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Lasst bloß keinen zweiten Schlämmer kommen

Endlich finden mich auch Chart-Leser!

Ehrlich. Ich habe es bisher versäumt, mich bei den Deutschen Blogcharts anzumelden. Weil ich ja Charts gar nicht für so wichtig halte. Aber jetzt ist es doch ganz schön,dass mich ein paar Leser über das Lesen der Blogcharts finden. Danke! Bleibt hier und seht euch ein bisschen um!

Ich bin als Neuzugang doch exakt auf dem Platz 100 gelandet. Sieht lustig aus, da unten. Weil ich auf dem letzten Platz bin, bin ich natürlich akut abstiegsgefährdet. Da braucht nur so ein zweiter Schlämmer kommen und ich bin wieder weg.


Noch ein Tipp: Jimdo, die No-Budget-Lösung für professionelle Websites

Ich gebe zu, ich bin voreingenommen. Ich nutze seit einiger Zeit Click&Change für die Erstellung und Pflege meiner "statischen" Website und bin damit hochzufrieden. Ich kenne das Team und die Inhaber von North Click seit einem Besuch in Hamburg auch persönlich und finde sie supersympathisch. Also ich bin nicht wirklich objektiv ;-)

Aber Jimdo ist trotzdem klasse. Was ist Jimdo überhaupt? Ein kostenloses Software/Hosting-Angebot zur Websiten-Erstellung, also ein Homepage-Creator. Da gibt es zwar schon Dutzende. Aber Jimdo dürfte der modernste und mit Abstand am besten zu bedienende sein.

Jimdo richtet sich hauptsächlich an Privatpersonen, die damit ihre Webseite über sich selbst, ihre Reisen, ihre Bands erstellen können. Matthias Henze von Jimdo über das neue Produkt:

"Unser Ansatz ist, dass die Menschen mittlerweile sehr vielen digitalen Content haben, diesen aber nicht wirklich einfach publizieren können.
1. Blogs sind super für die Tagebuchfunktion, für die Darstellung von mehreren Reisen, einer Band, seinen Hobbys und Aktivitäten aber häufig ungeeignet.
2. Die Medienplattformen YouTube, flickr sind super für die einzelnen Medientypen, aber eben auch nur für jeweils eine.
3. Social Community Plattformen sind super zum Netzwerken, aber nicht geeignet um die Hülle und Fülle an digitalem Content darzustellen.
Der Vorteil der Jimdo-Webseite ist es, den Inhalt flexibel darzustellen und die vielen verschiedenen Medientypen kombinieren zu können."

Hauptkonkurrent von Jimdo ist der Google Page Creator. Golem hat die beiden schon verglichen und sagt dazu: "In einigen Bereichen geht Jimdo wesentlich weiter als Googles Page Creator, ohne dabei auf eine angenehme Benutzung zu verzichten und dank einer vorgefertigten mehrseitigen Webpräsenz kann der Anwender schon in wenigen Minuten eine größere Webseite seinen eigenen Bedürfnissen entsprechend anlegen."

Beeindruckend finde ich die Fülle der Websites, die mit Jimdo schon entstanden sind. Ein gutes Beispiel von vielen: Die Website der Kite Surferin Anne Pieper.

Warum sollen Jimdo eigentlich nur Privatleute nutzen? Für kleine Unternehmen/Freelancer etc. taugt Jimdo genauso.


Bobi spürt Mundpropaganda auf

Haben Foren mehr Besucher als Blogs?

Das Hamburger Unternehmen ethority startet am 1. März den brand online buzz index genannt „bobi“. Damit werden die Konsumentenäußerungen (digitale Mundpropaganda) zu annähernd 500 Marken und den wichtigsten Consumer-Themen der zugehörigen 25 Branchen für den deutschsprachigen Raum ausgewertet.
Untersucht werden Foren, Communities und Blogs. In der Pressemitteilung weist das Unternehmen darauf hin, dass Foren in Deutschland mehr Reichweite erzielen als Blogs.

"Obwohl die ganze Welt über Weblogs spricht, ist die Bedeutung von Communities und Onlineforen für Marketing, Kommunikation, Marktforschung und Produktentwicklung kaum bekannt.

So erreichen einzelne Threads (Diskussionen in Communities und Foren), z.B. bei Markteinführung neuer Produkte im Automobil- oder Mobilfunkbereich, regelmäßig bis zu 50.000 Besucher. So ist es nicht verwunderlich dass die größten 18 Communities im Mobilfunkbereich über 15,9 Mio. Zugriffe im Monat verfügen.

