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Wo sind die neuen Businessmodelle für Werbeagenturen?

Seth Godin über Werbeagenturen, sinngemäß übersetzt:

  • Agenturen sollten sich nicht länger aufs Verkaufen von Anzeigen oder Spots konzentrieren. Sie sollten lieber ihren Kunden dabei helfen, bessere Produkte zu machen.
  • Das Selbstverständnis von Agenturen ist: Nehmen wir eben das mittelmäßige Produkt des Kunden und machen eine tolle Werbung drumherum. Dann waschen sie ihre Hände in Unschuld und sagen: Wir können nichts dafür, dass uns die Kunden so ein schlechtes Produkt gebracht haben.
  • Agenturen sind sehr schlecht darin ihr eigenes Businessmodell in Frage zu stellen. Oder dem Kunden dabei zu helfen sich selbst neu zu erfinden.

Hat er recht, finde ich. Aber viel interessanter ist doch die Frage: Wie sieht das neue Businessmodell für die Agentur der Zukunft aus. Wer kennt eines? Wo sind die neuen Agenturen? Gibt es vielleicht verschiedene Businessmodelle?

Kommentare

sigi

Die neue Dienstleistung von Agenturen kann noch weitergehen. Also nicht nur helfen, die Produkte und Dienstleistungen zu verbessern, sondern noch tiefer gehen – d.h die Ressourcen, das Potenzial der Mitarbeiter und Chefs zu stärken. Und wirklich, das funktioniert.

Martin

Na ja. Wenn ich die Qualität meiner Produkte verbessern möchte, würde ich mich nicht an Kommunikationsprofis wenden, oder? Sondern eher an eine Unternehmensberatung. Und wenn es darum geht "die Ressourcen, das Potenzial der Mitarbeiter und Chefs zu stärken", dann wüsste ich nicht, weshalb Menschen, die nun einmal überwiegend Erfahrung im Bereich der (Massen-)Kommunikation haben, der richtige Ansprechpartner sein sollten.
Ich meine, das könnte schon klappen. Aber genauso gut kann ich die Mitarbeiter unserer Büroreinigungsfirma fragen, was wir an den Produkten verbessern sollen. Könnte auch klappen.

Tim Teichert

@sigi
Das liegt dann ja schon in dem Bereich was Unternehmensberatungen leisten. Vielleicht liegt aber genau da die Zukunft. Ein Mix aus Marketing- und Unternehmensberatung. Wenn ich mich recht entsinne, gibt es solche Ansätze schon. Aber sehr zaghaft. Ich nehme an, das klassische UBs um Ihren seriösen Ruf fürchten, wenn sie sich ZU kreativ geben. Womit wir beim üblichen Leid mit der deutschen Wirtschaftskultur sind: Seriösität meidet Kreativität (bzw. den Mut zu neuen Ideen) und wandert weiter auf den ausgetretenen Pfaden.

Bernd Röthlingshöfer

Ich stimme Seth Godin nur in den Punkten 2 und 3 zu. Ob es die Aufgabe von Werbeagenturen ist, den Auftraggebern beim Produkt zu helfen, stelle ich eher in Frage. Im Marketeasing-Modell kommt die Produktverbesserung (direkt oder indirekt) vom Kunden.

sigi

Die Kommentare zeigen mir, dass ich mich nicht ganz klar ausgedrückt habe. Wenn ein „Kommunikationsprofi” nur „Massenwerbungsmedienkommunikation” drauf hat, gebe ich Dir, Martin, recht. Kommunikation ist aber viel mehr als Verkaufen, Manipulieren oder Verdummen. Kommunikation ist der Universalschlüssel für Veränderung – von Beziehungen, von Firmen, von Teams, von Produkten. „Kreative” Kommunikation (ist eine Sache von Kopf, Herz und Bauch) misst sich am Ergebnis. Das gilt für Berater, Werber, Therapeuten, Coachs, Trainer und genauso für die Menschen mit Wischmop und Eimer (wäre vielleicht manchmal eine interessante, budgetfreundliche Alternative).

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