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Wie man den Erlebnishunger im Alltag stillt

Nopants8_00

Der New Yorker Aktionskünstler und Lehrer Charlie Todd macht Aufsehen erregendes Improvisationstheater - mit Dutzenden oder Hunderten von Freiwilligen. Improv Everywhere heisst sein Projekt, das mittlerweile auf der ganzen Welt Nachahmer findet. Mit verrückten und verblüffenden Aktionen wollen die Teilnehmer selbst Spaß haben und den tristen Alltag in der Stadt bereichern.
Improv Everywhere macht genau das, was Marketer heute tun müssen, um mit ihren Kunden gemeinsam Spaß zu haben. Sie machen exakt das, was Außenwerbung nach Marketeaser-Art bedeutet: Den Alltag kreativ und überraschend zu gestalten.
Manchmal sollen die Leute zu einer bestimmten Tageszeit ohne Hosen in der U-Bahn fahren – das nennt sich dann „No Pants Day“. Manchmal bringen die Teilnehmer als lebende Skulpturen den Riesenbahnhof Grand Central-Station in New York zum Staunen.

Solche Mitmach-Aktionen sind genau das Spaßerlebnis, wofür sich Menschen begeistern und aktiv engagieren. Marketer, die so etwas als Werbeevent veranstalten wollen, wagen dennoch einen Ritt auf der Rasierklinge. Denn Teilnehmer wollen sich selbst inszenieren und nicht eine Marke oder eine Markenbotschaft.

Bild: Chad Nicholson, Mit freundlicher Genehmigung von Charlie Todd

Mehr dazu:
Artikel von Spiegel Online über Improv Everywhere: Hosen runter, Passanten munter
Polylux-Beitrag über Improv Everywhere
Video zur genialen "Frozen Grand Central" Aktion


Hier kommt der Dichter aufs Zimmer

Im Andaz Liverpool Street Hotel, London kann man bald nicht nur Schampus und Sandwich aufs Zimmer bestellen, sondern auch einen Vorleser.
Dafür hat das Hotel den Journalisten Damian Barr angeheuert. Er fungiert z.B. als Literaturberater, der den Gästen Lesetipps gibt oder er kommt eben zu einer Lesung ins Zimmer. Literatur als Room Service, davon profitieren Autoren, Verlage, die Hotels und natürlich auch die Gäste. Passend gewählt ist der nächste Monat als Termin, da findet die Londoner Buchmesse statt.

Mir persönlich würde das großen Spaß machen in einer kleinen individuellen Lesung etwas mehr über die Stadt zu erfahren, in der ich gerade übernachte. Wird wohl nicht lange dauern bis eine clevere Tourismusdestination das entdeckt und nutzt. Ich tippe mal auf die Österreicher.

Gefunden bei Springwise


Blogger über Mundpropaganda-Marketing

Die beiden Marketingberater und Blogger Michael Herrling und Sven Lehmann haben das Buch gelesen und empfehlen es weiter. Vielen Dank!

Michael Herrling, Marktpraxis-Blog

"Er gibt dem Leser nicht nur das theoretische Rüstzeug auf eine spannende Weise mit auf den Weg, sondern ergänzt die Theorie mit zahlreichen interessanten und aktuellen Beispielen (ich muss jetzt noch schmunzeln, wenn ich an das Beispiel mit der Radarfalle denke). Sein Buch enthält zudem konkrete Handlungsempfehlungen und Checklisten.

Ich halte das Buch -wie viele aus der Reihe der Beck-Wirtschaftsberater - mit 10€ wirklich für ein sehr wertvolles Schnäppchen."

Sven Lehmann, Streuverluste Blog

"Wie man es schafft, Menschen zu begeistern statt zu bewerben, davon handelt dieses Buch. Stell Dir vor, es ist Werbung und keiner merkt es!
Bernd gelingt das Spagat, all das zu beleuchten, was rund um das Thema Mundpropaganda von Bedeutung ist, ohne eine wissenschaftliche Abhandlung aus seinem Buch zu machen.

Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen und ist nicht zu letzt auch deswegen sehr einprägsam, da es praktisch randvoll mit Praxisbeispielen ist. An Hand dieser praktischen Beispiele, wie andere Unternehmen Mundpropaganda erzeugten oder eben daran scheiterten, kann sich sowohl der Unternehmer als auch der Entwickler (oder Berater) in Sachen Marketing Impulse und Anregungen beim Lesen mitnehmen."


Grüße aus dem apfelbaumblütenduftgeschwängerten* Waghäusel

Das ist die Grußformel des heutigen Newsletters von E-Mail-Experte Dr. Schwarz. Klingt nett und ist bei mir gleich hängen geblieben. Insofern ein schönes Beispiel dafür, wie so eine kleine Stolperfalle die Aufmerksamkeit erhöhen kann.

Aber ist das nicht eine typisch deutsche Marotte? Machen das andere Länder etwa auch? Habt Ihr denn auch solche kreativen Grußformeln? Enthalten die meistens Wetterhinweise? Und gibts auch Leute, die sowas nervt?

Grüße aus dem pollenwindigbestäubten Schlier

PS. Auch ansonsten ein sehr lesenswerter Newsletter!


Danke! Noch mehr Blogger rezensieren Mundpropaganda-Marketing

Sarah Ines Struck, die Textorin, Autorin und Verlegerin:

"Eigentlich hatte ich ja (zumindest vorübergehend) genug von Fachbüchern, vor allem von solchen, die einen mit tollen Tricks locken aber mit läppischen Tipps enttäuschen....
Da gibt sich der neue Mundpropaganda-Marketing- Ratgeber von Bernd Röthlingshöfer im Vorwort erst einmal bescheiden und nimmt einem gleich die Illusion, dass man nach der Lektüre die Sache sofort voll im Griff habe...
Auch im Marketing kann Bescheidenheit gelegentlich eine Zier sein, vor allem, wenn man die Erwartungen dann übertrifft. Bei mir hat Röthlingshöfer das geschafft und mich obendrein unterhalten. Innerhalb von zwei Tagen hatte ich das Buch in Arbeitspausen und Abendsitzungen durchgelesen..."

Marcel Schreyer mit dem gut gewählten Blognamen Marktschreyer:

"Röthlingshöfer schafft es..., das realistische Bild eines Unternehmens zu zeichnen, welches seine Werbung komplett an die Konsumenten „outgesourced“ hat. Gleichzeitig belegt er diese Vorstellung so anschaulich mit theoretischen Grundlagen, messerscharfen Analysen und praktischen Beispielen, dass es das beschauliche Marketing-Weltbild so manches zentralistisch veranlagten Unternehmers erschüttern wird. (Sehen wir einmal davon ab, dass die meisten Vertreter dieser Gattung das Buch voraussichtlich gar nicht lesen werden.)"

Inzwischen zeichnet sich ein Trend ab. Die Leserinnen und Leser mögen das Buch. Und sind sich einig, dass es zu abrupt endet. Ok. Das nächste wird länger und enthält ein Schlusswort.

Danke für die Rezensionen!


Der PayPal Käuferschutz ist nichts wert

Wenn man diesem schon etwas älteren Artikel und den aktuellsten Kommentaren glaubt.

Es kann einen ganz gewaltig auf die Palme bringen, wie namhafte Firmen Kunden mit irreführend formulierten Angaben verarschen. Noch so ein Hammer: Dass man für berechtigte Beschwerden auch noch Geld bezahlen soll.

"Immerhin findet sich in der E-Mail eine - natürlich kostenpflichtige - Servicerufnummer: Für 12 Cent pro Minute ist das "Kundenservice-Team" bereit, Kunden wie mir bei ihren Problemen zu helfen."
...
"So ein nettes, sinnfreies Gespräch am frühen Abend hebt die Stimmung doch ungemein. Bei welcher anderen Mehrwert-Rufnummer bekommt man so viel Zuwendung und ungeteilte Aufmerksamkeit für schlappe 3,60 Euro (30 Minuten à 0,12 Euro)? Danke, PayPal"

Zitate aus dem erwähnten Artikel von Robert Chromow.


