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Immer der Nase nach

Soeben ein neues Businessblog entdeckt - recht gelungen wie ich finde. Nennt sich aromatisches Blog und

"steht in Verbindung mit der Berliner Seifenwerkstatt 1000 & 1 Seife, dem dazugehörigen Geschäft in den Rosenhöfen und dem Webshop des Unternehmens. Allerdings sollen hier vornehmlich Themen angesprochen werden, die auf der Website von 1000 & 1 Seife zu kurz kommen, oder für die dort kein Platz ist. Aus diesem Grund bleibt das aromatische Blog so weit es geht inhaltlich unabhängig."

Zitat aus Aromatisches Blog gefunden bei Schoenes Blog


Meine kostenlose Imageberatung für die GEZ

Die GEZ möchte ein besseres Image. Sie möchte nicht mehr als Schnüffelbehörde dastehen? Das geht ganz einfach:

1. Stoppt Eure aktuelle Kampage, mit der ihr Gebührennichtzahler mit Ladendieben vergleicht.
2. Stoppt alle Kampagnen
3. Streicht das Wort "Schwarzseher" aus Eurem Wortschatz
4. Schafft Eure Fahnder/Gebühreneintreiber ab
5. Hört auf Blogs und Websites abzumahnen
6. Stellt Euch in den Dienst der Leute, die Euch bezahlen, das sind die Hörer/Zuschauer
7. Kontrolliert die Angebotsvielfalt der Sender und die Qualität der Inhalte
8. Schmeisst die Rundfunk- und TV-Räte aus dem Verwaltungsrat und besetzt ihn mit Zuschauern
9. Kontrolliert die Einhaltung der Rundfunkgesetze

Nicht mal 10 Punkte. Das ist doch zu schaffen oder?


In China wirkt klassische Werbung nicht. Und hier?

Schreibt der Marketing-Professor Peter Littmann im Handelsblatt (Print 23.08.07) Nur fünf Prozent der Menschen lassen sich von TV- oder Printwerbung beim Kauf eines neuen Autos beeinflussen. 40% informieren sich bei Freunden und der Familie. Weitere 30% lassen sich von Foren und Blogs im Internet schlau machen und in ihrer Kaufentscheidung unterstützen.

In China verhalten sich die Menschen anders, meint Littmann. Ich finde, die Chinesen sind da genau gleich wie wir. Wie wirksam das Old School Marketing hierzulande ist, hat dankenswerter Weise dieser Blogger aufgeschrieben.


Gerade mal 85.000 Zuschauer für das Sixt/Reim Video

Habe ich soeben bei YouTube gezählt. Naja, ein Riesenerfolg beim Zuschauer scheint das ja nicht zu sein. Aber die Medien berichten euphorisch oder ausführlich, siehe Spiegel Online, oder Handelsblatt in der gestrigen Printausgabe. Was es dann doch noch zu einem erkauften PR-Erfolg für Sixt macht. Denn seltsamerweise ist die Liste der Medien die berichten, recht ähnlich der Liste der Medien, die Werbegelder für die Kampagne erhalten haben. Zum einen durch verschiedenste Banner auf vielen großen Webseiten wie www.spiegel.de, www.sueddeutsche.de, www.auto-motor-und-sport.de, www.bild.t-online.de, www.adac.de, www.Sat1.de, www.prosieben.de, www.kabeleins.de, www.ehrensenf.de, www.focus.de, www.myvideo.de sowie den Webseiten der Tomorrow Focus Networld (u.a. www.max.de, www.tvspielfilm.de, www.amica.de, www.focus.de, www.cinema.de www.tomorrow.de, www.holidaycheck.de, www.playboy.de und www.fitforfun.de), zum anderen durch eine klassische Teaser-Anzeige in Spiegel, Focus, FAZ, FTD, SZ, Welt/Welt am Sonntag, Handelsblatt.

Muss ja nix bedeuten. Außer: Medienerfolg kann man sich kaufen. Den beim Zuschauer nicht.

Und ein Preis hat das Video auch schon gewonnen, als bester Online Content 2007. Ausgezeichnet von einem gewissen BDOA, dessen Aufgabe es gar nicht wäre, solche Preise zu verleihen, da er nach eigener Aussage sich um Berufsbildung etc. kümmern möchte. Hier die Preisbegründung:

"Viral Marketing auf exzellentem Niveau. Der ehemalige Kassenschlager von Matthias Reim „Verdammt ich lieb dich“ begeisterte in seiner umgedichteten Version unzählige Internetuser, noch bevor die offizielle Webpage von Sixt freigeschaltet wurde. Innerhalb kürzester Zeit verbreitete sich das Video im World Wide Web, wurde hundertfach verlinkt und eroberte die Playlist sämtlicher Videoportale."

