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Sony Playstation noch vor dem Verkaufsstart testen

Geniale Sache für die Spielefans. Sony arbeitet mit der Mundpropaganda-Agentur trnd zusammen und stellt denen einige Konsolen zum Testen zur Verfügung.
Was klasse ist: Endlich sind es nicht nur ausgewählte Journalisten, die sich vorab eine Meinung bilden dürfen, sondern "ganz normale" Konsumenten. Allerdings mussten die sich vorher als trnd-Mitglieder registrieren. (Gestern war Registrierungsschluss!)

"Die trnd-Mitglieder können sich dazu als Testkandidaten bewerben - den Zuschlag erhält, wer die meiste Erfahrung im Bereich Home-Entertainment aufweisen kann, bzw. die interessantesten Testergebnisse verspricht."

"Sinn und Zweck dieser Kampagne ist es, gezielt ehrliche Meinungen zur neuen PLAYSTATION®3 zu generieren, Gespräche im Freundeskreis anzuregen und die klassische Markteinführungskampagne dadurch mit Glaubwürdigkeit durch "echte" und "private" Meinungen zu unterstützen."

Mit "ehrlichen und echten Meinungen" und "Glaubwürdigkeit" ist es aber trotzdem so eine Sache. Denn die Meinungen solcher "Tester" fallen in aller Regel recht positiv gefärbt aus. Schuld daran ist der Hawthorne-Effekt - hier erklärt von trnd-Mitarbeiter Martin Oetting (PDF 428 kb). Schuld daran ist auch die Tatsache, dass viele Tester den Zuschlag zur Teilnahme als eine Art Hauptgewinn betrachten. Und dass wussten wir schon bei Werbemitteltests - sobald es für die Teilnehmer eine Belohnung gibt, fallen die Antworten positiver aus.

Also gutes Mundpropaganda-Marketing, etwas unglückliche Pressemitteilung.

Quelle: Pressemitteilung trnd

Wer das Projekt verfolgen will: trnd Projektblog


Web ist wichtigste Informationsquelle für IT-Kaufentscheidungen

Nach einer Untersuchung der Forrester Research nutzt in USA die Mehrzahl der Entscheidungsträger das Internet um sich über technische Produkte und Serviceangebote zu informieren.

"Es hat uns überrascht, dass 59 Prozent der Befragten angaben, ihre Teams sehen sich Multimedia-Inhalte, Online-Video, Demos oder Podcasts an oder lesen Blogs, um ihr Wissen über Produkte und Dienste zu verbessern“, so die Analystin. Sie ist der Ansicht, dass die Online-Statements zufriedener Kunden und die Aussagen in unzensierten Blogs eine tiefere Verbindung und das Vertrauen schaffen – etwas, das mit der herkömmlichen, eindimensionalen Kommunikation nicht zu erreichen ist.

Die Empfehlung aus der Studie: Unternehmen müssen der Website eine höhere Prioriät als anderen Verbesserungen der Kundenerfahrung einräumen.
Und noch was:

"Die Befragten sind auch der Ansicht, dass Entscheidungsträger der Werbung im Fernsehen und Radio, direkten Mail-Aktionen sowie Pressemitteilungen die geringste Aufmerksamkeit schenken."

Quelle: Computer Zeitung


Werbung und Datensensibilität

Johannes Widmer hat als Bachelor-Abschlussarbeit im Studiengang Digital Media an der Hochschule Ulm eine interaktive Flash-Präsentation zum Thema Datenschutz, Überwachung, Privatsphäre usw. erstellt. Eine Arbeit, die auch sehr dringlich aufzeigt, warum wir das Thema jetzt ernst nehmen sollten und nicht erst in einigen Jahren.
Bevor jetzt jemand fragt, was das mit Werbung zu tun hat: jede Menge. Denn es gibt nicht wenige Kollegen, die wollen alle erdenklichen Datensätze sammeln, sichten, analyieren, verknüpfen mit dem Argument, es sei ja nur zu unserem Besten.
Je mehr die Werber über den Verbraucher wissen, umso weniger würden sie ihn mit Werbung belästigen, die er nicht sehen will.

Schon mal daran gedacht, dass die Verbraucher diese Bevormundung gar nicht wollen? Dass es womöglich zu den Grundrechten einer Informationsgesellschaft gehören könnte, seinen Informationsmix selbst zusammen zu stellen?

Natürlich hat sich da die fiese alte Unterbrecherwerbung um keinen Deut gebessert. Aber die Privatheit geht zusätzlich flöten. Das Denkmodell der Old School lebt weiter. Werbedruck statt Anziehungskraft. Old School-Marketing statt New School-Marketeasing.


