20.000 Menschen führen ein Unternehmen
Mal laut gedacht: Private Startup-Weekends – Wie es künftig funktionieren könnte

Das erste private Start-up-Weekend ist gescheitert

Schade, dass ich das posten muss.

Das erste private Start-up-Weekend ist gescheitert.

Kaputt gemacht hat es eines der Teammitglieder. Nicht irgendeines, sondern derjenige Teilnehmer, dessen Idee gewonnen hatte und am Start-up-Wochenende von den anderen 7 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bearbeitet wurde.

Alle wollten sich an dem Unternehmen finanziell beteiligen. Alle wollten das Konzept zum Erfolg führen. Jeder hat rund 18 Stunden Arbeitszeit in das Projekt investiert und rund 200 Euro für das Wochenende ausgegeben (Anreise, Hotel, Verpflegung, Unkostenbeitrag für den Workshop).

Wer nach dem Wochenende die Zusammenarbeit eingestellt hat, war der Gründer, dem laut Reglement 51 % an dem gemeinsamen Unternehmen zustehen.

Das ist für alle eine riesige Enttäuschung - ein fauler Apfel hat die Sache verdorben, das Engagement der anderen ausgenutzt. Businessethik gibt's für den nicht - bis heute hat er noch nicht mal die lächerliche Unkostenpauschale von 22,22 Euro bezahlt. Es kommt einem die Galle hoch, wenn man feststellt, dass dieser Mensch zu den Top 100 Bloggern gehört und sich regelmäßig über vorbildliche Geschäftspraktiken und -modelle auslässt. Dass er Veranstaltungen hochzieht, die ohne den Goodwill der Blogger und Teilnehmer nicht funktionieren - und folglich hundertfach von ihnen beschenkt wird.

Und trotzdem stellt sich die Frage: Darf man den Kerl an den Pranger stellen und öffentlich nennen? Oder etwa nicht? Was meint ihr?

Kommentare

chris

Ich hoffe/vermute, dass er seine Gründe gehabt hat. Daher würde ich ihn schon nennen und vielleicht versuchen die Gründe gleich mit zu erläutern. Er kann ja denn die Sicht seiner Dinge auch separat darstellen.

Anderseits würde es dem Ruf vermutlich nicht gut tun, wenn er namentlich genannt wird, zumal dein Artikel wie ich finde sehr emotional geschrieben ist. Das heißt nicht, dass es deinen Stadtpunkt nicht nachvollziehen kann.

Es ist sicherlich eine ganz heikle Frage, ob man darf oder nicht. Ich würde versuchen ihn zu drängen selbst die Sicht seiner Dinge zu erzählen...

Kopf hoch, bald gibts andere Blogger in den Top100 und dann kann man es nochmal versuchen ;)

Hannes

Business Regel #1: Sei fair mit allen Menschen denen du auf deinem Weg nach oben begegnest - du wirst sie bei deinem Fall nach unten alle wieder treffen.

Bin bei Chris: Chance auf eine Stellungnahme und der wahre Charakter wird zu Tage treten.

Ich hoffe du lässt dich durch diese Erfahrung nicht entmutigen deine tolle Idee weiterzuführen!

Wir hatten vor einiger Zeit eine ähnliche Veranstaltung durchgeführt, an der MitarbeiterInnen von Unternehmen (die teils sogar im Wettbewerb stehen) teilgenommen und in Brainstorming Workshops gemeinsam Ideen entwickelt haben - die Erfahrung bei mehr als 40 Teilnehmern war genial und Beispiele wie das von dir beschriebene blieben (obwohl im Rahmen der Organsiation befürchtet) zum Glück aus.

Schöne Grüße zu dir Bernd!

Martin Schröder

Geht's nicht auch ohne den Aussteiger? Sieben begeisterte Mitmacher sollten doch reichen, eine Idee umzusetzen. Und so etwas wie ein Patent oder ähnliches wird der Entwickler der Idee doch kaum haben, oder? Das ganze würde ich als grob unmoralisch empfinden, wenn der Ideengeber seine Idee ebenfalls umsetzen möchte, nur halt auf anderem Wege. Aber wenn er das nicht vorhat, spricht doch nichts dagegen, dass die sieben Verbliebenen es ohne ihn versuchen, oder?

Bernd Röthlingshöfer

@ Hannes. Die gesamte Idee der privaten Startup Weekends (Menschen entwickeln gemeinschaftlich eine Businessidee miteinander) ist ohne Fairness nicht denkbar. Kann man unfaires Agieren nicht ausschließen oder bekämpfen sind die Meetings tot.

