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Die Werbetrends 2010: Ehrlichkeit, Ego-Marken, Kartomanie und mehr

Der Umbruch in unserem alltäglichen Leben geht weiter. In nahezu atemberaubender Geschwindigkeit ist das Internet in fast jeden Haushalt dieser Welt eingedrungen: es brauchte gerade mal 15 Jahre.

Und heute übertrifft es in den meisten zivilisierten Ländern sogar das Fernsehen. Die letzte „Wetten dass …“ Sendung hatte rund 11 Millionen Zuschauer. Das Video der Comedy Show „Ahmed the Dead Terrorist” hatte hingegen auf YouTube allein 96 Millionen Abrufe aus England.

Doch der Umbruch ist nicht zu Ende. Und das hat große Auswirkungen darauf, wie und wo sich Menschen heute informieren. Und wie Sie sie überhaupt noch erreichen können.

Das sind die 8 Werbetrends des Jahres 2010:

1. Ehrlichkeit.

Verwundert Sie das? Käpt’n Iglo und die Bounty-Insel gehören in die Mottenkiste der Reklame. Alles, was uns eine heile Welt nur vorgaukelt, wird nämlich schnell entlarvt. Verbraucher informieren Sie bei anderen Verbrauchern. Sie teilen ihre Produkterfahrungen gnadenlos mit. Lügen fliegen daher schnell auf. Wer ehrlich ist, handelt zwar ethisch korrekt, aber vor allem nützt es seinem Geschäft. Neue Ehrlichkeit zwingen einem die Verbraucher auch durch die neue Preistransparenz auf: Scansoftware auf dem Handy ermöglicht Preisvergleich noch im Supermarkt. Da mögen Sonderangebotsschilder noch so lügen: Das Handy findet den billigsten Anbieter. Ganz gleich, ob er um die Ecke ist oder im Internet, nur einen Klick entfernt.

2. Ego-Marken.

Produktentwicklung kann doch auch Spaß machen. Und so verlagern zahlreiche Unternehmen die Entwicklung neuer Produkte, aber auch deren Kennzeichnung und Vertrieb, komplett an den Kunden. Beispiele dafür haben wir schon seit Jahren gesehen. Bei Spreadshirt gestaltet jeder sein T-Shirt selbst und vertreibt es im eigenen Onlineshop. Bei MyMuesli mischt sich jeder sein individuelles Müsli selbst zusammen, gibt ihm einen Namen und eine Nummer – und jeder der will, kann es ebenfalls ordern. Das geht nur für simplen Konsum und Gebrauchsprodukte meinen Sie? Dann sehen Sie sich mal an, was mehrere Schweizer Banken gerade auf den Markt gebracht haben. Baue dir dein Finanzprodukt selbst. So komplizierte Finanzangebote wie Derivate kann sich nun jeder selbst erfinden – er erhält dafür sogar eine eigene Wertpapierkennnummer. Ein Trend, der weitergehen wird – Pauschalreisen wird man sich bald aus einem Baukasten zusammenstellen, irgendwann macht der Trend auch vor dem Automobil nicht halt. Geniale Bastler werden die Komponenten zu individuellen Fahrzeugen zusammenfügen.

3. Kartomanie.

Es gibt einen neuen Kolonialismus. Und zwar auf der digitalen Landkarte. Wer nicht versucht, möglichst viel Land zu kennzeichnen, der hat schon bald verloren. Google Maps werden das Google Suchfenster in der Zukunft ablösen – denn die Mehrzahl der Information werden vor Ort gesucht. Die Handykamera wird zum Auge, das alles weiß. In der letzten Woche integrierte Google zum Beispiel die Immobilensuche in die Karte. Handysoftware wie Wikitude und Layar erklären einem die unmittelbare Umgebung – einfach durch bloßes Umsehen: Was ist das für ein Gebäude, vor dem ich stehe? Wer hat es gebaut? Wer wohnt darin? Ist eine Wohnung frei? Welcher Makler bietet sie an? Gibt es Bilder von den Innenräumen? Wenn Sie als Makler nun nicht gefunden werden, haben Sie das Nachsehen. Und wer bei der Kartensuche dabei sein will, muss möglichst viele „Werbeinformationen“ ins Kartenmaterial einfügen. Startpunkte für Ihre Einträge: das Google Branchencenter, Wikipedia oder Panoramio (bringt Fotos auf die Landkarte).