Gute Nacht, Netzwerk

Unzählige Menschen haben bei Xing, StudiVZ oder MySpace ein Profil angelegt und geben so Fans, Freunden, Geschäftspartnern die Möglichkeit sich mit ihnen zu vernetzen. Man tauscht sich aus, macht auf Termine aufmerksam, lädt sich zu Veranstaltungen und klüngelt manchmal wie im richtigen Leben.
Zig Bands haben das in MySpace getan und einige Karrieren sind sogar auf MySpace begründet. Aber: Wenn Dein gesamtes Netzwerk auf einer der diesen Plattformen organisiert ist, gibt es ein Problem. Dein Geschäft wird vom Netzwerk abhängig.

Weil sie das Profil der schwul-lesbischen Band Kids on TV gelöscht haben, haben die MySpace Betreiber der Band schweren Schaden zugefügt. Über 14.000 Kontakte sind nun verloren. Die taz fragt sich, was das für Gründe haben kann.
Und ich frage mich, ob wir das nicht als letzten Hinweis verstehen sollten und künftig unsere Netzwerke selbst organisieren?


Von der Bloggerin zur Buchautorin

Möglicherweise ist dies der erste größere Blogger-Buchdeal in der deutschen Verlagslandschaft.

Die Autorin von "Anleitung zum Entlieben", Kurzbeschreibung:  "Das Weblog beschreibt das zähe Ringen eines werdenden weiblichen Großstadt-Singles, seine bzw. ihre große Liebe ("Ich will einen Stall voll Kindern - aber nicht mit Dir") zu verlassen.

Die vermutlich glückliche Autorin, die MitleserInnen nur als Lapared bekannt ist, hat einen Vertrag über 2 (!) Bücher vom Ullstein Verlag erhalten. Glückwunsch!!!
Eigentlich klar, dass Blogger als Buchautoren gefragt sind, immerhin bringen sie bereits eine Stammleserschaft mit.
Wer mehr über solche Buchdeals weiss, her damit: ich berichte gerne darüber!


Publicity ist kein Zahlungsmittel

Es gibt ja eine Reihe von Kongreßveranstaltern in Deutschland, die meinen, die Chance vor einem irgendwie wichtigen Publikum aufzutreten zu dürfen, reicht als Bezahlung für einen Referenten aus. (Übrigens sind oft die Veranstalter, die die dicksten Eintrittsgelder von den Zuhörern kassieren genau die gleichen, die den Referenten nichts zahlen wollen). Viele Kongresse sind daher nix anders wie teure Butterfahrten - jeder preist seine Heizdecken an so gut er halt kann.

Jetzt hat offenbar auch Sinner Schrader seine Angel unter diese Heizdeckenvertreter geworfen:

"Sie sind Visionär und möchten Ihre innovativen Ideen einem Reality Check unterziehen? Dann suchen wir Sie als Referenten für das Innovation Camp auf der next07. Alle Zukunftsvisionen unter einem Dach, präsentiert von den wichtigsten Köpfen der Branche: Hier werden die Themen vorgestellt und diskutiert, die das Potenzial haben, im kommenden Jahr die Agenda zu bestimmen.
SinnerSchrader und die Deutsche Bank AG suchen gemeinsam innovative Ideen zur Präsentation in etwa zwanzigminütigen Vorträgen mit anschließender Diskussion."

Dumm nur: In einem Zeitalter wo jeder Bloggen oder sein eigenes Barcamp veranstalten kann, kann jeder seine visionären Ideen selbst verbreiten. Publicity ist Allgemeingut. Kein Zahlungsmittel.

Sorry, fast hätte ich den Preis übersehen:

"Als Preis für die interessanteste Zukunftsvision wird am Kongressabend von unserer Jury ein Venture-Capital-Beratungsgespräch vergeben".

Update! Don Alphonso sagt es weniger nett als ich, na klar. Bin zwar nicht immer seiner Meinung aber diesmal trifft er den Nagel auf den Kopf.
"Wenn ich das mal so direkt sagen darf. Solche Bewerbungen sind meines Erachtens peinlicher für den, der sie will, als für den, der sie erstellt. Komischerweise hat bei Ihnen offenbar keiner die Traute, Sie auf die Erbärmlichkeit dieses Tuns hinzuweisen. Ich habe in meinem Dasein schon viele Bewerber gesehen, die sich gewisser Dinge nicht entblödeten - meine Verachtung aber gilt denen, die sie dazu bringen, sich so an eine Klitsche ranzuschmeissen."
Dummerweise haben die Dialog-Experten von Sinner Schrader das Feingefühl groben Schleifpapiers und eine stoische Resistenz gegen Einsicht.


