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Erfolgskontrolle: Was bringt Bloggen wirklich?

So ermitteln Sie den Return on Investment Ihres Blogs

Lohnt sich Ihr Unternehmensblog oder nicht? Die Frage stellen sich viele Unternehmen – und erhalten selten konkrete Aussagen darauf. Denn wenn die Wirkung eines Blogs lediglich mit einer nebulösen Imageverbesserung bewertet wird, ist nicht viel gewonnen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die wirtschaftlichen Effekte Ihres Blogs in Euro und Cent ermitteln können.

1. Werbewirkung
Wie viele Besucher hat Ihr Blog täglich oder monatlich? Wie viele Seiten betrachten diese (Page Impressions)? Wie viel zahlen Sie für eine Bannerschaltung, in den für Sie wichtigen Online-Medien? In der Regel liegen die Preise für 1.000 Page Impressions (angesehene Seiten) bei 2 bis 3 Euro.

2. PR-Wirkung
Ein Blog dient als Nachrichtenquelle für traditionelle Medien. Bitte stellen Sie anhand Ihrer Presseauswertung fest, wie viele Berichte auf Informationen aus Ihrem Blog zurückgehen oder wie häufig Ihr Blog selbst Gegenstand der Berichterstattung ist. Um die PR-Wirkung zu beziffern, ermitteln Sie die Größe des über Sie gedruckten oder gesendeten Beitrags und sehen nach, was Sie für eine in dieser Größe vergleichbare Anzeige gezahlt hätten. Natürlich ist dies eine Milchmädchenrechnung, denn PR-Berichte sind immer wertvoller als Anzeigen, da sie mehr Beachtung und Glaubwürdigkeit als die Werbeaussagen finden.

3. Mundpropaganda-Wirkung
Stellen Sie fest, wie häufig Ihr Blog monatlich verlinkt wird und in welchen Foren, Communities und anderen Blogposts über Sie gesprochen wird. Den Wert eines Blogposts können Sie ermitteln, indem Sie die Reichweite des Blogs zu Grunde legen. (Dies geht natürlich nur, wenn der Blog Zahlen zu seiner Reichweite veröffentlicht.) Sie können dann 1.000 Page Impressions nach demselben Muster wie bei der Werbewirkung berechnen. Da oftmals keine Reichweitenzahlen vorliegen, machen Sie es anders. Unser Vorschlag: Bewerten Sie jede Erwähnung Ihres Blogs in Online-Medien mit 50 Euro.

4. Ersparte Aufwendungen
Stellen Sie ersparte Aufwendungen in Ihre Blogprofitrechnung mit ein. Wenn Ihr Blog sich beispielsweise um Servicethemen dreht, rechnen Sie die Ersparnis von Serviceanfragen aus. Gut gemachte Service-Informationen ersparen Ihnen Anrufe bei der Servicehotline und reduzieren den Aufwand, den Sie an anderer Stelle tragen müssen. Voraussetzung für die Ermittlung solcher Kennzahlen ist es, dass Sie die Zahl der Serviceanfragen bereits vor Start Ihres Unternehmensblogs ermittelt haben.

5. Marktforschungswert
Welche Verpackung gefällt Ihnen besser? Welcher Jingle passt besser zu unserem Werbespot? Befragungen wie diese konnten Sie früher nur durch klassische Marktforschung ermitteln. Jede im Blog gestellte Frage oder von Ihnen veranstaltete Umfrage ersetzt je nach Umfang eine extern beauftragte Marktforschung in Höhe von 3.000 bis 10.000 Euro.

6. Adressgenerierungswert
Erzeugen Sie über Ihren Blog Adressen von potenziellen oder tatsächlichen Kunden – etwa weil diese sich in Ihren Unternehmensnewsletter eintragen? Dann ist das bares Geld wert! Die Erzeugung einer solchen wertvollen Adresse wird in einigen Branchen recht hoch bewertet. Tragen Sie die Vergleichszahl Ihrer Branche in diese Nutzenberechnung ein. Sie kennen keine Branchenwerte? Sie machen nichts falsch, wenn Sie pro generierter Adresse einen Wert von 5 Euro einsetzen.

7. Verkaufswirkung
Ist Ihr Blog direkt mit einem Shop verbunden, können Sie die Zahl der generierten Anfragen und daraus resultierenden Bestellungen an diesen Shop ermitteln. Da Sie in anderen Fällen an Affiliate-Partner Provisionen zahlen würden, können Sie die ersparten Affiliate-Aufwendungen in Ihre Berechnung des Blog-Nutzens einfließen lassen.

Hier eine Beispielrechnung:

Blog_roi

Fazit: Die Wirkung Ihres Blogs ist präzise zu ermitteln, wenn Sie dafür die Ihnen entstehenden Kosten und die ersparten Aufwendungen für andere vergleichbare Werbeaktivitäten gegenüber stellen. Wenn den Kosten ein gleich hoher Ertrag gegenüber steht, hat sich die Sache längst gelohnt. In vielen Fällen dürfte das Bloggen allerdings anderen Werbeformen im Blick auf den ROI überlegen sein.

Quelle: Diesen Artikel habe ich für WerbePraxis aktuell verfasst. Wenn Sie ein Probeexemplar möchten, hier ist der Link zur Bestellung Ihres Probeheftes

Kommentare

Thomas Löschnigg

Guter Beitrag. Für mich als Webdesigner ist das Bloggen jetzt greifbarer. Zudem sind in diesem Artikel ein paar gute Verkaufsargumente. Die Preise finde ich aber gigantisch. Blog-Design/Einrichtung 10.000 €. Hosting 10.000 €. Wo lassen sich Blogs für so viel Geld verkaufen? Zeigt mir einen Blog der 10.000 € gekostet hat. Finde ich unrealistisch.

Bernd Röthlingshöfer

Hallo Thomas, kein Zweifel, das geht alles auch günstiger. Zu beweisen war aber auch, dass die Rechnung in puncto Werbewirkung aufgeht, selbst wenn man maximale Kosten ansetzt.

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