Previous month:
Dezember 2008
Next month:
Februar 2009

Ein Blogger zahlt für Kommentare und das ist gut so

Die Leute von TeNo (zusammen mit ihrer Werbeberaterin Biggi Mestmäcker) hatten schon immer gute Ideen, wenn es darum ging, das TeNo-Blog zu promoten. So gab es beispielsweise mal eine Schatzsuche oder kürzlich erst eine gemeinsame Promotion mit dem Buchautor Jörg Weisner in dessen Buch "Erfolgreiche Gewohnheiten" schließlich auch ein Armband von TeNo eine Hauptrolle spielt.

Und jetzt das Neueste. Eigentlich ein Tabubruch. Denn TeNo zahlt für jedes Trackback oder jeden Kommentar zu diesem Blogposting 2 Euro. Nicht an den Kommentarschreiber, sondern an eine soziale Initiative namens Standup des Pforzheimers Hamoun Kamai. Standup setzt sich für die Probleme querschnittgelähmter Menschen ein.

Blogpromotion zusammen mit Charity? Finde ich klasse.


Manchmal sind es Kleinigkeiten, die groß wirken

Respekt habe ich vor den Unternehmen, die es schaffen in Kleinigkeiten ganz groß zu sein. Und z.B. Dinge wahrnehmen und vorbildlich gestalten, die andere einfach vergessen oder schlicht übersehen.

Die Anfahrtsbeschreibung des Hotels Krone in Neuenburg ist so eine Kleinigkeit. Sie zeigt in Bildern alle Stellen, an denen man abbiegen oder sich orientieren muss und lässt sich als PDF downloaden. Das ist dann "Werbung mit kleinem Budget" - kostet fast nix extra, dürfte aber so manchen Gast schon mal sehr positiv auf das Hotel einstimmen.

Krone_Neuenburg
Via Gastgewerbe Gedankensplitter


Wie Nine Inch Nails ihr neues Album verschenkten und trotzdem 1,6 Millionen US Dollar einnahmen

Seit März 2008 verschenken Nine Inch Nails ihr Album Ghost 1-4 im Internet. Jedermann darf es herunterladen, anhören, kopieren, weiter versenden, ja sogar remixen.
Trotzdem ist das Album bei den Amazon MP3-Charts die Nummer 1 des Jahres 2008 - obwohl es dort 5 US Dollar kostet. Wie kann das sein?
Das Reizwort "kostenlos" war nur der Einstieg in eine recht differenzierte Preis- und Angebotsstrategie. Denn kostenlos ist nicht das komplette Album, sondern nur eine "schmale" Version von nur 9 Titeln. Es gibt es eine Vielzahl von Kaufoptionen, die geschickt zwischen Fans und "normalen" Kunden unterscheiden und jedem das Produkt in diversen Editionen anbieten

  • Das komplette Album (36 Titel) kann man für 5 US Dollar bei Amazon oder auf der Website zum Album herunterladen. Nach Presseberichten hätte das in den ersten beiden Wochen 1,6 Millionen US Dollar eingebracht.
  • Das Album in der höherwertigeren Audio-CD-Edition ( 2 CD plus 16seitiges Booklet) kostet 10 US Dollar.
  • Eine Deluxe Edition, bestehend aus dem Album in diversen Datenformaten. 2 Audio CDs, 1 Data DVD, eine Blu-ray Disc in High Definition 96/24 Stereo inkl. Photo-Slideshow und kostet 75 US Dollar.
  • Eine Deluxe Limited Edition in einer limitierten Auflage von 2.500 Exemplaren zum Preis von 300 US Dollar. In dieser Deluxe Limited Edition waren u.a. zusätzlich ein Fotobuch mit einer Signatur von Bandleader Trent Reznor und 4 Vinyl Scheiben enthalten. Interessanterweise war diese Edition bereits nach 2 Tagen ausverkauft. Sie wird heute bei Amazon als Sammlerstück für 900 - 1.000 US-Dollar angeboten.

Rund ein Drittel der Gesamteinnahmen, die demnach schon bei 2,35 Mio. liegen,  kam demnach von den Fans, die die teuerste Edition kauften - und das in nur 2 Tagen.

Zur Download-Website: Ghosts

Mehr zum Thema "Kostenlos-Strategien" demnächst in WerbePraxis aktuell.

