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Von unterwegs gebloggt: Wie ein Nürnberger Lokal zum Stadtgespräch wird

Wer die Grenzen des Normalen verrückt, hat gute Chancen sein Werbebudget ganz einzufrieren. Die Menschen übernehmen die Mundpropaganda. Das scheint gerade mit dem Nürnberger Lokal 's Baggers zu passieren. Was ist da so anders? Eine ganze Menge.

Allem voran: Dort hat man auf die üblichen Kellner verzichtet - die Speisen rutschen auf einem Schienensystem von der Küche direkt auf den Tisch. Das macht Spaß zuzusehen, wie die kleinen Edelstahltöpfe über den Köpfen der Besucher sich um die Kurven bewegen. Die Lieferung per Schiene ist aber nicht das einzig Unnormale. Auch sonst gelten im Baggers andere Gesetze:
Bestellt wird per Touchscreen direkt am Tisch.
Die Sitzplätze sind kreisförmig um eine Ausgabestation angeordnet.
Geordert wird per Scheckkarte, die am Eingang im Empfang genommen wird. Ausgelesen wird die Karte
dann am Ausgang.
Bei den Speisen handelt es sich vorwiegend um fränkische Spezialitäten wie Baggers (Kartoffelpuffer), Schäufala, Bloudworscht (Blutwurst) die in Tapas-Portionen gereicht werden.
Gegessen wird aus dem Topf, damit es länger heiß bleibt.
Extra langes Besteck sorgt dafür, dass man in den Topf auch hineinkommt.
Damit man den heißen Topf anfassen kann, gibt es eine Art "Topfhalterstrapse", die über die Griffe gestülpt sind.
Und wie schmeckt es? Lecker! Bei meinem Besuch gestern waren nicht nur eine Menge Gäste, sondern auch das chinesische Fernsehen zugegen. Spricht sich also nicht nur in Franken herum.

Kommentare

Daniel Backhaus

Hallo,
ich habe über dieses Restaurant auch schon im Spiegel gelesen. Mit Fug und Recht ist dieses Konzept ein Schritt in die Zukunft. Ob es allerdings jetzt schon durch den Mensch angenommen werden wird bleibt fraglich.
Kritische Stimmen sind schon zu hören.
Ich wünsche trotzdem alles Gute, denn nur wer wagt gewinnt.

Account Deleted

Hallo zusammen,

ich bin immer wieder baff, was doch für gagige und gleichzeitig
tragfähige Restaurantkonzepte von pfiffigen Gastronomen ausgeheckt
werden. Aber wenn wir gerade schon dabei sind, lass ich auch noch
mal den Berater raus: Jungs, versuchts doch mal mit Youtube und der
Sensationseffekt ist auf Eurer Seite! Wenn schon die Chinesen darüber
berichten …  Grüße aus Merkel-City Sebastian

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