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Wie ein Plüschbärchen Mundpropaganda auslöst

Clemensvonvorne Clemensvonhinten Dieses Bärchen kenne ich schon lange. Es kommt wohl in jedem meiner Vorträge und Workshops zum Thema Mundpropaganda vor. Und, wenn ich mich recht erinnere, hat es auch in ein oder zwei meiner Bücher Eingang gefunden. Mit Bärchen Clemens bedankt sich der Malermeister Werner Deck auf besondere Art und Weise bei seinen Kunden, wenn er einen Renovierungsauftrag beendet hat.

Das ist bemerkenswert: Während andere Handwerker meistens ein Wort des Dankes komplett vergessen, hat sich der Malermeister eine Überraschung ausgedacht. Das Besondere daran: das kleine Plüschbärchen wird nach getaner Arbeit nicht einfach überreicht, sondern von den Mitarbeitern des Unternehmens beim Kunden irgendwo versteckt. Hinter einer Blumenvase, im Badezimmerschrank, hinter der Gardine auf der Fensterbank oder hinterm Sofa.

Das Bärchen wird also irgendwann vom Kunden gefunden. Wer wissen will, wie der kleine Plüschbär in die Wohnung kam, der wird von Clemens selbst informiert.

Clemens hat einen kleinen Aufkleber auf dem Rücken, mit er sich für die gute Zusammenarbeit bedankt. Klar, dass diese Aktion unheimlich sympathisch rüber kommt. Und natürlich löst sie auch Mundpropaganda aus. Denn einer der Faktoren, der Menschen wirkungsvoll zum Reden bringt, ist: die Überraschung.

Bild: Werner Deck

Öko Maß-Mode von der Stange

Von solchen Unternehmensgründungen sollte es mehr geben.

Sina Trinkwalder geht in Kürze mit dem Modelabel Manomama an den Start. Das Startup will in einem Online-Shop Maßmode von der Stange anbieten. Ökologisch und fair gehandelt. Vor allem auch mit fairen Löhnen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: 12 Euro Stundenlohn.

Beschäftigt werden sollen vor allem langzeitarbeitslose Frauen, ältere Arbeitnehmer und gering Qualifizierte. Bitter nötig, diese Klientel nicht weiter auszubeuten, sondern ihr angemessene Arbeitsplätze zu verschaffen. Verrückt wird das Ganze dadurch, dass der Standort für die Produktion in Deutschland liegen soll. Von deutschen Textilunternehmen ist ja nicht mehr viel übrig geblieben. Genäht wird heute im billigsten Ausland, vermarktet und abgesahnt im Inland. Jetzt will die Gründerin den ehemaligen Textilstandort Augsburg wieder beleben.

Interessant auch ihr Werbekonzept: in bester Marketeasing-Art wird Sina Trinkwalder ganz auf klassische Werbung verzichten. Um nah am Kunden zu sein wird sie ausschließlich auf Social Media setzen. Toll, dass hier mit einer Unternehmensgründung gesellschaftliche Probleme angepackt und vielleicht auch ein Stück weit gelöst werden. Von hier aus viel Erfolg nach Augsburg!

Zum Manomama-Blog

Sina Trinkwalder auf Twitter


Ab sofort gibt es jeden Mittwoch einen Newsletter von mir

Lange habe ich mir überlegt - ist in unseren heutigen Zeit ein Newsletter noch sinnvoll? Reicht es nicht zu bloggen, zu tweeten, zu xingen und bei Facebook zu sein?

Vielleicht. Aber da sind noch die Leute, die nicht in sozialen Netzwerken unterwegs sind. Möglicherweise kommt denen ein Newsletter gerade recht - ein Mal pro Woche frisch informiert über Werbung, PR, Marketeasing?

Und außerdem wird der Newsletter ja auch ganz anders - länger als Tweets, sachlicher als Blogposts. Wenn Sie ihn abonnieren wollen, rufen Sie meine Website auf - in der Seitenleiste links können Sie sich eintragen.