Das reichweitenstärkste Mobilfunk-Blog hat dagegen nur ein paar tausend Besucher im Monat."

Quelle: Pressemitteilung


Wo sind die neuen Businessmodelle für Werbeagenturen?

Seth Godin über Werbeagenturen, sinngemäß übersetzt:

  • Agenturen sollten sich nicht länger aufs Verkaufen von Anzeigen oder Spots konzentrieren. Sie sollten lieber ihren Kunden dabei helfen, bessere Produkte zu machen.
  • Das Selbstverständnis von Agenturen ist: Nehmen wir eben das mittelmäßige Produkt des Kunden und machen eine tolle Werbung drumherum. Dann waschen sie ihre Hände in Unschuld und sagen: Wir können nichts dafür, dass uns die Kunden so ein schlechtes Produkt gebracht haben.
  • Agenturen sind sehr schlecht darin ihr eigenes Businessmodell in Frage zu stellen. Oder dem Kunden dabei zu helfen sich selbst neu zu erfinden.

Hat er recht, finde ich. Aber viel interessanter ist doch die Frage: Wie sieht das neue Businessmodell für die Agentur der Zukunft aus. Wer kennt eines? Wo sind die neuen Agenturen? Gibt es vielleicht verschiedene Businessmodelle?


Die Zielgruppe ist tot

Sagte ich ja bereits. Hier ist die Begründung von Nike: Weil bereits 18jährige und 22jährige nicht mehr der gleichen Zielgruppe angehören. Sie leben auf verschiedenen Planeten.

Today, I can very comfortably say that the 18 and the 22-year olds are working on different -- they're living on different planets or at different places."

Aber auch die anderen Äusserungen von Nike-Chef Mark Parker zeigen, wie perfekt sich Nike auf die neue Kundenwelt eingestellt hat.

Die Fähigkeit zur Beziehung/Connection ist der wichtigste Wettbewerbsvorteil:

"The ability we have to connect with consumers is the single most important competitive advantage in business today, and nobody does that better than Nike. There is no substitute for connecting with consumers, but it's really just the beginning"

"Premium consumer experiences are really at the heart of the growth plan. And as you can see, we believe everything is an experience, whether it's the product, content, online, retail, events, etcetera, etcetera. Everything is an experience. When a consumer encounters Nike, we really want to overwhelm their expectations."

Das Transskript des ganzen Nike Vortrags ist ein höchst lesenswertes Dokument. Auch wenn es lang ist.

Via Exciting Commerce


Begeistert von brainR

Das muss ich mal los werden: brainR begeistert mich. Für die die es noch nicht kennen: brainR ist eine Website für öffentliche Brainstormings. Das heisst: einfach eine Frage eintragen und warten welche Ideen die anderen Besucher dieser Website dazu äussern.

Beispiel 1: "Welche Dienstleistungen kann die Bahn anbieten, um die Bahnfahrt interessanter, unterhaltsamer oder die Fahrtzeit produktiver (z.b Frisör) zu gestalten?"  Auf diese Frage gibt es 73 Antworten und tolle Ideen wie z.B. den "Sauna- oder Kinowaggon".

Beispiel 2: "Ich habe ein Schuhgeschäft (Damen, Herren, Kinder) in der Fußgängerzone. Mit welchen witzigen, sympathischen und ausgefallenen Ideen kann ich Passanten dazu bewegen, einfach mal in mein Geschäft zu kommen?" Auf diese Frage gibt es 46 Ideen als Antworten. Mein Favorit ist gleich die erste Antwort. "Schild vor dem Haus aufstellen: Heute kostenloser Schuh-Putz-Service!"

brainR wurde von Peter Großkopf entwickelt und ist ein Service der kreativen Truppe des Online Magazins Ideentower!


Kaufen Sie sich eine eigene Schrift

Bevor Sie jetzt denken ich sei komplett übergeschnappt. eBay machts möglich.

"Es handelt sich um eine schmale Grotesk, in einer Stärke – sehr gut einsetzbar als Headline oder Branding-Font. Die Schrift basiert auf der NOGA und wurde durch mich für ein Designmagazin entwickelt, welches jedoch nicht realisiert worden ist.
Die Auktion ist ein einmaliges Experiment. Der Meistbietende bekommt eine exklusive Nutzungslizenz für sich oder seinen Kunden, der Wiederverkauf ist jedoch untersagt."

Derzeit liegt das Höchstgebot erst bei 200 Euro. Zur Auktion.


Schickt mich in die Wüste, bitte!

