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Hier versandet nix

Mal angenommen, Sie würden Nahrungsmittel herstellen und jemand beschwerte sich über Sand in ihrer Paella? Was würden Sie tun? Totschweigen, ignorieren, wegdiskutieren, kleinreden?

Nachdem ich gerade mit so einem Unternehmen der "Das-Kann-nicht-sein-Fraktion" im Clinch liege, das sich überflüssigerweise zur Premiumklasse der deutschen Möbelmarken zählt, finde ich es umso bemerkenswerter, wie Frosta Beschwerden anpackt. Unter der Überschrift "Paella knirscht manchmal", steht dort im Frosta-Blog das folgende:

"Es kommt immer mal wieder vor, dass man beim Essen von Paella ein leichtes Knirschen im Mund spürt. Dafür gibt es zwei mögliche Gründe. Es könnten Sandreste sein, die beim Waschen der Muschel nicht herausgespült worden sind. Es sind aber meistens kleinste Muschelschalenreste, die aus natürlichen Gründen (die Muschel hängt eben sehr an ihrer Schale) nicht immer 100%ig entfernt werden. Da es sich normalerweise um kleinste Teilchen in der Größe von Sandkörnern handelt, besteht keine gesundheitliche Auswirkung – man nimmt es eben wahr.

Da sich häufiger Verbraucher bei uns beschweren, dass die Muscheln sandig wären stellen wir uns nun die Frage, ob wir vielleicht die Muscheln aus unserer Paella herausnehmen sollten.

Wie sind so die Meinungen?"


Der Sloganizer lebt! Jetzt auch auf Facebook!

Sloganizer_widget Welches ist Deutschlands meistbenutzter Slogantexter? Kein Mensch aus Fleisch und Blut, sondern ein Algorithmus. Eine Website in Websteinzeitoptik, seit (10?) Jahren am Netz. Seitdem unverändert: der Sloganizer. Möglicherweise ist dies eine der ersten viralen Werbemaßnahmen überhaupt – erfunden von einem kleinen Team meiner damaligen Werbeagentur und hervorragend programmiert von dem Chemnitzer Programmierer Günter Gehl, der uns damals durch seinen Gedichtgenerator auffiel.

Mithilfe von Sascha Schoppengerd von Mountaingrafix, habe ich den Sloganizer jetzt ins Facebook-Zeitalter sachte transportiert. Ein kleines Widget auf meiner Facebook-Seite ermöglicht es nun Markennamen, Adjektiv und Verb einzugeben und dann den Sloganizer arbeiten zu lassen.
Mehr als 20 Millionen Slogans wurden auf der Website bereits generiert. Ein Werbemagazin aus der Schweiz hat ihn gegen die besten Texter angesetzt (leider hat der Sloganizer knapp verloren). Germanistikstudenten haben Seminararbeiten über ihn geschrieben. Sixt – oder besser gesagt die Leute von Jung von Matt – hat mit ihm eine Werbekampagne getextet. Und zahlreichen Besuchern hat er entweder geholfen oder wertvolle Bürozeit gestohlen, in der sie sich kringelig gelacht haben.

Genug jetzt. Probiert es einfach selber aus. Oder um es mit dem Sloganizer selbst zu sagen:

Sloganizer – nicht einer textet erfolgreicher, sei es denn unwirklicher.

Buchtipp: "Kunden auf der Flucht" von Anne M. Schüller

Cover_KundenaufderFlucht Die Bücher von Anne Schüller lese ich schon seit Jahren. Kein Wunder, es gibt da eine Art Geistesverwandtschaft und jede Menge Berührungspunkte. Zum Beispiel den klaren Zusammenhang zwischen Mundpropaganda und Loyalität, zwischen Kundentreue und der Bereitschaft Empfehler zu werden.Dabei hat sie sich auf den Bereich Loyalitätsmarketing spezialisiert, so dass man sie wohl mit Recht (und nach mehreren Büchern dazu) als „die“ führende Expertin auf diesem Gebiet bezeichnen kann.