Man beachte die Wortwahl: "Eroberte die Playlist sämtlicher Videoportale". Heisst nix anderes als: wurde in sämtliche Videoportale eingestellt.

Stellt sich die Frage ob das überhaupt als Viralmarketing-Kampagne zu bezeichnen ist: denn angesichts des massiven Seedings scheint die Ausbeute mehr als mager und der Weiterverbreitungsfaktor recht nahe bei Null zu liegen.

Zitat hier gefunden


GEZ versucht es mit Neusprech

Neusprech? Schauen wir mal in Wikipedia:

„Neusprech“ bezeichnet die vom herrschenden Regime vorgeschriebene, künstlich veränderte Sprache. Das Ziel dieser Sprachpolitik ist es, die Anzahl und das Bedeutungsspektrum der Wörter zu verringern, um die Kommunikation der Bevölkerung in enge, kontrollierte Bahnen zu lenken. Damit sollen so genannte Gedankenverbrechen unmöglich werden. Durch die neue Sprache bzw. Sprachregelung soll die Bevölkerung so manipuliert werden, dass diese nicht einmal an Aufstand denken kann, weil ihr die Worte dazu fehlen."

Per Abmahnung soll sich akademie.de dazu verpflichten, "nicht existente" bzw. "falsche" Begriffe wie "GEZ-Gebühren", "PC-Gebühr""Gebührenfahnder", "GEZ-Anmeldung" oder "GEZ-Abmeldung" nie wieder zu verwenden. Das Verbot wird damit begründet, dass die Nutzung der Begriffe nur dazu diene, "ein negatives Image der GEZ hervorzurufen".

Über eine "strafbewehrte Unterlassungserklärung" soll akademie.de für jede erneute öffentliche Verwendung eines Verbotsworts an die GEZ 5.100 Euro bezahlen.

Mehr dazu bei Akademie.de


Neue Serie: Communities stellen sich vor

Burkhard Schneider hat mich mit seiner tollen Serie inspiriert, in der er Newcomer-Business-Blogs vorgestellt hat.
Meine Neugier bezieht sich aber auf andere Websites: Die deutschsprachigen Social Communities oder Netzwerke. In den letzten Monaten gab es zahlreiche Neugründungen und ich schätze mal die Welle wird nicht abreißen. Weil ich die Communities spannend finde, will ich sie gerne hier präsentieren. Außerdem wird es möglicherweise von mir ein Buch oder eine Studie geben, das Business-Entscheidern einen Einblick in die Community-Szene vermittelt.

Erster Teil: Welche Communities gibt es?

Wer sich vorstellen will - ich habe ein paar Fragen an die Betreiber der Community vorbereitet:

  1. Was ist die Grundidee der Community? Wer trifft sich in der Community? Bitte gib mir eine Kurzbeschreibung
  2. Was kann man da machen, sprich: Welches sind die wichtigsten Netzwerkfunktionen?
  3. Wann wurde die Community gegründet?
  4. Wieviele Mitglieder gibt es?
  5. Wie können Unternehmen am Netzwerk teilhaben?
  6. Welche Werbemöglichkeiten gibt es im Netzwerk?
  7. Wer steckt dahinter?

Einfach die Antworten in einer E-Mail an mich senden (brkn (at) gmx.de) und Ihr seid dabei.

Zweiter Teil: Welche Community hat die besten Fans?
Achtung Community-Fans! Ich will nicht nur die Großkopferten befragen. Denn eine Community ist nur so gut wie ihre Mitglieder. Also meldet Euch in den Kommentaren und sagt, was Euch an Eurer Community gefällt.


Sicherheitslücke in YouTube: Private Videos für jedermann downloadbar

Keine gute Idee, seine erotischen Homevideos oder Urlaubserlebnisse auf YouTube hosten zu lassen. Man kann zwar anklicken, ob diese öffentlich zugänglich oder privat sein sollen. Aber das nützt nix. Privatvideos werden durch einen einfachen Trick zugänglich:

"Scheinbar liegen die privaten Videos genauso öffentlich auf dem Server wie alle anderen auch und haben keinen besonderen Schutz. Zwar wird das Video im YouTube-Portal selbst blockiert, ist aber zumindest auf dem Google-Cache-Server öffentlich downloadbar. Kombiniert mit dem YouTube-Video-Download-Trick kann so jedes Video heruntergeladen werden.
Hier noch einmal die URL:
http://cache.googlevideo.com/get_video?video_id=VIDEO-ID"

Zitat vom Google Watchblog


Gute Produktargumente finden

3mileWer hätte gedacht, dass einem zu einem Bleistift noch Produktargumente einfallen könnten - außer der Tatsache, dass er schreibt?