Wie man im Jahre 2007 "netzwerkt"

Ganz einfach so:

"Sollte außer mir (...) noch jemand frühmorgens mit dem Zug nach Hannover unterwegs sein: Ich sitze im ICE 676, 5 Uhr 9 von Stuttgart nach Hannover im Wagen 11, Platz 64 (ja, ich habe noch einen Sitzplatz bekommen ;-). Ruhig vorbeikommen, keine hektischen Bewegungen und gerne mit Kaffee ;-)"

Dort trifft man auf den überaus sympathischen Alexander Greisle vom Work Innovation Blog. Viel Spaß beim Treffen!
Passt zu diesem Beitrag.


Der Tag, als mir ein stubenreines Buch begegnete

"Gehet hin und werbet für euch", sagte der großgemächtige Verleger zu seinen kleinen Autoren. "Vor allem, bringet die Rezensionsexemplare selbst an den Mann."

Der Kölner Autor Michael Krupp formuliert ein Werbeanschreiben an Rezensenten - gar nicht mal uncharmant. Aber das Wichtigste hat er vergessen: Die bibliographischen Angaben zu seinem Buch.

Manchmal vergessen wir halt das Selbstverständliche zuerst. Zum ganzen Anschreiben:

Mehr "Der Tag, als mir ein stubenreines Buch begegnete" »


Kinder essen gratis!

Das macht das Café-Restaurant Kurhaus Bad Sachsa recht geschickt: Kinder unter 12 Jahren essen dort gratis und bekommen sogar ein Getränk ihrer Wahl dazu.

"Bei gleichzeitiger Bestellung eines Hauptgericht pro Erwachsenem erhält ein Kind ein Essen aus der Kinderkarte und ein alkoholfreies Getränk 0.2l gratis."

Mit dieser ungewöhnlichen Idee startete der Harzer Kurhausgastronom vor drei Jahren in Bad Sachsa, um verstärkt Familien mit Kindern als Gästegruppe zu gewinnen. Das hat geklappt.
Wo andere ihr Werbebudget für Anzeigen etc. ausgeben, investiert der Restaurantbesitzer lieber in die jüngsten Gäste und gewinnt im Gegenzug Mundpropaganda. Das Haus zieht inzwischen Familien aus ganz Deutschland an. Schöner Nebeneffekt: die Zahl der Familienfeiern ist gestiegen.

Den "richtigen Preis" zu finden, ist unmittelbar erfolgsentscheidend.  Aber noch wichtiger ist es, wie man seine Preisangebote kreativ "verpackt".

Quelle: Pressemitteilung


Simple Innovationen

Anja Förster und Peter Kreuz promoten gerade ihr neues Buch Alles außer gewöhnlich. Ich wünsche ihnen sehr viele Leser, besonders bei den deutschen Möbelherstellern. Haben Sie schon mal versucht in einem konventionellen Möbelhaus - nicht in der Mitnahmeabteilung - ein Möbel zu erstehen? Ich habe das seit Jahren nicht mehr geschafft: Sobald ich von den Lieferzeiten höre, die 3-4 Monate betragen, mache ich auf dem Absatz kehrt. Es gibt andere Einkaufsquellen genug: IKEA, Flohmärkte, eBay, selber fertigen lassen.
3 Monate auf ein neues Sofa warten. Nee sorry, das ist nicht zeitgemäß. Enttäuschend, dass der deutschen Möbelindustrie zum Thema Lieferzeiten in den letzten 25 Jahren nichts eingefallen ist.
Dabei bin ich so ein Möbelfan.


Heute keine Werbung

Das Marktforschungsinstitut microm (Slogan: Keiner ist näher am Kunden) warnt davor, Werbung für Luxusgütern in den neuen deutschen Slums zu betreiben - dort wo das Prekariat zuhause ist. Schon beim Begriff Prekariat, der einen guten Teil der Bevölkerung auf mieseste Weise etikettiert, wird mir speiübel.
Deshalb eine Bitte: Denkt mal einen Tag lang nicht über Werbung nach. Sondern macht Euch Gedanken über unsere Gesellschaft, die eine Spaltung in Arm und Reich nicht verhindert, sondern sie gerade planmässig vorbereitet. Das Mindeste, was man dagegen tun kann: das Vokabular der Ausgrenzung und Diffamierung nicht zu übernehmen.

"Prekariat oder Upper Class - microm liefert Modell zur Identifizierung sozialer Schichten in der Gesellschaft

Die zunehmende Trennung zwischen arm und reich in Deutschland lässt sich inzwischen auch räumlich nachverfolgen. Während auf der einen Seite der Wohlstand wächst, nehmen die Existenznöte der sozial Schwachen immer drastischere Formen an. Arbeitslosigkeit und Zahlungsunfähigkeit sind zwei offensichtliche Merkmale des sozialen Abstiegs.

