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E-Mail an Ihren BMW

Bei BMW kann jedes Auto eine eigene E-Mail-Adresse bekommen. Was widersinnig klingt ist eigentlich ganz clever. Dank einer Kooperation mit Google Maps kann man alle in der Google-Karte gefundenen Adressdaten ans Fahrzeug senden und dann ins bordeigene Navigationssystem übernehmen. Das macht BMW Fahrern sicher Spaß. Und ist ein weiterer Beleg dafür, dass Google Maps für Unternehmen, die gefunden werden wollen immer wichtiger wird.

Deshalb schon heute hier und demnächst in "WerbePraxis aktuell" ausführlicher: Pflegen Sie schnellstens Ihre Unternehmensdaten in den Google Maps.

In diesem Werbefilm wird die Google-Map-Navigation im BMW gezeigt.


Kreativität im Marketeasing-Zeitalter

Im Marketeasing Zeitalter warten auf Werbekreative andere Herausforderungen als die Gestaltung von Spots, Anzeigen oder Plakaten. Kreativität muss dann alle Alltagsbereiche umfassen.

Mit so einer Idee ist einem Kunden jedenfalls mehr geholfen als mit jeder Reklame: Der Flughafen Los Angeles hat Parkzonen für Abholer mit Handy eingerichtet. Funktioniert so: Der Abholer wartet auf einem Parkplatz etwas entfernt vom Ankunftsterminal. Sobald der Abzuholende gelandet ist, verständigt man sich per Handy und der Abholer setzt sich in Bewegung und fährt direkt vors Terminal.
Wertvoller Parkraum wird weder blockiert, noch muss er teuer bezahlt werden. Clever! Aber ob so eine Idee ne Chance hat in einem System, wo die Parkraumbewirtschaftung die Funktion hat den Kunden zu schröpfen?

Gefunden beim Ideentower


Und weiter geht die Suche: Der (vorerst) älteste Blogger ist 77

Und wieder sind wir ein Stück vorangekommen mit unserer Suche nach dem ältesten Blogger/der ältesten Bloggerin Deutschlands.

Das Blog des 77jährigen Friedrich Witt "Ein Kontrabassist spielt (selten) allein" ist eine Perle - mit leider viel zu wenig Einträgen. Darin erzählt der Kontrabassist Friedrich Witt von seinen 45 Berufsjahren bei den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan.
Weniger das Blog ist jedoch spektakulär, die Podcast-Episoden sind es, liebevoll und professionell produzierte Kunststücke, in denen Erzählungen, Erläuterungen und Musik abwechseln. Das Blog dient nur dazu, die Podcasts anzukündigen und das eine oder andere Bild hinzuzufügen.

Hmm, wo bleiben die bloggenden Frauen?

Toller Tipp von Opa Edi. Vielen Dank!!!


Zahl des Tages: 74

74 Jahre ist der momentan älteste Blogger Deutschlands. Genauer: Es gibt zwei Blogger dieses Alters.
Den einen hat Thomas Gigold recherchiert (vielen Dank!):

"Also mein Name ist wirklich Karl-Heinz und ich gehöre schon lange nicht mehr zur jüngeren Generation, weil ich am 31. Dezember 1933 in Schlesien geboren wurde. Ach noch was, ich lebe nicht mehr in Deutschland, denn ich bin ende Juni 1957 in die USA ausgewandert. Seit 1959 bin ich mit Ruth verheiratet, die in Chicago geboren wurde. Wir haben es zu einem Sohn geschafft, der 1965 geboren wurde und endlich seit anfang Dezember 2006 verheiratet ist. Ich benutze noch gerne meine Muttersprache, deshalb versuche ich mich bischen hier auf einem deutschen Blog zu betätigen. Also nicht übelnehmen, falls es mal bei meiner Rechtschreibung nicht so hundertprozentig funktioniert."