Der 3-Meilen-Bleistift zeigt das Gegenteil. Und wie zum Beweis ist auf dem Bleistift die 3-Meilen-Distanz gleich markiert. Anderes Maß gefällig? Dann sehen Sie einfach auf die Skala mit den bereits geschriebenen Wörtern - 45.000 stehen am Ende der Skala.

Wussten Sie auch, dass man mit diesem Bleistift einen Tennisplatz 70 mal umrunden umzeichnen kann? Oder dass er 25 Stunden am Stück schreiben kann - eine halbe Stunde fürs Spitzen bereits eingerechnet.
Übrigens: Shakespeare hätte nur 22 dieser Bleistifte gebraucht, um alle seine Werke damit zu schreiben.

Bild gefunden in dieser eBay-Auktion, via Schoenes Blog


Eine eigene Google Karte zu erstellen

Das geht ganz einfach. Also habe ich vor zwei Wochen mal die Karte der Dienstleister gebaut, die sich auch für kleine Werbebudgets ins Zeug legen. Einzige Schwierigkeit für einen Nicht-Techie wie mich war es den Code zu erstellen, der die Karte ins Weblog einbindet.

Jetzt gibt es auch da Abhilfe von Google. Sobald Sie die Karte erstellt haben, klicken Sie auf "URL zu dieser Seite". Dann erscheinen der Link und der einzubettende Code, siehe Bild.

Google_map_einbinden

Klicken Sie dann auf "Eingebettete Karte anpassen und Vorschau anzeigen" und Sie können die Größe der Karte nach Belieben anpassen. Mithilfe der Vorschau weiß man auch gleich, wie das Endergebnis aussieht.

Ein paar Ideen für Karten:

  • Ferienwohnungen, Hotels und Ausflugsrestaurants machen Karten mit Ausflugstipps für ihre Gäste
  • Filialisten zeigen ihre Niederlassungen und Filialen an
  • Krimiautoren kennzeichnen die Schauplätze der Verbrechen
  • Metzgereien zeigen, von welchen Lieferanten sie ihr Fleisch beziehen
  • Fahrschulen zeigen, wo sie mit ihren Schülern das erste Mal hinfahren
  • Städte erstellen Rundwege zu Sehenswürdigkeiten
  • Werbegemeinschaften erstellen Schnitzeljagden
  • Usw.

Alle Karten können Sie natürlich auch nichtöffentlich machen und ausschließlich für interne Zwecke nutzen.


Wer macht eigentlich... Werbung für kleine Budgets?

Einfach auf dieser Karte nachsehen.


Größere Kartenansicht

Die hier eingetragenen Dienstleister legen sich auch für kleinere Werbebudgets ins Zeug.

Sie sind als Dienstleister in der Werbung tätig und wollen sich selbst eintragen lassen? Dann senden Sie mir eine E-Mail an kleinebudgets (at) gmx.de. Was ich brauche ist Ihre Adresse, E-Mail-Adresse und URL zu Ihrer Website. Der Eintrag ist kostenfrei - ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.


Virale Werbung, das sind die wahren Erfolgszahlen

Da gibt es doch Agenturbosse, die behaupten, dass virale Werbung Wunderdinge bewirken könne.
Man müsse ja nur mal annehmen, dass jeder der eine Werbebotschaft hört, sie an 10 Freunde weiterleiten und der wiederum an 10 weitere usw. Das Werbevirus würde sich also mit einem Reproduktionsfaktor 10 fortpflanzen.
Aber selbst bei erfolgreichen viralen Kampagnen funktioniert das nicht. Der Reproduktionsfaktor liegt nicht mal bei 1. Sondern eher bei 0,5 oder darunter. Und da kann man noch froh sein. Denn ein Faktor von 0,5 heißt: jeder zweite, der eine Nachricht hört, erzählt sie weiter. Und von denen bestensfalls wiederum jeder zweite.

Gute Viralmarketer wissen schon längst, dass sie die Wirkung viraler Werbung nicht überschätzen dürfen. Deshalb werden Viralmarketingkampagnen zum Start über Websites, E-Mails etc. gestreut, wo sie von Anfang an mehrere Hunderttausendmal gesehen werden.
Genau genommen benutzt man zum Start also die Methoden der klassischen Werbung. Man schaltet z.B. Filme auf Websites und hofft, dass über die Weiterleitungsmechanismen noch ein paar Seher dazukommen.

So schlecht ist das doch gar nicht. Wurde beispielsweise ein Film an 100.000 Menschen gestreut, die ihn wiederum an 50.000 andere weiterreichten (beim Faktor 0,5), dann kommen auf diese Weise irgendwann insgesamt 200.000 Personen zusammen, die die Werbebotschaft gesehen haben. Eine Verdopplung der Empfängerzahl also.

