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Amazon Rezensionen: Braucht es eine Qualitätskontrolle?

Autor Kai Meyer ärgert sich über Amazon Rezensionen.

"Amazons Rezensionsdemokratie treibt kuriose Blüten im Negativen und Positiven: Viele gute Besprechungen sind ebenso naiv, schauderhaft formuliert und uninformiert wie die schlechten. Katastrophal ist vielmehr, dass eine redaktionelle Betreuung zwar behauptet wird, aber nicht stattfindet."

Na und? Kann eine Rezension nicht auch schauderhaft formuliert sein? Soll eine Rezensionskontrolle etwa oberlehrerhaft daherkommen und stilistisch gutes Deutsch kontrollieren. Mit solchem elitären Anspruch kann ich nichts anfangen. Soll jeder schreiben wie ihm der Schnabel gewachsen ist.
Stutzig macht mich eher das:

"Wenn sich also jemand lang und breit ... darüber auslässt, dass es in dem Roman keine bildhaften Beschreibungen, keine mittelalterliche Atmosphäre und keine ausgearbeiteten Figuren gebe, muss man das als Autor schlucken. Wenn dann aber derselbe Rezensent im allerletzten Absatz erwähnt, dass er ja nur das um 60 Prozent (!) gekürzte Hörbuch kenne, nicht aber den vollständigen Roman, ist das, höflich gesagt, fragwürdig. Der Fehler liegt bei Amazon: Warum ist diese Rezension auch auf der Seite des Taschenbuchs zu lesen, statt nur beim Hörbuch, wo sie hingehört (und womöglich auch nicht ganz unangebracht ist)? "

Falsche Zuordnungen - das wäre ein Fall für die Qualitätskontrolle. Aber brauchen wir die überhaupt?
Oder sollte man nicht fehlertolerant sein, wenn man ein offenes für jedermann zugängliches Rezensionssystem nutzen will?

Danke an Dietrich Eckardt für den Hinweis per E-Mail

Kommentare

Sebastian Voss

Qualitätskontrollen jetzt auch schon bei Produkt-Rezensionen?? OK ... spätestens wenn vorauszusehen ist, das Blogger ihre Kommentare ebenfalls einer Qualitätskontrolle unterziehen, denke ich über eine Notschließung meines Blogs nach oder 1€ pro Posting. ;-) Grüße aus Berlin Sebastian

Beate Strauß

Wenn Laien Buchkritiken verfassen, bleibt nichts anderes übrig als fehlertolerant zu sein. Aber diese Laien sind die Leser, die das Buch kaufen. Man muss akzeptieren, dass diese Kritiker ein Spiegelbild der Leserschaft sind.

Natürlich lasse ich mich von diesen Kritiken beeinflussen, vor allem dann, wenn ich das beste, aber mir noch unbekannte Buch zu einem bestimmten Thema suche. Beispiel: Präsentieren Sie noch oder faszinieren Sie schon von Matthias Pöhm. Einige sehr schlechte Kritiken, weil das Buch sich nicht 1:1 umsetzen lässt (wenn dann nur für sehr gute Redner), einige sehr gute, weil es frischen Wind bringt und den Nagel auf den Kopf trifft. Trotzdem ein Bestseller, einem guten oder interessantem Buch werden ein paar schlechte Kritiken nicht schaden.

Gerade bei amazon hat jeder Autor die Möglichkeit, selbst PR zu machen und Leute zu Kritiken zu motivieren. Das hat er bei Profi-Kritikern nicht: wenn Reich-Ranicki oder Heidenreich etwas in den Boden stampfen, kann er kaum etwas dagegen setzen

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