zum Blog Kuenstlerleben von Karl-Heinz

Den andern hat Katja (leider keine Blogadresse, aber ebenfalls vielen Dank!) gefunden: Opa Guenha, mit dem Gruene Couch-Blog, in dem er vor allem über Kriegserlebnisse berichtet:

"Bei diesem Luftangriff, in der Nacht, sass ich mit meiner Mutter, in einem Luftschutzbunker, in der gleichen Straße, 350 Meter entfernt. Diese Flugzeuge kamen immer aus östlicher Richtung. Wenn sie diese, dreihundertfünfzig Meter weiter links geflogen wären, hätte es das Haus mit dem stabilen Luftschutzbunker mit uns getroffen oder links von diesem Wohnhaus war ein großer Kindergartenspielplatz, auch dort hätte die Mine einschlagen können. Was wäre nur aus uns und dem Luftschutzbunker geworden? Die Mine hätte uns Schutzbbunkerbesuchern im Keller zur Seite fliegen lassen. Den Luftdruck aus 3oo m Entfernung spürten wir noch, es war schrecklich und grauenvoll zugleich! Es sind jetzt Jahrzehnte her, es ist für immer in meinem, jetzt alten Kopf, gelagert oder gespeichert?"

Damit es nicht zum Stechen zwischen den beiden kommt. Wer kennt ältere?


Keine Zeit zum Spielen

Bei einer Recherche zu dem Thema wie man Google Earth oder Google Maps in der Werbung nutzen kann, bin ich auf das soeben gestartete Google Spiel "Search for Bourne" gestoßen. Den Plot liefert die Bewerbung eines Kinofilms, die Wolfsburger Autobauer haben es geschafft, den VW Touareg 2 in Film und Spiel zu integrieren und American Express ist auch mit von der Partie.

Sieht ganz so aus - als würde die Werbung durch Online-Spielen hier auf ein neues Level gesetzt.
Und ich hab keine Zeit zum Spielen. Schade, jammerschade.

Beim CIO Weblog steht noch ein bisschen mehr dazu.


Die schönsten Nischenshops

Eben ein paar unglaubliche Nischenshops aus einer Pressemitteilung von Yahoo gefischt:

http://knopf-shop.com

http://taubenabwehr-shop.de

http://online-schrauben.de

Dazu die Info: "Im Juni 2007 registrierte Yahoo! Search Marketing über 1.000 Suchanfragen allein zum Thema „Knöpfe“, der Suchbegriff „Schädlingsbekämpfung“ wurde mehr als 7.500 mal eingegeben und nach „Schrauben“ wurde fast 20.000 mal gesucht."

Zitate und Fundstelle: Yahoo PR in der Marketingbörse


Liste der beliebtesten Ausreden, wenn ein Unternehmen nicht klappt

Nur eine kleine Auswahl:

  • Die Presse schreibt nur über die anderen. (Warum wohl?)
  • Wir hatten zuwenig Geld für Werbung. (Zum Glück! Werbung bringt ein schlechtes Business noch schneller um)
  • Die Deutschen kapieren sowas nicht. (Nur doof, dass man die als Kunden braucht)
  • Der Prophet gilt halt nichts im eigenen Land. (Business starts at home)
  • Wir waren zu früh dran. (Nachdem der Laden dicht ist)

So oder so ähnlich nölen die meisten, wenn’s nix wird mit der angeblich so geilen Geschäftsidee.

Robert kanns nicht hören und zeigt den Machern von Rankaholics sehr konstruktiv, wie sie ihr Produkt verbessern können.


Lesetipp: Erfolgreich mit neuen Medien

Das ist der Titel eines Buches von Thomas Kilian, das sie hier kostenlos als PDF downloaden können. Vorausgegangen war dem Buch ein Business-Blog-Karneval zum gleichen Thema an dem 17 Autoren teilnahmen und dafür 31 Artikel mit wertvollen Tipps rund um die Nutzung der neuen Medien für Werbung und Marketing geschrieben haben. Die Einzelbeiträge sind nun zu diesem höchst informativen Buch zusammengefasst.
Das Buch ist klasse gestaltet, und ein tolle Lektüre. Kompliment. (Ja, ich bin auch drin. Nein, das ist nicht der Grund so begeistert zu sein.)