Ich fürchte nur die Weiterleitungsrate von 0,5 dürfte sich für die Mehrzahl der Kampagnen als zu hoch erweisen.

Mehr dazu in Harvard Business Review: Viral Marketing for the Real World

Eine ausführliche Zusammenfassung der Studie von Duncan J. Watts und Jonah Peretti als PDF


Letzter Aufruf: Wer ist der/die älteste Blogger/in Deutschlands

Nichts Neues hat die Suche nach dem/der ältesten Blogger/in Deutschlands in den letzten Tagen ergeben.
Noch immer gilt es den 77jährigen Friedrich Witt mit seinem wunderbaren Audioblog "Ein Kontrabass spielt selten allein" zu übertreffen.
Übrigens - Bloggerinnen im Rentenalter gibt es offenbar gar keine.
Bis zum 1.9.07 warte ich noch auf Hinweise. Dann erkläre ich die Suche für beendet und lade Sieger oder Siegerin wie versprochen zu einem Tag am Bodensee ein.


Was Autoren von Stephen King lernen könnten

Ist eine ungewöhnliche Werbemethode. Wie australische Medien berichten ist der Horrorschriftsteller in einem australischen Buchladen aufgetaucht, hat nachgesehen, ob ein paar Exemplare seines Buchs "Liseys Story" im Regal sind, hat sie aufgeschlagen und begann sie zu signieren.

Die Kunden hielten ihn erst für eine Vandalen und riefen die Filialleiterin des Ladens. Als diese auf der Bildfläche erschien, war Stephen King allerdings schon verschwunden.

Ob ich mir das auch zur Angewohnheit mache?

Mehr darüber im Literaturcafé.


Funkchips in Scout Schulranzen?

"Seit dem vergangenen Jahr ist jeder Ranzen, der die Produktion verlässt, mit einem Funk-Chip ausgestattet. Jede Woche kontrolliert eine Mitarbeiterin die Auktionsangebote bei Ebay. Findet sie dort einen neuen Sout-Anbieter, bestellt sie ein Testprodukt. Und der Chip im Ranzen verrät, wer der ursprüngliche Empfänger war." (Zitat Handelsblatt vom 15.8.2007)

Gut 200 Händler sind so identifiziert werden, sie alle erhalten keine Lieferungen mehr. Dank der Funkchips im Schulranzen entdeckt die Firma Alfred Sternjakob GmbH & Co. KG, der Hersteller von Scout also die schwarzen Schafe unter den Händlern und will so die Marktpreise stabil halten. In Japan gibt es diese Funkchips in Schultaschen bereits. Dort dienen sie einem ganz anderen Zweck, nämlich der Überwachung der Schüler. Deren Kommen und Gehen kann so lückenlos erfasst werden.

Nun kann man zwar mit einem Hammer sowohl einen Nagel in die Wand hauen als auch einen Schädel zertrümmern. Aber der Einsatz von Funkchips ist ein ganz heisses Eisen. Ob das dem deutschen Marktführer Scout nicht bewusst war?


Telekom: Kündigen oder knebeln lassen

Im April diesen Jahres habe ich den Tarif Call & Surf Comfort/ISDN bei der deutschen Telekom zum Preis von 53,95 Euro monatlich abgeschlossen.
Der Wettbewerbsdruck hat dazu geführt, dass die Deutsche Telekom diesen Tarif jetzt deutlich preiswerter anbietet. Statt 53,95 bezahlen Einsteiger nun 48,95 für den gleichen Tarif. Als bestehender Kunde zahle ich allerdings weiter den alten Preis. Ist das kundenfreundlich? Wohl nicht.
Nun, wer bei der Deutschen Telekom anruft, kann den neuen Tarif einfordern. Auf ausdrücklichen Wunsch werden dann auch den bestehenden Kunden die verringerten Gebühren eingeräumt.

Aber jetzt kommts: Dann erhöht sich die Laufzeit des bisher einjährigen Vertrages auf weitere zwei Jahre.

Womöglich findet es die Deutsche Telekom besser, wenn die Bestandskunden kündigen und dann mit erheblichem Mehraufwand wieder angeworben werden müssen.


Hören Sie auf normal zu sein

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"Wie war eigentlich das neue Restaurant in dem Ihr Euren Geburtstag gefeiert habt?

"Och. Normal."

So ein Mist. Wenn es nicht "klasse", "spitze", "super", "geil", "genial" usw. war, sondern nur normal, dann war es nix.
Wem man ein "Normal" bescheinigt, der kann sich zwar sicher sein, dass er nicht balla-balla ist. Aber das war es auch schon. Denn wer als Unternehmer mit seinen Produkten und Dienstleistungen nur normal ist hat keine begeisterten Kunden, die Empfehlungsrate ist mikroskopisch klein, er muss viel zu viel Geld für Werbung ausgeben und lebt von geringen Profiten.

