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Eine Nachricht für die mitlesenden Autoren

Liebe Kollegen. Jetzt stellt euch mal vor, ihr schreibt gerade an einem Buch. Da kommt ein Anruf von Thomas Gottschalk. Ihr werdet zu „Wetten dass?“ eingeladen. In zwei Wochen.
Doofe Sache, wenn das Buch nicht fertig ist. Das heisst, das Manuskript ist fertig, muss aber noch gesetzt, gestaltet, gedruckt etc. werden.
Genauso ging es der amerikanischen Autorin Mignon Fogarty, genannt Grammar Girl, die eine Einladung in die Oprah Winfrey Show erhielt. Was tun. Sie setzte sich hin und las das ganze Manuskript einfach mal herunter, nahm es mit ihrer 600 Dollar Home-Audio-Podcasting-Ausrüstung auf und lud die Audio-Datei auf audible.com hoch.
Dort ist jetzt das Audiobook für 4,95 US Dollar noch vor der Printversion zu haben. Lohn der kurzen Anstrengung: Das Buch schoss nach der Show auf Platz 1 der Audible Download Charts.
Wir leben in einer schnellen Welt. Und: Warum eigentlich nicht das Audiobuch vor der Printversion heraus bringen?

Quelle: Newsletter Cool News of the Day

Kommentare

Zamyat

Irgendwie steh ich auf der Leitung - aber als ebenfalls- Autorin sperre ich natürlich gleich die Ohren auf.
Wieso muss das Buch denn fertig sein, wenn man zu so einer Show geht (wobei mich Gottschalk sicher nicht anrufen wird, wenn er liest, dass ich gerade "Das tanzende Kamel" schreibe...:-).

Hat die dann die Audio- Version bei der Show vorgespielt oder was? Oder ging es darum, dass die begeisterten Zuschauer dann auch gleich was hatten, was sie kaufen konnten?? (Ach ja, wahrscheinlich das).

Leider bin ich mit den ganzen Audio-Sachen noch nicht fit (bin schon stolz, dass ich heftige Bloggerin bin, was ja in der Trainer-Szene immer noch so gut wie unbekannt ist), dabei werde ich immer gefragt, ob ich denn nicht mal den "Indianertanz" auf meine Webseite singen kann. Also, es gibt noch viel Neues zu entdecken.

Nessa

Hm ja, warum eigentlich nicht? Aber damits auch gekauft/gehört wird, müsste man wohl tatsächlich zu so einer Show eingeladen werden ... wann ruft Oprah bei mir an?
Ich warte geduldig
Nessa

Kai

Ja, bei Oprah ohne verkaufsbereites Produkt anzutreten, ist schon tragisch. Jedes Buch, das in der Sendung erwaehnt wird, wird automatisch zum Bestseller. Gute Idee, schnell eine Audio-Version aufzunehmen. Besser als eine total vertane Chance, den Oprah-Auftritt in Geld umzuwandeln.

Daniel

Gute Idee! Ich habe sogar erst einen Podcast aufgenommen und seit Freitag ist auch das Buch da. Aber wie ist denn das jetzt mit der Einladung zu Oprah? ;-) Lieber Gruß, Daniel

Bernd Röthlingshöfer

@ Zamyat. Stell Dir vor Du gehst in die TV Show, Du redest über Dein Buch, aber es ist noch nicht im Handel! Vertane Chance. Dann besser noch schnell ein Audiobook zaubern, das wg. der kurzen Produktionszeit sofort lieferbar ist.
Ich fand die Notiz auch deshalb bemerkenswert weil Audiobooks hierzulande noch immer als Zweitverwertung gelten. Aber vielleicht können auch gedruckte Bücher mal die Zweitverwertung eines Audiobooks sein?
@ Daniel. Welches Buch? Verrätst Du nicht mehr?

Simone

Das mit trackbacken klappt irgendwie nicht. Dann eben so:) Das Problem kenne ich jedenfalls auch, natürlich ne Nummer kleiner, aber eine Zeitschrift, die einen Artikel haben wollte, der dann vor dem Buch erschien oder eine Lokalzeitung, die einen Artikel zu einem thema bringen wollte, wobei das Seminar erst ein halbes Jahr später wieder stattfand. Indes halte ich die Idee aus drei Gründen für problematisch:

1. Tritt man nicht in der Regel vertraglich die Nutzungsrechte für sein Buch an den Verlag ab, sprich vermutlich darf man so ein Do-It-Yourself gar nicht produzieren - oder?