Falls einer fragt, was ihm die Aktion (vorher/nachher) gebracht hat:

Steigerung der eingehenden Links um rd. 300 %

Steigerung der Besucherzahlen seines Blogs um rd. 300 %

Steigerung der persönlichen Blogkontakte um rd. 900 %

Zahlen von Burkhard


Der (vorerst) älteste Blogger Deutschlands ist 61

Der vorerst älteste (Stand gestern) Blogger Deutschlands ist offenbar der Rentner Oldman alias Joachim Walther aus Leonberg mit seinem Oldblog (Unterzeile "verwirrend verworren senil"). Nach eigenen Angaben aus diesem Posting muss er vor kurzem 61 geworden sein. Herzlichen Glückwunsch nachträglich!!!

Hier ein paar schöne Postings von Oldman:
ach was.. besucht ihn doch selber  .. und guckt, wie er so lebt

PS. Danke für den Hinweis an (?) find ich nimmer...


Jenny Holzer twittert

Jenny Holzer ist meine Lieblingskünstlerin – vielleicht deshalb weil sie so gekonnt mit Sprache arbeitet, dabei Werbeträger benutzt und verfremdet. Seit 1979 entwickelt sie kurze Texte so genannte Truism und veröffentlicht sie in den verschiedensten Bereichen des öffentlichen Lebens – gerne auf Plakattafeln,  als Led-Laufschriften an Gepäckbändern, auf riesigen Bildschirmen am Times Square. Ihre Truisms sind auf Golfbällen oder Kugelschreibern gedruckt worden – typische Werbeartikel werden so verfremdet und erscheinen in einem neuen Licht – als Träger von Botschaften, die uns zum Nachdenken bringen.
Am eindrucksvollsten fand ich ihre Arbeit "Lustmord" – es waren Texte aus Vernehmungsprotokollen von Vergewaltigern, die sie auf menschliche Haut geschrieben und abfotografiert hatte: „DIE FARBE IHRER INNENANSICHT REIZT MICH, SIE ZU TÖTEN“.

Jetzt twittert sie.


Markenführung braucht den Dirigenten

Solchen Sätzen stimmt man gern zu - wenn man in der Werbung ein bissle Dirigent spielen möchte. Aber sie sind in etwa so treffend wie: die Frau braucht den starken Mann. Verbraucher haben in der Regel ein umfassenderes Verständnis dessen was ein Marke ausmacht als die sogenanmten Markenmacher. Ihr Wissen ziehen sie zu ihren Kaufentscheidungen heran. Trotzdem unterliegen Werbeagenturen, Marketingchefs und der Kollege Olaf Kolbrück noch dem Machbarkeitswahn, der da lautet: Ohne uns wäre die Marke gar nichts.

Wenn man Texte wie diese liest, meint man unweigerlich: Ein Werberkopf ist rund, damit sich die Gedanken im Kreis drehen können.


Der älteste Blogger von heute

So an dieser Stelle werde ich täglich den Fortschritt der Suche nach dem ältesten Blogger dokumentieren. Für heute ist es noch nicht so weit, ich warte noch auf genauere Altersangaben zu Opa Edi, der als Neobazi an dieser Stelle bloggt.
Inzwischen hat sich Österreich der Aktion angeschlossen, Robert Lender aus Wien sucht ebenfalls nach dem Ältesten des Landes. Nur Blogger? Nee, dürfte auch eine Bloggerin sein, natürlich.

Tja und höre ich eine ähnliche Aktion aus der Schweiz? Schweiz bitte kommen! Schon jetzt ist mal ein Bloggertreffen mit den Landesältesten am Bodensee geplant. Sollte auch was werden, wenn die Bodensee-Tourismus-Branche mithilft.