Besser einen Texter feuern...

...als Millionen Kunden abstoßen.

T-Mobile hat gedichtet:

"Als Datengeräte stehen der web’n’walk Stick und die web’n’walk ExpressCard IV zur Auswahl. Beide kosten jeweils einen Euro im Tarif web’n’walk Plus. Die Optionen web’n’walk DayFlat, M und L sind zu den Datentarifen web’n’walk Connect und web’n’walk Plus zubuchbar. web’n’walk M und L können auch zu allen aktuell vermarkteten Sprachtarifen zugebucht werden. Kunden, die für das mobile Laptop-Surfen keinen Vertrag abschließen wollen, bietet T-Mobile die web’n’walk DayFlat auch als Prepaid-Variante an. Unbegrenztes mobiles Internetsurfen per Notebook kostet mit der Xtra web’n’walk DayFlat 7,95 Euro pro Tag. Während einer Promotionphase bis 30. April 2008 beträgt der Tagespreis 4,95 Euro. T-Mobile bietet ein XtraPac an, in dem der web’n’walk Stick (USB-Modem) sowie eine XtraCard mit der DayFlat enthalten sind. Das XtraPac kostet einmalig 99,95 Euro. In dem Preis ist ein Startguthaben von zehn Euro inklusive."

via Robert Basic

Übersetzungshilfen werden gerne unter den Kommentaren angenommen.
 


Freibier für alle?

Sind denn jetzt alle verrückt geworden?

Brockhaus stellt seine Enzyklopädie kostenlos ins Web.

Wired Guru und Bestseller-Autor Chris Anderson, der uns schon die Idee des Long Tail in die Köpfe pflanzte, schreibt ein neues Buch: Free! Why 0.00 Is the Future of Business. Ich glaube ihm übrigens kein Wort.

"Geschenkt!" meint der Autor Alexander Dill im changeX-Magazin und erfindet das Wort von der Geschenkökonomie, die uns ja bereits heute schon mit Freiflügen, Freiabos usw. beglücke. Das changeX Magazin ist übrigens kostenpflichtig. Nur der Artikel „Geschenkt!“ ist geschenkt. Wäre ja sonst auch widersinnig.

In der Süddeutschen behauptet Andrian Kreye gar, das Internet entwerte Inhalte! Das ist ja noch viel schlimmer. Als ob das Internet gute Inhalte zu schlechten machen würde.

Längst schon mal wollte ich auf diesen Herrn hinweisen, der von vielen unbemerkt ein erfolgreiches Buch übers Internet vermarktet. (über 35.000 Exemplare à rund 9,98 Euro bzw. 15,98 für die gedruckte Ausgabe)
Seit Jahren gibt es dieses Online-Fachmagazin, profitabel und kostenpflichtig.
Und werden die 89 Euro für dieses wertvolle E-Book nicht klaglos bezahlt?

Nicht das Internet entwertet Inhalte. Sie waren vorher schon wertlos. Zeitungsleser zum Beispiel zahlen nur noch aus Gewohnheit. Wegen der Rituale. Morgens im Bademantel zum Briefkasten schlurfen. Während des Kaffeetrinkens hinter der Zeitung krümeln.

Aber die sterben bald aus, Rituale und Leser.

Die Wahrheit ist: Die meisten Publisher haben nichts, wofür Leser zahlen müssten. In keinem Medium.


Videobloggen verstärkt die Kundenbindung im Onlineshop

Die ersten Beispiele für Onlineshops, die Videobloggen einsetzen, trudeln jetzt auch aus deutschen Landen ein. Bei Hannes Treichl finde ich den Hinweis auf den Detmolder Online-Notenhändler Musikalienhandel.de.