Ehrlich gesagt, von einer Teilnahme an der Rallye Dakar träume ich schon seit Jahren. Aber: Zu groß, zu teuer, zu kommerziell und womöglich zu viel hart für einen Rallye-Neuling wie mich.

Als ich dann das hier las, wusste ich das ist mein Ding: eine Billig-Oldtimer-Rallye von Oberstaufen nach Amman. Rund 5.000 km in Richtung Osten durch die Türkei und Syrien bis ans Ziel: Jordanien. Und am Ende werden die Autos dort für einen guten Zweck verkauft. Damit das Ganze auch zum Abenteuer wird, gelten ein paar strenge Regeln: kein GPS, keine Benutzung von Autobahnen. Für Übernachtungen dürfen nicht mehr als 10,- Euro täglich ausgegeben werden.

Damit es klappt brauche ich Dich, Sie, Euch oder Eure Kunden. Für Sponsorengelder, Sachspenden und andere Formen der Unterstützung fahre ich Werbung nach Jordanien, blogge von der Strecke, schieße prächtige Bilder und verfasse Erlebnisberichte für Magazine. Für TV und Radio stehe ich auch zur Verfügung. Sogar den Team-Namen kann man kaufen.

Mehr Infos? Ich habe ein neues Blog als Tour-Tagebuch aufgemacht: Rallyeblogger.


Wie man dafür sorgt, dass man Kunden verliert

Documentation

Ganz einfach. Man reisst sich für sie ein Bein aus, bis man sie hat. Danach zeigt man ihnen die größtmögliche Geringschätzung.

Hier ein paar der wirksamsten Geringschätzungs-Techniken, die es gibt:

  • Kontaktadressen schwer auffindbar machen
  • Online-Anliegen nur per Formular beantworten
  • E-Mails 2 Wochen liegen lassen
  • Anrufe nur zu festgelegten Zeiten zulassen
  • Warteschleifen im Call Center drehen lassen
  • Telefongebühren für Kundenanrufe verlangen
  • Kunden als Bittsteller behandeln
  • Handbücher unlesbar gestalten und auf billigstem Papier drucken
  • 5 - 7 sprachige Bedienungsanleitungen ausgeben
  • Rabatte für Neukunden, Preiserhöhungen für Bestandskunden

Hmm die Liste ist noch lange nicht fertig.

Inspiriert hat mich dieses Posting von Kathy Sierra (von der auch das Bild stammt)


Spenden-Euro schägt Werbe-Euro

"Jeder Spenden-Euro verbessert auch die Bilanz des Gebers" schreibt der Trendletter in seiner neuen Ausgabe. Soll man also mehr für Spenden und weniger für Werbung ausgeben? Nach einer Studie der New York University lautet die Antwort: Ja!
Spenden sind demnach kein verschenktes Geld, sondern Investitionen, die sich auszahlen. Die Gründe dafür:

  • Eine Spende stärkt das Unternehmensimage und fördert die Kundenbindung (Soziales/ethisches Engagement gehört nebenbei gesagt auch zu den stärksten Auslösern für Mundpropaganda!) 
  • Viele Kunden achten auf ethisches Verhalten, wenn sie Kaufentscheidungen treffen.

Fazit der Studie: 100 Euro Spendengelder führen im Durchschnitt zu einem Rückfluss von 200 - 300 Euro.

Anmerkung: Ich lese den Trendletter seit ein paar Monaten regelmässig und habe mich entschlossen ihn auch für dieses Blog auszuwerten und zu zitieren. Wenn Sie sich für den Trendletter interessieren, können Sie hier ein Probeabo bestellen.


Kelloggs bringt essbare Legosteine und will keine Fans

Legosnacks

Die Old School Marketing-Denke sitzt tief bei großen Unternehmen. Am liebsten alle Nachrichten selber kontrollieren wollen. So kommt es, dass Kelloggs einem begeisterten deutschen Blogger verbieten möchte, ein in USA bereits erhältliches Produkt abzubilden.

"die Idee essbare Legosteine auf den Markt zu bringen, halte ich für dermaßen genial, dass ich gleich Kellog’s anschrieb, wann es dieses Produkt für den europäischen Markt geben wird und ob ich mal ein Bild für mein Blog verwenden dürfte, damit ich dafür werben kann, was für geile Typen diese Kellogg’s-Leute sind.

Die Antwort folgte anderthalb Wochen später: Nein, sie können mir nicht sagen, ob es das Produkt in Europa geben wird und nein, ich darf kein Bild benutzen."

Einen Screenshot einer öffentlich zugänglichen Website verbieten wollen? Geht eh nicht.