Zu toppen sind derzeit 55 Jahre, liebe Blogger. Wer bietet mehr?

Bis dahin noch ein bisschen musikalische Unterhaltung mit einem Tipp von Opa Edi.

Update!

Die Schweiz ist dabei und fordert zum Dreiländerkampf. Gesucht: Blog-Grufties der Schweiz


Gesucht: Der älteste Blogger Deutschlands

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"Freunde des Internet, heute ist mein 95. Geburtstag. Ich habe Geburtstag und mein geiziger Enkel hat mir ein Blog geschenkt."

So beginnt der erste Blogeintrag der populären spanischen Blog-Oma Maria Amalia López. Mag sein, dass sie in Spanien der älteste Bloggerin ist - die weltweit älteste Bloggerin ist die 108jährige Olive Riley aus Australien.

Und in Deutschland - ob ich da mit 47 Jahren schon der älteste Blogger bin? Hee, wo steckt der älteste Blogger/die älteste Bloggerin Deutschlands? Bitte melden!

Soll auch nicht ganz umsonst sein - dem oder der Ältesten spendiere ich ein Bloggertreffen vom Feinsten: einen Urlaubstag am Bodensee - inkl. Boot fahren, Mittagessen, Mainau-Besuch, Eis essen, Bregenzer Festspiele usw.

Mehr zur spanischen Blog-Oma


Überraschung: Jetzt kann man mit TypePad auch statische Seiten erstellen

Das fand ich ja bisher so doof an TypePad - dass es nicht möglich war, statische Seiten mit einzubauen. Alles was man veröffentlichen wollte musste man in einem Posting unterbringen. Und das verschwand dann irgendwann im Archiv. Größtes Manko: Besucher, die auf die Startseite kommen, finden so keine allgemeinen Infos vor, sondern landen gleich in einem Blogposting. Einen Anrufer hat das neulich ziemlich verwirrt - er hatte noch nie ein Blog gesehen!
Aber jetzt geht es! Neben Postings kann man in TypePad auch Seiten erstellen.
Ich habe gleich mal eine statische Seite gebaut - aber so toll ist die noch nicht. Meine Suche nach guten Beispielen im Netz brachte auch nichts zutage. Daher die Frage - kennt jemand gute statische Startseiten für Blogs? Die Wordpress-Nutzer müssten da doch die Nase vorn haben, oder?


New York, New York oder wie man auf digitale Mundpropaganda verzichtet

Die Stadt New York umgarnt ihre deutschen Touristen und bietet einen 71seitigen deutschsprachigen Reiseführer an. Auf der sehr umfangreichen Website Newyork.de kann er downgeloadet werden. Eigentlich wollte ich die New Yorker zu dieser Idee ihre Stadt zu bewerben gerade beglückwünschen.
Aber jetzt kommts. Man soll sich das Büchlein kapitelweise herunterladen. Also insgesamt 10 mal klicken dann hat man den Reiseführer in 10 Datei-Bruchstücken auf dem Rechner herumliegen.
Das ist mir zu doof. Da hat einer mal gar nicht mitgedacht. Auch bei der Konzeption der Website übrigens nicht. Die bietet eine Fülle toller Inhalte, sieht irgendwie blogartig aus - aber hat keine Permalinks. So kann man als begeisterter Leser nicht auf interessante Tipps und Beiträge verlinken. Schade New York City, Du verzichtest auf digitale Mundpropaganda.
Konzipiert hat die Website übrigens die auf Destination-Marketing spezialisierte Hamburger Agentur Destination Sites, in der sich nach eigenen Angaben Tourismus- und Multimedia-Experten zusammen gefunden haben. Oha.


