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Die eigene Handschrift im Computer

Für 9 US-Dollar kann man bei Fontifier seine eigene Handschrift als Computerschrift herstellen lassen. Geht scheinbar ganz einfach. Ein Formblatt herunterladen, die Buchstaben in die vorgesehenen Felder schreiben, einscannen und einsenden. Wenn einem die Schrift gefällt, zahlt man und lädt sie herunter, ansonsten lässt man es bleiben.
Ich weiß zwar noch nicht so genau, für was das gut ist, aber eine nette Sache ist es allemal. Hier ein paar Anregungen von der Fontifier-Website:

- "Add a personal touch to your letters and documents.
- Use your handwriting for scrapbooking or journaling.
- Keep a permanent record of your children's handwriting."


Kaffeestöckchen

Hab von Elke ein Stöckchen bekommen... das sich um den persönlichen Kaffeekonsum dreht. Ja, da fällt mir was ein.

1. Deine erste Tasse Kaffee, wann trinkst Du sie?
So gegen sieben.

2. Wieviele Tassen trinkst Du täglich?
2-3. Darunter ein Cappuccino, der Rest sind Espressi oder -sos.

3. Koffeinfrei oder Bohnenkaffee?
Koffeinfrei? Wollt Ihr mich verarschen?

4. Zucker, Milch oder Sahne?
Zucker in Espresso.

5. Deine bevorzugte Zubereitungsart?
Selbst gemacht oder italienische Kaffeebar.

6.Mit wem geniesst Du Deinen Kaffee am liebsten?
Mit netten Leuten.

7. Deine Lieblingsmarke?
Tazzulella.

8. Wo trinkst Du Deinen Kaffee vorzugsweise?
In der Sonne.

9. Wie sieht Deine Lieblingstasse aus?
Knuffig runde Espressotasse, möglichst dickwandig.

10. Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato?
Latte Macchiato gar nicht. Aber Espresso Macchiato geht gut.

11. Bevorzugte Tätgkeit beim Kaffee trinken?
In die Sonne blinzeln.

Und jetzt geb ich es an Mikes Wine weiter.


Frosta in der Old School-Falle

Puuh! Jetzt sind die Leute von Frosta, die immer als positives Beispiel für Unternehmensblogs herhalten müssen ganz gehörig in die Old School-Werbefalle getappt.
Weil Werbung keiner mehr anguckt, muss sie schriller, sensationsgeiler oder eben platter werden - denken sich die Old School-Werber. Dass es auch mal was anderes als Werbung sein sollte, kommen sie nicht drauf. Mal abgesehen davon dass die ganze Ästhetik der Frosta-Spots (bis auf das platte Ende) sie von der üblichen  Food-Reklame nicht unterscheidet. Haben die denn kein Reinheitsgebot, was die eigene Kommunikationstrategie angeht?


via Werbeblogger


Buchwerbung im Schuhladen

Na immerhin mal ein neuer Gedanke, wenn auch kein guter. Rowohlt stellt in 75 Filialen der Görtz- Schuhkette Displays und Kassenaufsteller auf und bewirbt da seinen "Roman der Saison", ein Werk von Marina Fiorato mit dem Titel "Die Glasbläserin von Murano. Görtz-Kundinnen können an einem Gewinnspiel teilnehmen und wahlweise Schuhgutscheine oder Bücher gewinnen.

Was der Roman mit Schuhen zu tun hat? Keine Ahnung. "Frauen haben doch einen Schuhtick", dachte man sich wohl bei Rowohlt und marschierte in typischer Old School-Zielgruppendenke geradewegs in dieses halbgare Kooperationskonzept. Ein bisschen Mundpropaganda-Marketing sollte wohl auch dabei sein  - so hat man den Schuhverkäuferinnen jeweils ein Exemplar des Buches geschenkt. Damit sie mit ihren Kundinnen drüber reden können.

Ob es was nützt? Das wird wohl auch Rowohlt kaum erfahren - denn verkauft werden dürfen die Bücher bei Görtz gar nicht. Da muss an sich dann weiter in den Buchhandel bemühen.

Fazit: Verlage, Autoren und Buchhandel sollten tatsächlich viel mehr neue und ungewöhnliche Kooperationen ausprobieren. Wenn, dann aber richtig. Dazu gehören Lesungen und die direkte Kaufmöglichkeit. Ein Konzept, das sich mit Pappaufstellern erschöpft ist eines für die Mülltonne.

