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Sebastian Fitzek und die Kunst der Buchpremiere

"Was wäre, wenn wir die schlimmsten Erlebnisse unseres Lebens für immer aus unserem Gedächtnis löschen könnten? Und was, wenn etwas dabei schief geht?
Viel stärker als der Splitter, der sich in seinen Kopf gebohrt hat, schmerzt Marc Lucas die seelische Wunde seines selbst verschuldeten Autounfalls - denn seine Frau hat nicht überlebt. Als Marc von einem psychiatrischen Experiment hört, das ihn von dieser quälenden Erinnerung befreien könnte, schöpft er Hoffnung. Doch nach den ersten Tests beginnt das Grauen:
Marcs Wohnungsschlüssel passt nicht mehr. Ein fremder Name steht am Klingelschild. Dann öffnet sich die Tür - und Marc schaut einem Alptraum ins Gesicht … "

Das ist der Plot zu Sebastian Fitzeks neuem Buch "Splitter".

Sebastian Fitzek ist nicht nur zu dem Thriller-Autor Deutschlands geworden. Er steht auch für die spektakulärsten Werbekampagnen, um seine Bücher einzuführen. Beim Bestseller "Das Kind" gab es ein in Berlin über Wochen stattfindendes Alternate Reality Game, das die Teilnehmer in den gruseligen Plot seines Buches verstrickte. Bei der Veröffentlichung seines letzten Thrillers "Der Seelenbrecher" ließ sich Fitzek in Zwangsjacke und mit Hockeymaske à la Hannibal Lecter im Rollstuhl auf die Bühne schieben. Und diesmal lud er in eine verlassene psychiatrische Klinik in Berlin-Dahlem zur Buchvorstellung. Was dabei passierte, lässt sich in den Berichten (Links unten) nachlesen und ist auch auf Video festgehalten

Auch dieses virale Video war Teil der Kampagne. (Ja, ich gestehe, auch ich will etwas vergessen.)

Mehr Infos

Die Macher der Kampagne: vm people

Video auf BILD.de Essen vom OP-Tisch: Bizarre Buchpremiere in Psychoklinik

Artikel in der Berliner Morgenpost: Bestsellerautor auf dem Seziertisch


Wie erlebt der Kunde Ihr Produkt? Nutzen Sie die 6 Augenblicke der Wahrheit

Kunden haben eine recht präzise Vorstellung von Unternehmen und ihren Produkten. Und die gewinnen sie nicht aus der Werbung, sondern aus den persönlichen Erfahrungen, die sie an wichtigen Berührungspunkten mit Ihrem Produkt oder Ihrer Firma machen. Hier sind die "touchpoints":

1. Der Kunde entdeckt das Produkt – im Regal, im Webshop, im Schaufenster.
Wie ist seine Verpackung, wie ist es präsentiert, welche Versprechen macht es in Bild und Text?  An dieser Stelle ist Ihr Produkt einem gnadenlosen Wettbewerb ausgeliefert. Im Regal steht es neben Dutzenden von Alternativen. Weil Verkaufsentscheidungen am POS fallen, hat sich der Wasch- und Nahrungsmittelriese Procter & Gamble der Sache ganz besonders stark angenommen. Eine eigene Abteilung mit 50 Mitarbeitern macht sich Gedanken darüber, wie man den FMOT (First Moment of Truth) gestaltet. Kein Wunder: Über 70 % der Kaufentscheidungen werden am POS getroffen! Zwischen 3 bis 7 Sekunden dauert der Moment der Kaufentscheidung. Besonders starke Verpackungen schaffen etwas, was die Verlierer nicht können: Sie stoppen den Verbraucher in seinem bisherigen Einkaufsweg und bringen ihn dazu, das Produkt in die Hand zu nehmen und in den Einkaufswagen zu legen.
Diesen First Moment of Truth können sich übrigens auch Versender zunutze machen. Der Olivenölhändler arteFakt, der ausschließlich im Versandhandel tätig ist, hat die ganz normale Kartonversandpackung umgestaltet. Anstatt eines grauen oder braunen Pappkartons erhält man einen von einem Künstler gestalteten Pappkarton. Wow!