Wie wird man nicht normal? Hier eine prima Idee: Fangen Sie an mit den Gepflogenheiten der Branche zu brechen (nicht von mir, sondern vom großen Schumpeter). So wie die kleine Firma LittleMissMatched. Deren Geschäftsidee: Socken, die nicht zusammenpassen. Als ob das nicht schon unnormal genug wäre: Die Socken werden nicht paarweise, sondern in Sets zu je drei Stück verkauft.

Seth Godin hat schon welche.


Bitte ganz schnell dichtmachen

Das IBM-Blog mein ich. Das dürfte wohl das schwächste Fake-Blog sein, das mir jemals untergekommen ist.

Ein fiktiver Herr Bremer, IT-Leiter der Firma Panta Rhei berichtet aus seinem Alltag. ("Eingestellt um die IT neu aufzustellen und die Kosten zu senken, habe ich den Drang, mehr zu bewegen und die IT auf eine neue Stufe zu heben.") Um Aktivität auf diesem Textfriedhof vorzutäuschen, werden auch die Kommentare mit unsäglichen Texten versehen: "Hallo Bremer! Na, wie lief der Workshop? Ist auch jeder gekommen, der zugesagt hat ? ;)War es eigentlich kein Problem einen zeitnahen Termin mit den IBMern zu finden? Die Nachfrage nach diesen Roadmap Workshops müsste ja riesig sein. Nachdem was man im Netz so alles liest, werden sich die meisten größeren Unternehmen früher oder später ohnehin mit dem Thema auseinander setzen (müssen?)" Unter dem Stichwort Blogroll werden übrigens PDF-Dokumente verlinkt. Und dann ist das Ganze auch noch grottenschlecht geschrieben.

Mannomann. Das hätte im Sommer 2007 nicht mehr passieren dürfen. Mein Rat: Schnell dichtmachen, bevor jemand zu Schaden kommt.

PS. Nun ist es nicht so, dass ich generell gegen Blogs von fiktiven Personen bin. Für Horst Schlämmer habe ich mich damals begeistert. Aber der millionenfache Erfolg von Blogs liegt schließlich darin, dass die Leser an den Erfahrungen und Erlebnissen realer Menschen teilhaben wollen.


Der Serienmörder oder wie erschrecken Sie Ihre Freunde

Wollten Sie schon immer mal ihren Freunden eine Morddrohung schicken? (Motto: ein Serienkiller hat es auf Dich abgesehen!) Mit dieser Werbeidee für die britische Fernsehserie Dexter ist es ganz einfach. Sie gehen auf die Website Icetruck.tv, dort startet die Dexter-Werbung automatisch.

Sie drücken den "Send a friend"-Button und geben die E-Mail Adresse eines Menschen ein, den sie erschrecken möchten. Um das Ganze noch ein bisschen realistischer zu machen, fügen Sie ein paar Informationen über das Opfer ein (Geschlecht, Alter, Beruf) und widmen ihm noch ein paar persönlich formulierte Zeilen.)

Schon bald wird er eine E-Mail mit diesem Video erhalten.

Das mag man für spaßig halten oder nicht. Darum geht es mir gar nicht. Man beachte vielmehr wie hier Virale Werbung ganz fies mit Datensammelei verknüpft wird.

Mit einem einfachen "Senden Sie diese Nachricht an Ihre Freunde" ist es offenbar nicht mehr getan. Die Dexter-Kampagne beutet persönliche Beziehungen aus, um Werbebotschaften individueller zu machen und gewinnt zu der nackten E-Mail Adresse auch noch ein paar persönliche Daten des Opfers.

Imagemässig stehen die Viralmarketer - Studi-VZ sei Dank - sowieso vor dem Abgrund. Kampagnen wie diese bringen sie nur noch weiter.


Eichendorff über Blogger

RSS-Feeds nachts verschlingen,
Schwatzen nach der Welt Gebrauch,
Und das große Tretrad schwingen
Wie ein Ochs, das kann ich auch.
Aber glauben, dass der Plunder
Eben nicht der Plunder wär,
Sondern ein hochwichtig Wunder,
Das gelang mir nimmermehr.
Aber andre überwitzen,
Dass ich mit dem Federkiel
Könnt den morschen Weltbau stützen,
Schien mir immer Narrenspiel.
Und so, weil ich in dem Drehen
Da steh oft wie ein Pasquill,
Lässt die Welt mich eben stehen –
Mag sies halten, wie sie will!