Diese zunehmende Polarisierung prägt immer mehr das Bild unserer Städte und Dörfer. Einerseits begrüßt die Wirtschaft den wachsenden Markt für Luxuswaren - andererseits stehen die öffentlichen Kassen vor der Aufgabe, die ohnehin knappen Mittel richtig zu verteilen. Gut ist es da zu wissen, wo die Jaguar-Werbung mehr als Neid erzeugt und wo die Problemgebiete sind, die gefördert werden müssen."

Zitat: Pressemeldung Microm


Nutzen Sie den Backstage-Effekt

Zu den bewährten Maßnahmen der Kundenbindung gehört es, den Kunden mal "hinter die Bühne" gucken zu lassen. Bei Pop Stars sind die Backstage Karten ein Mittel die treuesten Fans mit exklusiven Einblicken zu belohnen.
Warum soll das so exklusiv sein? Warum gönnen Sie nicht jedem Ihrer Kunden einen Einblick in die Werkstatt, ins Atelier, in die Küche, in die Backstube? Nein nicht nur einmal im Jahr beim Tag der offenen Tür, sondern regelmässig. Und dann nicht in Sonntags- oder Feierlaune, sondern im schwitzenden Alltag. Ihre Kunden wollen schließlich nicht wissen, dass sie Hüpfburgen aufstellen können. Sie wollen sehen, wie Sie Qualität produzieren. Dazu hat Volkswagen eine gläserne Fabrik. Und Sie?

Hier eine Idee von meiner Brötchentüte:

"Backstubentour bei Hamma
Sie möchten sich selbst von der Qualität unserer Arbeit überzeugen? Dann schauen Sie doch einfach mal unseren Bäckermeistern über die Schulter. An jedem zweiten Dienstag im Monat können Sie an einer Führung durch unsere Zentrale in Ravensburg oder unsere Backstube in Oberzell teilnehmen. Beginn ist jeweils um 7 Uhr. Wir bitten um telefonisch Anmeldung da die Teilnehmerzahl auf 12 Personen begrenzt ist."


Was Steve Jobs mit einer Show bewirkt

Ein Harvard Professor hat ausgerechnet, dass die Show von Steve Jobs bei der er das Apple iPhone präsentierte, dem Unternehmen kostenlose Publicity im Wert von 400 Millionen US Dollar gebracht hat.
Einerseits eine gigantische Zahl und ein Beweis dafür, wie perfekt Apple das Marketeasing beherrscht. Ohne dass je eine Anzeige oder ein TV Spot geschaltet wurde, ist das Apple iPhone weltweit in aller Munde.
Und dennoch, ein unsinniger Vergleich. Denn mit keinem Werbeetat der Welt hätte man den Effekt erzielen können, den Steve Jobs mit einer Show erreicht.

via Burkhard Schneider


Klassische Werber sind die letzten,

die merken, wann es mit der klassischen Werbung zu Ende geht. Und die fettesten Maden können sich am allerwenigsten vorstellen, dass irgendwann der Speck durchgefressen ist.

Holger Jung: "Solche Statements sind kontraproduktiv und ein schleichendes Gift, weil sie die Industrievertreter stark verunsichern".
Klaus-Peter Schulz/BBDO: "Man darf die Klassik nicht totreden, denn das schadet unserem Geschäft und ist faktisch nicht zu untermauern."

Zitate aus der Horizont Papierausgabe.


Was Patienten und Filmfreaks gemeinsam haben

Beide sagen uns ihre Meinung. Die Filmfreaks auf Moviepilot.de:

"Der Moviepilot ist eine unabhängige Filmempfehlungsseite für alle, die Filme lieben. Die Seite funktioniert wie ein Gespräch mit Freunden über Filme. Nur kann man hier das Gespräch mit Hunderten Gleichgesinnten gleichzeitig führen! Man bewertet Filme und bekommt dann auf Basis seines eigenen Geschmacks persönliche Filmempfehlungen. Fürs Kino, für den nächsten Videotheken-Besuch oder fürs Fernsehprogramm der nächsten Woche."

Die Patienten auf TopMedic.de

"Was bislang nur per Mundpropaganda möglich war, oder punktuell in Hitlisten von Zeitungen oder Zeitschriften gibt es künftig umfassend für ganz Deutschland. Zufriedene Patienten geben ihren Ärzten gute Noten und können einen kurzen Freitext hinzufügen. Wer auf der Suche nach einem Arzt ist, kann sich in Zukunft diese Beurteilungen ansehen und bei der Arztwahl informierte Entscheidungen treffen.
Barbara Bauer, Geschäftsführerin der TopMedic E:U.R.L.: „Wir evaluieren jede Bewertung redaktionell kurz nachdem sie abgegeben wurde, damit filtern wir groben Unfug schnell heraus.“

Was mir spontan so einfällt. Was andere Filmfreaks über Filme so sagen interessiert mich ziemlich wenig. Die Geschmäcker sind doch grundverschieden. Deshalb ist der eigentliche Bringer beim Moviepilot ein anderer: die passgenauen Vorschläge für meinen Geschmack.

