Buchwerbung im Schuhladen
Na immerhin mal ein neuer Gedanke, wenn auch kein guter. Rowohlt stellt in 75 Filialen der Görtz- Schuhkette Displays und Kassenaufsteller auf und bewirbt da seinen "Roman der Saison", ein Werk von Marina Fiorato mit dem Titel "Die Glasbläserin von Murano. Görtz-Kundinnen können an einem Gewinnspiel teilnehmen und wahlweise Schuhgutscheine oder Bücher gewinnen.
Was der Roman mit Schuhen zu tun hat? Keine Ahnung. "Frauen haben doch einen Schuhtick", dachte man sich wohl bei Rowohlt und marschierte in typischer Old School-Zielgruppendenke geradewegs in dieses halbgare Kooperationskonzept. Ein bisschen Mundpropaganda-Marketing sollte wohl auch dabei sein - so hat man den Schuhverkäuferinnen jeweils ein Exemplar des Buches geschenkt. Damit sie mit ihren Kundinnen drüber reden können.
Ob es was nützt? Das wird wohl auch Rowohlt kaum erfahren - denn verkauft werden dürfen die Bücher bei Görtz gar nicht. Da muss an sich dann weiter in den Buchhandel bemühen.
Fazit: Verlage, Autoren und Buchhandel sollten tatsächlich viel mehr neue und ungewöhnliche Kooperationen ausprobieren. Wenn, dann aber richtig. Dazu gehören Lesungen und die direkte Kaufmöglichkeit. Ein Konzept, das sich mit Pappaufstellern erschöpft ist eines für die Mülltonne.
Quelle: Horizont/Printausgabe 19/2007



