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Genial: Gutscheine via Google Maps verteilen

Still und leise – so wie immer eigentlich -  hat Google die neue Funktion „ Gutscheine“ im Google Places eingeführt.  Noch mal ganz kurz zur Erinnerung: Google Places ist der Nachfolger des lokalen Branchencenters und wird von Google zum weltweiten Branchenadressbuch ausgebaut. Die Einträge, die Unternehmen in Google Places machen, erscheinen auch in den Google Maps und in der Google Suche. Und: Für Google Places gibt es auch Handy-Apps. Insgesamt ein Komplettpaket, dass es Benutzern ganz leicht macht, Unternehmen in allernächster Nähe zu finden. Ob es nun darum geht, den nächsten Bankschalter, eine Pizzeria oder ein Juwelier zu finden, Google Places bringt einen dorthin.

Jetzt wird das Ganze noch attraktiver. Denn endlich bietet Google Geschäftsinhabern in Deutschland auch die Möglichkeit, über diese Wege Coupons und Gutscheine anzubieten. Gutscheine über Google Maps verteilen! Die Gutscheine können online gestaltet werden, so dass sie der Kunde ausdrucken und im Geschäft vorlegen kann.

So erstellen Sie einen Gutschein:
  1. Melden Sie sich in Google Places an.
  2. Klicken Sie links oben auf den Tab Gutscheine und anschließend auf Neuen Gutschein hinzufügen.
  3. Sie werden auf eine Seite geleitet, auf der Sie den Inhalt Ihres Gutscheins gestalten können. Auf der rechten Seite sehen Sie eine Vorschau des Gutscheins, die mit Ihren Eingaben aktualisiert wird.
  4. Wenn Sie mit der Vorschau Ihres Gutscheins zufrieden sind, klicken Sie unten auf Fortfahren.

Innerhalb von 24 Stunden wird der Gutschein in Ihrem Unternehmenseintrag angezeigt. Sie finden ihn in Google Maps, indem Sie im Infofeld Ihres Eintrags auf mehr Infos und dann auf den Tab Gutscheine klicken.

Offenbar ist es auch möglich einen Mobile Coupon, also einen Gutschein anzubieten, der aufs Handy der Nutzer gesandt wird. Hat das schon jemand getestet?

Mehr dazu: Funktionen für Ihren Brancheneintrag


Pyjama-Marketing: Der U-Bahnfahrer mit Facebook-Seite

Kennen Sie Raimund Korner? Wenn Sie Wiener sind und öffentliche Verkehrsmittel benutzen, dann ganz bestimmt. Alle anderen könnten ihn bald über Facebook kennen lernen. Denn dort widmet sich dem U-Bahn-Fahrer eine Fangruppen-Seite mit bereits weit über 7.000 Fans.

Nicht, dass er die Facebook-Seite aus Eitelkeit selbst angelegt hätte. Das haben andere für ihn besorgt. Und die beleben seine Pinnwand und sammeln fleißig die Sprüche des Herrn Korner.  Denn der Mann ist ein kleines literarisches Ansagetalent. Hier ein Kostprobe:

" ... werte Reisende, wenn sie gelegentlich den Eindruck gewinnen, die U Bahn sei fortwährend überfüllt dann probieren sie es doch bitte ganz einfach einmal aus und versuchen sie von vornherein in eine der anderen 17 Türen einzusteigen. Es wird ihnen mit zunehmendem Abstand von der Zugspitze gewissermaßen ein abnehmender Zustand oder, mit anderen Worten, ein Raumerlebnis wie sonst nur vielleicht bei einem Trekkingurlaub im Yukon-Territorium zuteil ..."

Warum ich das Ganze erzähle? Weil es ein hervorragendes Beispiel für Pyjama-Marketing ist. Pyjama-Marketing: Man selbst kümmert sich nicht um Marketingmaßnahmen. Das Produkt oder die Dienstleistung ist so begeisternd, dass andere das Marketing für einen übernehmen. Im Zeitalter sozialer Medien ist das die höchste Stufe, die man erreichen kann.

Und jetzt suche ich noch den Zahnarzt mit Fanklub.


Gehts nicht ne Nummer kleiner?

"Was uns ausmacht? Höchstleistung in allem, was wir tun, die Nähe zu unseren Kunden und die Kraft der Innovation, die unser Unternehmen voranbringt. Wir haben stets alle Trends im Blick und setzen neue Maßstäbe in der Versicherungsbranche."

Das schreibt die Cosmos Versicherung auf ihrer Website. Höchstleistung? Alle Trends im Blick? Neue Branchenmaßstäbe?  Und dann nimmt man noch das Wort "Kundennähe" in den Mund.