Lügen & Legenden: Mundpropaganda und Netzwerkeffekte

Im Werbebusiness halten sich eine Menge Legenden, die einfach unwidersprochen zitiert und vervielfältigt werden:

"Geht man davon aus, dass jeder Mitarbeiter mit durchschnittlich 10 Freunden über seine Arbeit, Produkte oder Dienstleistungen spricht, und diese Freunde jene Inhalte wiederum an jeweils 10 Menschen weitergeben, erreicht ein Unternehmen wie BMW, das in Deutschland rund 80.000 Menschen beschäftigt, auf zweiter Kommunikationsebene ca. 8 Millionen Menschen – das sind knapp 10 Prozent der deutschen Bevölkerung!"

Davon sollte niemand ausgehen. Ich weiß nicht, wie diese Legende in die Welt kam. Jedenfalls gehen Mundpropaganda-und Viralmarketingberater gerne mit der Legende der 10 x 10 x 10 Vervielfachung hausieren. Hola! Das soll heißen, dass eine Botschaft von 100 % der Leute, die sie erfahren, weitergegeben wird.

Die Praxis sieht anders aus. Da ereilt viele Kampagnen der schnelle Tod bereits in der zweiten Generation. Von 10 Leuten denen man was erzählt, gibt das vielleicht einer weiter. Oder keiner.

Zitat von Florian Haller, Serviceplan in einem Gastbeitrag der Absatzwirtschaft


Apple Fans gegen Apple

Manchmal hat man wirklich den Eindruck, Fans lieben ihre Marke mehr als es die Hersteller tun. Es ist unerklärlich, wie Apple darauf kommt, seine Markenkennzeichung von den Tastaturen zu entfernen. Jedenfalls werden die neuen iMac-Tastaturen ohne die berühmte Apfeltaste ausgeliefert.

Da sind die Apple-Fans aber sauer und Thomas Reuting organisiert den Protest. In seinem Weblog "Rettet die Apfeltaste" sammelten sich in einer Woche über 1.000 Kommentare empörter Apple-Nutzer. Sie alle fordern die Apfeltaste wieder zurück.

Nur mal laut gedacht: wenn Apple mit Absicht Fotos ohne Apfeltaste veröffentlicht hätte... wäre das ein genialer Schachzug, um aufmerksame Fans zu aktivieren. Gerade in der Werbe- und Designszene, also bei der klassischen Apple-Kundschaft sorgt man durch den Wegfall der Taste für Gesprächsstoff. Aber es bietet noch ganz andere Möglichkeiten: Wie wäre es mit Apfeltaste gegen Aufpreis?

Marketeasingtechnisch gesehen ist der Kunstgriff von Apple jedenfalls perfekt. Gemäß dem Erfolgsgrundsatz: "Hören Sie auf normal zu sein" hat Apple eben darauf verzichtet das Normale zu tun und die Tastatur mit dem Logo auszustatten. Applaus!

Gefunden bei Spiegel Online


Warum ich meine letzte Amazon Rezension geschrieben habe

Aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen:

"Entscheidet sich der Nutzer, eine Amazon.de-Kundenrezension zu verfassen, gewährt er Amazon.de eine für die Dauer des zugrunde liegenden Rechts zeitlich und örtlich unbeschränkte und ausschließliche Lizenz zur weiteren Verwendung der Kundenrezension für jegliche Zwecke online wie offline.

Amazon.de wird sich bemühen, den Verfasser stets als Autor zu benennen (außer wenn der Verfasser angegeben hat, anonym bleiben zu wollen), behält sich jedoch vor, diese Angabe zu kürzen oder wegzulassen.

Amazon.de behält sich vor, eine Rezension nicht oder nur für einen begrenzten Zeitraum auf der Website anzuzeigen sowie sie zu kürzen oder zu ändern."

Das hieße ja eine für Amazon geschriebene Rezension könnte ich noch nicht mal in meinem eigenen Blog verwenden? Und die Rezension kann beliebig umgetextet werden, so dass man mir andere Worte in den Mund legen könnte?

Ohne mich.


Amazon-Rezensionen, auch die Rezensenten sind unzufrieden

Der Amazonrezensent Marco Thorek ist für einiger Zeit auf meinen Artikel Amazon und die Buchrezensionen gestoßen und schreibt mir dazu:

"Hin und wieder verfasse ich für die deutsche Amazon-Webseite eine Rezension. In den letzten 12-18 Monaten wurde es aber auch für mich recht augenscheinlich, dass diese Kundenrezensionen von Dritten beeinflusst werden und entweder positive Kommentare von parteilichen Stimmen verfasst oder, wie mir nun einige Male passiert, negative Kritiken neutraler Rezensenten von Amazon-Mitarbeitern gelöscht werden, da sich wohl jemand über sie beschwert hat.