Mehr zum Thema "Fan-Strategien" in "Marketeasing. Werbung total anders"


Geniale PR für Australien: Werden Sie Insel-Ranger

Was machen clevere Touristikmanager, die in Rezessionszeiten Geld sparen müssen aber trotzdem weltweit werben wollen? Geniale PR machen sie! Hier ist die erstklassige Idee der australischen Provinz Queensland:

Island job


Sie vergeben den Job eines Insel-Rangers auf der Mini-Insel Hamilton Island am Great Barrier Riff. Der Ranger bekommt während seines 6-monatigen Jobs eine Vierzimmer-Villa mit Pool als Dienstsitz, Anreise und Spesen werden ebenfalls übernommen. Der Job für ein halbes Jahr ist auch noch gut bezahlt: rund 80.000 Euro Lohn gibt es für die Ranger-Arbeit. Dafür erwartet den Bewerber allerdings auch ein 12-Stunden-Arbeitstag im Paradies. Es geht um so anstrengende Abreiten wie Schildkröten füttern und Wale beobachten... oder von der Insel bloggen.

Kein Wunder, dass sich Hunderttausende aus aller Welt auf der Seite umsehen und die Bewerbungen nur so reinsprudeln. Im Mai treten die 11 vielversprechendsten Bewerber zu einer Art Casting-Show auf der Insel an - nur einer bekommt dann ab 1. Juli den Job.

Das ist super für den Sieger, der die Rezession auf der Trauminsel einfach aussitzen kann. Noch besser für die Tourismusmanager, die sich dank dieser Idee in über 18 Ländern kostenlose PR beschaffen!

Zur Bewerbungsseite: Islandreefjob

via BBC


betterandgreen: Das guut.de für Öko-Produkte kommt in Kürze

Ein spannendes Businesskonzept haben sich Markus Trumann und Wolfram Latschar ausgedacht. Sie kopierten das Konzept von Woot oder guut.de - aber nur für nachhaltige Produkte:

"Es geht bei uns um einen aktionsgetriebenen Onlineshop, der sich auf nachhaltige Produkte fokussiert (d.h. jeden Tag ein Produkt, das entweder ökologisch oder sozial nachhaltig produziert wurde, gesund, fair gehandelt oder umweltschonend ist etc.). Als Namen haben wir uns für betterandgreen entschieden, der ausdrücken soll, dass die Produkte nicht nur grün sondern auch besser als herkömmliche Produkte sind."

Das macht neugierig. Besonders klasse ist es, dass man den Gründern beim Gründen schon live über die Schulter sehen kann. So haben sie vor kurzem einen Design-Wettbewerb bei Crowdspring abgeschlossen und in ihrem Blog über ihre Erfahrungen damit informiert.
Natürlich bekommt man in ihrem Blog auch ansonsten mit wie es mit der Unternehmensgründung voran geht. Auch bei Twitter informieren die Gründer schon lange vor der Eröffnung über ihr Vorhaben.
Das ist klasse, denn jeder der bereits jetzt als Blogleser oder Follower gewonnen wurde, kann vom Start weg zu den ersten Kunden gehören oder das betterandgreen-Konzept weiter erzählen.

Ab Ende Februar online: betterandgreen


Marketeasing, Workshop in München

Eine Nachricht für meine süddeutschen Leserinnen und Leser:

Am 10. Februar 2009 findet ein Marketeasing-Workshop in München statt. Der ist interessant für alle, die in der Old School Werbung schon längst kein Heil mehr sehen. Für alle, die nach neuen Wegen suchen, Menschen für das Unternehmen und seine Angebote zu begeistern. Und er passt auch prima in die rezessionsgeplagten Zeiten, denn es geht weniger um dicke Budgets, sondern vielmehr um neue Vorgehensweisen.

Ein paar Inhalte zu diesem Workshop

  • Weshalb funktioniert Werbung immer schlechter?
  • Wie mache ich Werbung, die den Kunden nicht nervt?
  • Wie kreiere ich ansteckende Botschaften und wie bringe ich sie in Umlauf?
  • Wie lässt sich Mundpropaganda planen und steuern?
  • Erfolgreisches Marketing braucht Fans, aber wie werden meine Kunden zu Fans?
  • Die Trends, mit denen Sie rechnen müssen

Hier gibts nähere Infos zum Programm.


Die Obama-Strategie zum Nachmachen

Vorsicht! In der Webszene breitet sich gerade ein neues Glaubens-Dogma aus. Es lautet in etwa so: Die Obama-Strategie war es, keine Strategie zu haben, die Kontrolle über seine Kampagne aufzugeben und stattdessen in die Hände seiner Fans zu legen. Ich würds ja auch gern glauben - schließlich habe ich den Fan zum wichtigsten Partner des Unternehmens in meinem Buch "Marketeasing" erklärt. Aber es stimmt nicht.