Ein schöner Beweis dafür, dass man Videobloggen erfolgreich einsetzen kann, auch wenn man nicht wie ein Freak vor der Kamera agiert. (Siehe gestriges Beispiel)

Mehr noch: Man kann Videobloggen sogar nutzen, um eine heikle und für viele Kunden möglicherweise ungeliebte Maßnahme zu kommunizieren. Musikalienhändler Wolfgang Meyer-Johanning erklärt, weshalb er den kostenlosen Versand für Kleinbestellungen unter 20 Euro abschaffen wird. Anstelle einer Neujahrsansprache gab es von ihm dazu eine Portoansprache 2008.

Was passierte? Zunächst trudeln verärgerte Kommentare ein - dann schlägt es um. Die Argumente greifen. Und am Ende: Macht der Musikalienhandel 30% mehr Umsatz als vorher, da viele Kunden von Sammelbestellungen Gebrauch machen.


Wie ein Weinhändler mit Blog und Facebook seinen Umsatz mehr als verzehnfachte

Schönes Fallbeispiel, das Robert Basic da ausgegraben hat.

Der amerikanische Online-Weinhändler Wine Library hat 2006 ein Blog gestartet - ein Videoblog. Da lässt der Mitinhaber Gary Vaynerchuk täglich zwei verschiedene Weine zu einem Vergleich in seiner Kehle antreten.
Das liest sich dann etwa so: New Zealand vs. France Syrah Showdown - Episode #419 und kann hier betrachtet werden. Mehr als 60.000 Leute sehen die 20-minütige Video-Show täglich an. Was einen nicht wundert, weil Gary ein ziemlich verrückter Hund ist. Tatsächlich hat er das Zeug Leute zum Weintrinken zu animieren, die nicht aus der Snob-Ecke kommen und mit den üblichen Degustatations-Experten nix anfangen können.

WineLibrary nutzt konsequent die Mittel, die das sogenannte Web 2.0. bereitstellt - das beinhaltet Twitter, Facebook, das beschriebene Blog WineLibrary TV, usw. In den letzten 5 Jahren stieg der Umsatz von 4 auf 45 Millionen US Dollar. Einer von Gary Erfolgstipps:

"Be a BIG part of the conversation. This is tough and requires hard work that not all internet marketers would embrace. You need to leave comments on all the blogs of people, answer every email, and empower readers to interact with your brand. Gary responds to each and every email that he receives ( about 1,000 messages/ day)!"

Erfolgreiche Werbung kostet kein Geld mehr. Sie kostet Zeit. Und sie ist leider nicht mehr so einfach wie früher delegierbar. Sie hat nicht einmal mehr was mit bunten Pappen zu tun. Sondern mit der Zeit die man seinen Kunden widmet und dem Spaß den man ihnen gemeinsam hat.

Zitat: Our Awesome Planet


Kunden suchen außergewöhnliche Läden

"Wer kennt es nicht - immer die gleichen Läden, immer die gleichen Klamotten und mindestens drei von fünf Freundinnen haben sich das gleiche neue Teil gekauft wie man selbst! Von wegen Individualismus durch den Kleidungsstil ausgedrückt. Pah!
Davon haben wir genug! Und deshalb setzen wir jetzt eine neue Idee in die Tat um. Wir werden kleine, außergewöhnliche Läden, mit außergewöhnlichen Sachen und zu außergewöhnlichen Preisen (kleiner Scherz, sollte doch alles noch in einem bezahlbaren Rahmen bleiben) vostellen. Kurzum werden wir in Läden gehen, Klamotten anprobieren und das filmen. In der Karte findet Ihr die Standorte mit direkter Verlinkung zu den Filmen. Vielleicht entdeckt auch Ihr dabei etwas Neues!"

Tolle Idee, tolles Blog: allet ohne Schminke


Podcast über das neue Marketing

Ethoritypodcast Mit David Nelles von Ethority, einer Hamburger Firma die sich auf das Entdecken und die Analyse von Mundpropaganda im Web spezialisiert hat, telefonierte ich vor kurzem zu den Themen Marketing und Mundpropaganda. Er hat einen kurzen Podcast aus dem Gespräch gemacht.

Es geht um die Zukunft des Marketing. Aber was für eine Zukunft? Die hat doch schon längst begonnen...