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StudiVZ wirbt mit Scheiße

Das bekannte Studentenportal StudiVZ, dessen Macher unter anderem auch ein Portal für minderjährige Schüler, namens SchülerVZ betreiben, hat eine Kampagne gestartet, die nach Aussagen der Agentur ARS Interactive provozieren soll.
" Uns geht es darum eine möglichst kontroverse Diskussion im Netz zu starten, damit Aufmerksamkeit für StudiVZ zu generieren und neue User zu gewinnen, damit sie sich an dem Prozeß beteiligen" sagt Agentur Chef André Aimaq.
Die Kampagne soll StudiVZ international zum Durchbruch verhelfen. Dazu wurden drei Filme gedreht:
In einem Film machen Vegetarier-Hasser Jagd auf Vegetarier und verfüttern sie anschließend an Schweine. In einem anderen Film gibt es Tipps, wie man fettleibige Kinder entführt. Vom Inhalt des Scheiß-Films ist nur der Titel bekannt: "Geile Frauen scheißen nicht"
Nach Wunsch der Spot-Macher soll jeder User, der einen der Filme gesehen hat, ihn 23 mal weiter versenden. Danke für das schöne Deutschland-Bild, das ihr da in die Welt transportiert.

Widerwärtig, rassistisch und doof. Die Zyniker von ARS nennen das Konvertierungskampagne. Beim Werbeblogger läuft die Diskussion.

Wie wehrt man sich gegen solche Leute? Eine meiner Leserinnen, die zu den angesprochenen geilen Frauen gehört, hatte ne Idee. Sie will die Leute eines besseren belehren und ihnen Scheiße in die Agentur schicken.

Infos aus der Horizont-Printausgabe.


Werbung für den Bodensee

Für die Gemeinschaftswerbung am Bodensee gibt es eine Organisation, die in etwa so toll arbeitet wie die CMA, die Centrale Marketinggesellschaft der deutschen Agrarerzeuger. Nämlich gar nicht gut.
Eine neue Kostprobe ihres Tuns hat diese IBT mit der nagelneuen Bodensee-Website vorgelegt, die für Urlaubsinteressierte erste Anlaufstelle sein soll (könnte, müsste). Die Website glänzt mit nichtssagenden Menüpunkten wie "Vital" oder "Aktiv" und macht es sowohl Ortsunkundigen wie Kennern der Region schwer, bestimmte Orte zu finden.
Deshalb hier eine Anleitung, wie man Konstanz entdeckt:

"Klick auf “Region Bodensee” und ignoriere das sich öffnende Menü. Dann erscheint die ohnehin vermisste Übersichtskarte auf der - na bitte! - Konstanz verzeichnet ist (genau wie Überlingen, Meersburg oder Friedrichshafen.)

Um allerdings z. B. Langenargen zu finden, sollte man wissen, wo es ungefähr liegt. Denn dazu muss man auf den richtigen Kartenausschnitt klicken, um ihn zu vergrößern. So erscheint dann auch Langenargen. Also: alles da. Ich finde nur: Usability geht irgendwie anders.

Finde ich auch. (Zitate eines Kommentators bei Bodenseepeter.)

Mal abgesehen von der Bedienbarkeit: Die Website ist öder als ein Elster-Formular. Weiss denn niemand, wie man Lust auf eine so phantastische Urlaubsregion wie den Bodensee weckt? Und kann bitte jemand die dämliche Welle wegnehmen! Dieses Old School Branding Getue geht einem nur noch auf die Nerven.