Premiere: Nessa Altura startet die virtuelle Filmtournee
Horizont bloggt

Ein Buch und 20 Filmsplitter - Interview mit Nessa Altura

Die Vorgeschichte:

Die Krimiautorin und Friedrich-Glauser-Preisträgerin Nessa Altura hat ein neues Buch geschrieben: Die 13.Klasse. Schüler haben dazu kleine Filme gedreht, die die Autorin analog zu ihren Splitterplots Filmsplitter nennt. Zu jeder der 20 spannenden Storys in ihrem Roman gibt es einen solchen Filmsplitter, einen davon zeigen wir jetzt. Die Filmsplitter gehen nämlich auf Tournee. Jeden Dienstag und Donnerstag werden sie in einem anderen Blog vorgestellt.

Zum Buch gibt es auch ein Blog-Magazin. Die Leser können die Schulklasse, die der Roman nur über die wenigen Tage einer Katastrophe begleitet, im Netz besser kennenlernen und über ein ganzes Jahr verfolgen, was aus ihnen wird. Eine der Schülerinnen heißt Elvira: Sie erzählt von der Liebe. Und von einem gefräßigen Zeck, der sich an unaussprechlicher Stelle einnistet.

Das Interview:

Worum geht es in dem Buch die 13. Klasse?

Nessa Altura: Eine Katastrophe bricht über den Deutschkurs des Bodensee-Gymnasiums herein: Das ganze Schulhaus stürzt zusammen, Schülerinnen, Schüler und Lehrer harren in einem zerstörten Klassenraum aus bis Hilfe kommt. Die aufkommende Panik versuchen sie zu bannen, indem sie sich Geschichten erzählen.

Wie würdest Du das Buch beschreibend charakterisieren? (Buchhändler müssen den Büchern ja oft einen Stempel aufdrücken...)
Nessa Altura: Spannungsroman

Ist das eine fiktive oder echte Klasse?
Nessa Altura: Alles ist natürlich erfunden – diese Klasse gibt es nicht. Aber, ich denke, eine solche Klasse könnte es durchaus geben – hoffen wir nicht, dass das jemals einer passiert.

Und bei den Namen auf Deinem Blog - alles fiktive Personen?
Nessa Altura: Ja, alles fiktiv. So machen das eben Schriftsteller – sie erfinden sich was. Dennoch fließt viel aus dem wirklichen Leben ein: Ich kenne eine Reihe junger Leute, da gibt es die eine oder andere Ähnlichkeit. Der eine oder andere hat beim Lesen gegrinst, weil er sich wiedererkannt hat. Aber richtige, reale Schüler haben die Filme gemacht.

Warum eigentlich 13. Klasse? Bist Du Lehrerin?
Nessa Altura: War ich mal, aber das ist lange her. Die 13. Klasse ist auch eine Hommage an das dreizehnte Schuljahr, das in Baden-Württemberg und Bayern 2012 abgeschafft wird. Dieses letzte Schuljahr war ein schönes für mich damals – man fühlte sich erwachsen, war es auch – mit allen Rechten, aber ohne die lästigen Pflichten. Man konnte ein bisschen das Leben genießen, allerdings immer die 13 – das Symbol von etwas Unheilvollen – im Blick: die Abiprüfung. Diesen Freiraum werden die zukünftigen Schüler nicht mehr haben.

Du selbst schreibst unter Pseudonym. Warum eigentlich?
Nessa Altura: Mir war mein Leben zu gleichförmig. Da hab ich mich einfach noch einmal neu erfunden. Und dazu gehört auch ein äußerliches Merkmal: ein neuer Name. Ich habe mich schnell daran gewöhnt. Und alle anderen offensichtlich auch.
Nessa Altura ist aus dem Portugiesischen, eine Vokabel, die ich damals gelernt habe. Es heißt viel wie: damals, zu jener Zeit oder Es war einmal. Und weil Märchen immer so anfangen, dachte ich: Das passt.

Und bei Lesungen? Trittst Du da mit Maske auf? Oder meidest Du Deinen Wohnort um nicht erkannt zu werden?
Nessa Altura: Nein, nein, äußerlich bin ich schon die gleiche. Wer mich kennt, weiß natürlich, dass ich mit zwei Identitäten spiele.

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