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Blogger sind Umweltverschmutzer

Sagt der Werbekreative Tyler Brulé in der FAZ. Warum? Um irgendein elitäres Magazin zu bewerben, das er auf den Markt bringen wird.
Ja klar. Einen Grund muss es ja geben, um sich mit derart blöden Behauptungen zu inszenieren. Aber es ist nicht besonders originell - Kollege von Matt mit den Klowänden war schneller. Und es offenbart eine hässliche braun eingefärbte Herrenmenschenattitüde.

„Nicht von ungefähr hat der ‚Economist’ gerade in den USA Erfolg, wo sich die Medienlandschaft in diese Blogosphäre verwandelt und wo jeder versucht, sein eigener Medienexperte und politischer Kommentator zu sein, und der ‚Economist’ mit seinem scharfen Profil und seiner klaren Stimme durch all diese, na ja: Umweltverschmutzung hindurchschneidet.” Zitat: FAZ.

Bernd Kreutz regt sich zu Recht auf.


Wie man bei Spiegel Online Redaktion und Werbung gekonnt vermischt

Nichts überzeugt in der Werbung mehr als eine gute Story. Und noch besser, wenn man die Geschichte nicht selbst erzählen muss, sondern ein großes deutsches Nachrichtenmagazin das für einen erledigt.

Lesen Sie also selbst bei Spiegel Online die haarsträubende Odyssee des gestrandeten deutschen Geschäftsmannes Dieter Graf im Golf-Staat Dubai mit der sensationellen Pointe für den ADAC:

Grafs Lehre aus seinem Ungemach: "Ich hätte eine Auslandskrankenversicherung abschließen sollen. Gibt es für 25 Euro beim ADAC."


Blogger vs. Journalisten? Eine dänische Zeitung lässt die Leser entscheiden

Diese Diskussionen, wer denn nun besser sei, Blogger oder Journalisten ist auf die Dauer doch stinklangweilig. Vor allem: Bloßes Herumtheoretisiere. Jetzt hat eine dänische Zeitung erkannt, dass es cleverer ist beides zu nutzen. Blogger und Journalisten treten bei avisen.dk um die Gunst der Leser an mit ihren Beiträgen. Die meistgelesenen oder meistkommentierten wandern dann auf die Titelseite.

Einen Haken hat die Sache noch: offenbar werden die Blogger noch nicht bezahlt, die hauseigenen Journalisten schon.

Gefunden bei Springwise.


Mediennutzung bis 24. Und darüber

Das Center for the Digital Future der University of Southern Cailfornia hat eine Studie zu Mediennutzung nach Altersgruppen erstellt.
Die Aussagen sind verdammt deutlich. Ja natürlich sind sie auf die USA bezogen. Aber sieht es hier nicht ganz ähnlich aus? Hier das wichtigste, aus Zeitgründen,nicht übersetzt:

Life of a 12-24

  • Will never read a newspaper but attracted to some magazines
  • Will never own a land-line phone
  • Will not watch television on someone else's schedule much longer
  • Trust unknown peers more than experts
  • For first time willing (2005) to pay for digital content—never before
  • Little interest in the source of information and most information aggregated
  • Community at the center of Internet experience
  • Everything will move to mobile
  • Less interested in television than any generation before
  • Want to move content freely from platform to platform with no restrictions
  • Want to be heard (user generated)
  • Use IM. Think email is for their parents

Life of a 25-54

  • Read offline newspapers and magazines
  • Like mobile for voice (and a few for data) but do not see their world on mobile phones
  • Aggregate information online and use RSS (though few know the term)
  • Community important for tasks, much less so for social—will stay put
  • Trust experts on factual information but rely heavily on reviews of peers on hotels, electronics, etc
  • When they create content it is to share reviews and experiences (not diaries or intimacies)
  • Rely heavy on personalized portals for news and financials
  • Care GREATLY about sources of news and information online
  • Heavy into email

Via Mequoda Daily


Wie wichtig die Superfans für Burger King sind

The_king 18% der Burger King Kunden in den USA sorgen für 50% aller Besuche. Burger King nennt sie die Superfans.