Zitate von Malcom Bunge Eyesaiditbefore
Die Lego-Kelloggs Produktseite

Danke Arnold für den Hinweis per E-Mail.


Wie lügt man mit Webstatistik?

Auf so ein Posting habe ich schon lange gewartet. Jörg Stuker erklärt auf dem namics Blog ausführlichst "Web Statistik: Begriffe, Kennzahlen und Lügen". (Teil 1, Teil 2, Teil 3)
Bevor Sie wieder mal vor einem Blogger ehrfurchtsvoll in die Knie gehen, der ihnen erklärt er hätte täglich soundsoviele tausend Hits. (via Robert Basic)

Und wenn wir schon beim Thema Statistik sind, noch was für den Bücherschrank: "So lügt man mit Statistik".


Was läuft hier schief?

Heute bei Google:

Google_ausschnitt

Irgendwer gibt die Worte "TV" "Werbung", "Toyota" und "Auris" ein und bekommt ein Blogposting von mir angezeigt, dass diese Begriffe enthält. So weit so gut. Aber man sehe auf die URL - nicht der Permalink des Blogpostings ist dort angegeben, sondern die Home-URL.

Was Mist ist. Und ich dachte, die Blogpostings werden immer mit dem Permalink von Google indexiert?

Kennt Ihr das Problem auch? Weiß jemand was da schief läuft?

PS: Soeben auch ein Hilfe-Ticket an TypePad geschrieben.


Wieso das Schlämmerblog keine TV-Unterhaltung ist

...wie gesagt, mit Verständnis von Blogs im eigentlichen Sinne hat das alles nichts zu tun. Stattdessen bleibt festzuhalten: Das ist TV-Unterhaltung im Netz.

Schreibt Martin heute zum Horst Schlämmer Blog. Danke Martin, prima Vorlage ;-)

Wer bestimmt denn, was das richtige Verständnis von Blogs ist? Wozu Blogs "im eigentlichen Sinne" dienen?
Niemand! Blogs sind Werkzeuge, mit denen man anstellen kann, was man will. Und es ist piepegal, ob das, was man tut, irgendeiner Definition entspricht. (Ganz besonders wenig kratzen wird die Krittelei die Macher, die sich über die riesige Aufmerksamkeit im Netz freuen: über 1,15 Million Zuseher bislang.)

Im Übrigen: Horst Schlämmer ist Marketeasing pur. Pure Anziehungskraft. Sog statt Druck. Ein himmelweiter Unterschied zur TV-Unterbrecherwerbung. Die Zuschauer hat Schlämmer/VW durch Anziehungskraft gewonnen und nicht durch eine nervige Spielfilmunterbrechung.

So und jetzt muss auch noch mal was zu den Kommentaren im Schlämmerblog gesagt werden. Lest sie mal durch. Ich finde es köstlich zu sehen wie die Leute auf das Spiel einsteigen, indem sie den Schlämmer-Jargon imitieren. Und welchen Spaß sie offenbar dabei haben, so zu tun, als gäbe es den Horst und seine Praktikantin wirklich. Im TV gibts nur Zuschauer - im Schlämmerblog sind die Zuschauer Mitspieler.



Viralmarketing ohne Schnörkel aber mit Erfolg

Es gibt im Viralmarketing jede Menge Kampagnen die vor überschäumender Kreativität ihrer Macher nicht laufen können.

Simyo zeigt, dass es ganz einfach geht. Schnörkellos sozusagen. Und zwar so:

Simyo Simyo-Kunden können sich auf der Website www.werbefueruns.de. als Werbepartner für das Unternehmen anmelden und einen Werbeaufkleber für ihr Auto anfordern. Zum Beweis, dass sie ihr Auto zu Simyo-Werbefahrzeug gemacht haben, laden sie ein Foto oder einen Film auf die Website hoch und nehmen an einem Online-Voting teil. Zu gewinnen gibt es einen Fiat 500.

Die ersten 1.000 Teilnehmer an der Simyo Aktion bekommen jeweils 30 Euro Bonusguthaben. Doch halt. Mitmachen ist zwecklos - am 21.02.07 wurde die Aktion gestartet. Bereits heute sind alle Aufkleber weg.

Übrigens: Bei Simyo wird jeder zweite Neukunde durch einen bestehenden Kunden gewonnen.


Danke an Elita Wiegand

Erstens: Danke dafür, dass ich sie (zumindest telefonisch) kennenlernen durfte. Sie ist Bloggerin und Gründerin des innovativ-in Businessclubs, einer sehr lebendigen Gemeinschaft von Unternehmerinnen und Unternehmern, die regelmässigen Austausch pflegen. Querdenker, Wertschöpfer, Innovatoren sind dort offenbar nicht nur willkommen, sondern besonders zahlreich. Ich sags mal so: Innovativ-in ist Espresso - IHK ist Baldrian (die Frankfurter mal ausdrücklich ausgenommen!).

