Videobloggen verstärkt die Kundenbindung im Onlineshop
Besser einen Texter feuern...

Freibier für alle?

Sind denn jetzt alle verrückt geworden?

Brockhaus stellt seine Enzyklopädie kostenlos ins Web.

Wired Guru und Bestseller-Autor Chris Anderson, der uns schon die Idee des Long Tail in die Köpfe pflanzte, schreibt ein neues Buch: Free! Why 0.00 Is the Future of Business. Ich glaube ihm übrigens kein Wort.

"Geschenkt!" meint der Autor Alexander Dill im changeX-Magazin und erfindet das Wort von der Geschenkökonomie, die uns ja bereits heute schon mit Freiflügen, Freiabos usw. beglücke. Das changeX Magazin ist übrigens kostenpflichtig. Nur der Artikel „Geschenkt!“ ist geschenkt. Wäre ja sonst auch widersinnig.

In der Süddeutschen behauptet Andrian Kreye gar, das Internet entwerte Inhalte! Das ist ja noch viel schlimmer. Als ob das Internet gute Inhalte zu schlechten machen würde.

Längst schon mal wollte ich auf diesen Herrn hinweisen, der von vielen unbemerkt ein erfolgreiches Buch übers Internet vermarktet. (über 35.000 Exemplare à rund 9,98 Euro bzw. 15,98 für die gedruckte Ausgabe)
Seit Jahren gibt es dieses Online-Fachmagazin, profitabel und kostenpflichtig.
Und werden die 89 Euro für dieses wertvolle E-Book nicht klaglos bezahlt?

Nicht das Internet entwertet Inhalte. Sie waren vorher schon wertlos. Zeitungsleser zum Beispiel zahlen nur noch aus Gewohnheit. Wegen der Rituale. Morgens im Bademantel zum Briefkasten schlurfen. Während des Kaffeetrinkens hinter der Zeitung krümeln.

Aber die sterben bald aus, Rituale und Leser.

Die Wahrheit ist: Die meisten Publisher haben nichts, wofür Leser zahlen müssten. In keinem Medium.

Kommentare

Aurel Gergey

Der letzte Satz scheint mit der zentral zu sein: "Die meisten Publisher haben nichts, wofür Leser zahlen müssten. ".

Wofür Leser zu bezahlen bereit sind, ist: Exklusives. Dazu Verlagsinsider Ulrich Spiller, in einem Interview mit medienhandbuch.de (Jänner 2008): "Je spezialisierter ein Verlag ist (Wissenschafts-, Fach-, Special-Interest-Verlage), umso spezieller sind seine Inhalte und umso mehr kommt es auf die Qualität an. Für derartige Inhalte haben schon immer Nutzer Geld ausgegeben (Zeitschriften, Newsletter etc.), also tun sie dies auch im Internet."

Die meisten im Web tätigen Verlage und Verleger trauen offensichtlich der Exklusivität ihrer Inhalte nicht. Sie setzten daher auf Reichweite, in deren Fahrwind sie Online-Werbung schalten und so auf Einnahmen hoffen. Angesichts der zunehmenden Banner-Blindheit ein risikoreiches Unterfangen...

Bernd Röthlingshöfer

Seh ich genau so. Reichweite wird in wenigen Jahren nicht mehr die Media-Grundwährung sein. Und die Werbebudgets werden nur noch die bekommen, die Conversion statt Banner-Einblendungen nachweisen können.

Aurel Gergey

Ich wurde gefragt, wo ich das mit der "zunehmenden Banner-Blindheit" her habe.

Von hier: http://www.useit.com/alertbox/banner-blindness.html ("...banner blindness is real. Users almost never look at anything that looks like an advertisement, whether or not it's actually an ad.")

Und das sagt nicht einfach irgendwer, sondern Usability-Ikone Jakob Nielsen höchstpersönlich. Die abgebildeten Heatmaps sprechen allerdings schon für sich. Und dies überdeutlich.

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