Quelle: Horizont/Printausgabe 19/2007


Kommunikationschance Warenetikett

Warenetiketten sind ein hervorragendes Medium alle Kunden zu erreichen. Was da drauf steht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit gelesen. Ein tolles Medium,um Wichtiges mitzuteilen, etwa den Kunden im Kauf zu bestätigen, auf die Website einzuladen, an einer Promotion teilnehmen zu lassen, Mundpropaganda anzuregen usw.

Aber Warenetiketten werden sträflich vernachlässigt. Im Gegenteil: Sogar Weltmarken verteilen Warenetiketten mit derart kryptischen Zeichen, die kein Mensch interpretieren kann.

Puma_etikett


Zurückrudern

Mühsames und manchmal unmögliches Unterfangen, wenn man Informationen, die im Internet über einen verteilt sind, gerne ungeschehen machen möchte. Gestern erhielt ich folgende E-Mail:

"Sehr geehrter Herr Röthlingshöfer
Auf Ihrer Website haben Sie einige Informationen mit Erwähnung meinen Nahmen publiziert.
Ich würde sie gerne darum bitten, dass Sie meine Name bzw. Familienname aus Ihrer Webseite löschen oder durch einen Pseudonym ersetzen, damit diese persönlicher Art Informationen über mich nicht frei in Internet auffindbar sind. Vielen Dank für Ihr Verständnis!
Mit freundlichen Grüßen"

Seis drum, habe den Namen gelöscht. Obwohl ich finde, dass jeder, der im Netz unterwegs ist, es sich gefallen lassen muss, zitiert und verlinkt zu werden. Mein Eintrag zu der Person war übrigens positiver Art und stammte aus dem Jahre 2005.

Weiss jemand wie lange der Google Cache so was behält?


Eine Nachricht für die mitlesenden Autoren

Liebe Kollegen. Jetzt stellt euch mal vor, ihr schreibt gerade an einem Buch. Da kommt ein Anruf von Thomas Gottschalk. Ihr werdet zu „Wetten dass?“ eingeladen. In zwei Wochen.
Doofe Sache, wenn das Buch nicht fertig ist. Das heisst, das Manuskript ist fertig, muss aber noch gesetzt, gestaltet, gedruckt etc. werden.
Genauso ging es der amerikanischen Autorin Mignon Fogarty, genannt Grammar Girl, die eine Einladung in die Oprah Winfrey Show erhielt. Was tun. Sie setzte sich hin und las das ganze Manuskript einfach mal herunter, nahm es mit ihrer 600 Dollar Home-Audio-Podcasting-Ausrüstung auf und lud die Audio-Datei auf audible.com hoch.
Dort ist jetzt das Audiobook für 4,95 US Dollar noch vor der Printversion zu haben. Lohn der kurzen Anstrengung: Das Buch schoss nach der Show auf Platz 1 der Audible Download Charts.
Wir leben in einer schnellen Welt. Und: Warum eigentlich nicht das Audiobuch vor der Printversion heraus bringen?

Quelle: Newsletter Cool News of the Day


Traumstart für mymuesli.de

Gerade mal 7 Tage ist die Firma Mymuesli.de alt und hat offenbar einen Traumstart hingelegt.
Die Blogosphäre hat das Unternehmen jedenfalls herzlich aufgenommen und fleissig verlinkt.

Mymuesli? Was bieten die an? "Bei mymuesli.de kann sich jeder seine indivdiuelle Müsli-Mischung selbst zusammenstellen: Dabei kann man aus etwa 70 Zutaten auswählen, darunter Gojibeeren, Macadamia-Nüsse oder Gummibärchen. Alle Zutaten stammen aus biologischem Anbau oder aus biologischem Wildwuchs. Insgesamt sind damit 566 Billiarden verschiedene Müsli-Variationen (bei 75 Zutaten) möglich" - sagt der Pressetext von mymuesli.de

Clever. Das Produktangebot ist damit also unendlich. Und warum? Weil es der Kunde selber macht.