Arzt-Wahl ist weniger eine Geschmacksfrage sondern eine Kompetenzfrage. Wer will schon von einem Nichtskönner gebohrt werden? Spannend wird da sein ob die Site überhaupt ehrliche Meinungen zulässt oder bald von Rechtsanwälten mundtot oder handzahm gemacht wird.

Außerdem: Die TopMedic.de ist irgendwie als Frühchen auf die Welt gekommen. Bis jetzt hab ich auch unter Eingabe verschiedener Postleitzahlen keine einzige Arztbewertung gefunden.

Nur eine Frage der Zeit, dann gibt es sowas für meine, Deine, Ihre Branche. Der Einfluss der Mundpropaganda wird unaufhaltsam stärker!

Quelle: Pressemitteilungen der Unternehmen


Rettet das Lob - es geht weiter

Wieder gab es ein paar tolle Hinweise in den Kommentaren zu meinem Posting "Rettet das Lob"!

Thorsten Kilian lobt Flatrate-Newsletter.de
Hoste dort meinen Business-Newsletter. Kostenloses Testangebot, das sogar noch um vier Wochen verlängert wurde, weil ich mehr Zeit zum Einrichten brauchte, dazu schneller Rückruf (ca. 30 Minuten) bei Fragen zur Installation. Absolut freundlicher Service und auch Sonderwünsche wurden erfüllt."

Und Elke Fleing hat gleiche mehrere lobenswerte Kandidaten (vielen Dank, Elke!) Einer ist Amazon:

"Ich bin immer wieder begeistert über den Hotline-Service dort. Schon das Prozedere: Tel.-Nr. eingeben, Button "Bitte rufen Sie mich [gewünschte Uhrzeit eintragen] an" - und auf die Minute pünktlich klingelt das Telefon. Supernette, freundliche, kulante MitarbeiterInnen am Telefon, die alles dran setzen, mir als (zugegebener Maßen guter) Kundin das Leben zu erleichtern. Mit Ratschlägen, wenn ich sie brauche, Kulanz, wenn's mal nötig ist und immer mit einem Lächeln in der Stimme."

Sogar eine Bank hat diesmal ein Lob kassiert. Christopher Meil schreibt:

"Vor kurzer Zeit habe ich von meiner Bank der BBBank ein Dankesschreiben bekommen. Anlass ist meine nun 10 Jährige Kundenzugehörigkeit. Das ganze war verbunden mit einer Überweisung von 10 EUR als Dankeschön auf mein Konto. Das fand ich klasse."

Wem das alles nicht weit genug geht, der lasse sich von dem Wiener Kundenfairblüffer Dejan Novakovic inspirieren. Der lobt mit Rosen! Tolle Aktion!

Vielen Dank für Eure Hinweise. Und lobt ruhig weiter...


Neue Bildagentur?

Fotolia schreibt mir:

Benötigen Sie regelmässig hochwertige und gleichzeitig preisgünstige Bilder für Ihre Firma oder Ihre Kunden? Und Sie möchten weder Abonnements kaufen noch komplizierte Lizenverträge unterschreiben? Dann sollten Sie jetzt unbedingt weiterlesen.

Fotolia – so heißen wir – ist eine online Bildagentur mit weltweit 280.000 Mitgliedern. Innerhalb eines Jahres haben wir es geschafft, über 2,5 Millionen hoch qualitative Bilder von internationalen Fotografen und Illustratoren zusammen zu tragen.

Und das ohne Agentur-Firlefanz und zu realistischen, um nicht zu sagen ultra-günstigen Preisen, d.h. ab 1 Euro pro Foto. Vor allem kaufen Sie bei uns nur die Fotos, die Sie tatsächlich benötigen und keine teuren Themen-CDs mit 20 guten Bildern, die alle Anderen auch benutzen, und 480 Bildern, die kein Mensch braucht.
"

Leider fehlen der E-Mail die erforderlichen Pflichtangaben für Geschäftspost, was kein gutes Zeichen ist.
Kennt die Fotolia jemand? Bei immerhin 280.000 Mitgliedern müsste doch jemand "Ich!" rufen.