Zweitens: Danke dafür, dass sie mich zu Marketeasing interviewt hat.


Blasen Sie den Staub weg

"Eines Tages hat ein Kunde den Support angerufen und sich beklagt, dass seine Tastatur nicht geht. Viele Tastaturen gehen nicht, weil sie nicht angeschlossen sind. Aber es wäre schlecht den Kunden zu fragen: 'Sind Sie sicher, dass Sie die Tastatur angeschlossen haben? Dann stünde der Kunde ja wie ein kompletter Idiot da.'
Sagen Sie stattdessen zum Kunden: 'Manchmal legt sich ein bisschen Staub auf den Stecker. Ziehen Sie ihn raus, blasen Sie den Staub weg und stecken Sie ihn wieder rein.'
Der Kunde wird unter den Tisch krabbeln und feststellen, dass der Stecker nicht drin war. Er wird ans Telefon zurückkommen und sagen 'Danke, das wars. Jetzt funktioniert die Tastatur wieder"

Mehr dazu wie man Kunden im Service begeistert bei Joel on Software (englisch) in seinem Posting "Seven steps to remarkable customer service"


Horst, jetzt isses raus

Na gut. Die Gerüchteküche brodelte halt doch zu heftig. Heute hat Horst Schlämmer in einer Klarstellung betr. Volkswagen bekannt gegeben, dass er von Volkswagen gesponsert wird. Die Wolfsburger bezahlen also seinen Führerschein. Kann vielleicht nicht ganz billig werden, nach den ersten Fahrversuchen zu urteilen.

Jetzt bin ich gespannt, wie es weitergeht. Viele Viralmarketingkampagnen flachen dann ab, wenn man weiss, wer dahinter steckt. Aber ehrlich: das wusste ich schon lange und Spaß gemacht hat es trotzdem jedes Mal.

Toll: Auch die Grevenbroicher Fahrschule Hoffmann profitiert vom Horst-Schlämmer-Effekt.


Vorsicht Textdiebe im Internet

Textdiebe können heutzutage leicht entdeckt werden. Einfach einen Textabschnitt bei Google eingeben und schon sieht man was an Treffern zurückkommt. Findet sich der eigene Text dann auf einer fremden Website wieder, ist die Sache klar.

Der Bodenseepeter hat nun die Frosch-Sportreisen des Textdiebstahls überführt. Geklaut haben sie bei seinem Unternehmen Inselhüpfen. Hier ein paar Beispiele:

Inselhüpfen: Die Kykladen sind eine relativ windanfällige Gegend. In der Regel kommt es dadurch nur zu geringfügigen Änderungen. Bei sehr ungünstigen Windverhältnissen kann die Reiseroute auch deutlich vom geplanten Tourverlauf abweichen.

Frosch dazu: Die Kykladen sind eine relativ windanfällige Gegend. In der Regel kommt es dadurch nur zu geringfügigen Änderungen. Bei sehr ungünstigen Windverhältnissen kann die Reiseroute auch deutlich vom geplanten Tourverlauf abweichen. 

Inselhüpfen: Die Insel des Odysseus ist eine bergige, landschaftlich sehr reizvolle Insel...genießen ein Stück Griechenland, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.

Frosch dazu: Die Insel des Odysseus ist eine bergige, landschaftlich sehr reizvolle Insel... und genießen ein Stück Griechenland, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.

Usw.
Bodenseepeter lässt sich das natürlich nicht gefallen. Er reagiert mit einer außergerichtlichen Anklage. Das sollte mal Schule machen.


Verkaufen in Second Life

Adidas bietet in Second Life einen virtuellen Sportschuh an. Umsatz bisher: 3.200 Euro.

Da wünsche ich Mercedes Benz mehr Glück, die morgen, also am 20. Februar eine Niederlassung in Second Life errichten. Zur Eröffnung des Autohauses, dass so dröge aussieht wie alle Autohäuser, gibt es tolle Geschenke:

"Alle Avatare, die am 20. Februar die Insel besuchen, erhalten einen virtuellen Formel 1-Anzug mit Helm."

Mehr über die morgige Eröffnungsfeier weiss das CIO Weblog.


Die Theorie der Schwachen Signale oder gibt es Fenster in die Zukunft?