Wie man darauf kommt Obama quasi eine Crowdsourcing-Kampagne zu unterstellen, ist einem schleierhaft, wenn man die einzelnen Bausteine und Aktivitäten seiner Kampagne kennt. Wie Kraut und Rüben sieht das auf den ersten Blick aus. Da wurden klassische Campaigning Grundsätze ("Simplifizieren") teils beherzigt, teils über Bord geworfen ("Attackieren und polarisieren"). Online-Medien wurden so excellent genutzt wie nie zuvor und trotzdem wurde Amerika mit Obama-TV-Spots zugeballert. Von jedem etwas also? Und wo ist der rote Faden? Hier sind zumindest einige Elemente - für alle, die sich die Obama-Strategie zunutze machen wollen.

1.    Simplify your message.
Es gibt einen Wahlslogan von Obama, an den Sie sich sicher erinnern. Change. Change = Wandel. Wohin der Wandel führen sollte, musste er in den ersten beiden Jahren seiner Kampagne gar nicht sagen. Wichtig war, er hatte etwas anzubieten, unter dem sich jeder etwas vorstellen konnte.

2.    Seien Sie positiv.
Die Wahlkampfstrategie stellte eine bisher von allen Kampagnenmachern beherzigte Regel auf den Kopf: Negativmeldungen bringen die besten Nachrichten. Den politischen Gegner vors Schienbein treten, um sich dann umso besser zu profilieren galt jahrelang als das Nonplusultra. Das Gegenteil ist wahr: Die Leute sind es müde Negativmeldungen zu hören. Obama profilierte sich nicht indem er die Konkurrenz schlecht machte oder den Leuten Angst einjagte. Im Gegenteil, er gab ihnen Hoffnung und Zuversicht.

3.    Stellen Sie nicht das Produkt in den Vordergrund.
Obama ist kein Produkt. Obama ist eine Bewegung. Im alten Marketing hieß es: auch ein Politiker sei nur ein Produkt. Wie Margarine eben. Entsprechend wurden Politiker vermarktet. Obamas Leute erkannten: Für Produkte engagiert sich niemand. Aber Teil einer Bewegung zu sein, kann die Leute von den Sitzen reißen. Kein anderer Politiker verwendet in seinen Reden so oft das Wörtchen „wir“ – und so selten die Vokabel „ich“. Wer Margarine verkaufen will, sollte lieber eine Bewegung für cholesterinfreie Ernährung gründen. Wie lautete der Slogan von Hillary Clinton? Ready to lead – bereit zum Führen. Er bezog sich auf die Person Hillary. Aber wen kümmert’s, ob sie bereit zum Führen war? Schließlich musste das jeder Kandidat sein, oder?

4.    Nutzen Sie großartige innere Bilder.
Wissen Sie warum Barack Obama eine seiner wichtigsten Reden in Berlin gehalten hatte? Weil er sich damit in die Reihe der großen Präsidenten einreihen konnte, die mit Berlins Historie eng verknüpft sind. Kennedy war hier , Ronald Reagan und auch Bill Clinton . Die Wahl historischer Orte, die automatisch Bilder in den Köpfen der Leute wachrufen, war eine der Winner-Strategien. Schon seine Kandidatur erklärte er an einem Ort mit großer Symbolkraft: vor dem Kapitol des Staates Illinois, in dem Abraham Lincoln der erste 16. Präsident der Vereinigten Staaten acht Jahre Abgeordneter war. Wenn Sie Bilder nutzen, heißt das nicht, dass Sie Fotos benutzen sollen – nein, Sie sollen Bilder in den Köpfen wachrufen.


5.    Verwandeln Sie Schwächen in Stärken.
Barack Obama war ein Neuling auf der politischen Bühne, gerade mal drei Jahre war er Senator. Und so verwandelte er diese Schwäche in eine Stärke: „Ich weiß, dass ich nicht sehr viel Zeit in Washington verbracht habe, um die dortige politische Praxis zu erlernen. Aber ich bin lange genug dort, um zu wissen, dass sich Washington ändern muss.“

6.    Nutzen Sie Ihre Fans.
Hier nur drei Beispiele, wie Barack Obama es geschafft hat wie kaum ein anderer Politiker vor ihm, seine Anhänger zu mobilisieren. Er war der Kandidat, der die meisten Wahlkampfspenden erhielt – eine Rekordsumme von 600 Millionen Dollar kam zusammen! Seine Fans waren es auch, die wildfremde Menschen anriefen, um sie per Telefon zu überzeugen Barack Obama zu wählen. Die Listen der Anzurufenden erhielten sie von Obamas Wahlkampfstrategen – die Überzeugungsarbeit machten sie für ihn. Hunderttausend unterstützten ihn auf diese Weise. Und zu guter Letzt gab es ein Wahlvideo, das man mit dem Namen seiner Freunde als persönliche Botschaft verschicken konnte. Es zeigt die USA nach der Wahl. Das Szenario: John McCain hat gewonnen. Mit einer einzigen Stimme Vorsprung. Warst du das etwa, John? Kurz nach Erscheinen wurde das Video bereits 9 Millionen Mal verschickt.