Die Macher von mymuesli.de setzen auch auf Mundpropaganda. Und das hilft dabei: Man kann seinem Müsli einen eigenen Namen geben. Jedes bestellte Müsli erhält eine mix-ID, die wird auch mit auf das Etikett gedruckt. Damit ist es möglich einen Mix immer wieder nachzubestellen. Außerdem kann man Mixe weiterempfehlen oder ins Blog einbinden.

Respekt für die tolle Geschäftsidee und den sauber konzipierten Start. Das machten andere in der letzten Woche ungleich schlechter: der Shoppero-Schocker. Was wäre noch besser? Wenn man den Mix auch weiterverkaufen könnte. Also mymuesli.de mit dem Konzept von Spreadshirt kreuzen.
Hmm ob ich mir gleich einen individuellen Rallymix bestelle?


Umsatzbringer: Akzeptieren Sie türkische Lira

Was würde eigentlich passieren, wenn Ihr Unternehmen türkische Lira als Zahlungsmittel akzeptieren würde? Vielleicht das, was der amerikanischen Pizzakette Pizza Patron passierte, die mexikanische Pesos als Zahlungsmittel akzeptierte:

"Pizza Patron eine amerikanische Restaurant-Franchise-Kette und die erste Latino-Pizza-Marke, die 1986 in Dallas, Texas, gegruendet worden ist, hat im ersten Quartal 2007 ihren Umsatz um 38,4 Prozent steigern koennen. Man hat Anfang des Jahres 2007 einfach die mexikanische Waehrung neben dem US-Dollar als Zahlungsmittel akzeptiert...
...Dieses im Grunde einfache Idee wurde von den Gaesten als Alleinstellungsmerkmal akzeptiert und per Mundpropaganda weiterverbreitet. Die Reaktionen reichten von begeisterten Zuschriften bis hin zu Hass-Mails...
...Interessant ist auch, dass trotz des Umsatzanstiegs um 34% nur 10% mit Pesos bezahlt haben. Offensichtlich basiert der Erfolg dieser Marketingmassnahme nicht so sehr darauf, dass man tatsaechlich mit Pesos zahlen kann, als auf der damit verknuepften Botschaft, besonders kundenfreundlich zu sein"

Mehr dazu bei Gastgewerbe Gedankensplitter aus dem die Zitate stammen.


Nie mehr Blogger!

Wenn es ein Blogging-Tool gibt von dem ich künftig die Finger lassen werde, dann ist es Blogger.
Funktioniert für den Mac-Benutzer gar nicht. Weder unter Firefox noch unter Safari läuft Blogger richtig - in jedem Browser fehlen Funktionen, werden nicht richtig angezeigt oder der Blogger-Server produziert Fehlermeldungen.
Und die Leser hassen das aufwendige Kommentarsystem. Nie mehr Blogger!
Naja. Einmal angefangen, wird unser Tagebuch zur Rallye-Allgäu-Orient halt weiter mit Blogger durchgezogen.
Übrigens: Uns fehlt noch ein Mobilfunksponsor, ohne den es leider kein Live-Blogging geben wird.


Erfolg mit keinem Budget

"Ich habe übrigens seit Firmengründung (2002) noch kein einziges Inserat geschaltet"
schreibt der Bodenseepeter. Und was hat es ihm gebracht?

Sein Unternehmen No 1., die Bodensee-Radweg Service GmbH ist der größte deutsche Radreise-Veranstalter. Sie bietet ausgearbeitete und buchbare Radreisen in 15 mitteleuropäische Urlaubsregionen an. Für jede dieser Regionen betreiben sie ein Informationsportal mit eine Fülle von Gratis-Informationen zur Planung des Urlaubs. Denn anstelle von Werbe-Blabla bietet der Bodenseepeter lieber Nützliches für seinen Kunden. Dann kommen diese ganz von selbst:

"Vor sechs Jahren war mir aufgefallen, dass am Bodensee 95% aller Radtouristen ihre Tour komplett selbst planen und sich nicht in die Hände eines Veranstalters begeben. Dennoch hatten sich die damals “regierenden” Radreiseveranstalter ausschließlich um die verbleibenden 5% der Zielgruppe gekümmert und geprügelt, und die Mehrheit der Radler fuhr alleingelassen um den Bodensee.