4. Dezentrale Werbung.

Braucht man heutzutage noch eine Website? In vielen Branchen ist sie jedenfalls nicht mehr so wichtig. Das sagt Peter Eich, Chef von Europas größte Radreiseveranstalter ganz treffend. „Es ist viel wichtiger, den Inhalt über die eigene Destination auf den verschiedensten Stellen im Web zu pflegen als eine eigene Webseite zu betreiben. Und wenn man für beides gemeinsam keine Zeit hat, sollte man sich für den Inhalt entscheiden und gegen die eigene Webseite. Denn eine touristische Destination hat auf Tripadvisor, Facebook, Wikipedia etc. längst viel mehr Besucher als auf Ihrer eigenen Webseite.“ Pflegen Sie also Ihre Daten an den wichtigsten Stellen im Netz ein – den Anfang machen Sie immer bei den Suchmaschinen. Sorgen Sie dort für die korrekten Einträge. Legen Sie sich Profile und Seiten in den sozialen Netzwerken an – Facebook und Twitter werden noch wichtiger werden.

5. Selbstbestimmung.

Im Informationszeitalter gelten andere Gesetze als im zurückliegende Medienzeitalter, denn die Informationsflut wächst so an, dass jeder Versuch, noch mehr Information an den Mann zu bringen als unangenehmen empfunden wird. Als angenehm empfinden es Kunden dagegen, wenn sie so wenig wie möglich von Ihnen belästigt werden. Wenn sie selbst bestimmen können, welche Informationen sie erhalten möchten und welche nicht. E-Mail wird von vielen als Belästigung empfunden – aber automatische Benachrichtigungen wie RSS-Alerts bestellen sie dann doch. Also: Nicht der Informationsbedarf geht zurück, sondern der Verbraucher will die Informationen selber finden. Sorgen Sie also dafür, dass Sie gefunden werden. Und noch etwas gehört zum Selbstbestimmungsrecht der Kunden – Datenschutz. Unterscheiden Sie sich von den vielen schwarzen Schafen, die es damit nicht so genau nehmen und klären Sie Ihre Kunden über einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Daten auf.

6. Bildersuche.

Soeben hat Amazon in den USA eine aufsehen erregende iPhone Applikation eingeführt. Stellen Sie sich vor, vor Ihnen läuft jemand mit einem besonders schicken Reisekoffer. So einen hätten Sie auch gerne, aber fragen, wie das Modell heißt und wo der Herr ihn gekauft hat, wollen Sie auch nicht. Dann halten Sie einfach die Handykamera darauf und die Software sieht nach, ob sich dieses Produkt im Angebot von Amazon befindet. Wenn ja, erfahren Sie den Namen des Modells, einen Preis und können es sofort bestellen. Die Fähigkeit der Bilderkennung sind größer geworden und der Bedarf an Bildern und Bewegtbildern (Videos) wächst. Verwenden Sie größere Teile Ihres Budgets dafür, Bild- und Videomaterial für das Web zu produzieren! Vertrauen Sie nicht mehr nur auf Text.

7. Nähe.

Seien Sie dort, wo Ihre Kunden und Gäste sind. Die Konsequenz aus diesem Trend zog Vancouver-Island und löste die eigene Webseite auf. Statt dessen wanderte der Inhalt auf das Tourismusportal von British-Columbia, und man kümmert sich auf Twitter und Facebook um die Anliegen der Gäste. In vielen Branchen wird man den Service ausbauen müssen, bis hin zur 24 Stunden Erreichbarkeit per Netz. Aber neben der permanenten Online-Erreichbarkeit wird vor allem dies wichtig sein, was Sie dabei nicht vernachlässigen dürfen: persönliche Nähe. Einladungen zu gemeinsamen Veranstaltungen, Wettbewerben, Partys, Events oder Roadshows. Das alles wird wieder wichtiger.

8. Mundpropaganda.

Alle oben genannten Trends machen deutlich – Informationen beschaffen sich Ihre Kunden selbst und holen sie sich von anderen Kunden. Wichtig ist daher, dass positiv über Ihr Unternehmen und seine Produkte geredet wird. Fragen Sie sich daher bei allen Marketingmaßnahmen: Ist das bemerkenswert? Wird das den Menschen einen Anlass geben darüber zu reden? Ergänzend dazu sollten Sie auch Empfehlerprogramme starten. Überlegen Sie auch: Welche Ihrer Kunden eignen sich als Unternehmensbotschafter?