Das muss schief gehen. Denn wer sich selbst auf ein derart hohes Podest hebt, kann nicht mehr auf Augenhöhe mit seinen Kunden kommunizieren.

Wann stirbt dieses Geschwalle eigentlich mal aus?


Ist der Einsatz des Facebook Like-Buttons rechtswidrig?

Haben Sie bereits den Facebook Like-Button („Gefällt mir-Button“)  auf einer Ihrer Websites eingebaut? Dann haben Sie jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder Sie löschen den Button wieder. Oder Sie weisen in Ihrer Datenschutzerklärung darauf hin. Denn der kleine Knopf übermittelt laufend personenbezogene Daten an Facebook. Das ist in Deutschland nicht erlaubt, meinen Rechtsanwälte. Nach dem BDSG dürfen personenbezogene Daten nur übermittelt werden, wenn der Nutzer gemäß § 4a BDSG eingewilligt hat, eine Rechtsgrundlage oder eine rechtliche Verpflichtung für die Übermittlung vorliegt.

Dazu schreibt Rechtsanwalt Dr. Sebastian Kraska im Datenschutzblog:

„In jedem Fall muss bei Verwendung des Like-Buttons von Facebook die Datenschutzerklärung nach § 13 Abs. 1 TMG der Webseiten-Betreiber angepasst werden.
Inhaltlich muss erklärt werden, dass der Webseiten-Betreiber Facebook den Datenaustausch ermöglicht.
Die Datenschutzerklärung muss in verständlicher Form gestaltet werden, sonst drohen Bußgelder nach § 16 TMG. Dieses Bußgeld droht jedem Webseiten-Betreiber, der den Like-Button von Facebook ohne Hinweis in seiner Datenschutzerklärung angebracht hat.“

13 Dinge, die Kunden gerne hören

Die hat das Blog Warenkorb Trends aufgeschrieben. Sehr sehr treffend! Ob das schon alle sind? Kennen Sie auch noch welche?

Und das ist die Liste von Warenkorb-Trends:

  1. "schicken Sie mir Ihre Telefonnummer, ich rufe Sie gern an
  2. überhaupt kein Problem
  3. das kriegen wir hin
  4. die Ware geht heute noch raus
  5. Sie haben völlig recht
  6. gerne kommen wir Ihnen entgegen
  7. gut, wir machen einen Kompromiss
  8. wir sorgen für eine pünktliche Lieferung
  9. als Stammkunde entfallen die Versandkosten
  10. Sie sind Neukunde, daher gibt es 10 Euro Rabatt!
  11. eigentlich gibt es einen Mindestbestellwert, aber für Sie machen wir eine Ausnahme
  12. die Ware ist bereits zu Ihnen unterwegs
  13. Ihre Bestellungen haben bei uns immer höchste Priorität"

Commerzbank Kundencharta - Blabla oder Meilenstein?

Angeblich steht sie auf jedem Beraterschreibtisch und hängt in jeder Filiale. Die Commerzbank hat sich eine so genannte Kundencharta gegeben. Die soll fünf grundlegende Kundenrechte fixieren.

Kundenrecht 1:  Sie werden erstklassig beraten.

Kundenrecht 2: Sie bekommen hochwertige Produkte

Kundenrecht 3: Sie verdienen besten Service

Kundenrecht 4: Sie können sich auf uns verlassen.

Kundenrecht 5: Sie bestimmen mit.

Naja.  So ganz wie der große Wurf klingt das ja nicht. Denn die Kundenrechte 1-4 will ich eigentlich bei jedem Unternehmen in Anspruch nehmen. Was soll das, wenn man Selbstverständlichkeiten formuliert? Einzig mit Kundenrecht Nummer 5 kann ich noch was anfangen. Denn "Mitbestimmung für Kunden" ist noch eine ziemlich neue Idee. Dazu hat die Commerzbank ja bereits einen Kundenbeirat ins Leben gerufen, der offenbar bei der Erarbeitung dieser Rechte mitgewirkt hat.

Trotz miserabler Formulierung könnte ja am Ganzen noch was dran sein. Nämlich dann, wenn es präzise ausgestaltet wird. Commerzbank-Kunden werden es wohl am ehesten wissen, ob die Charta gelebt wird oder nicht. Ich bin gespannt.


Will Open Design be the next IKEA? Wie „ kostenlos“ als Werbung für einen Möbeldesigner funktioniert

Ein Posting zum Thema „Kostenlos als Werbemodell“ ist jetzt nicht wirklich nötig. Denn es gibt ja ein sehr lesenswertes Buch von Chris Anderson (Kostenlos - Geschäftsmodelle für die Herausforderungen des Internets).