Ich gründete damals eine Firma, die den 95% der Zielgruppe das gab, was sie suchten: nämlich gute Hilfestellung bei der eigenen Organisation ihrer Tour. Ganz nebenbei empfahl ich mich ihnen als Reiseveranstalter. Dass ich damit meinen potentiellen Kunden ausgerechnet dabei half, nicht meine Kunden werden müssen, das nahm ich in Kauf. Und es gab uns offenbar so viel Vertrauen der Zielgruppe, dass wir nicht nur Jahr für Jahr die höchsten Zuwachsraten der Branche hatten, sondern dieses Jahr Deutschlands größter Radreiseveranstalter geworden sind."

Neuester Info-Coup: Bikemap.de:

"Auf Bikemap können Radtouren angelegt und angeschaut werden. Es werden interessante Punkte entlang der Route eingeblendet (von Wikipedia), Hotels (HRS) und Fotos (Flickr) werden folgen. Die Kilometrierung der Routen und ein Höhendiagramm werden automatisch erstellt, und die Route kann z.B. für das eigene GPS-Gerät exportiert werden, und eine coole druckerfreundliche Darstellung wird kommen. Eine Anbindung einzelner Routen in den eigenen Blog ist auch möglich."

Alle Zitate vom Bodenseepeter.


Tolle Preisstrategie: Würfel Dir Deinen Rabatt!

Wussten Sie schon, dass ich originelle Preis-Ideen sammle? Hier ist eine, die ich soeben gefunden habe: Würfel Dir Deinen Rabatt!
Ein Friseur in Köln bietet die Möglichkeit, sich individuell seinen Rabatt zu würfeln. Spiel, Spaß, Spannung und ein bisschen Schnäppchen-Feeling.
Mehr zu der Idee beim Ideentower. Dort gibt es auch ein Beweisfoto.


Was schreibe ich in meine Website?

Möglicherweise hört sich diese Frage recht doof an. Aber das was Unternehmen schreiben und das was die Leute lesen wollen, sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Nehmen wir nur mal VW. Kennt jemand noch den VW Santana? Wer wissen will, was es mit diesem etwas kurzlebigen VW-Modell aus den 80er Jahren auf sich hat, landet nach Google-Suche entweder auf der Website eines Santana-Fans. Oder bei Wikipedia:

    "Der VW Santana war seit 1981 ein Modell des Wolfsburger Autokonzerns Volkswagen. Er baut auf der Plattform des 1980 erschienenen VW Passat der zweiten Generation (VW-Reihe B2, Typ 32B) auf, besitzt aber ein klassisches Stufenheck. Weitere grobe Unterscheidungsmerkmale zum Passat waren ein anderer Kühlergrill mit weißen Blinkern direkt neben den Scheinwerfern (Passat in der Stoßstange) sowie der Chromschmuck. Daneben unterscheidet sich ein Santana aber in vielen weiteren, höherwertiger ausgeführten Details vom Passat. Trotz seiner unbestrittenen Qualitäten (Kofferraum, Anschaffungspreis) konnte der Santana die vorgesehenen Verkaufzahlen nicht erfüllen, so dass er ab 1985 als VW Passat verkauft wurde, auch dessen komplette Frontpartie erhielt und schließlich 1987 ganz eingestellt wurde."

Auf der Seite von Volkswagen: Fehlanzeige. Hier finden sich überhaupt keine Angaben zur Modellgeschichte. Nebenbei gesagt - es findet sich auch keine Sitemap und keine Volltextsuche. Die Marketingleute reden immer vollmundig von Markenwelten und der Markenhistorie, blenden aber auf ihrer Website die ganze Historie aus. Treue Fans, die mit Leidenschaft auch ältere Modelle fahren finden dort nichts. Schöne Markenwelt, die nur eine Verkaufssaison gültig ist. Jeder Gebrauchtwagenkäufer informiert sich besser bei Wikipedia über Modellreihen und ihre Merkmale.

Um wieviel besser wären Websites großer Marken, wenn Sie sich von Verkaufsseiten zu Informationsseiten entwickeln würden? Um wieviel besser platziert wäre sie bei Google? Und um wieviel beliebter wären sie bei den Verbrauchern, wenn darin genau die Informationen stehen würden, die den Suchenden interessieren.

Märkte sind Gespräche - heißt es im Cluetrain-Manifest. Die meisten Unternehmen verstehen darunter nur Verkaufs-Gespräche.

Aber wer besser informiert, verkauft auch mehr.