Neuromarketer wollen Kopuline einsetzen

Die spinnen die Neuromarketer. Dachte sich wohl auch Tim Heckhausen und schrieb an der Universität St. Gallen die Arbeit:

"Camouflage Concept – Der ungefilterte Kaufentscheid. Nutzung subversiver, olfaktorischer Reize im Marketing mit Fokus auf POS"

Ist ein bisschen viel zu lesen momentan. Eine entscheidende Stelle ist die wo der Unterschied zwischen der Verarbeitung visueller und olfaktorischer Reize erläutert wird:

Visueller Reiz:
"Ein Kunde begibt sich in ein Kaufhaus und sieht dort eine Promoterin, die für ein bestimmtes Produkt wirbt. Diese Information gelangt über die Sehrinde in den Thalamus, welcher schon die ersten Informationen für das Großhirn sortiert, und läuft weiter in den Hypothalamus, wo sich die Wege der Information aufspalten.

Der erste Teil gelangt in die Hypophyse und veranlasst unter Umständen die Ausschüttung von Sexualhormonen. Der zweite Teil läuft über die Amygdala in den Hippocampus, welcher auch für die Koordinierung der verschiedenen Gedächtnisinhalte verantwortlich ist. Hier meldet sich nun zum ersten mal das Gedächtnis. Über die Fornix läuft die Information nun zu den Mamillarkörpern und wieder in den Thalamus zurück.

Nun spaltet sich die Information abermals. Ein Teil läuft auf selbigem Weg nun wieder über den Gyrus cinguli oder das Indusium griseum in die Amygdala.

Der andere Teil wird in den Cortex, vor allem in den präfrontalen Cortex gesandt. Diese Bereiche zählen zum Großhirn, dem Sitz des Bewusstseins und u.a. verantwortlich für logisches Denken und Selbstbewusstsein. Hier findet also eine bewusste Bewertung und Filterung der Information statt, wie beispielsweise die Überlegung sich näher auf die andere Person einzulassen.

Olfaktorischer Reiz
Der gleiche Kunde begibt sich in ein Kaufhaus und sieht die Promoterin. Diese signalisiert aber durch den Einsatz von Kopulinen nun zusätzlich, dass sie paarungsbereit ist. Diese olfaktorische Information gelangt nun über die Nase in den Olfaktorischen Cortex, das Riechhirn. Von hier aus gelangt der Impuls nun auf direktem Weg in die Amygdala, dem Mandelkern. Die Amygdala sendet die Information sofort an die Hypophyse welche alsgleich beginnt, Sexualhormone auszuschütten. Es findet bei diesem Vorgang also keine Filterung der Information statt. 

Hier kann man die komplette Arbeit downloaden


Darf ich vorstellen: Die Cash Test Dummies

Das ist verdammt cool. So kommt man als Unternehmen zu ehrlichen Produkttests und verhindert gleichzeitig Bestechlichkeit, Lobhudeleien aus Gefälligkeit und vorgetäuschte Konsumhöhepunkte.

Die südafrikanische Website CherryPicka, die gerade Cash Test Dummies suchen, hatte die entscheidende Idee! Keine Schmiergelder für Blogger, keine geheimnisvolle Test-Community. Bei den CherryPicka läuft das alles ganz offen ab:

Unternehmen bieten Produkte zum Testen an. Wer es testen will, kauft es!

Mit einem kleinen Preisnachlass. Und schreibt dann darüber, was er denkt. Weil die Leute bezahlen müssen, verhindert das Lobhudeleien aus Dankbarkeit. Und wenn das Produkt nix taugt wird es wohl auch herausposaunt. Schließlich hat man dafür Bares auf den Tisch gelegt.

Halte ich für das Sieger-Konzept. Bitte wann kommts nach Deutschland?

Quelle Springwise


Dankeschön an Frank Bärmann vom KMU-Marketing-Blog

Er stellt heute in einem ausführlichen Posting meinen Werberatgeber "Werbung mit kleinem Budget" vor. Demnächst gibt es auch ein Interview mit mir in seinem Blog. Ich freu mich darauf.

Und so ein KMU-Marketing-Blog ist doch eine gute Sache!

Ähemm Frank: Wo hast Du denn die Permalinks und Trackbacklinks versteckt? Nur so zum Verlinken... wäre ganz praktisch...


Vorsicht! Die Hamburg-Botschafter sind unter uns

Botschafter-Programme sind eine Form der organisierten Mundpropaganda - eine hochwirksame. Das geht so: Man fragt bestimmte Leute, am besten die Fans unter den Kunden, ob sie nicht Lust haben als Botschafter für die Marke oder das Unternehmen tätig zu werden. Was sollen sie tun? Die Marke ins Gespräch bringen, als Ansprechpartner fungieren und sich als Fans bekennen.
Was bekommen sie für eine Gegenleistung? Da ist vielerlei möglich: Sie bekommen mehr und oft exklusive Informationen, manchmal Vergünstigungen wie Einkaufsrabatte, nehmen an Events teil, zu denen Normalsterbliche keinen Zutritt haben usw.