Aber wie der Berliner Designer Ronen Kadushin die Kostenlos-Methode anwendet, finde ich doch bemerkenswert. Er hat sich entschieden, einige seiner Entwürfe kostenlos zu verteilen. Verschenkt werden Schnittmuster und Bauanleitungen. Und dabei kommen so sehenswerte Objekte wie dieses Bücherregal heraus.

Italic-shelf-1-L Jetzt müsste ich nur noch umziehen, um dafür den nötigen Platz zu haben.

Interessant ist, dass er seine Design-Lösungen nicht an die verschenkt, die sie in der Regel bei ihm kaufen – die Produzenten und Möbelhersteller. Er verschenkt sie an Möbelnutzer – und umgeht dabei die ganze Produktions- und Lieferkette mit allen Handelsstufen.

Heraus kommen dabei nicht etwa kostenlose Produkte – sondern Produkte mit einem besseren Preis-/Leistungsverhältnis. Quasi frei von allen Nebenkosten. Und ökologischer ist das auch.

Ich weiß zwar nicht, ob man sich in diesem Industriezweig damit Freunde macht. Aber einen Namen bei den Konsumenten macht man sich damit auf alle Fälle. Auf seiner Open Design Seite finden sich wunderbare Entwürfe. Einfach mal ansehen.

Gefunden via Wissen belastet


Uli Hoeneß und die Nürnberger Rostbratwurst

Als gebürtiger Nürnberger bin ich auch ein Fan der kleinen Nürnberger Rostbratwurst.  Und natürlich freut es mich, wenn die heimische Delikatesse auch von andern geschätzt wird. Dass es dieses Würschtla aber mal bis auf die Speisekarte von McDonald's schaffen würde, hätte ich bislang allenfalls für eineb Witz gehalten. Aber scheinbar ist die Sache ernst.  Denn derzeit ist der Nürn-Burger bei McDonald's testweise im Angebot. Kein Geringerer als Uli Hoeneß hat es geschafft, die Bulettenbrater von den Vorzügen der Nürnberger Bratwurst zu überzeugen. Warum gerade Uli Hoeneß? Weil der im Leben außerhalb des Fußballfeldes Besitzer der Nürnberger Wurstfabrik Howe ist und die ganzen Bratwürste liefern darf. Erfunden hat er das Gericht natürlich nicht. Heißt auf fränkisch "3 im Weckla" und ist in Nürnberg an zahlreichen Bratwurstständen erhältlich.

Da hat er sich aber gut ins Geschäft gebracht. Noch mehr staune ich über sein schauspielerisches Talent.


Finger weg: Für wen Social Media Dienste nicht geeignet sind

Wer mich kennt, weiß dass ich Social Media Dienste seit Jahren schon völlig uneingeschränkt empfehle. Auf die oft gestellte Frage, ob es den Branchen oder Produkte gäbe, für die der Einsatz von Social Media nicht geeignet ist, ist mir nie was eingefallen. Aber heute muss ich doch mal eine Einschränkung machen. Es gibt zu viele, die es falsch anpacken, frustriert aufgeben oder sich bereits eine blutige Nase geholt haben. Heute daher mal keine Tipps, sondern eine Warnung.

8 Fälle, in denen Social Media Dienste nicht geeignet für Ihr Unternehmen sind:

1.  Unklare Zielsetzungen. Legen Sie fest, was Sie mit Ihrem Engagement  im neuen Medium bewirken möchten. Ihre Ziele können sein: Verkaufsförderung, Service und Beratung, Fachdiskussion, Marktforschung, verbesserter Kunden- und Neukundendialog. Je nachdem, welches Ziel Sie erreichen wollen, sollten Sie Ihre Tweets oder Postings danach ausrichten. Natürlich sind auch Mischformen möglich.

2. Keine Langzeitstrategie. Der zweite wichtige Punkt betrifft Ihre Langzeitstrategie. Denn wenn Sie mit Ihrer Aktivität Erfolg haben, dann müssen Sie sich auch fragen was Sie mit dem ganzen neugewonnenen Freunden und Kontakten anfangen möchten. Was Sie endgültig vergessen müssen: in den sozialen Medien gibt es keine Kampagne. Sie können also nicht mal eben vier Wochen werben und dann ziehen Sie sich aus der Sache wieder zurück. Zurück bleiben dann enttäuschte Fans und Follower und eine von Ihnen ungenutzte Chance.