Jörg Weisner

Bernd,
ich kann Deinen Ärger sehr gut verstehen. Bin ja selbst einer, da dabei war und sogar noch eniges mehr als die 200 Euro "in den Sand" gesetzt hat.
Das Verhalten des "Aussteigers" kann ich nicht verstehen. Ich werde versuchen ihn persönlich, telefonisch oder per Mail darauf anzusprechen. Vielleicht gibt es ja doch Gründe, die aus seiner Sicht eine Erklärung liefern. Das würde es allen etwas leichter machen, mit dem Frust umzugehen.

Laß Dich/uns nicht entmutigen, life goes on!

Bodenseepeter

Ich würde ihn nicht ungefragt im Blog nennen, aber unbedingt mir ein Email schreiben, denn ich bin sehr neugierig!

Klaus

Warum nicht? Ein Möbelhersteller wird hier doch auch namentlich benannt. Hat der Gründer seine Zusammenarbeit kommentarlos beendet? Ein Top 100 Blogger? Ohne Kommentar und öffentliche Begründung? Das kann doch fast nicht sein... Na, sowas.

Robert

vielleicht off-topic, vielleicht auch nicht: Du hattest damals getrommelt für das Weekend, aber gesehen / gelesen habe ich von Euren Erkenntissen null. Im Gegensatz zum großen Bruder in HH, Edelbild. Nun forderst Du auf einmal Transparenz ein, wo keine vorher da war, jetzt, wo was nicht klappt. Sorry, Bernd, nicht gerade konsequent, vom transparenten meckern habe ich nix, von transparenter Wissensteilung sehr wohl. my2cents

Horst D. Deckert

Ich würde ihn nicht öffentlich nennen. Darauf folgt nur ein Rechtsstreit. Aber, wer seinen Namen wissen will, dem würde ich ihn sagen. Mir zum Beispiel :-)

Andererseits habe ich die Idee so verstanden, dass er 51% und die anderen 49% haben. Das ist doch ein klarer Vertragsbruch, der Schadensersatz auslöst. Ich würde einen gescheiten Anwalt fragen, ob Ihr das Projekt selbst verwirklichen könnt. Vor allem würde ich dies beim nächsten Projekt vorab jedem 51%er unterschreiben lassen.

Ramona

Du hast dazu gelernt. Verbuche es unter "Lehrgeld" (wer kennt das nicht), wird vielleicht nicht vor derartigen Praktiken für ewig und immer schützen. Bei Namensnennung wäre ich wie andere auch vorsichtig. Manchmal spielt das Schicksal einem einen Ball zu, mit dem du ordentlich zurückfeuern kannst.

Biggi

Du hast ihn doch praktisch schon geoutet. Auch ohne Namensnennung kann man da doch leicht eins und eins zusammenzählen. Sooo viele Top 100 Blogger, die regelmäßig über vorbildliche Geschäftspraktiken und -modelle schreiben und die Veranstaltungen hochziehen, die ohne den Goodwill der Blogger und Teilnehmer nicht funktionieren, gibts ja nun auch nicht...

Ich verstehe deinen Ärger. Und ich verstehe ihn nicht. Denn - hey - überrascht dich so was? Das dürfte doch jedem Netzwerker schon passiert sein. Wo Vorschussvertrauen an der Tagesordnung ist, da wird es auch schon mal missbraucht. Das macht es nicht besser, aber die Beteiligten reicher. Um eine Erfahrung.

Knicken. Lochen. Abheften.

und dann weitermachen. :)

Schade nur, dass ich durch diesen Beitrag erstmals von dieser Aktion erfahre. Hab ich das übersehen vorher? Klingt auf jeden Fall sehr spannend.

Christian M. Fischer

Jeder liebt den Verrat. Aber niemand mag den Verräter.

Susanne Melles

Da ich an dem Wochenende auch mit dabei war und darum deinen Ärger sehr gut nachvollziehen kann: Biggi hat recht.
Wir sollten aus den Erfahrungen unsere Schlüsse ziehen und dann einen Neustart anstreben.

oliver gassner

Hm, spannender fände ich zu überlegen, woran es lag. (An sich sollte man es bloggen, aber Robgreen hat recht: Probleme. Ich wüsst auch gern wers war und verrat es auch nicht ;) )
- kleinere Gruppe? / zu kleine?
- closed shop statt wie in HH offener Laden?
- 24h statt 48h?
- schon viel Vorarbeit vom Ideenbringer?
- Vorarbeit ggf. > Wochenendearbeit?

An sich sind ja nun Ideen nicht schützbar und an sch war der 'Vertrag' ja klar: Alle arbeiten und teilen.
D.h.: einfach jede/r ne Rechnung schreiben über Spesen und 1 Arbeitstag im Tausch gegen seine Anteile, oder?