Charity Shopping: Ein Trend, den ich nicht mag

Irgendwie gefällt mir dieser Trend gar nicht, der da lautet: hemmungslos einkaufen und damit Gutes tun. Es riecht nach erkauftem sozialen Gewissen, stinkt aber nach Ablaßhandel.
Eingesetzt werden die eingenommenen Spendengelder dann irgendwo in Asien oder Afrika - da wo kein Mensch je hinkommt. Eine Globalisierung der Mitfühlkultur. Transparenz, Budgetkontrolle, Sinnhaftigkeit der Projekte - damit nimmts dann keiner der Konsumenten mehr so genau. Nachdem ich in diesem Jahr dazu beigetragen habe mehr als 40.000 Euro im jordanischen Wüstensand zu verbuddeln, sehe ich die Dinge jedenfalls anders als vorher.

Zur Charity-Shopping-Plattform The Care Club


Hört auf von Zielgruppen zu reden

Zum Tod des Old School-Zielgruppen-Denkens hat Marketing-Guru Philip Kotler bereits vor Jahren das Notwendige gesagt:

"Das Marketing-Denken des Industriezeitalters wurzelt in der Metapher vom Marketing als Jagdgeschehen. Der Markt erscheint als Dschungel. Die Vermarkter müssen den Dschungel auskundschaften (Marktforschung) und die Beute bestimmen, die sie fangen wollen (Zielmarketing). Die Vermarkter müssen die Verhaltensweisen und Aufenthaltsorte des Beutetieres studieren (Konsumentenverhalten). Sie müssen bessere Fallen konstruieren (Produktdifferenzierung) die Fallen samt Köder auslegen (Reklame, Direktwerbung, Verkaufsförderung) und die Beute sichern und an der Flucht hindern (Kundenbindung, Beziehungsmarketing). Die Jäger/Vermarkter gehen davon aus, dass die Beute nicht so klug ist wie sie selbst. Die Beute reagiert emotional (Positionierung), lässt sich leicht durch Leckerbissen verführen (Promotions) und läuft unwissentlich in die Gefahrenzone (Verkaufsfilialen, Vertreter). Der Jäger verfügt über umfangreiche Informationen zum Aufenthaltsort der Beute und versteht es, das Jagdgewehr (Wertversprechen) auf die schwache Stelle der Beute zu richten."


Der Old School Unsinn des Tages

Der bekannte Old School Werbeveteran Bernd M. Michael fordert in einem Gastbeitrag in der Absatzwirtschaft bessere Zielgruppendaten für die Onlinewerbung. Man wisse sonst ja nicht, wo man sein Geld wirtschaftlich einsetzen solle.

"Die Zahl verbindlicher und für die Finanzplanung abgesicherter Antworten auf die Effizienz der Online-Werbung ist zurzeit noch kleiner als die Menge der noch offenen Fragen"

Auch erweist sich der Mann hoffnungslos verstrickt in die alte Zielgruppendenke - die kaum noch ein junger erfolgreicher Unternehmer im Kopf hat.

"Deckt sich die Kernzielgruppe, die die Marke ansprechen will, mit den Internet-Nutzern, die man über die Online-Werbung erreicht? ... Oder muss man auf die detaillierte demographische oder psychographische Qualifizierung der Zielgruppe noch lange verzichten?"

Bereits ein VHS Kurs könnte den Mann darüber aufklären, um wie viel präziser Online-Werbeinvestitionen ggb. klassischen Werbemaßnahmen gemessen werden – dank AdWords, Cookies, Tracking, usw. Das liefert harte Fakten.
Dagegen beschränkt sich die klassische Werbung mit ihren Reichweiten, Attention, Kontakten usw. auf Kaffeesatzleserei.


Wie Fiat die Mundpropaganda schürt

Nein, ich meine diesmal nicht die geniale Website, die es den Besuchern ermöglichte am Auto mitzudesignen oder Vorschläge zur Werbekampagne zu machen. Dafür habe ich den Turinern ja schon mal den Titel "Marketeaser des Jahres" verliehen. Nein, ich meine kleine, nahezu kostenlose Aktionen, die zeigen, dass Fiat die Marketeasingmethoden anzuwenden versteht.

