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Soeben einen Leser verloren!

Wann ist eine AdWords Kampagne erfolgreich?

"Die Universität Bern hat in einem Online-Marketing-Wettbewerb unter 1650 Teams aus 47 Ländern den ersten Platz der Länder aus Europa, Afrika und dem Mittleren Osten (EMEA) gewonnen. Der Google Online Marketing Challenge richtete sich an Bachelor- und Master-Studenten, um ihnen schon während des Studiums direkte Praxiserfahrungen in Sachen Online-Marketing zu vermitteln.

Die teilnehmenden Gruppen erhielten jeweils ein Budget im Gegenwert von 200 Dollar, das sie für ein lokales Unternehmen für Werbung investieren mussten. Dabei ging es darum, möglichst wirkungsvolle Online-Marketing-Kampagnen zu entwickeln.

Das Gewinnerteam aus Bern entwickelte für das Unternehmen Aaretal Reisen eine AdWords-Kampagne. Mit dem vorgegebenen Budget von 200 Dollar gelang es dem Team, über 1000 zusätzliche Besucher auf die Aaretal-Webseite zu locken und die Besucherzahl um rund 50 Prozent zu steigern."

So und genau das macht mich stutzig. Denn die Besucherzahl um 50% steigern - das ist keine Zahl, die mich so erstaunt. Und das soll das Siegerteam gewesen sein? Wie miserabel waren dann die anderen - wenn ein gutes Ergebnis schon reicht, den 1. Platz zu belegen?
Die entscheidende Frage wurde nicht beantwortet: Wie entwickle ich eine Kampagne, die Conversion bringt - zu vernünftigen Kosten?

An diesem Punkt wirds vage bei den Gewinnern.

Nadia Stauffer, Reiseberaterin bei Aaretal Reisen meint: «In den drei Wochen, in der die AdWords-Kampagne lief, haben die Buchungen und Besuche auf unserer Seite stark zugenommen. Wir denken darüber nach, AdWords in unsere Strategie einzubauen.»

Das liest sich doch stark nach gequälten PR-Statement.

Alle Zitate: Klein Report

Kommentare

Webstandard-Team

Die anderen haben sich wohl von den 200Dollar 'nen schönen Abend gemacht ;o)

Bernd Röthlingshöfer

Das wäre ne Erklärung ;-)

Jens

20 Cent pro Besucher bedeutet im Durchschnitt ca. 40 Euro für eine online durchgeführte Buchung. Für ein online Reisebüro bedeutet das wiederum, eine durchschnittliche Provision einer ca. 400 Euro Buchung geht in die Google Werbung.
Hier lohnt es sich seine Seite und das Verhalten seiner User genau zu kennen, um mit einer Buchung initiiert durch Google Adwords keine Verluste zu machen.

Bernd Röthlingshöfer

Jens, ist das eine durchschnittliche Conversion für ein Online-Reisebüro was Deiner Rechnung zugrundeliegt?

Jens

ja genau. Die Zahl wird als Richtwert für eine online Buchung in der Branche genannt. Telefonbuchungen initiiert durch die Webseite werden in dieser Zahl nicht erfasst.
Die Reise-Seite der oben genannten Werbeaktion vom Aufbau und vom Geschäftsmodell erheblich von einem durchschnittlichen Online-Reisebüro abweicht. Ich gehe davon aus, dass diese Seite anders kalkuliert.

Bernd Röthlingshöfer

Besten Dank!

Michael van Laar

Was mich daran auch stört: Um Klickkosten zu minimieren oder das Budget so effizient wie möglich einzusetzen, braucht es Beratungs-/Konzeptionsaufwand. Und der kostet Zeit und damit Geld, egal ob die Kampagne intern oder extern betreut wird. Doch genau dieser Konzeptions-, Beratungs- und Betreuungsaufwand wird hier komplett vernachlässigt. Reine Mediabudgets sagen schließlich nichts aus.

Guido

Hallo Bernd,

das ist in der Tat alles recht dünn, da haben Deine Sensoren wohl zu Recht angeschlagen. Ich würde jedoch raten, vor dem richten zu recherchieren, wer weiß, was da verdreht wurde.