Cem

Eben per Twitter davon gehört. Das ist sehr schade. Ich mache euch sieben ein Angebot. Wir werden vermutlich im Mai das nächste grosse StartupWeeken in Hmaburg machen. Möglicherweise wird es ein Globales. Wir haben etwas sehr besonderes vor und planen es gerade. Es soll eine Überraschung werden. Ich würde euch sieben gerne dazu als Teilnehmer des Events kostenfrei einladen. Schick mir bitte eure Namen per Mail. Ich freue mich auf euch in Hamburg!

Alex Wunschel

Hab es eben per Twitter gelesen. Kenne die Hintergründe nicht, aber wenn es nur halbwegs wahr ist ist das eine demotivierende Sauerei. Soweit ich es mitbekommen habe waren die Konditionen von Anfang an klar geregelt.

Hat nix mit Pranger zu tun, aber ich werde dann eh nochmal recherchieren und den Sieger ausfindig machen. Eine Meldung mit investigativ-klärendem Charakter in meinem Blick über den Tellerrand ist das sicherlich wert.

Alex

Sven Lehmann

Hallo Bernd,

ich kann Deine Enttäuschung verstehen. Diese Verhaltensweise ist nicht fair und wohl auch nicht zu erwarten gewesen. Meinst Du nicht, dass sich das in geeigneter Weise allein herum spricht?

Aber - seit wann stellt die xte Top-Auflistung eine Garantie für irgendetwas dar??

Bernd Röthlingshöfer

Vielen Dank für eure Kommentare. Sie haben mit in zweierlei Hinsicht sehr geholfen.

Erstens: Ich bin mir nun sicher, dass ich an dieser Stelle keinen Namen nennen werde.
Zweitens: Ich bin mir allerdings auch sicher, dass ein transparentes Vorgehen - sprich Teilnehmer und Ergebnisse eines solchen Weekends werden von Anfang an öffentlich gemacht -, dabei helfen, das Risiko einer solchen Schlappe zu verringern. Denn Transparenz sollte eine Art von sozialer Kontrolle ermöglichen.

Das heißt: Beim nächsten privaten Startup-Wochenende wird es anders ablaufen.

Knut O.E. Pankrath

Hallo Bernd,
ich habe ein paar Tage mit meiner Reaktion gewartet, weil ich nicht zu emotional aus der Hüfte kommen wollte. Für alle anderen: Ich wäre beinahe auch bei der Aktion dabei gewesen und fühle mich damit emotional ganz schön nah dran. Was mich mit ein wenig Abstand auch nach Deiner Entscheidung FÜR eine Namensnennung votieren lässt: 1. Ich habe den nicht belegbaren aber starken Verdacht, dass eine solche Person das öfter tut und somit weitere Menschen vor seiner Mitnahmementalität geschützt werden könnten. 2. Womöglich unterstütze ich diesen Menschen derzeit per Kommentar, Link, Trackback, Rezension oder andere Arten einer Empfehlung und würde das gern ändern, wenn ich wüßte, wer es ist. Das kann ich aber nur, wenn ich Kenntnis davon habe. So laufe ich eher mit einem unschönen Generalverdacht gegenüber allen auf der Möglichenliste durch die Gegend. 3. Wenn die Idee jetzt realisiert würde, passierte das u.a. mit Euch gestohlenen Ideen. Spätestens bei einer kommerziellen Ausschlachtung fände ich es nachvollziehbar, wenn einer der um seine Anteile und Gutgläubigkeit Geprellten Alarm schlägt.

Der Zukunft zugewandt: Vielleicht war der südliche Ort der Veranstaltung gar zu lieblich und die nächste Runde kommt ins rauere Berlin? 8-)

Gruß aus der Stadt von Web2.0 Expo, re:publica, dem 9to5 Wir nennen es Arbeit Festival-Camp und anderen Höhepunkten...
Knut O.E. Pankrath

Tobias Kolesnyk

hey bernd,
also ich denke du bist nicht der erste dem so etwas passiert. aber kopf hoch. bezgl. der namensnennung: mach es nicht öffentlich. gibt nur mehr ärger. jeder person deines vertrauens würde ich es jederzeit nennen. denn ich wäre böse wenn mich jemand nicht auf einen faulen typen hinweist. ganz nach dem grundsatz: der kluge lernt aus seinen fehler. der weise lernt aus den fehlern anderer.

beste grüsse

Bodenseepeter

Beim Lesen der Kommentare stolpere ich immer wieder darüber, dass ich den über einem Kommentar stehenden Namen für den des Autoren halte. Zweideutiges Layout...

Die Kommentare dieses Eintrags sind geschlossen.