Im konkreten Fall ist es mir so ergangen, dass eine meiner kritischen Rezensionen, zum Buch "Familie macht Sinn" von Birgit Kohlhase, im letzten Jahr nach einigen Wochen Vorhandenseins verschwand. Man erhält darüber ja keinen Hinweis und schon gar keine Begründung und ich bemerkte es erst geraume Zeit später.

Auf Nachfrage wurde die Rezension wiedereingestellt, da sie "durch einen Fehler" gelöscht worden sei, dann aber doch wieder gelöscht - nun wieder nicht den von den Mitarbeitern anscheinend frei interpretierbaren Richtlinien entsprechend - und auf erneute Nachfrage und nach einer Kürzung durch Amazon wieder eingestellt.

Interessant daran ist, daß diese Version auch wieder gelöscht wurde, nach Rückfrage in der gekürzten Fassung wieder eingestellt wurde, um wieder gelöscht zu werden, da selbst diese Version, wohlgemerkt, die von den Amazon-Mitarbeitern höchst selbst redigierte, nicht den Rezensionsrichtlinien entspräche. Auf Nachfrage wurde auch diese, nach nochmaliger Änderung durch einen Mitarbeiter, wiedereingestellt.

Und, Sie werden es ahnen, wieder gelöscht.

Just in den letzten Tagen ist eine andere meiner Rezensionen, diese zu "Die neue F-Klasse" von Thea Dorn, zusammen mit praktisch allen weiteren kritischen Meinungen zu diesem Buch verschwunden. Eine einzige negative Bewertung steht nun noch da und das vorher kumuliert mit 3 1/2 Sternen bewertete Buch steht nun mit soliden 4 1/2 da - kurz bevor es als Taschenbuch veröffentlicht werden soll."

Inzwischen hat er sich an den Amazon Deutschland Geschäftsführer Ralf Kleber gewandt. Eine zufriedenstellende Antwort hat er dort aber auch nicht erhalten:

"Herr Kleber ist in dieser Antwort der Meinung, dass der beschriebene Zustand nicht im Sinne von Amazon ist und er wolle sich darum kümmern.

Allerdings kam es mir auf den zweiten Blick so vor, als ob der Brief etwas schematisiert sei, da er mich durch quasi wortwörtliches Aufgreifen meiner Formulierungen stark an das erinnerte, was man bei Anfragen an den Kundendienst von Amazon als Antwort erhält."


Barcamp am Bodensee

Das wird wohl in Kürze wahr werden - das erste Barcamp am Bodensee befindet sich in der Planung. Angestoßen hat die Sache der allseits bekannte Oliver Gassner.

Barcamp? Das ist eine für Teilnehmer kostenlose zweitägige Konferenz (Fr-So) im Umfeld IT- / Online-Kultur, bei dem das Konferenzprogramm und die Organisation 'von unten' entstehen. Das 'Barcamp Bodensee' hat vor allem das Ziel die deutschsprachige Internetszene in D, A, CH und FL und gegebenenfalls: aus dem Elsaß zusammenzubringen. Die entstehenden Kosten (Tagungsort und Verpflegung) werden in der Regel von Sponsoren getragen.

Noch gibt es keinen Termin - aber eine schöne Idee: warum das Barcamp nicht auf einem Schiff stattfinden lassen? Naja, die Bauweise der Schiffe dürfte das unmöglich machen - zu wenig Räumlichkeiten um parallele Sessions durchführen zu können, oder?

Wer auf dem Laufenden bleiben will, mitkonzipieren und dabei sein will, erfährt Näheres bei Oliver Gassner.

Sponsoren werden derzeit auch noch gesucht.


Wie Google die Wirtschaft verändert

Warum steigt Google in den Markt für Navigationssysteme ein? Wieso kauft Google ein Telekommunikationsunternehmen? Wird es bald ein Google-Handy geben? Wie sieht Googles Modell für die Schaltung und Bezahlung klassischer Werbung aus?

Google wird die Wirtschaft verändern und die wenigsten Leute haben eine Ahnung davon, was passieren wird. Einen Einblick in die Strategien und Aktivitäten des diskret operierenden Suchmaschinenriesen gibt das Buch "Die Google Ökonomie.Wie Google die Wirtschaft verändert" der beiden Autoren Rolf Kaumanns und Veit Siegenheim.

Ich will es kurz machen: lesen! Das Buch ist keine Perle der Prosa, dafür randvoll gespickt mit Informationen, die helfen ein besseres Bild von Googles Strategien zu gewinnen. Und das ist verdammt wichtig. Denn als erstes krempelt Google die Erlösmodelle der Werbebranche um. Das schafft so nebenbei ganz neue Werbemöglichkeiten für kleine und kleinste Unternehmen. Und das Schönste: die meisten sind kostenlos oder auch mit kleinem Budget bezahlbar.