7.    Lassen Sie die Fans mitmachen.
Zehntausende von Fans haben Barack Obama als Kleinspender zu einem gigantischen Wahlkampfbudget verholfen. Dafür durften sie mitreden – in jedem Bundesstaat: Wofür soll das Geld ausgegeben werden? Für Plakate, Radio und Fernsehen, Zeitungsanzeigen oder Wahlkampfbanner? Mitmachen durften sie auch beim Spendeneintreiben – mit wenigen Mausklicks konnte man sich ein Spendensammelkonto errichten und wurde zum offiziellen Obama-Fundraiser ernannt.

8.    Behandeln Sie nicht alle gleich.
Wer sich in der Obama-Kampagne mit seinem Handy registrieren ließ, wurde dafür belohnt. Denn er erhielt Nachrichten als erster per SMS aufs Mobilfunkgerät – noch bevor es die großen Nachrichtenkanäle melden konnten. Dieses Gefühl des bevorzugt Eingeweihtseins knüpft die Kontakte zu den Fans umso stärker.

9.    Nutzen Sie das Internet – aber richtig.
Von Anfang an setzte Barack Obama auf das Internet als Verbreitungskanal – er richtete einen eigenen YouTube Kanal ein und stellte dort Reportagen und witzig gemachte Werbefilme ein – bis zum Wahltag 1.760 Filme! Diese konnte man kommentieren, versenden, in eigene Websites einbinden oder weiterleiten: Wie kein anderer seiner Konkurrenten und wie kaum ein Werbetreibender zuvor hat Barack Obama das Medium Internet genutzt und damit jene Bevölkerungskreise erreicht, die ihre Informationen am liebsten aus dem Netz beziehen.

10.    Wenn Sie Geld haben, geben Sie es aus.
Während der ganzen Wahlkampagne gab es natürlich auch klassische Werbung. Eine Woche vor der Wahl setzte Obama einen neuen Superlativ: Er buchte in allen großen Sendern eine halbe Stunde Werbezeit für sich, um letztmalig zum Wahlgang aufzufordern.

11.    Zeigen Sie Emotionen.
Wer nur sachlich seine Produktvorteile aufzählt, den Leuten Zahlen an den Kopf wirft, der wird sie nicht erreichen. Botschaften, die ankommen sollen, werden nicht mithilfe von Zahlen formuliert, sondern mithilfe von Geschichten.

Fazit: Barack Obama hat die Amerikaner erreicht, indem er sie auf neuen Wegen angesprochen hat. Hunderttausende Menschen wurden über das Internet regelrecht mobilisiert und standen mit ihm in engem Kontakt. Genau diese Chance bietet sich auch ihnen, wenn Sie neue Wege gehen. Wie kaum ein anderer hat er die neuesten Werbe-und Marketingstrategien eingesetzt und sie perfekt gehandhabt. Nehmen Sie seine Strategie als Blaupause und prüfen Sie: Wieviel Obama steckt in Ihrem Konzept?

Dieser Artikel ist im Original erschienen in Werbepraxis aktuell Ausgabe 12/2008.


Positiv überrascht

Toll mal etwas Positives über Hotels berichten zu können: Das Sorat Hotel zeigt gekonnt, wie man mit einer Willkommens-eMail den Gast schon positiv auf seinen Besuch einstimmt:

"Sehr geehrter Herr Röthlingshöfer,
wir freuen uns, dass Sie vom xx bis  xx unser Gast sind und Ihr Zimmer im SORAT Hotel xy gebucht haben. Benötigen Sie noch eine Anfahrtskizze oder weitere Informationen zu Ihrer Anreise? Treffen Sie hier einfach Ihre Auswahl:

  Anfahrtskizze
  Weitere Anreiseinformationen

Das Team des SORAT Hotel xy wünscht Ihnen eine angenehme Anreise und freut sich auf Sie!"



Wie gut funktioniert eigentlich Targeting?

Targeting ist für manche ja das neue Allheilmittel, wenn es darum geht Werbung an den Mann oder die Frau zu bringen. Targeting was war das noch mal? Ach so, optimale Zielgruppenansprache und Reduzierung von Streuverlusten. Und so sieht das Ganze dann in der praktischen Anwendung aus.

Stern_selbstmord

Vielen Dank an den Bodenseepeter, der die Stern-Anzeige entdeckt hat.