Haben Sie auch schon mal darüber nachgedacht, Journalisten mit Sonderkonditionen zu ködern? Sorry für das unfeine Wort, aber natürlich dienen diese Presserabatte dem Zweck, Journalisten auf das Unternehmen aufmerksam zu machen und bei ihnen für Goodwill zu sorgen.
Wer Journalisten Rabatte einräumt, ist übrigens in bester Gesellschaft. Fast alle namhaften Unternehmen tun dies wie Audi, Sixt, Deutsche Telekom, LTU oder Kabel Deutschland.
Die Website Pressekonditionen.de listet heute 1.335 Sonderangebote für Pressevertreter auf.
- 20 % Preisnachlass auf alle Produkte bietet zum Beispiel der Hanf Haus Onlineshop.
- 30 % Rabatt gewährt die Hot-Akademie für Führungskräfte GbR auf Seminare.
- Eine kostenlose Teilnahme am Speed-Dating erhalten Journalisten bei der Speed-Dating GmbH.
- Freien Eintritt gibt es beim Freizeitpark LegoLand (wie übrigens auch bei vielen anderen Kultur- und Freizeiteinrichtungen).
Wer denkt, dass sei doch Bestechung, liegt falsch. Für journalistische Verbände wie den Deutschen Presserat jedenfalls sind diese Sonderkonditionen keine Bestechung. Schließlich hat sich dieser Beruf von jeglicher Bestechlichkeit - dank seines Verhaltenscodex - selbst freigesprochen. So heißt es im Pressekodex Ziffer 15 "Vergünstigungen":
„Die Annahme von Vorteilen jeder Art, die geeignet sein könnten, die Entscheidungsfreiheit von Verlag und Redaktion zu beeinträchtigen, sind mit dem Ansehen, der Unabhängigkeit und der Aufgabe der Presse unvereinbar. Wer sich für die Verbreitung oder Unterdrückung von Nachrichten bestechen lässt, handelt unehrenhaft und berufswidrig.“
Presserabatt? Gibt es das auch bei Ihnen? Beim kleinen oder mittleren Unternehmen? Ach so: Und gibt es diese Rabatte eigentlich nur für Journalisten? oder auch für Blogger?