Im neuen Buch „Kunden auf der Flucht“ beschreibt sie weniger das Fluchtverhalten, sondern die Möglichkeiten, was man dagegen tun kann. Sie zeigt, wie Unternehmen aufgestellt sein müssen, um überhaupt loyale Kunden zu gewinnen. Sie beschreibt, was sie konkret tun müssen, um diese Loyalität zu erhalten. Und geht da sehr anschaulich ins Detail. Zum Beispiel: „In Mobilfunkanbieter-Shops haben die Mitarbeiter Hochhocker zum Sitzen. Kunden müssen stehen.“ Merken Sie was?

Das Problem ist vermutlich, dass vieles, was Unternehmen tun, zu unbedacht geschieht. Aber: Alles ist Kommunikation. Und alles kann eine loyalitätsfördernde oder -killende Wirkung haben.

Ich wüsste auf Anhieb gleich ein Dutzend Unternehmen, die sich das Buch massenweise kaufen sollten: die gesamte Mobilfunkbranche, ein Haufen Versicherer, Bankinstitute – sind alle darunter.

Dankenswerterweise hat mir Anne Schüller gleich zwei Exemplare ihres neuen Buchs geschickt. Eins behalte ich hier bei den anderen Schüllers. Und das andere verlose ich! Wer es haben möchte, hinterlässt einfach in den nächsten 24 Stunden einen Kommentar zu diesem Beitrag. Und dann würfel ich das irgendwie aus...

Update! Meine Glücksfee hat den Gewinner gezogen. Es ist Christian Fischer. Viel Spaß und viele nützliche Erkenntnisse damit und allen vielen Dank für`s Mitmachen.


10 Tipps, wie Sie Ihren Vortrag vor und nach Konferenzen optimal vermarkten

Sie haben sich entschieden, auf einer Konferenz zu sprechen? Wie viel Teilnehmer werden dort erwartet? 20, 50, 200, 500, 1000? Auf jeden Fall zu wenig. Das tolle an Konferenzen ist zwar, dass Sie die Teilnehmer direkt, persönlich und damit viel wirksamer als über Medien erreichen können. Dennoch bleibt die Wirkung Ihres Vortrags auf jene Anwesenden beschränkt. Muss doch nicht sein. Durch folgende 10 Maßnahmen können Sie dafür sorgen, dass Ihr Redebeitrag weitere Kreise zieht:

  1. Schreiben Sie eine knackige Kurzbeschreibung Ihres Vortrags. Sie brauchen diese Kurzbeschreibung, die oft nur 200 bis 300 Wörter beinhalten darf, vermutlich für die Programmankündigung des Konferenzveranstalters. Das wäre aber viel zu wenig. Denn Sie brauchen diese Kurzbeschreibung auch, um selbst die Werbetrommel zu rühren.
  2. Kündigen Sie Ihren Redebeitrag an. Machen Sie in der Terminübersicht auf Ihrer Website auf den Vortrag aufmerksam. Versenden Sie die Kurzbeschreibung des Vortrags in Ihrem Newsletter.
  3. Verfassen Sie eine Online-Pressemeldung zu Ihrem Beitrag. Ja, richtig gehört! Verwenden Sie die Kurzfassung des Beitrags, um eine Pressemitteilung zu erstellen, die Sie online verteilen. Wozu das? Um die für Ihr Unternehmen wichtigen Suchbegriffe zu pushen und Besucher auf Ihre Website zu bringen.
  4. Erstellen Sie eine Pressemitteilung für den Veranstalter. Eine solche Pressemitteilung kann bei Fachvorträgen genutzt werden, um die Fachpresse darauf aufmerksam zu machen. Bei publikumswirksamen Themen dient eine solche vorgefertigte Presseinformation zur Weitergabe an die Lokalpresse vor Ort. Viele Veranstalter haben meist keine Zeit, solche Presseinformationen selbst zu schreiben.
  5. Erstellen Sie eine Kurzpräsentation. Machen Sie eine Kurzpräsentation, etwa mit Powerpoint, und stellen Sie diese auf Ihrer Website ein. Besonders einfach im Internet veröffentlichen können Sie diese, wenn Sie die Präsentation auf der Plattform Slideshare hochladen. Sie wird dort weltweit publiziert. Und Sie erhalten den HTML-Code, den Sie nur in Ihre Website einbauen müssen, um die Präsentation auch dort anzuzeigen.
  6. Überlegen Sie sich, was Sie den Zuhörern mitbringen. Neben dem üblichen Werbematerial sollte das schon etwas nicht so alltägliches sein. Da kommen auch Service-Ideen an – eine ausgedruckte Kurzfassung des Vortrags zum Mitnehmen beispielsweise. Das erspart den Teilnehmenden, alles mitzuschreiben. Eine Komplettfassung Ihrer Slides – als Handout. So können Sie es Ihren Zuhörern noch leichter machen. Lassen Sie auf jeder Druckseite Platz für Notizen. Erstellen Sie eine Linksammlung – mit allen in Ihrem Vortrag erwähnten Links zu Firmen, Dokumenten, Büchern etc.
  7. Stellen Sie einen Visitenkartensammler auf. Nehmen Sie ein Goldfischglas oder einen Zylinder und bitten Sie die Zuhörer nach dem Vortrag, ihre Visitenkarten da hinein zu werfen. Versprechen Sie ihnen eine nützliche oder originelle Gegenleistung. Von einem kostenlosen eBook des Vortrags bis hin zu einem Sondereinkaufsrabatt können Sie sich hier jedes Incentive ausdenken, dass Sie auch ansonsten in Ihrem Vertrieb verwenden. Die amerikanische E-Mail-Marketing-Firma Emma beispielsweise ließ Kaffeetassen, die mit ihrem Logo bedruckt waren, an die Zuhörer verteilen. (Nicht sehr ungewöhnlich, stimmt’s?) Das Gute daran war die Idee, die Beschenkten aufzufordern, zuhause ein witziges Foto von der Kaffeetasse zu machen, es einzusenden und dann einen Gutschein für Starbucks zu gewinnen. So kann man die Interaktion auch nach dem Vortrag fortsetzen und kommt an eine weitaus größere Zahl von Adressen
  8. Laden Sie die Presse zu Ihrem Vortrag ein. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass dies vom Veranstalter übernommen wird. Und nehmen Sie den Pressekontakt selber wahr. Die Kurzfassung Ihres Vortrags haben Sie ja schon erstellt. Der Presse müssen Sie nun noch Informationen zu Ihrem Unternehmen und zu Ihnen selbst als Vortragenden liefern. Wenn Sie diese Fact Sheets einmal im Jahr als Standard erstellen, haben Sie diese immer griffbereit.
  9. Lassen Sie den Vortrag dokumentieren. Sorgen Sie dafür, dass jemand den Vortrag mitfilmt – Sie können ihn dann als Video veröffentlichen. Ist Ihnen das zu aufwändig, sollten Sie einen Fotografen beauftragen, ein paar Fotos von Ihnen zu machen. Das ist gut, wenn es ein Profi ist, muss aber nicht unbedingt sein. Sprechen Sie jemand an, der eine Kamera dabei hat, ob er Ihnen ein paar Fotos zusendet.
  10. Stellen Sie den Vortrag unmittelbar nach der Konferenz online. Bitten Sie einfach einen der Daheimgebliebenen den Vortrag am gleichen Tag zu veröffentlichen.

Fazit: Es gibt eine Menge von Werbe- und PR-Aktivitäten, die Sie rund um Ihren Vortrag entfachen können – sowohl in der Vor-, als auch Nachbereitung. Sie verbessern die nachhaltige Wirkung Ihres Vortrags enorm.

Dieser Text ist zuerst erschienen in der Sonderausgabe 12/2009 "Messen und Kongresse" von WerbePraxis aktuell. Wollen Sie mehr zum Thema lesen? Fordern Sie hier Ihr kostenloses Probeheft an