Seit einigen Wochen registriere ich einen Anstieg von Besuchern aus Finnland auf der Website des einst von mir betriebenen Online Magazins more brains. Es waren ein paar hundert Zugriffe, die vom Blog der finnischen Wissenschaftlerin Elina Hiltunen stammten.

Sie ist offenbar eine viel gelesene Zukunftsforscherin,  die sich mit den „Schwachen Signalen, engl. „Weak Signals“ beschäftigt. Was sind „Schwache Signale“? Dinge, die heute noch ungewöhnlich oder unvorstellbar sind, uns aber dennoch eine Vorgeschmack auf die Zukunft bieten können. Das was wir heute nur schwach wahrnehmen, könnte sich künftig als Trend herausstellen. Wer also ein Schwaches Signal entdeckt, hat womöglich ein Fenster zur Zukunft aufgestoßen.

Woran erkennt man Schwache Signale? Dazu gibt es den „Weak Signal Test“:

1.    Deine Kollegen lachen darüber.
2.    Deine Kollegen sagen; das wird nie passieren.
3.    Es löst Verwirrung aus.
4.    Kein Mensch hat je davon gehört.
5.    Deine Kollegen wollen das Thema nicht weiter diskutieren.

Wenn 1-5 zutreffen: Glückwunsch. Sie haben ein Schwaches Signal entdeckt.

Elina Hiltunen kommt demnächst nach Deutschland und spricht auf einer Euroforum-Konferenz „Internationales Trend- und Zukunftsmanagement“, die am 9. und 10. Mai in Bergisch Gladbach stattfindet. (PDF mit Konferenz-Info).

Mehr zu Weak Signals (englischsprachig)
Elina Hiltunens Blog


Demnächst auch in Ihrem Schrank? Kleiderbügel mit Werbeaufdruck

Werbekleiderbgel
Ich denke mal, dass lässt nicht lange auf sich warten, bis es auch hierzulande auf dem Markt ist. Die US-Firma Hanger Network bietet diese Werbekleiderbügel an und hat dafür gleich einen neuen Gattungsbegriff erfunden: in-home Advertising. (Naja, dazu gehört doch auch TV, Radio, Internet und jede Zeitung die man mit ins Haus schleppt oder?)

Empfohlen werden sie u.a. auch zur Verteilung von Warenproben oder Coupons. Die Werbekleiderbügel sollen bei den Reinigungsbetrieben die Drahtbügel ablösen. Gute Idee: die neuen Bügel sind Öko-Bügel, hergestellt aus 100% Recylingmaterial.

Bild: Hanger network via Springwise


Wie man mit User Generated Content das große Geld macht

Wollen Sie wissen, wie man mit User Generated Content Geld macht?

Nein nicht mit Blogs, nicht mit Verlagsprodukten, wie den Readers Editions dieser Welt.
Im Web kommt man doch nur zu Peanuts. So richtig Kohle machen andere.
Zum Beispiel Kleenex.
Die kosten in der normalen Schachtel 1 Dollar. Aber sobald sie mit dem eigenen Photo bedruckt - also "customized" - sind, blättern die Leute doch glatt 5 Dollar dafür hin plus 3  Dollar Versandkosten.
Jede andere Innovation - neuer Duft, mehr Reissfestigkeit, ein bissle Zellstoff mehr  - hätte dem Unternehmen wohl keinen Cent mehr Erlös gebracht. Mit User Generated Content geht es ganz einfach zur Traumrendite.

Mehr dazu hier, beim bloggenden Narkosearzt.

Hier gibt es Hintergrundinfos von der betreuenden Agentur


Paid Content hat keine Zukunft

"Informationen, sogar Wissen - das sind Commodities und im Web fast beliebig verfügbar
...Die zunehmende Vertikalisierung und Lokalisierung von Suchmaschinen erhöht die Verfügbarkeit kostenloser Inhalte demnach nochmals...
Das so genannte Paid Content Business, also der kostenpflichtige elektronische Handel mit digitalen Inhalten, hat für die meisten Verlage keine Zukunft...
Ihre redaktionell erstellten Inhalte werden Verlage im Digital-Geschäft nur als "Schmiermittel" für Traffic und Werbeerlöse einsetzen können"

Das sind ein paar Inhalte einer Studie "Grid Media - Überlebensstrategien für Publisher im digitalen Zeitalter") des Frankfurter Media-Consulting-Unternehmens Timelabs. Die Studie wird Anfang März 2007 erscheinen und ist dann unter www.timelabs.de zu erwerben.

Gegenstimmen?