Meine Meinung: Unternehmen, die am schnellsten begreifen, welche innovativen Chancen Google bereits heute bietet um den Endverbraucher zu erreichen, werden profitieren.


Marketeasing nervt

Ich weiß, dass Marketeasing polarisiert. Und dass viele es hassen, weil es ihrer Sicht der Dinge widerspricht. Die ganzen Jahre im Old School Marketing – das kann doch nicht falsch gewesen sein.

Diejenigen, die genervt sind von den Thesen, schlagen zurück. Der anonyme Rezensent Happyx bei den Amazon-Rezensionen zum Beispiel. 
Dabei verwendet er die von jedem Kritiker gerne genommene „Ich-weiß-das-schon-längst-Attitüde“ und das „Der-Mann-ist-völlig-unwichtig-Argument“

„Ich-weiß-das-schon-längst-Attitüde“ : „Für Menschen wie mich, die täglich im Internet unterwegs sind, alte Hüte“ 
„Der-Mann-ist-völlig-unwichtig-Argument“: „Die Kommentare in diesem Blog sind jedoch sehr rar, ein Zeichen dafür, dass der Autor mit seinem Buch wohl wenig kooperativen Gesprächsstoff liefert.

Danke Du anonymer Happyx, dass Du Dir trotzdem soviel Zeit für eine Rezension genommen hast.


Die Google Map der Agenturen & Werbedienstleister

Größere Kartenansicht

Soeben habe ich eine Google-Karte angelegt zu dem Thema: Wer macht eigentlich... Werbung für kleine Budgets?" Wenn Sie also wissen wollen, ob und welche Werbe-Dienstleister es in Ihrer Nähe gibt, klicken Sie einfach auf die Karte und die nächstgelegene Stecknadel. Von dort aus können Sie die Website des betreffenden Unternehmens aufrufen. Oder gleich mal Ihre Route dorthin planen. Viel Spaß dabei. Und hoffentlich nützt es Ihnen. Eingetragen wurden nur Dienstleister, die sich auch für kleine Budgets ins Zeug legen.


Marketeasing-Techniken weiter auf dem Vormarsch: House Parties kommen

Na wer sagt`s denn … zumindest im Mutterland des Old School-Marketings geht es mit frischen Ideen zu neuen Marketingmethoden immer weiter voran.
Neueste Idee: House-Parties. Das sind Tupperparties ohne Verkaufen – es geht ums Kennenlernen und Ausprobieren nagelneuer Produkte. Die Teilnehmer probieren es aus, hören neue CDs oder sehen eine neue TV-Serie. 1.000 Parties werden am gleichen Tag parallel gefeiert!

Irgendwie wachsen Marktforschung und Werbung auf diese Weise immer mehr zusammen. Ja und klar hat das was mit der Stimulation von Mundpropaganda zu tun – die Teilnehmer werden stolz wie Oskar von ihren Erfahrungen berichten.

Die Marktforschung im alten Gesicht wird damit immer überflüssiger. Produkteinführungen finden auf eine ganz neue Weise statt – und das Beste: Es ist eine Werbung, die ohne die lästige Unterbrechung der Verbraucher auskommt. Wer mitmachen will, tut dies aus eigenem Antrieb!

Schätze es wird in Deutschland bald Nachahmer geben.

Via Springwise


Mein Filmtipp zum Wochenende: Des kriäge mer scho herrä

So kann Tourismuswerbung Spaß machen - und so funktioniert es auch. Ein schönes Beispiel für eine zunächst zweckfrei aussehende Blödelei, die den Ort Birkendorf aber bekannter macht als jeder Fremdenverkehrsprospekt oder jede statische Website.

In Connies Welt gibt es seit 2006 in badisch-alemannischer Mundart kurze Videos über das Leben auf dem Land. Hauptdarsteller sind die 4 Bullen Herbert, Fritz, Franz und Friedhelm, die im allemannischen "Hage" heißen.

Dank dieser Filmchen, die als Werbeaktion für das erstmals letztes Jahr veranstaltete "Hagehole" (die Birkendorfer Variante des Almabtriebs) gestartet wurden, wurde die Veranstaltung ein voller Erfolg. Zum Hagehole erschienen über 5.000 Besucher.

Zum Glück haben Touristiker das Potential erkannt und sich bei der Familie Ziller und dem Hagehole-Veranstalterteam mit einer Auszeichnung bedankt.

Mehr darüber im SÜDKURIER: Film-Dreh auf der Weide