2. Wie professionell ist eine solche Datei im Gegensatz zu einem Hörbuch mit einem professionellen, geschulten Sprecher in einem professionellen Tonstudio? Das Ergebnis ist da nicht zwangsläufig zu empfehlen.

3. Selbst wenn es nicht verboten ist: Wie findet es der Verlag, wenn man dem eigenen Werk auf diese Weise Konkurrenz macht?

Was ich mir eher noch als Lösung vorstellen könnte, wären Appetithäppchen, sozusagen Leseproben, die vielleicht bewusst auch amateurhaft-authentisch gemacht sind, um die Wartezeit auf das Buch zu überbrücken.

Bernd Röthlingshöfer

@ Simone
1. Stimmt. In der Regel tritt man die Rechte ziemlich vollständig an den Verlag ab. Sollte man sich jedoch genau überlegen ob man das tut.
2. Das hängt vom eigenen Talent ab. Aber ein selbstgesprochenes Werk kann doch seinen Charme haben. Wer dem nicht traut - Profis kontaktieren! Muss gar nicht soo teuer sein.
3. In jedem Fall den Vertrag lesen und mit dem Verlag absprechen. Aber die offene Frage ist ja auch: Machen sich Print und Audiobuch Konkurrenz oder nicht?

Für Appetithäppchen kannst du aber kein Geld verlangen - die Autorin in dem Beispiel hat mit dem Audiobuch Geld verdient.

Simone

Dass ich für die Appetithäppchen kein Geld bekomme, ist mir schon klar. Aber vielleicht die potentiellen Kunden hinhalten (naja, vielleicht etwas idealistisch gedacht). Ich ging aber auch davon aus, das Punkt 1 eintritt und dachte dann, dass gegen ein paar Appetithäppchen der Verlag auch bei einer entsprechenden Klausel nichts dagegen hätte.

Daniel

@Bernd: Ohh natürlich verrate ich gerne mehr - da ist "das Podcast-Buch". Am Freitag ist der erste Schwung ausgeliefert worden. Siehe: http://www.amazon.de/Das-Podcast-Buch-Daniel-Fiene/dp/3772371884/ref=pd_rhf_p_1/303-3763632-3291451
Das ist ein Praxis-Buch für Hörer und Macher. Das Buch basiert auf mein Projekt "150 Fragen in Sachen Podcast" (http://www.podcasting.fm) - nachdem ich dort fast alle Fragen beantwortet habe, gibt es jetzt das Buch in der Franzis Pocket Reihe. Das erste Buch - das ist ganz schön aufregend. Darüber werde ich auch noch bei mir bloggen!

@Simone: Zu 1. Ich würde das auf jeden Fall mit dem Verlag abklären, weil das ja eine gute Möglichkeit ist, um Werbung für den Print-Titel zu machen. Natürlich können die Verlage auch denken, dass dies Leser für den Print-Titel wegnimmt, aber vielleicht lassen die sich ja überzeugen.

Zu 2. Ich denke es sollte authentisch sein. Die Qualität sollte nicht schlecht sein. Dann ist das keine Werbung. Mit wenig finanzieller Aufwendung kannst du bereits sehr gute Aufnahmen machen. Wenn du dir das Präsentieren zutraust, würde ich das auch selbst machen.

Zu 3. Wenn es verkauft wird und der Verlag beteiligt wird, dann ist das doch vielleicht ein möglicher Plan.

Chris K.

Der selbst lesende Autor kann absolut genial (z.B. Eckard Henscheid) oder schlicht und einfach überfordert und grottenschlecht (ich hab mal ein Desaster mit einem meiner Lieblingsautoren durchlitten, den Namen verschweige ich aus Pietätsgründen) sein. Das muss übrigens keine Talentfrage sein, "Vorlesefähigkeiten" sind durchaus vermittelbar. Ich hab diesbezüglich mal bei ein paar Verlagen vorgefühlt, dort fand man die Idee meistens charmant, wollte das Coaching für die Autoren aber nicht bezahlen. Nu ja, wäre 'ne schöne Sache gewesen...

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