Previous month:
Januar 2012
Next month:
März 2012

Werbefehler Nr. 60: Ungenutzte Standardmails

Standard-E-Mails können Ihnen jede Menge Geld bringen. Denn im Gegensatz zu Werbe-E-Mails werden diese weitaus häufiger geöffnet und auch durchgelesen. Woran liegt das? Natürlich daran, dass jeder genug geschult ist, um Werbe-E-Mails als solche zu erkennen und dann einfach zu ignorieren.

Für Werbung interessiert sich niemand.

Aber für Bestellbestätigungen, Versandmitteilungen, Zahlungshinweise und vieles mehr. Eben für diese Standard-E-Mails, die oftmals aus einem Shopsystem heraus automatisiert versendet werden (so genannte Autoresponder).

Meist steht darin nur: „Ihre Bestellung hat unser Lager verlassen und ist auf dem Weg zu Ihnen.“
Das kann man auch freundlicher sagen. Und vor allem kann man an dieser Stelle in Sachen Servicefreundlichkeit punkten und nebenbei auf neue Angebote verweisen. Einfach, indem man Sätze anfügt wie: „Sollten Sie in der Zwischenzeit noch Fragen haben, so können Sie uns jederzeit kostenlos anrufen. Unter der Nummer XY sind wir von Montag bis Freitag 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr für Sie da. Wenn Sie außerhalb dieser Zeiten eine Frage haben, dann senden Sie uns doch einfach eine E-Mail. Wir werden Sie so schnell wie möglich bearbeiten. Interessieren Sie sich für die aktuellsten Neuzugänge in unserem Shop? Dann abonnieren Sie doch unseren Newsletter oder klicken Sie hier.“

Versenden Sie eine Bestellbestätigung an Erstkunden, dann bedanken Sie sich doch dafür. Etwa indem Sie ihm einen Dankeschön-Coupon beilegen – einzulösen bei der Zweitbestellung.

Zu den Standard-E-Mails, die Sie für mehr Umsatz nutzen können, gehören:

  • Bestellannahme
  • Bestellbestätigung
  • Versandmitteilung
  • Zahlungshinweis oder -bestätigung
  • Bitte um Feedback/Bewertung
  • Bitte um Weiterempfehlung
  • Erinnerungsmail
  • Dankesmail

Dies ist eine Leseprobe aus meinem E-Book "Die 100 größten Werbefehler... und was Sie dagegen tun können". In wenigen Minuten ist es bei Ihnen: einfach hier herunterladen.


Creditplus: Eine Bank kommuniziert nach dem Karlsruher Manifest

Im Mai 2008 habe ich im Rahmen einer Gastvorlesung im Fachbereich Marketing an der Karlsruher Karlshochschule International University mit einem Studententeam Anforderungen an die faire Kommunikation zwischen Unternehmen und ihren Kunden formuliert. Entstanden ist das Karlsruher Manifest mit 21 Leitsätzen für Werbung und PR.

Es freut mich, dass sich nun ein Bankhaus wie die Creditplus zu diesem Manifest als Richtschnur für Ihre Kommunikation im Unternehmensblog bekennt (siehe hier). Sollten das nicht viel mehr Unternehmen tun?


Book2Look: So kann man Bücher vor dem Erscheinen mit Leseproben bewerben

Meine Autorenkollegin und Managementberaterin Anne Schüller hat mich vor kurzem auf ihr neues Buch "Touchpoints -  Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute" aufmerksam gemacht. Ich bin gespannt auf den Inhalt, denn der Titel greift ein Thema auf, dass mir auch am Herzen liegt: Wie gestalten Unternehmen die Berührungspunkte mit ihren Kunden? So dass sie zum positiven Kundenerlebnis werden?  Oder hat das Unternehmen das Touchpoint-Management gar nicht im Griff? Oder, was sicher häufiger ist: Existiert gar kein Bewusstsein dafür, dass man Konzepte für die Gestaltung der Kundenerlebnisse entwickeln kann?

Ich habe in der Vergangenheit immer wieder Artikel dazu in WerbePraxis aktuell geschrieben. Und jetzt freue ich mich, dass Anne Schüller am gleichen Thema gearbeitet hat und ein ganzes Buch dazu vorlegt.

Aufmerksam gemacht hat mich aber auch die Tatsache, dass Anne Schüller das neue Buch mithilfe von Book2Look vorstellt. Leseproben kann man mithilfe dieses Dienstes in ein kleines Widget packen und über Blogs und zig Social Media-Dienste weiter verteilen. Und wer sich über Neuerscheinungen aus einem bestimmten Fachgebiet informieren will, der kann Infos über neue Bücher auch abonnieren.

Allerdings können nur Verlage ihre Neuerscheinungen dort einstellen. Das ist kostenpflichtig. Für 1 bis 50 Neuerscheinungen werden per anno je Titel € 40,- fällig. Einen gleichartigen kostenlosen Service bietet dagegen Scribd.


Toller bewerben geht nicht. Oder doch?

"Sehr geehrte Damen und Herren, ich an Ihrer Stelle wäre echt voll genervt, wenn ich täglich unzählige Bewerbungen lesen müsste, die alle mit “Hiermit bewerbe ich mich…” anfangen."

 Stimmt. Deshalb fängt diese Bewerbung für einen Ausbildungsplatz als Tourismuskauffrau ganz anders an und geht auch so weiter.

"Wenn Sie mit dem Lesen bis hierhin gekommen sind und sich immer noch nicht dafür entschieden haben, mich zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen, dann dürfen Sie meine Bewerbung gerne ausdrucken und einen Papierflieger basteln. Mal ganz im Ernst, heutzutage schreibt doch fast jeder, der eine Ausbildung sucht, eine Bewerbung mit dem Gedanken, dass er sowieso eine Absage bekommt, bei mir wird’s wenigstens ein Papierflieger."