Ich sammle ja auch gerade jede Menge Online-Marketing-Erfahrung, da erscheinen mir 20 Cent pro Besucher nicht gerade berauschend wenig. Allerdings bin ich zur Zeit ja jenseits der Heizperiode im Energie-/Heizbereich unterwegs. Derzeit liegt die Conversion im Ecojetshop tatsächlich ungefähr bei einem Promille. Aber das muss ja nicht so bleiben ;o)

Aus der Touristik (hier betreue ich seit Jahren Onliner in Sachen PR) weiß ich, dass eine Conversion Rate von 1 Promille zu wenig ist. Das liegt Jens' Kalkulation richtig, afaik liegen die Conversions bei guten Portalen zwischen 0,5 und 1 Prozent. Alles, was darüber liegt, löst massive Skepsis aus.

Danach kann ich Jens' Rechnung nicht mehr folgen, denn einerseits liegt (zumindest im Pauschalbereich) der durchschnittliche Reisepreis bei rund 1.000 Euro, andererseits bekommen Onliner i.d.R. keine 10% Provision mehr.

Heißt also: 40 Euro Google-Kosten pro Buchung bei einer Conversion von 0,5%, pro Buchung eine Provision von (7% von 1.000) 70 Euro. Das wäre tragbar. Die Praxis sieht allerdings bei den großen Portalen, die nicht mittelständisch geprägt sind, anders aus. Hier liegen die Kosten pro Buchung nach Kennermeinung deutlich höher, mit anderen Worten: es werden Umsätze/Kunden "gekauft" und die Nicht-Gewinne oder Verluste mit dem Vertrieb unter Marketingkosten und Markenaufbau verbucht. Das kann sich eben kein Mittelständler leisten. Sagte ich schon, dass ich die Pressearbeit für den Verband Neue Touristik mache, einer Vertretung der mittelständischen Onliner? ;o)

Herzlichst Guido

P.S.: So lang sollte der Kommentar gar nicht werden...

Jens

Hallo Guido,
mein 400 Euro Beispiel sollte nicht ausdrücken, dass dies der durchschnittliche Reisepreis einer online verkauften Reise ist, sondern sollte den Reisepreis verdeutlichen, bei welchem lediglich die Google Kosten gedeckt sind.
Liegt der durchschnittliche Reisepreis bei 1000 Euro oder ist das der Preis bei einer durchschnittlichen Buchung?
Meine Einschätzung wäre, dass die meisten Buchungen für 2 Personen sind und dass eine Lastminute Reise um die 500 Euro kostet und so ein "Buchungspreis" von ca. 1000 Euro entsteht.
Starke Abweichung bei der Conversion würden mich ehrlich gesagt wundern, denn fast alle Online benutzen die gleiche IBE. Spätestens an dieser Stelle ist die Benutzerführung nahezu identisch => dürften die Online-Portale nahezu die gleichen Conversions haben.

Bzgl. der 7 %: Haben sich mehr Reiseveranstalter dem Modell angeschlossen, für Onliner geringere Provisionen zu zahlen oder kommen die 7 % daher, dass die wenigen Veranstalter mit 5 -6 % Provision einen großen Anteil an den verkauften Reisen haben?

Selbst in deinem Beispiel 70 Euro Provision und 40 Euro Google Werbung denke ich, dass ein Unternehmen gut rechnen muss. Von den 30 Euro müssen noch eine Menge weitere Kosten gedeckt werden wie Mitarbeiter, Büro etc. Daher kann ich der Einschätzung gut folgen, dass Marketing intensive Onliner Umsätze einkaufen und damit kaum Gewinn machen.

Verband Neue Touristik = VNT?
Grüße
Jens

Nikodemus

Hallo,

für mich liest sich das eher, wie ein PR-Gag der Universität. Strickmuster: veranstalte einen Wettbewerb, gewinne dadurch Expertenstatus und sorge für großen Medienrummel.

In diesem Sinne
Nikodemus

Bernd Röthlingshöfer

@ Nikodemus. Nee, der Wettbewerb wurde schon von Google veranstaltet.

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