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Glauben oder Irrglauben

Wieviel darf ein gutes Logo kosten?

Crowdspring

Als ich vor über einem Jahr über Dumpingpreise für Logos schrieb, gabs heftige Kritik: Dumpinglogos können nix taugen. Qualität habe nun mal ihren Preis. Es entspann sich eine lange, hochinteressante Debatte, die so ziemlich alle Argumente zum "Für und Wider Billig-Logos" an den Tag brachte.

Die Sache ist die: Wer nur ein Logo einkaufen möchte, kann dies für 150 US Dollar tun. Bei der Website crowdspring jedenfalls arbeiten Kreative aus aller Welt für dieses Budget. Und das nicht schlecht, wie ich finde. Garantie: Erhält der Kunde nicht mindestens 25 Vorschläge, muss er nichts bezahlen.

Wer aber nicht nur ein Logo, sondern dazu auch Dienstleistungen in Anspruch nehmen möchte, wie z.B. eine ausführliche Analyse des Unternehmens und seiner Strategie, eine umfassende Beratung oder die Einbindung in bestehende Konzepte und Zielvorgaben, der zahlt mehr. Zu Recht!

A propos Crowdspring: Hats jemand mal getestet?

Kommentare

Jochen Schepp

Ich finde den Ansatz sehr interessant und werde es auf jeden Fall mal ausprobieren.
Eine ähnliche Seite ist http://99designs.com/
Gut gefällt mir das hier die Entwürfe auch gleich von der Community bewertet werden können.
Die Vorteile für die Kunden liegen auf der Hand - aber ob es sich für die Kreativen lohnt?

Vroni

(Ball-)Einwurf von einer ollen Designertante wie mich: Es gibt einen großen Unterschied zwischen einem netten Logo und einem Branding. Der drückt sich eben im Preis aus. Nicht erst seit es logo24 gibt.

Ich denke, Grafikdesigner, die auf dem Markt bestehen wollen, sollten den Unterschied herausarbeiten. Dann wird dem Kunden der jeweilige Preis auch klarer. Ich habe das letztens bei einem Prospect versäumt, deutlicher herauszuarbeiten. Und prompt...

Ein nettes Logo hat man tatsächlich in 1-2 Stunden gemacht. Als Grafiker hat man da ja im Lauf der Jahre auch seinen inneren Werkzugkasten und ein kleines Archiv, damit formale Abfragen rascher gehen. Aber nicht 25 Entwürfe für 150,00 Euro. Das sind dann keine echten verschiedenen, sondern wohl nur Schrift- und Farbvarianten, sonst wirtschaftlich nicht zu schaffen.

Hirnschmalz ist da auch noch kein großer dabei. Ob das wirklich Vorteile für den gewerblichen Kunden sind, so einzukaufen? (Außer dem Privatkunden jetzt, der einfach nur ein nettes Signet will für seine private Terrier-Homepage, für den passt das.)

Analyse des Unternehmens und inhaltliche Einbindung von Strategien und Zielvorgaben in formales Design und dadurch die interne Evaluierung der Entwürfe, be_vor sie dem Kunden vorgelegt werden, ersparen es beiden Seiten, über 25 und mehr Logos vorzulegen, "bis es gefällt". Mangelnde Zielvorgabe führt nirgendwo hin, außer ins Logonirwana der Beliebigkeit. Wer das dennoch möchte, ist doch bei diesen Seiten gut aufgehoben.

Bernd Röthlingshöfer

Vroni... die 25 Vorschläge kommen von verschiedenen Designern. Ansonsten gebe ich Dir recht, weil ich denke genau das gleiche gesagt zu haben. Wer nur ein Logo will, kann es billig kaufen. Wer konzeptionelle Beratung, persönliche Expertise usw. will, der geht lieber zum Designer. Wobei das nicht der einzige Grund ist, sondern es gibt wahrscheinlich ein ganzes Dutzend.

Vroni

Jau. Hast Recht, 25 von verschiedenen.

Kann man machen *hust*
Den Stundenlohn der Grafiker dann, die bereit sind, das zu machen, ...

Deine Frage, wie ich dieses Crowdsourcing finde: Übel. Ich denke da an die Logodesign-Crowd-Aktionen von Mr Wong und von Spreadshirt. Oder auch an die crowdgesourcten Filmmeinreichungen wie "Ruhmundehre" von Serviceplan.

Der Vermehrung der Zahl von an einer Sache Beteiligten folgt nicht zwingend die Vermehrung von relevanter Qualität. Das ist ein Internet-Mythos, der nur von Crowd-Plattformen geschickt kommerziell genutzt wird.


Markus

Wir haben, auch dank dieses Artikels, zu crowdSpring gefunden und sind sehr, sehr zufrieden mit dem Ergebnis:
http://www.crowdspring.com/projects/website_design/website_uncoded/betterandgreen_eco_friendly_one_deal_a_day_online_shop_ecommerce_with_focus_on_green_products

Für uns als Start-Up bietet crowdSpring eine ideale Gelegenheit viele fähige Designer anzusprechen und verschiedene Vorschläge für das Design unserer Internetseite zu bekommen. Das Ganze dann für gerade einmal 500$ ist vom Preis-Leistungsverhältnis nicht zu schlagen.

In unserem Projekt haben wir 80 Konzepte von 17 unterschiedlichen Designern erhalten. Das ist für ein Webdesign-Projekt bei cS verhältnismäßig viel und liegt meiner Ansicht nach an vier Faktoren, die entscheidender sind aus die Höhe des ausgelobten Preises:
1. Gutes Briefing: Das Briefing muss ausführlich, aber auf den Punkt geschrieben sein. Konkrete Anweisungen und Vorstellungen sollten dort enthalten sein.
2. Designer: Wir haben uns vorangegangene Design-Projekte angesehen und Designer angesprochen, deren Design uns besonders gut gefallen hat.
3. Feedback: Die Designer sind oft bereit ihren Vorschlag auf Feedback hin abzuändern und den Vorstellungen der Kunden anzupassen. Wir haben daher detailliertes Feedback gegeben. Auch andere Designer lesen sich dieses Feedback durch und versuchen ihr Konzept danach auszurichten.
4 Sympathisches Projekt: Wir haben von den Designern durchaus positives Feedback zu unserem Projekt erhalten. Vielen waren sehr enthusiastisch und haben mit Freude an dem Projekt mitgearbeitet.

Einziger Wermutstropfen: Man hat schon ein schlechtes Gewissen, dass man nur einem Teilnehmer einen Award zusprechen kann. Viele haben wirklich außerordentlich viel Arbeit in das Projekt gesteckt und sind nun sicherlich enttäuscht, dass ein anderer Designer ausgewählt worden ist. Aus dieser Sicht kann ich die Kritik mancher Designer an solchen Plattformen schon verstehen. Für uns als kleines StartUp mit einem sehr straffen Budget bietet sich dadurch aber eine gute Gelegenheit und auch für manche Designer (siehe den aktuellen Artikel im cS-Blog http://blog.crowdspring.com/2009/01/12/beware-the-underdog/) tun sich durch solche Wettbewerbe neue Möglichkeiten auf.

Bernd Röthlingshöfer

Markus, vielen Dank, dass Du Deine Praxiserfahrung mit Crowdspring gepostet hast. Nebenbei habe ich Euer spannendes Businesskonzept entdeckt, über das ich demnächst bestimmt berichten werde.

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