasts auch Extra-Einnahmen gegenüberstehen. Da für Podcasts so schnell niemand zahlen wird, kann das ja nur heissen: Mehr Werbung in Podcasts.