Ihre Adressen werden nicht weitergegeben. Aber Werbung enthält er natürlich schon ;-) Für mich selbst und hin und wieder auch für andere.


Entschuldigen Sie bitte: So nehmen Kunden sogar negative Kritiken zurück


Ist man als Unternehmen gegen negative Kritiken in Blogs oder Portalen wehrlos? Muss man gleich mit dem Anwalt drohen: Nehmen Sie das eventuell zurück? Weit gefehlt. Es geht auch anders. Kunden nehmen tatsächlich negative Bewertungen auch wieder zurück. Das Erstaunliche: Nachlässe oder Gutscheine führen nicht zur Rücknahme der Kritik. Am besten wirkt - na was wohl - eine Entschuldigung. Nach einer Untersuchung von Wirtschaftswissenschaftlern der Universitäten Bonn und Nottingham, nahmen 44,8 % der negativ gestimmten Kunden ihre Kritik nach einer persönlichen Entschuldigung zurück. Gutscheine veranlassten sie jedoch nicht zum Meinungswandel.

Quelle: Shopbetreiber-Blog

Wie misst man den Erfolg von Social Media Aktivitäten?

Dazu gibt es einen Vorschlag von der AGOF, der Arbeitsgemein­schaft Online Forschung (AGOF). Sie stellte heute ein Modell vor, nach dem sie künftig die folgenden Werte messen und für Online-Mediaplaner zur Verfügung stellen will:

"Kategorisierungsmodell für Social Media

Das AGOF Modell hilft, Kontakte im Bereich von Social Media anhand von vier Aktivitäts­clustern zu qualifizieren. Unterschieden werden die Kategorien:
  • Networking, also alle offenen Vernetzungen der User untereinander, auch plattformübergreifend, dazu zählen Aktivitäten wie Vernetzen, Einladen, Kontakte hinzufügen etc.
  • Contribution, die aktive Produktion von Inhalten durch Nutzung der auf einer spezifischen Plattform möglichen Kommunikationsformen. Dazu gehören Aktivitäten wie Uploaden, Bewerten, Kommentieren, Schreiben, Gestalten.
  • Sharing, die Erfassung aller Aktivitäten, die die Verbreitung von Content der Plattform abbilden, z. B. Weiterleiten, Empfehlen, Verlinken, Einbinden.
  • Aktuell hinzugekommen ist die vierte Kategorie, Messaging, also die direkte One-to-one- oder One-to-many-Kommunikation wie E-Mails oder Messenger."
ZItat/Quelle: AGOF Pressemitteilung

The Ford Story: So muss eine Website heute aussehen

Wie eine Website auszusehen hat, das wussten wir bisher alle. Sie gab Auskunft über Unternehmen, Produkte, Serviceleistungen, enthielt einen Shop, verriet die Kontaktdaten oder gab etwas zur Firmengeschichte preis. Alles wurde penibel entworfen, getextet, korrigiert, in Meetings besprochen von der Geschäftsleitung abgesegnet und das war sie nun: die Nabelschau im Internet.

Gähnend langweilig ist das heutzutage, da beinah jeder Haushalt am Internet hängt. Da suchen sich die Menschen Informationen nicht nur auf fremden Websites, sondern wollen vor allem wissen – was denken und reden andere über das Produkt. Und schwupps … sind sie bei Google, suchen Rezensionen und Bewertungen, reden mit ihren Freunden bei Facebook und Twitter.

Selbstbeweihräucherung schön und gut – aber wer glaubt heute schon noch ausschließlich so etwas? Dachten sich wohl auch die Werbestrategen bei der Ford Motor Company in USA und hoben eine Website  neuen Typs aus der Taufe: The Ford Story.

Diese Website hat es nun wirklich in sich – denn sie stellt die Werbung und Broschüren des Unternehmens gleichberechtigt neben die Aussagen von Kunden und Fans der Marke. Und wie beinah jedes neue Instrument im Onlinemarketing eröffnet sie den Dialog und lädt den Kunden ein.