Mit Superfans lässt es sich gut wachsen. Schi zum 12. Mal in Folge hat Burger King gestiegen Umsatzzahlen vorgelegt. Amerikas angesagteste Agentur Crispin Porter + Bogusky dürfte am US Erfolg nicht ganz unschuldig sein. Haben sie ihren Kunden doch von der Fixierung auf TV Werbung weggebracht und dafür ein paar ganze starke Online-Kampagnen für ihn hingelegt.

Burger King hat es offenbar geschafft in die Pop-Kultur einzudringen. Womit? Mit einfachsten Mitteln - einem King-Maskottchen, das auf MySpace über 130.000 Freunde hat. Und den Pappkronen, die in jedem Restaurant freigiebig verteilt werden.

Wie man an den Handball-Weltmeistern sehen konnte, haben nicht nur Kinder Freude an den Kronen. Die Beziehung zwischen Sportlern und Burger King kommt aber nicht von ungefähr - für viele Kinder- und Jugendsportmannschaften ist es Kult nach einem Spiel den Hunger bei Burger King zu stillen. Und der beste Spieler bekommt seine Krone auf.

Quelle: Reveries.com


Vergleichende Werbung kann Spaß machen

Ist ja klar, dass Hort Schlämmer nur in den Golf einsteigt. Die Werbekampagne der Wolfsburger kam bisher recht dezent daher. Im neuesten Filmchen aber geht es in die Vollen. Horst Schlämmer verschmäht als Anhalter so ziemlich alles was auf deutschen Straßen herumfährt.

Da es ein Blog ist, können Liebhaber anderer Marken auch kommentieren. So etwa:

"Wie kann man einen Punto verschmähen und statt dessen in einen Golf einsteigen? Du hast doch nicht nur Kreislauf, du hast auch noch Klatsche mein Lieber. Es sei denn du hast die Farbe des Autos auf deine Socken abgestimmt. Da muss man dann natürlich Respekt zollen.

Mit freundlichen Füßen."

Bis heute die beste Blogwerbeaktion Deutschlands: schlämmerblog.tv. Und wer hats gemacht?


Versteh nix

Seltsame Mail von O2 an seine Kunden:

Profitieren Sie jetzt mit o2 DSL gleich mehrfach! Denn Sie bekommen die Highspeed-Surf-Flatrate mit bis zu 16 MBit/s inklusive DSL-Festnetzanschluss als o2 Kunde günstiger und genießen einen Treue-Bonus von monatlich 5,- € auf die o2 DSL-Grundgebühr.2,3 Dann gibt's auch noch für jeden Euro Ihres DSL-Umsatzes einen Bonuspunkt. 4,5 Und bei Vertragsabschluss bis 31.3.2007 sogar 500 Extrapunkte!5,6 Wenn Sie Ihr o2 DSL-Paket jetzt noch online bestellen, sparen Sie zusätzlich 49,- € Anschlussgebühr.7 Und das Beste: o2 DSL verlost bis 31.03.2007 eine 14-tägige Traumreise in die USA!8

Ach so.. die Zahlen verweisen auf das Kleingedruckte. Insgesamt gibt es zu der Mail 14 Fußnoten.

Was läuft in dem Unternehmen schief, dass es solche Mails verfasst?


Teno bloggt über verrückte Sammler

SalzstreuerIst gerade mal ein paar Wochen her, dass der Pforzheimer Schmuckmacher TeNo unter die Blogger gegangen ist. Jetzt haben sie ein zweites Blog gestartet.

Die Wahlkampagne.de heisst es. Hat nichts mit Politik zu tun. Aber gewählt werden soll trotzdem. Im Blog werden die verrücktesten Sammlungen vorgestellt. Und zu gewinnen gibt es auch was.

Bereits dabei in der Liste der verrückten Sammler: eine Benzinfeuerzeug-Sammlung, eine Tonscherbensammlung und ein Dalmatiner, der Punkte sammelt. Oder das nebenstehende Salzstreuermuseum.