2. Der Kunde packt das Produkt aus.
Stimmen Verpackung und Inhalt überein? Ist das Produkt außen besser präsentiert als innen, kommt es zu Enttäuschungen. Typischer Fall von Enttäuschung: Mogelpackungen. Ein Negativerlebnis kann auch dann nur selten wieder gut gemacht werden, wenn das Produkt hält, was es verspricht. Wer hier besonders clever sein will und beim zweiten Moment der Wahrheit punkten will, überrascht den Kunden im Innern. Womit? Mit einer kostenlosen Bonusgabe. Spielzeug für die Kleinen, ein Geschenk, eine Produktzugabe – etwa um auf andere Artikel des Sortiments aufmerksam zu machen.

3. Der Kunde benutzt das Produkt zum ersten Mal.
Wie leicht wird ihm die Inbetriebnahme gemacht? Kommt er intuitiv damit zurecht? Liegt es gut in der Hand? Gibt es keine Bedienungsschwierigkeiten? Sind Bedienungsfehler ausgeschlossen? Macht die Benutzung Spaß? An dieser Stelle zeigt sich, ob die Produktdesigner und Hersteller ganze Arbeit geleistet haben. Wichtig ist es, in dieser 3. Stufe der Wahrheit überhaupt zu erfahren, wie es dem Kunden erging. Ein kleiner Aufkleber kann Ihnen dabei helfen: Fragen zur Benutzung? Feedback zum Produkt? Rufen Sie uns an. Oder besuchen Sie unser Forum.

4. Der Kunde lernt das Produkt lieben.
Der häufige Gebrauch des Produktes macht Spaß. Auch im Dauerbetrieb tauchten keine Probleme auf – im Gegenteil. In den ersten Tagen und Wochen des Benutzens entdeckt der Kunde neue Features: Der Kunde wird vom ungeübten zum erfahrenen Benutzer. Diese 4. Stufe kann Sie in der Kundenbeziehung sehr viel weiter bringen.

5. Das Produkt geht kaputt.
Der kritische Punkt in jeder Kunde-Produkt-Beziehung. Wenn der Kunde sich dann nicht zu helfen weiß, wird er den Ärger auf Ihr Produkt oder Ihr Unternehmen übertragen. Für diesen Fall müssen Sie Sorge tragen, dass der Kunde weiß, wie er Sie erreichen kann: Service-Telefonnummern, ein Webforum, eine E-Mail-Adresse müssen in allen Werbemitteln, die den Kunden erreichen groß und deutlich kommuniziert werden.

6. Der Kunde lernt Ihren Service kennen.
Den Unterschied zwischen einem Telefonroboter und einer menschlichen Stimme brauchen wir nicht zu erklären. Schuhversender Zappos z.B. legt allergrößtes Gewicht darauf, dass die Menschen seinen Service kennen lernen. Denn er will mit Service Stammkunden erzeugen! Banal aber wahr: Kompetenz und Freundlichkeit helfen da eine ganze Menge! Und die Erreichbarkeit. Wer rund um die Uhr erreichbar ist, hat jetzt im Wettbewerb die Nase vorn. In wenigen Jahren wird dieser Service allgemeingültig sein.


Klasse Idee: eine Abo-Flatrate fürs ganze Leben

Tolle Idee, die der Burda Verlag da hatteWer will, kann künftig den "Playboy" ein Leben lang abonnieren, für insgesamt 499,90 Euro.
Die ersten 10 Abonnenten haben ihr erstes Aboexemplar bereits von einem Playmate überreicht bekommen. Alle anderen bekommen es per Post.
Die Idee gefällt mir - aus Kundensicht, weil es so schön einfach ist. Sorgen um die Zeitschrift (alles richtig kalkuliert?) mache ich mir auch nicht, sollen diese doch versuchen, ihr Geld weiter vorwiegend aus Werbung zu erlösen.
Jetzt warte ich nur noch auf ein anderes Magazin, das mir einen solchen Abovertrag anbeitet. Die Playboyerotik ist eher nicht so mein Ding...