So wurde bereits in den letzten Wochen der Fiat 500 - ganz zufällig - auf einigen Piazzas des Landes geparkt. Lange vor dem offiziellen Verkaufstermin. Und auch in die Autotransporter, die die neuen Modelle zu den Händlern brachten, konnte man einen Blick werfen - zu diesem Zweck ließ man eigens ein bis zwei Fahrzeuge unverhüllt.

Für viele Autofreaks ist es ein bemerkenswerter Moment, wenn sie ein neues Fahrzeug das erste Mal auf der Straße sehen. Aber warum redet man darüber - mal abgesehen vom Produktinteresse? Weil das Überraschungsmoment dazu kommt. Man hätte erwarten können, den neuen Fiat in einem Automagazin zu sehen oder beim Händler im Showroom oder bei einer Verkaufspromotion. Aber so? So entdeckt man ihn eher zufällig und hey, man hat ihn selbst entdeckt. So bekommt man das Gefühl einer von wenigen zu sein, die bereits mehr wissen als andere. All diese Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, das man über das Erlebte spricht.


Adwords Konto nur mit Extra Kreditkarte führen

"Verwenden Sie für Adwords eine eigene Kreditkarte mit einer Obergrenze für die Höhe einzelner Abbuchungen, mit einem Tageslimit und einem monatlichen Gesamtlimit, das etwas höher ist als Ihre durchschnittlichen monatlichen Adwords-Ausgaben. So bleibt der Schaden, der durch unbefugten Zugriff entstehen könnte, in Grenzen."

Das rät der Adwords-Experte Manfred Engel in seinem wöchentlichen Newsletter "Adwords-Erfolgsbrief", der mich durch seine praxisnahen Tipps und sein klare Sprache jedes Mal begeistert. Warum er den Rat gibt? Weil es kürzlich einem Hacker gelungen ist, einen Adwords Account zu kapern und den Inhaber um 50.000 Dollar Werbegelder zu erleichtern. (Nach Prüfung des Falles hat Google dem Mann allerdings die Zahlung erlassen. Gut! Deutsche Banken wären nicht so kulant gewesen.)


Virtuelle Buchpräsentation auf einer Studentenkonferenz

Vom 17.7. bis 20.7. findet im Hörsaalzentrum der Technischen Universität Dresden eine Studentenkonferenz für Studierende der geisteswissenschaftlichen Fachgebiete statt. Ziel der Konferenz ist es, über den Praxis- und Berufseinstieg für Geisteswissenschaftler zu informieren. Da kommt eine Buchpräsentation von Simone Janson “Der optimale Berufseinstieg. Perspektiven für Geisteswissenschaftler” gerade recht. Weil Simone Janson nicht vor Ort sein kann, wird sie das Buch morgen virtuell präsentieren.

Los geht es morgen ab 14 Uhr. Sie präsentiert das Buch in ihrem Blog, zeitgleich wird es auch in einer Veranstaltung in Dresden vorgestellt; via Kommentarfunktion werden Fragen beantwortet, die ihr interessierte Studenten zunächst in der Veranstaltung und via Computer stellen - und zwar bis ungefähr 16 Uhr.

Bin gespannt wie diese innovative Buchpräsentation aufgenommen wird.

Zu Simones Blog


Richter als Spaßbremsen

Das deutsche Wettbewerbsrecht ist ein schlechter Witz. So hat das OLG Köln inzwischen das Rabattwürfeln verboten.Warum? Die Spiellust der Verbraucher werde ausgenutzt. Letztlich sei das Glücksspiel an dern Erwerb einer Ware gekoppelt usw. Ja und? Hätte jemand was anderes erwartet?