Ein Sammler-Blog - das könnte so richtig abgehen. Sammler gibt es schließlich en masse. Und wer will seine Sammlung nicht vorzeigen?

Warum TeNo das macht? Weil sie in Kürze eine neue Schmuckserie Yukon einführen - und die ist zum Sammeln.

Hinweis von Biggi per e-Mail, die das Ganze konzipiert hat.


Warum Google YouTube erworben hat

"Mit Youtube haben wir die Möglichkeit erworben, Werbung in fast allen Videos zu schalten, die es im Internet gibt. Das ist der wahre Grund, warum wir dieses Geschäft abgeschlossen haben."

Sagt Marissa Mayer, Google Produktchefin im Gespräch mit der F.A.Z. Sie meint, Werbeerlöse mit Videos werden das nächste große Finanzierungsmodell im Internet.

"Die ersten Modelle für Videowerbung sind schon auf dem Markt, zum Beispiel ein Sponsoren-Rahmen um das Video herum.
...
Den Erlös teilen wir uns mit dem Produzenten des Videos."

Mehr dazu bei der F.A.Z


Blau ist schlau

Was mir an der gesamten Kommunikation von dem Mobilfunk-Discounter blau.de auffällt: sie bekommen es hin, dass ihre Werbung und Kundenansprache einfach, natürlich, persönlich und damit sehr vertrauenerweckend ist.

Meine gängige Serviceerfahrung ist eher die:

  • Ziehe ein Serviceticket.
  • Warte geduldig, bis es beantwortet wird.
  • Wundere Dich nicht, dass dies erst nach Tagen der Fall ist.
  • Wundere dich nicht, dass es keine befriedigende Antwort auf Deine Frage enthält.
  • Es ist ganz normal, das es von niemand persönlich unterzeichnet wurde.

Dabei geht es doch so einfach. Einfach bei jeder Guthaben-Aufladung Danke sagen und das als Chef persönlich:

"Wir bedanken uns für Ihr Vertrauen und wünschen Ihnen noch viel Spaß mit blau.de.

Sollten Sie zu irgend einem Zeitpunkt nicht zufrieden sein mit blau.de, schreiben Sie mir unter martin.ostermayer (ät) blau.de. Helfen Sie uns, immer besser zu werden.

Ihr Martin Ostermayer

-Geschäftsführer-

Bravo blau.de


Ausser Links nix los

Die DVD-, Spiele-, Musik-CD- und Hörbuch-Tauschbörse Hitflip hat eine nette Aktion gestartet, um Links auf ihr Blog zu sammeln.

Blogitzeljagd heisst das und geht so: Wer einen Beitrag über Hitflip die Blogitzeljagd schreibt und einen weiteren Beitrag in einem anderen Blog findet, kann was gewinnen. Das ist für zahlreiche Blogger ganz lustig.

Allerdings hat Hitflip was ganz Entscheidendes vergessen ins Spiel einzubeziehen: nämlich ihr eigenes Produkt. Und insofern ist das Ganze zwar ganz nett aber voll daneben.

Besser gefällt mir das.

Gefunden bei Robert


Tsunami-Marketing von Toyota

Ätsch. Da ist VW nur noch zweiter. Während die Wolfsburger im Januar jede zweite Großfläche in Deutschland für eine langweilige Golf-Jubiläumskampagne buchten, will Toyota im Februar noch eins draufsetzen.

"Ende Februar wird der Toyota Auris in Deutschlands Städten kaum zu übersehen sein: Hundertausendfach sollen Großflächenplakate, Citylights, Megalights (beleuchteten Vitrinen) und Litfaßsäulen den Mittelklassewagen im Bewusstsein der Kunden verankern. "Wir haben in größeren Städten so ziemlich alles gebucht, was auf der Straße sichtbar ist", sagte Toyota-Marketingchef Kris Vilhelmsson der heutigen Ausgabe des "Handelsblatt"."

Der Hang zum Werbe-Größenwahnsinn grassiert also weiter.

Quelle: Spiegel Online