Quelle: WerbePraxis aktuell (Kostenloses Probeexemplar bestellen)


Achtung Weihnachtsurlaub! 5 Tipps, wie Sie die E-Mail Flut nach den Feiertagen jetzt schon eindämmen

Sind Sie reif für den Weihnachtsurlaub? Aber was ist mit Ihrem E-Mail-Postfach? Haben Sie Vorkehrungen getroffen, dass Sie nach den Feiertagen nicht von der E-Mail-Flut überrollt werden? Ich muss gestehen: Ich selbst war bislang viel zu nachlässig. Bis mich dieses Jahr nach meinem 2-wöchigen Pfingsturlaub  1.000 ungelesene E-Mails im Büro erwarteten.
Das können Sie besser machen. Treffen Sie noch vor den Feiertagen ein paar Vorkehrungen, um die Arbeitsbelastung im Neuen Jahr so gering wie möglich zu halten.
  1. Abbestellen. Jetzt ist die beste Zeit, um unerwünschte Werbe-E-Mails oder Newsletter endgültig oder vorübergehend aus Ihrem E-Mail-Postfach zu entfernen. Nutzen Sie dazu die „unsubscribe“ oder Abbestell-Funktion, die Ihnen vom Newsletter-Absender angeboten werden. Achtung: Nehmen Sie die Abbestellung nicht in letzter Minute vor. Denn meist werden Sie aufgefordert, die Abbestellung in einer 2. E-Mail nochmals zu bestätigen.
  2. Postlagern. Einige Newsletter-Versender bieten Ihnen sogar die Abbestellung auf Zeit – Sie geben dann das Datum ein, ab dem Sie wieder Post empfangen möchten. Manchmal können Sie auch wählen, ob Sie nach dem Urlaub mit dem neuen Newsletter wieder einsteigen wollen oder ob Sie die versäumten Newsletterausgaben nachher nochmals zugestellt bekommen möchten. Gibt es diese Postlager-Funktion nicht, dann helfen Sie sich selbst: Richten Sie einen Ordner für alle die abbestellten Newsletter ein, die Sie nach Ihrem Urlaub wieder beziehen möchten. So vergessen Sie nicht, wichtige Newsletter nach dem Urlaub erneut zu bestellen.
  3. Informieren. Informieren Sie alle wichtigen Kunden und Geschäftskontakte persönlich, ab wann Sie wieder erreichbar sind. Im Regelfall sind das aber nur die Kontakte, mit denen Sie aktuell in Geschäftsbeziehung stehen. Eine Urlaubsnachricht an Ihren gesamten Adressbestand sollten Sie nicht vornehmen – für eine Vielzahl dieser Adressen ist diese Nachricht schlicht und einfach uninteressant.
  4. Filter einsetzen. Alle E-Mail-Programme bieten die Möglichkeit Filter einzusetzen. Mails, die bestimmten Kriterien entsprechen, landen dann nicht im Posteingang, sondern in einem speziell dafür angelegten Ordner, den Sie beispielsweise mit „nicht dringend“ benennen könnten. In diesen Ordner können Sie die E-Mails bestimmter Absender verschieben lassen. Oder bestimme Betreffzeilen analysieren lassen und diese dann ebenfalls in den Ordner „nicht dringend“ sortieren: Dazu gehören: Newsletter, Abwesenheitsnotizen, Lesebestätigungen, Unzustellbarkeitsnachrichten, automatische Benachrichtigungs-E-Mails von Netzwerken wie z. B. Xing, E-Mails, die Sie in Kopie („cc“) erhalten, Google Alerts etc. Wie Sie Filter anlegen, müssen Sie dem Handbuch oder der Hilfe-Funktion Ihres E-Mail Programms entnehmen. Die so gefilterten E-Mails können Sie nach den Weihnachtsferien entweder komplett löschen oder dann durchsehen, wenn Sie Zeit dafür haben.
  5. Abwesenheitsnotiz einsetzen. Wer Ihnen eine E-Mail schreibt, erwartet innerhalb von 24 Stunden eine Antwort. Mit der automatisch versandten Abwesenheitsnotiz können Sie den E-Mail-Schreiber sofort informieren, dass Sie sich im Urlaub befinden und die Bearbeitung seiner E-Mail entweder gar nicht erfolgt oder durch jemand anderen vorgenommen werden kann.
Das sollte Ihre Abwesenheitsnotiz enthalten:
  • Den Hinweis, dass Sie abwesend sind.
  • Das Datum, wann Sie wieder zurück sind.
  • Einen Hinweis darauf, ob Sie Ihre E-Mails auch während der Abwesenheit checken.
  • Einen Hinweis darauf, ob Ihre E-Mail weitergeleitet wird und wenn ja, an wen.
  • Einen oder mehrere Stellvertreter für dringende Fälle, also dessen Name, E-Mail-Adresse und Durchwahl-Telefonnummer.