Quelle: Pressemitteilung Timelabs


wunderLOOP: Datenschnüffeln in Echtzeit

Soeben erhalte ich eine ganz euphorische e-Mail von Sven Gábor Jánszky in der er sich für wunderLOOP begeistert. Und so funktioniert es:

"Wenn Max Babyboomer ins Internet surft und sich zuerst einen Schwangerschaftsratgeber ansieht, zwischendurch auf Fotos attraktiver Frauen klickt (Aha, ein Mann!) und später nach (second hand) Kinderspielzeug sucht würde beim folgenden Klick auf das AOL-Portal vermutlich nicht Bannern für den schnellen BMW Coupe oder den Extremsport-Trip umworben, sondern gezielt mit Kombi und Cluburlaub. Würde Max durch einige Klicks auf Kultur-Berichte sein Interesse an Theater und an Sängerin Norah Jones zeigen, passt sich das System in Echtzeit an und könnte auf den folgenden Seiten etwa Werbung für Musical-Events oder die aktuelle Norah Jones DVD ausgeben"

Möglich machen es die Analysen des Surfverhaltens über mehrere Websites hinweg.

"Datenschutzrechtlich sei wunderLOOP unbedenklich bestätigte jüngst der TÜV Rheinland in einer Analyse, weil die Nutzer zwar auf ihrem Gang durchs Internet verfolgt und analysiert werden, diese Analysen aber anonym erfolgen und auf keinen Fall natürlichen Personen zugeordnet werden können."

Wer das bis jetzt noch für datenschutzrechtlich unbedenklich hält, mag mal einen Blick in die Zukunft riskieren.

"Eine bedeutende Rolle sollten hierbei die Handyanbieter spielen. Sie sind bereits am dichtesten an den persönlichen Daten der Kunden dran. Möglicherweise werden Handykunden künftig gegen ein paar monatliche Freiminuten, den Handykonzernen das Recht geben, ihre Daten und Profile an Targeting-Spezialisten wie wunderLOOP weiterzugeben. Mit den dann nutzbaren Kundendaten würden die heute noch anonymen Interessenprofile noch schärfer und um ein wesentliches Kriterium ergänzt: Den Ort an dem man sich gerade befindet."

Bereits heute können die Surfspuren mit Kundendaten gemeinsam verarbeitet werden. Ob da von Anonymität noch die Rede sein kann?

Wer steht dahinter?

"Ende Januar haben sich vier Großinvestoren mit insgesamt fast 10 Millionen Euro an dem Unternehmen beteiligt, darunter: Skype-Gründer Niklas Zennström mit seiner VC-Gesellschaft Atomico Investment, der  European Founders Fund der Brüder Samwer (Jamba!), Howard Hartenbaum nach „Forbes“ einer der wichtigsten Venture Kapital Geber 2006 und der international renommierte Privatinvestor Klaus Hommels."

T-Online, AOL, Gruner & Jahr und freenet wenden die Microtargeting genannten Technologien bereits an.

Sven Gábor Jánszky per E-Mail


Kundenmeinungen sind wichtiger als Schnäppchenangebote

Wie Sie im Onlineshop mehr verkaufen? Sehr einfach: Lassen Sie die Kunden zu Wort kommen.

Hier ein paar Erfahrungen, die die amerikanische Firma Petco (ein Händler für Haustierbedarf mit 800 Niederlassungen) gesammelt hat.

  • Folks who clicked on the highest customer-rated products were 49% more likely to buy something.
  • And they spend 63% more than shoppers who clicked on options like "top-sellers" or "lowest-priced.

Endlich bekommen Sie die Leute mal weg vom Schnäppchen-Button!


Interview zum TeNo Blog

Annette Paulus und Carolin Schmidt studieren Online-Journalismus, Schwerpunkt PR an der Hochschule Darmstadt. Im aktuellen Semester war der Einsatz von Social Software in Unternehmen ein Thema. Dazu erstellen die angehenden Online Journalisten gerade 14 Case Studies, die dann ab Juli in einem Fachbuch veröffentlicht werden. Annette Paulus und Carolin Schmidt analysierten dazu das TeNo-Blog. Neben den Aussagen der Verantwortlichen und/oder Beratern haben sie auch externe Meinungen per Interview eingeholt.

Hier das Interview, das die beiden mit mir per E-Mail geführt haben:

Was halten Sie von dem Weblog?

Ich halte das Weblog für sehr gut gemacht. Es wirkt spontan, ist persönlich geschrieben und trifft meiner Meinung nach den richtigen Ton. Keine Werbegesülze, sondern kleine Stories aus dem Alltag eines Schmuckherstellers.

Wie sind Sie auf den TeNo-Blog aufmerksam geworden?