"In einem Urteil vom 09.03.2007 hat der 6. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Köln (Az. 6 W 23/07 - Veröffentlichung in MIR folgt) die Werbeaktion einer Baumarktkette als wettbewerbswidrig beanstandet, wonach der Kunde vor dem Bezahlen an der Kasse um die Höhe des ihm zukommenden Rabattes würfeln sollte. Er gab damit dem Antrag eines Verbraucherverbandes auf Erlass einer einstweiligen Verfügung recht, mit dem dieser die Unterlassung der Aktion verlangt hatte. Der Baumarktbetreiber hatte Anfang des Jahres Zeitungsanzeigen mit dem Inhalt geschaltet, dass Kunden im Rahmen der Aktion "Das Große Rabatt-Würfeln" an der Kasse darum knobeln konnten, ob ihnen auf den getätigten Einkauf 5, 15 oder 25 % Rabatt gutgeschrieben werden. Nieten sollte es nicht geben, da 5 % auf jeden Fall garantiert seien."

Hier geht es nicht um den Schutz der Verbraucher. Sondern um den Schutz der weniger einfallsreichen Wettbewerber, die nicht auf originelle Rabatt-Ideen kommen und somit weniger Umsatz machen könnten.

Quelle: Medien-Internet-und-Recht


Backen ohne Mehl, Erfolg ohne Werbung

Manche Unternehmen brauchen sehr viel Werbung, um ihre Produkte an den Mann zu bringen. Andere gar keine. Wovon hängt das ab? Vom Businesskonzept. Wer es mit dem richtigen Businesskonzept schafft, ein Angebot auf den Markt zu bringen, das für seine Kunden bemerkenswert ist, bekommt Mundpropaganda und kann jahrelang oder jahrzehntelang auf Werbung völlig verzichten. Beispiel: Die Wiener Diätetische Bäckerei Grimm.

  • "In den drei Filialen bekommt man nämlich außer 50 „normalen“ Brotsorten auch 20 bis 25 Sorten eiweißarme, gluten- und hefefreie Brote sowie zuckerfreie Backwaren. Dazu kommen Brot und Gebäck für Menschen mit Diabetes und Neurodermitis.
  • 6000 Kunden sind elektronisch erfasst. Ein guter Teil davon kommt aus dem Ausland, bestellt die Spezialprodukte über den Internet-Shop. Per Post werden Weckerl und Wecken, Kekse und anderes Süßgebäck in ganz Europa verschickt.
  • Werbung macht Maderna übrigens keine. „Das läuft alles über Mundpropaganda.“ Und so richtig Lust ein „Global Player“ zu werden, hat Maderna ohnehin nicht. „Wir sind zu klein dafür. Wir könnten dann außerdem nicht unseren Standard halten."

Alle Zitate aus Die Presse


Benutzen Sie Ihr Blog zur Marktforschung

Bodenseepeter grübelte über diese Grafik, die das Alter der Kunden zeigt, die bei ihm eine Radreise gebucht haben. Da fehlen vor allem die 20 - 25 Jährigen.

Bodenseegaeste

Sein Fehlschluss daraus lautet, der Bodensee ist uncool, es gibt keine jungen Leute, die am See Urlaub machen. In den Kommentaren wird er dann aufgeklärt:

"Die 15 bis 20-jährigen kommen einfach nur zum campen an den Bodensee und die 20 bis ca.25-jährigen übernachten wahrscheinlich bei Freunden in irgendeiner Studentenbude.
Und du wunderst dich über dieses Tal?
Ich kenne niemand in meinem Alter, der auf die Idee käme, eine Reise zu buchen um an den Bodensee zu fahren. Man setzt sich einfach ins Auto und fährt “runter”. Bodensee ist doch cool."

"Die Jungen tauchen in den meisten Statistiken einfach nicht auf. Sie lassen sich keine Prospekte schicken, buchen keine Packages, schlafen nicht in Hotels usw. Aber sie sind da."

Klasse, wie einem Blogleser helfen die Wirklichkeit besser wahrzunehmen.