Buchtipp! Homeoffice. Erfolgreiches Heimspiel dank Zeit- und Selbstmanagement

Oh ja ich wette, das kennt ihr:

„Der Homeworker sitzt grübelnd am Schreibtisch, da steckt seine Partnerin den Kopf durch die Tür: „Ich geh kurz einkaufen, soll ich dir was mitbringen?“ fragt sie. Der Herr des Hauses ist genervt. Diese gut gemeinte Frage ist heute schon die x-te Störung. Vorhin stand Filius 3 auf der Home-Office-Matte, weil sein Roller klemmte. Davor musste der Homeworker Getränkekisten in den Keller schleppen. Außerdem hat er an diesem Vormittag schon eine Spinne erledigt, den Autoschlüssel gesucht und den Dichtungsring am tropfenden Wasserhahn gewechselt“

Bloß die eigentliche Arbeit hat er nicht erledigt.

Nun hat der Homeworker ja nicht nur unter Störungen zu leiden. Wenn er allein zuhause arbeitet, ist er mitunter sein ärgster Feind. Checkt stundenlang e-Mails, geht Kaffeekochen oder wundert sich, dass keine Arbeitsstimmung aufkommt, wenn er in Trainingshosen am Schreibtisch sitzt. Die Lebens- und Arbeitssituation der über 5 Millionen Homeworker in Deutschland ist völlig unterschiedlich. Aber der Ratgeber spricht alle denkbaren Probleme an, von der Aufschieberitis zum Zeitmanagement, von der Selbstmotivation bis zur Vermeidung von Beziehungsstress. Dabei bleibt das Buch nicht theoretisierend und wird an keiner Stelle neunmalklug, wie manch andere Ratgeber. Die praxisnahen, immer wieder eingeflochtenen Beispiele sind im Gegenteil sehr anschaulich. Und die Tipps sind unideologisch und einfach, dafür aber umso wirksamer.

Sogar einen Abschnitt „Kampf den Käsebroten“ gibt es. Der erzählt davon, wie man sich in der Mittagspause auch abseits der Betriebskantine abwechslungsreich und ohne allzu großen Zeitaufwand versorgt.

Allerhöchste Geschenkempfehlungsstufe für alle Homeworker und deren Angehörige.

Cover_Homeoffice


Homeoffice. Erfolgreiches Heimspiel dank Zeit- und Selbstmanagement
Von Birgit Golms, Gudrun Sonnenberg
 

Hi I 'm Kwame: Wird unsere Welt persönlicher?

Ich glaube fest daran, das diese Entwicklung nicht mehr aufzuhalten ist. Wir kaufen nicht mehr bei anonymen Unternehmen. Wie wollen wissen, welche Menschen hinter den Produkten stehen. Wir wollen wissen, nach welchen Grundsätzen sie handeln und ihre Produkte produzieren. Wir wollen Kontakt mit ihnen aufnehmen, sie erreichen können, wenn wir Fragen haben. Wir erwarten klare Antworten.

Aber wie soll man Nähe herstellen in einer globalisierten Welt? Ein kleiner Anhänger an einer kürzlich gekauften Ananas macht deutlich, das man selbst die Produktverpackung nutzen kann, um den direkten Draht zwischen Produzenten und Konsumenten herzustellen. Und das bis nach Ghana.

Ananas_aus_ghana 

Eine Website Adresse und ein Zahlencode führen einen direkt zum Produzenten.