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Seltsam: Autorenforum diskriminiert Autoren, die selbst verlegen

Seit Jahren lese ich den (durchaus) interessanten Newsletter des Autorenforums. Eine Rubrik darin ist die so genannte Hallo of Fame. Darin werden Neuveröffentlichungen von Autoren vorgestellt. Aber nur, wenn diese in einem Verlag erschienen sind.

„Ausgeschlossen sind ... Bücher im Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind)“ heißt es dort zur Erläuterung. Und damit es auch ja nicht vergessen wird, erfolgt noch der folgende Hinweis:

„Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt hat!“

Was soll das? Autoren diskriminieren, die die Vermarktung selbst in die Hand nehmen? In einem Zeitalter, da es bereits die ersten Millionäre unter den Selbstverlegern gibt und Kindle/Amazon, Apple, BoD und viele andere einem alle Türen zur Selbstvermarktung öffnen.

Dass man selbstverlegende Autoren diskriminiert, liegt natürlich im Interesse der klassischen Buchverlage, die ihrem bröckelnden Geschäftsmodell hinterher trauern und noch nicht wissen, wie sie mit den aktuellen Herausforderungen umgehen.

Aber in einem Autorenratgeber hat so was nichts zu suchen.

Kommentare

Jörg Weisner

Ich würde denen empfehlen mal bei Joe Konrath nachzulesen, z.B. hier:
http://www.jakonrath.com/writers.htm

Dort gibt es sogar ein sehr (!) ausführliches Interview mit Barry Eisler zum kostenlosen Download (einfach auf das Bild klicken).

Und wenn ich mir dann anschaue, dass in den USA erste Autoren einen Verlagsvorschuss von 500.000 (in Worten: fünhunderttausend) uS Dollar abgelehnt haben, weil sie das Buch selbst verlegen und vermarkten wollen - ja dann kann ich nur noch schmunzeln ...

liebe Grüße vom sommerlichen Selenter See
an den Bodensee

Jörg

PS: Mir fällt gerade ein, was ist denn eigentlich mit mir und meinem Job&Joy Buch:
Die Printversion ist bei Econ erschienen
http://goo.gl/MTIAO

- müsste als Verlag ja eigentlich ausreichen oder???

und jetzt habe ich ganz frisch die eBook Version bei Amazon Kindel reingestellt
http://goo.gl/XMyTj

unter welche Rubrik falle ich denn jetzt??? ;-)

doncish

Ich glaube, in der entsprechenden Rubrik bei den 42er Autoren gilt eine ähnliche Beschränkung (kann sich allerdings geändert haben).

Michael Stein

Ich würde das so interpretieren: Man muss nicht im Senioren-Alter sein, um betriebsblind zu werden. Die Leute hinter "The Tempest" und dem Autorenforum haben sich immer sehr dafür engagiert, jungen Autoren den Weg in die Verlage zu ebnen - das war "damals", in den 90ern, der einzig sinnvolle Weg, wenn man Geld mit Prosa verdienen wollte. Selbstverlag wurde eher mit Pamphleten und Hausfrauenlyrik (ja, das ist jetzt despektierlich gemeint) assoziiert.
Nun haben sich dank BoD und ebooks und entsprechenden Stores lukrative Möglichkeiten des Selbstverlags ergeben, die auch von talentierten Schriftstellern genutzt werden. Und zwar nicht, weil sie keinen Verlag finden würden, sondern weil es auch ohne Verlag geht.
Ich könnte mir vorstellen, dass diese Entwicklung von Menschen, die tief in klassischen Verlagsangelegenheiten stecken, noch nicht in ihrer ganzen Wucht zur Kenntnis genommen wird. Denn dass die Autorenforumsmacher das bewusst ignorieren, um ihre eigenen Pfründe so lange wie möglich zu sichern, will ich einfach mal nicht glauben.

Bernd Röthlingshöfer

@Jörg Solange es hier mit dem Kindle und anderen Lesegeräten nicht voran geht, sind die amerikanischen Verhältnisse noch fern. Aber wir haben ja Geduld und nutzen die Zeit zur Vorbereitung;-)

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