Ein solches Botschafterprogramm hat auch die Stadt Hamburg! Zur Nachahmung empfohlen!

Für ein paar Bratwurstgutscheine, jährliche Lebkuchenlieferungen und ein VIP Ticket für den FCN würde ich glatt Botschafter meiner Heimatstadt werden.

Burkhard Schneider weiß mehr darüber.


Herzlichen Dank an Monika Meurer

Monika Meurer hat den ersten und einen ausführlichen Kommentar zu meinem gestrigen Aufruf "Rettet das Lob" geschrieben und darin eine Fülle beeindruckender und überzeugender Serviceleistungen von Unternehmen genannt.

Hier zwei Beispiele, den Rest bitte im Kommentar selber lesen!

"Wiesbauer: Diese Firma hatte ich angeschrieben, weil ich auf der Internetseite etwas nicht finden konnte. Als Wiedergutmachung bekam ich ein Päckchen voller Produkte und Werbegeschenke zugesandt. Wirklich eine nette Geste."

"Computeruniverse: Hier hatten wir als Neukunde direkt eine Reklamation, die aber sehr professionell behandelt wurde. Vorteil hier: Man kann dort zum Normaltarif(!!) anrufen und bekommt einen direkten Ansprechpartner. Dort bestellen wir jetzt nur noch. Dieses Erlebnis war prägend."


Pimp my Billy: Wird es mal eine Möbeltuning-Branche geben?

Billy2 "Pimp my Billy" heißen drei Produkte der Designergruppe ding3000.

Aufgemotzt wird das wohl meistverkaufte Bücherregal Deutschlands (der Welt?) das billige Billy-Regal von Ikea. Nachdem ich vor kurzem über die Theorie der Schwachen Signale schrieb, frage ich mich: Ist das so ein Zeichen aus der Zukunft? Wird es in Zukunft eine bedeutende Branche der Möbeltuner geben? Mir fällt ein, dass ich schon häufiger auf diese oder diese Ikea-Hacks gestoßen bin.

Das abgebildete Modell Billy Wilder können Sie ebenso wie ein Modell Billy Heidenreich hier kaufen.

via Swissmiss


Horizont bloggt

Ich weiß jetzt nicht ob Sie es schon wussten. Horizont bloggt. Genau! Das Fachmedium für Marketing, Werbung und Medien. Offenbar werkeln sie so klammheimlich seit Ende Februar an den Postings. Klasse, dass sich die Kollegen jetzt endlich mal vorgewagt haben. Es sieht gar nicht so übel aus, finde ich. Immerhin haben sie Spießer Alfons an Bord. off the record heisst das Blog.

Lustig. Wo doch die Branchenkonkurrenz wuv in der Süddeutschen Zeitung soeben das Ende des Blogging-Wahns ausgerufen hat und der Werbeblogger Patrick das Wort Blog abschaffen wollte.


Ein Buch und 20 Filmsplitter - Interview mit Nessa Altura

Die Vorgeschichte:

Die Krimiautorin und Friedrich-Glauser-Preisträgerin Nessa Altura hat ein neues Buch geschrieben: Die 13.Klasse. Schüler haben dazu kleine Filme gedreht, die die Autorin analog zu ihren Splitterplots Filmsplitter nennt. Zu jeder der 20 spannenden Storys in ihrem Roman gibt es einen solchen Filmsplitter, einen davon zeigen wir jetzt. Die Filmsplitter gehen nämlich auf Tournee. Jeden Dienstag und Donnerstag werden sie in einem anderen Blog vorgestellt.

Zum Buch gibt es auch ein Blog-Magazin. Die Leser können die Schulklasse, die der Roman nur über die wenigen Tage einer Katastrophe begleitet, im Netz besser kennenlernen und über ein ganzes Jahr verfolgen, was aus ihnen wird. Eine der Schülerinnen heißt Elvira: Sie erzählt von der Liebe. Und von einem gefräßigen Zeck, der sich an unaussprechlicher Stelle einnistet.

Das Interview:

Worum geht es in dem Buch die 13. Klasse?

Nessa Altura: Eine Katastrophe bricht über den Deutschkurs des Bodensee-Gymnasiums herein: Das ganze Schulhaus stürzt zusammen, Schülerinnen, Schüler und Lehrer harren in einem zerstörten Klassenraum aus bis Hilfe kommt. Die aufkommende Panik versuchen sie zu bannen, indem sie sich Geschichten erzählen.