3. Kein Inhouse Know how. Es ist immer schlecht, wenn Sie für Ihren Auftritt in Facebook oder Twitter externes Personal brauchen. Sie können Externe nur einsetzen, wenn sie genauso gut geschult sind wie Ihre Inhouse Mitarbeiter. Aber auch dann ist der Einsatz Externer kritisch zu sehen. Schließlich geht es letztendlich immer um eine engere Beziehung zu den eigenen Kunden. Und dieses Beziehungsmanagement müssen Sie selbst wahrnehmen.

4. Mangelnde Entscheidungskompetenz. Wer an vorderster Front im Dialog mit Kunden steht, der muss reagieren können. Dazu braucht er auch Entscheidungskompetenzen. Wenn es wegen der Beantwortung einer einfachen Frage heißt: wir haben die Frage an unseren Geschäftsführer weitergeleitet, dann ist ihre Organisation nicht richtig vorbereitet.

5. Keine Zeit. Die Beziehungspflege über die neuen sozialen Medien braucht Zeit. Dieses Zeitbudget müssen Sie Ihren Mitarbeitern geben. Stellen Sie in Ihrer Arbeitsorganisation und Stellenbeschreibung sicher, wer wie viel Zeit mit diesen Aufgaben verbringt. Die Social Media sind viel zu wichtig, als dass man sie nebenher erledigen könnte.

6. Zu wenig Personal.  Sorgen Sie dafür, dass Sie genügend geeignetes Personal für die Bearbeitung eintreffende Anfragen und der Erstellung neuer Postings haben.

7. Mangelnde Sachkenntnis.  Starten Sie nicht, bevor Sie sich mit den Gepflogenheiten und dem Umgangston in der neuen Medienwelt vertraut gemacht haben.

8. Zu wenig Tempo. Lassen Sie die Finger von der Sache, wenn Sie nicht schnell genug reagieren können. Kommentare, Fragen oder Kritik, die an Sie herangetragen werden, sollten Sie noch am gleichen Tag beantworten können.


Auch ich bin Dusch-Botschafter! Die gelungene Marketeasing-Aktion von GROHE

N111115705596100_9929 Botschafterprogramme sind ein wichtiger Baustein des von mir propagierten Marketeasingkonzepts. Umso mehr freut es mich, wenn ich sehe, wie diese Bausteine aufgegriffen und angewendet werden. Aktuell zum Beispiel bei der Dusch-Botschafterkampagne des Armaturenherstellers GROHE. Der hatte auf Facebook aufgerufen, eine neue Dusche zu testen und von den Erfahrungen des Tests im Web zu berichten.
Verschickt und verschenkt wurde die rund 57 € teure Handbrause „Rainshower“, die verspricht, einem ein Duschgefühl wie Sommerregen zu bescheren. Ein Vergleich, der übrigens stimmt.

Folgende Zielsetzungen hatte das Unternehmen laut eigener Auskunft mit der Aktion:
  • Die Marke GROHE und ihre Kompetenz im Bereich Brausen-Produkte beim Endkonsumenten bekannt machen und langfristig verankern
  • Konstanter Dialog mit den Anwendern – GROHE nimmt die Anliegen der User ernst und antwortet auf ihre Fragen und Hinweise
  • Entwicklungen und Produktneuheiten werden von GROHE in diese Community hineingetragen und gleichzeitig Verbesserungsvorschläge und Feedback der Community aufgegriffen
  • Erhöhung der Zugriffszahlen auf die GROHE Webseiten
  • Steigerung des Verkaufs von Brausen-Produkten durch Pull-Effekt
  • Differenzierung zum Wettbewerb/ First-Mover in dieser Branche/diesem Markt

Und der Erfolg? Scheint gelungen. Wie GROHE mitteilte, sind mehr als 6.500 Facebook-Nutzer dem Aktionsaufruf gefolgt und wollten die neue Brause testen. Rund 2.000 Nutzer wurden per Los ausgewählt und erhielten den Brausekopf kostenlos ins Haus gesandt. Die Zugriffszahlen auf die Facebook-Seite von GROHE sind rasant angestiegen und tatsächlich: Beinah jeden Tag finden sich neue Einträge, in denen die Duschbotschafter von ihrem Erlebnissen berichten.

Bemerkenswert, dass sogar Unternehmen, die bislang vor allem auf Fachhandelsstrategien setzten, über Facebook einen direkten Draht zu den Endkunden beziehungsweise Nutzern ihrer Produkte aufbauen können. Das ist für solche Unternehmen geradezu lebenswichtig. Denn nur über die Endkunden und den Dialog mit ihnen erhalten sie wertvolle Erkenntnisse über die Akzeptanz ihrer Produkte. Außerdem kassiert das Unternehmen als erster der Branche den Pionierbonus.