Kommunikationschance Warenetikett
Frosta in der Old School-Falle

Buchwerbung im Schuhladen

Na immerhin mal ein neuer Gedanke, wenn auch kein guter. Rowohlt stellt in 75 Filialen der Görtz- Schuhkette Displays und Kassenaufsteller auf und bewirbt da seinen "Roman der Saison", ein Werk von Marina Fiorato mit dem Titel "Die Glasbläserin von Murano. Görtz-Kundinnen können an einem Gewinnspiel teilnehmen und wahlweise Schuhgutscheine oder Bücher gewinnen.

Was der Roman mit Schuhen zu tun hat? Keine Ahnung. "Frauen haben doch einen Schuhtick", dachte man sich wohl bei Rowohlt und marschierte in typischer Old School-Zielgruppendenke geradewegs in dieses halbgare Kooperationskonzept. Ein bisschen Mundpropaganda-Marketing sollte wohl auch dabei sein  - so hat man den Schuhverkäuferinnen jeweils ein Exemplar des Buches geschenkt. Damit sie mit ihren Kundinnen drüber reden können.

Ob es was nützt? Das wird wohl auch Rowohlt kaum erfahren - denn verkauft werden dürfen die Bücher bei Görtz gar nicht. Da muss an sich dann weiter in den Buchhandel bemühen.

Fazit: Verlage, Autoren und Buchhandel sollten tatsächlich viel mehr neue und ungewöhnliche Kooperationen ausprobieren. Wenn, dann aber richtig. Dazu gehören Lesungen und die direkte Kaufmöglichkeit. Ein Konzept, das sich mit Pappaufstellern erschöpft ist eines für die Mülltonne.

Quelle: Horizont/Printausgabe 19/2007

Kommentare

Det Mueller

Hallo Bernd, wieder mal ein interessanter Artikel auf deinem Blog. Stimmt, ich muß Dir Recht geben, die Schuhnummer ist für die Katz. Ist vorallem nicht authentisch.

Irgendwann aber hatte ich mal "Brötchentüten" in der Hand, die waren mit Lesekunst aufgepeppt. Das fand ich richtig gut!

Erstens lese ich gern. Zweitens sowieso beim Kaffee. Und in der kleinen Brötchenpause - warum nicht! Ohnehin handelte es sich um Lyrik und Kurzgeschichten - die liebe ich ohnehin.

Leider weiß ich nicht mehr welcher Bäcker in Köln so innovativ war - ich habs länger nicht mehr wahrgenommen...

Herzliche Grüße: Det

Zamyat

@ Det
Das ist ja eine klasse Idee mit der Brötchentüten-Lyrik. Und erinnert mich an eine Geschichte über einen "Einpacker" in den USA, über die Frau Birkenbihl mal schrieb. Er legte den Kunden immer selbstgeschriebene Sprüche mit in die Einkaufstüten - und alle wollten sich nur noch an dieser Kasse anstellen.
Ein gutes Beispiel für Engagement und Einfallsreichtum.
Schade, dass du den Bäcker in Köln nicht mehr erinnerst:-)

Nessa

ja, die Brötchentüten sind klasse. Ich schreibe da auch. Nachschauen bei www.lesefutter.de
Grüße
Nessa

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