Wie würdest Du das Buch beschreibend charakterisieren? (Buchhändler müssen den Büchern ja oft einen Stempel aufdrücken...)
Nessa Altura: Spannungsroman

Ist das eine fiktive oder echte Klasse?
Nessa Altura: Alles ist natürlich erfunden – diese Klasse gibt es nicht. Aber, ich denke, eine solche Klasse könnte es durchaus geben – hoffen wir nicht, dass das jemals einer passiert.

Und bei den Namen auf Deinem Blog - alles fiktive Personen?
Nessa Altura: Ja, alles fiktiv. So machen das eben Schriftsteller – sie erfinden sich was. Dennoch fließt viel aus dem wirklichen Leben ein: Ich kenne eine Reihe junger Leute, da gibt es die eine oder andere Ähnlichkeit. Der eine oder andere hat beim Lesen gegrinst, weil er sich wiedererkannt hat. Aber richtige, reale Schüler haben die Filme gemacht.

Warum eigentlich 13. Klasse? Bist Du Lehrerin?
Nessa Altura: War ich mal, aber das ist lange her. Die 13. Klasse ist auch eine Hommage an das dreizehnte Schuljahr, das in Baden-Württemberg und Bayern 2012 abgeschafft wird. Dieses letzte Schuljahr war ein schönes für mich damals – man fühlte sich erwachsen, war es auch – mit allen Rechten, aber ohne die lästigen Pflichten. Man konnte ein bisschen das Leben genießen, allerdings immer die 13 – das Symbol von etwas Unheilvollen – im Blick: die Abiprüfung. Diesen Freiraum werden die zukünftigen Schüler nicht mehr haben.

Du selbst schreibst unter Pseudonym. Warum eigentlich?
Nessa Altura: Mir war mein Leben zu gleichförmig. Da hab ich mich einfach noch einmal neu erfunden. Und dazu gehört auch ein äußerliches Merkmal: ein neuer Name. Ich habe mich schnell daran gewöhnt. Und alle anderen offensichtlich auch.
Nessa Altura ist aus dem Portugiesischen, eine Vokabel, die ich damals gelernt habe. Es heißt viel wie: damals, zu jener Zeit oder Es war einmal. Und weil Märchen immer so anfangen, dachte ich: Das passt.

Und bei Lesungen? Trittst Du da mit Maske auf? Oder meidest Du Deinen Wohnort um nicht erkannt zu werden?
Nessa Altura: Nein, nein, äußerlich bin ich schon die gleiche. Wer mich kennt, weiß natürlich, dass ich mit zwei Identitäten spiele.


Premiere: Nessa Altura startet die virtuelle Filmtournee

Ist schon ein paar Jährchen her, dass ich in deutschen Blogs die erste und zweite virtuelle Buchtournee durchgeführt habe. Und dann wurde es still um die Idee der virtuellen Buchtourneen. Ob das immer daran liegt, dass die Leute lieber eigene Ideen ausbrüten?

Die Krimi-Autorin Nessa Altura hat so eine eigene Idee gehabt. Als Werbung für ihr neuestes Buch „Die 13. Klasse“ startet sie heute eine virtuelle Filmtournee. Und ich darf die erste Filmrolle einlegen.
Zu sehen gibt es mehrere Filmschnipsel, die alle was mit dem Buch zu tun haben. Heute diesen:


Link: sevenload.com

Und übermorgen, am Donnerstag, geht es bei Wolfgang Tischer im Literatur-Café weiter.

Mehr zum Projekt & Buch in Nessas Blog


Wie die Airline KLM ihre Kunden beflügelt

Clubchina In Marketeasing hieß es noch: Machen Sie mehr mit Ihren Kunden! Die niederländische Airline KLM hat jetzt eine Idee vorgestellt, die zeigt, dass ich in einer Neuauflage einen zweiten Ratschlag geben muss: Machen Sie mehr für Ihre Kunden!

Denn durch dieses Mehr erhöht man die Kundenbindung und bringt die Mundpropaganda in Gang.

Worum geht es? Um die exclusiven Online-Businessclubs, die KLM ihren Kunden anbietet, z.B. den KLM Club China oder KLM Club Africa. Dort können alle KLM Kunden "netzwerken", die ähnliche Flugziele haben. Die richtige Idee dahinter: Wer häufig eine bestimmte Destination anfliegt, hat mit seinen Mitreisenden jede Menge gemeinsamer beruflicher oder auch privater Interessen. Mit den Clubs erleichtert KLM den Passagieren sich auszutauschen und kennen zu lernen.

Tolle Serviceidee. Eine Business-Community, die weitaus mehr Nutzen bietet als konventionelle Kundenclubs oder Kundenbindungsprogramme.

Gefunden bei Springwise