Kirchen versichern sich gegen sexuellen Kindesmißbrauch

Unfassbar was ich in dem US-Online-Magazin Slate gelesen habe. Sowohl die katholische als auch die protestantischen Kirchen in den USA versichern sich gegen sexuelle Übergriffe ihrer Priester und Angestellten. Wie? Sie schließen eine Versicherung ab - eine Gemeinde mit einem Priester zahlt etwa 100 Dollar Jahresprämie, betreibt die Gemeinde auch eine Kindertagesstätte steigt die Prämie auf rund 6.000 US-Dollar.

Solche haarsträubenden Nachrichten entdeckt man, wenn man mal ein paar Stündchen zum Thema "Ethik in der Wirtschaft" recherchiert. Hier zum Artikel von Slate.


Werbung und Ethik: Das Killerspiel von Toyota

Gelten für die Gestaltung von Werbeaussagen und Werbemaßnahmen ethische Richtlinien? Für die amerikanischen Toyota-Werber offensichtlich nicht. In dem als Werbung für den Toyota Scion gedachten Werbespiel "Book of Deviants" (Buch der Abweichler") muss der Spieler seltsame Kreaturen, sogenannte Sheeples killen und entsaften. Am Ende dient das grüne Blut der Sheeples als Energielieferant für eine Fabrik, die den Scion herstellt.
Das Spiel ist dumpf und blödsinnig, aber schön gestaltet. Einem amerikanischen Journalisten, der es gespielt hat, ist noch was aufgefallen: "Sheeples können kaum laufen, geschweige denn sich wehren. Man fühle sich, als würde man Behinderte exekutieren."

Die Jagd nach der Aufmerksamkeit hat einigen Old School Werbern offenbar das letzte Hirn herausgepustet. Motto: Wenns nützt wird auch der Genozid zum Werbespiel.

Mehr dazu in Slate.


Gute Blogger, schlechte Blogger

Ein gewisser Dirk Olbertz schickt sich an, gute und offenbar auch schlechte Blogger zu definieren und gibt Tipps was man tun oder lassen sollte. Selten so einen Unsinn gelesen. Der gute Blogger Dirk wirft auch noch Blogkarnivals und Kettenbriefe in einen Topf, nämlich zu den Dingen, die man unterlassen sollte. Robert Basic bemerkt diplomatisch dazu, dass man alles auch anders sehen könnte. Ja so kann man es auch sagen.



Computerclub 2

Ende 2003 hat der WDR seine beliebte Sendung Computerclub eingestellt - einer der beiden Moderatoren ging inzwischen auch in Rente. Proteste der Zuschauer halfen damals gar nichts. Was half - 3 Jahre später - war Podcasting.

Der „Computerclub 2“ startet mit einem fröhlichen „Da sind wir wieder“, und Wolfgang Rudolph fragt: „Computerclub 2 - muss man dazu etwas erklären?“ Nein, eigentlich nicht. Die beiden legen gleich los, und am Montagabend, 24. Juli, steht der frisch produzierte Podcast zum Abruf auf www.cczwei.de. Werbung gibt es nicht, auch keine Pressemeldung.
...
Dass der Computerclub wieder da ist, hat sich über Mundpropaganda wie ein Lauffeuer verbreitet. 50 000 Abrufe allein am ersten Tag, das bewältigt die gemietete Infrastruktur nicht. Von Anfang an schreibt der Computerclub 2 eine Erfolgsgeschichte. Die Hörer sind begeistert, und die Abrufzahlen schnellen in die Höhe"

Sieht man von der „Computerbild“ ab, erreicht der Computerclub 2 mehr Menschen als die meisten Computerzeitschriften. Und deutlich mehr Hörer, als die ursprüngliche Fernsehsendung Zuschauer hatte.

Mehr zur Podcasting Erfolgsstory in dem ausführlichen Artikel der FAZ. Und ein Happy End gibt es auch. Der Coumputerclub geht am 24.07.07 wieder auf Sendung und ist dann im WDR und im Internet zu sehen.

Zitate: FAZ