Weil ich angeschrieben wurde, ob ich an dem Adventskalender-Gewinnspiel mitmachen möchte. Das Spiel war eine sehr gute Idee, das Blog zu starten. Im Nu sind ein paar Dutzend Blogger aufmerksam geworden und haben die ersten Links auf das neue Blog gesetzt. Das nette Spielchen hat sicher auch viel Sympathie für das Unternehmen geweckt.

Was finden Sie besonders gut, was ist Ihrer Meinung nach weniger gelungen?

Besonders gut finde ich, wie schon gesagt , dass der persönliche Ton getroffen wird. Man fühlt sich „hineingezogen“ in das Unternehmen und seinen Alltag. Nebenbei wird man natürlich auf sehr viele Produkte aufmerksam, die man gar nicht kannte. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal einen Juweliershop betreten habe. Es ist ewig lange sehr. Nun werde ich über das Internet auf neues Schmuckdesign aufmerksam. Anders hätten die TeNO Leute mich gar nicht mehr erreicht.

Erkennen Sie die Zielsetzung?

Nein. Ich weiß natürlich nicht, welche Ziele das Unternehme sich mit dem Blog gesetzt hat.

Können die gesteckten Ziele Ihrer Meinung nach erreicht werden?

Keine Ahnung. Siehe oben.

Wie beurteilen Sie die Strategie?

Ich unterstelle mal, dass das Bloggen Ausdruck einer Marketingstrategie ist. Ich weiß bloß nicht welche Strategie dies ist.

Wie finden Sie die Themen / Themenauswahl?

Sehr gut. Es ist ein bunter Mix aus allen Bereichen: Designer, Handelspartner, Mitarbeiter, neue und alte Produkte, Werbevorhaben, PR, Einblick in die Fertigung usw. Sehr lebendig.

Was halten Sie von der Qualität der Inhalte?

Auch das gefällt mir sehr gut. Es gewährt einen unterhaltsamen Einblick.

Welche Zielgruppen werden Ihrer Meinung nach angesprochen?

Ich habe mein Problem mit dem Begriff Zielgruppe. Ich finde der ist an dieser Stelle  falsch. Es gibt sicher keine Zielgruppe für die TeNO Produkte, die sich eindeutig definieren lässt. Wenn Sie mit Zielgruppe eher eine grobe Unterscheidung zwischen Kunden/potentielle Kunden(Handelspartner u.a. meinen, dann finde ich, dass vor allem potentielle Kunden am stärksten angesprochen werden. Aber auch Handelspartner (Juweliere) werden in Postings öfter einbezogen. Was bislang noch kaum durch das Blog aktiviert wurde sind die Kunden – darunter vor allem die Fans des Unternehmens und seiner Produkte.

Wie finden Sie die Umsetzung (Technik, Gestaltung, Aufbau)?

Ganz ok. Ich bin aber nicht begeistert. Meiner Meinung nach ist das overdesigned – die abgerundeten Ecken, die Background Bilder, die Schatteneffekte. Das ist alles ein bisschen zu viel. Es hat auch nicht die einfache Eleganz der Schmuckstücke.

Wie sehen Sie die Zukunftsaussichten dieses Projekts?

Vermutlich sehr gut, wenn das Unternehmen nicht blogmüde wird.

Wie könnte sich ein solches Weblog auf das Unternehmen / die Branche auswirken?

Ich denke, dass vor allem Handelspartner wahrnehmen werden, dass es eine gute Aktivität ist, mit der sie unterstützt werden. So wie man bisher sagte: „TeNO, die machen Werbung für uns“ kann man künftig sagen: Die bloggen für uns!

Zum Blog des Studienganges.


Etsy: Mit herkömmlichen Werbeanzeigen funktioniert kein Business im Netz

Interessantes Interview, das Etsy-Gründer Robert Kalin bei Focus gegeben hat. Die wichtigsten Fakten daraus:

  • Mundpropaganda: 80 Prozent der neuen User wurden durch alte empfohlen.
  • Verkäufer: Die meisten der Verkäufer sind die Babyboomer-Generation. Die haben in ihrer Jugend viele Kleidung und Kunsthandwerk selbst gemacht, mussten ihr Hobby aber durch Kinder und Beruf aufgeben. Jetzt im Alter können sie das wiederbeleben.
  • Käufer: Viel jünger sind dagegen die Käufer. Viele Teenager und Twens, die Massenprodukte öde finden und individuell sein möchten.
  • Erfolg: 38 000 Shops und knapp 90 000 Mitglieder, die schon über eine Million Produkte gekauft haben

Mehr dazu hier.