Die Elemente der Ford Story-Website
  1. Selbstdarstellung. Ohne Selbstdarstellung geht es nicht. Aber Ford setzt auch hier ein Zeichen: Wenig Text, viel Videos. Natürlich muss ein Autohersteller sein dynamisches Produkt in Bewegung zeigen! Und natürlich haben die jede Menge toll gedrehter Filme. Aber auch einfach gemachte Videos, die Produkte demonstrieren und erläutern sind gefragt. In Onlineshops erhöhen sie die Umsätze nachweislich.
  2. Lass Dich einbeziehen – „get involved“ steht über der rechten Spalte der Website. Und das enthält gleich mehrere Angebote. Zum Beispiel die Aufforderung eigene Stories einzusenden, damit sie auf der Website veröffentlicht werden können. Hier bindet Ford ganz geschickt Referenzen und Kundenerfahrungen ein.
  3. Ford bei Twitter. Die aktuellen Twitterstreams – und damit auch die Antworten der „Follower“ – sind direkt auf der Website zu lesen und werden fortlaufend aktualisiert.
  4. Die Meinungsumfrage. Was macht Marktforschung einfacher und preiswerter, als einfach mal zu fragen. In unserem aktuellen Beispiel möchten die Ford Leute gerade herausfinden, welches Mobiltelefon ihre Websitebesucher benutzen. Wozu sie das wissen wollen – keine Ahnung. Wichtiger ist: Welche Fragen möchten Sie Ihren Kunden stellen, um entscheidungsrelevante Informationen zu bekommen?
  5. Das Unternehmen in den Medien. Auch was die Presse über das Unternehmen schreibt, kann man blitzschnell aktualisiert auf der Website nachlesen. Kundengespräche, Medienmeinungen, Ford-Informationen – hier hat Ford wirklich alles zusammengetragen, was man über die Firma und die Autos erfahren kann.
  6. Ford bei Facebook. Auch die Einladung Fan zu werden und der Fanpage bei Facebook zu folgen, ist auf der Website The Ford Story enthalten.
  7. Flickr und Youtube. Natürlich fehlen auch die Hinweise auf die Bilderseite Flickr und den Videokanal bei YouTube nicht.
  8. Veranstaltungen. Wo kann man mit Ford und seinen Modellen in Berührung kommen? Der Hinweis auf aktuelle Veranstaltungen des Unternehmens wie zum Beispiel Messeteilnahmen.
  9. Die Fanseiten. Jahrelang wurden Autofans von den Marken ignoriert. Ford hat umgedacht. Inzwischen verweist man sogar von der Firmen-Website aus zu den vielen kleinen Seiten, die enthusiastische Anhänger einzelner Fordmodelle mit Hingabe füttern und pflegen.

Ich finden die Website „The Ford Story“ zeigt, dass zu einer Marke mehr gehört als nur das aktuelle Werbematerial eines Unternehmens. Sie räumt den Kunden einen gebührenden Platz ein, ihre eigenen Erlebnisse und Erfahrungen mit Ford wiederzugeben. Wie sagt es Ford selbst: See where we are. Be a part of where were going.

Websitetipp der Woche: design-produkte.de

Wer als Unternehmer eine unverbrauchte Produktidee sucht, um sein Sortiment zu erweitern, kann jetzt leicht im Internet fündig werden: Design, Produktion und Markt will die neue Kontaktbörse design-produkte.de zusammenbringen. Möbel und Leuchten, Tischkultur und Accessoires sollen zunächst im Mittelpunkt stehen.

Die Website unterstützt zum einen Gestalter dabei, für ihre Entwürfe einen passenden Hersteller zu finden und ihre Innovationen gegebenenfalls marktgerecht zu überarbeiten. Die Produktideen werden auf der Webseite öffentlich präsentiert. Designer können sich darum bewerben, dort gelistet zu werden. Interessierte Unternehmen haben die Möglichkeit, deren Kontaktdaten abzufragen.

Erste Ideen und Erfolgsgeschichten sind bereits online nachzulesen: http://www.design-produkte.de