Das nenne ich mal einen ungewöhnlichen Text für eine Bewerbung. Ob er echt ist? Ob die Bewerbung zum Erfolg führt? Oder suchen 99 % der Betriebe doch nur angepaßte Kandidaten mit ganz normalen Bewerbungsschreiben?

Das vollständige Bewerbungsschreiben hat Jochen Mai in seinem Blog.


 


Was halten Sie eigentlich von: Qualitätssicherung in der Werbung?

Ist das nicht seltsam? Da verdankt Deutschland seinen wirtschaftlichen Erfolg zu recht großen Teilen seiner Ingenieurkultur. Aber es gibt Bereiche des Wirtschaftslebens, da spielen Ingenieurstugenden gar keine Rolle. Und oftmals existieren in Unternehmen regelrechte Parallelwelten.

Ich rede von der Parallelwelt Werbung.

Haben Sie den Eindruck, dass Testen, Messen und Qualitätskontrollen zum Standardrepertoire der Werbung gehören? Ich nicht. Ich bin der Überzeugung, dass wir diese Kultur des Testens & Messens, der Qualitätssicherung & -Qualitätskontrolle in Werbung & PR erst etablieren müssen. In den USA gibt es eine schöne Initiative, die vor allem Onlineshops die Nutzung von Splittests nahebringen will. Woche für Woche wird ein neues Testergebnis veröffentlicht. Bevor man es erfährt, darf man selber raten, ob man Version A oder B als Sieger sieht. Da hat man dann oft eine Aha-Erlebnis. Denn aus dem Bauch heraus hätte man doch oft ganz anders getippt...

Und dann noch die Qualitätskontrolle. Zahlreiche Websites weisen Mängel oder Fehler auf, die ihrem möglichen Erfolg im Wege stehen. Da sind zum Beispiel die Inhalte unklar, unverständlich oder kaum lesbar aufbereitet. Layout und Design helfen nicht, sie Besucher schneller ans Ziel zu führen. Besucher werden nicht motiviert oder aktiviert etwas zu tun. Interaktion und Kontaktangebote sind versteckt oder fehlen völlig. Wesentliche Elemente der Suchmaschinenoptimierung wurden nicht beachtet. Usw. 
Viele grundlegende Mängel kann man ganz leicht verhindern. Indem man vorher einen Qualitäts-Check durchführt.

Einen solchen standardisierten Website-Qualitätscheck habe ich mit meinem Institut für Marketeasing® entwickelt. Der Website-Check enthält 64 Prüfkriterien und gibt einem die Sicherheit, elementare Regeln und Elemente für den Erfolg der Website nicht zu übersehen oder zu vergessen. Dafür kostet er gerade mal 59,-- Euro.

Hier gibt es mehr Erläuterungen dazu und Infos, wie Sie den Website-Check für Ihr Unternehmen bestellen können.


Tolle Marketasing®-Idee eines französischen Restaurants: Werden Sie Küchenchef für einen Tag

Unternehmen, die das Marketeasing®-System einsetzen, behandeln ihre Kunden anders, als herkömmliche Unternehmen. Sie bauen bewusst an einer Erfolgsgemeinschaft mit dem Kunden. Nur wenn beide Seiten Erfolg haben, ist die Beziehung ausgewogen.

Die "Gemeinschaft mit dem Kunden" darf man nicht nur mit schönen Worten beschwören, sie muss auch erlebt werden. Dazu vermittelt das Marketeasing®-System mehrere Methoden. Unter anderem die Methode “ Bühne für den Kunden schaffen“. Unternehmen bieten Kunden die Gelegenheit, sich wie auf einer Bühne selbst zu präsentieren.

Ein richtiges Wow-Beispiel dafür kommt jetzt aus Paris. Dort hat Ludovic Dalavaud aus der Methode, Kunden eine Bühne zu bieten, ein Geschäftsmodell für sein Restaurant (50 Sitzplätze) gemacht. Es nennt sich 1jour1chef – im Deutschen etwas holpriger 1Tag 1Küchenchef – und macht den Traum vieler ambitionierter Hobbyköche wahr, für einen Tag Chef einer professionellen Küchencrew zu sein. Der Küchenchef bestimmt die Auswahl der Speisen, die Menüfolge, die Zutaten und die Art der Zubereitung, kann dabei aber auf die professionelle Unterstützung der Küchenmannschaft bauen.  Eine tolle Idee für Familienfeste oder Partys mit Freunden.

Genauso gut kann man aber auch den alltäglichen Gästen des Restaurants seine Kochkünste offenbaren. Doch jede Wette: die meisten Küchenchefs werden die 50 Restaurant-Plätze mit ihren Freunden und Bekannten selber füllen.

Auf der Website werden die bisherigen Küchenchefs und ihr Tag als Chef präsentiert.

Website: www.1jour1chef.com

Contact: www.1jour1chef.com/contact_ecriveznous.php

Gefunden im Springwise Newsletter


Kleine Kosten, große Wirkung: Preiswerte Werbung für Handwerker

Cover_handwerk magazin

Im aktuellen handwerk magazin 2/2012 ist ein umfangreicher Beitrag zum Thema "Kleine Kosten, große Wirkung" erschienen. Er enthält jede Menge Tipps, wie Handwerker mit geringem Werbebudget zu neuen Aufträgen kommen können. Für den Beitrag hat die Autorin Sabine Hölper mich, aber auch zahlreiche andere interviewt.

Wenn Sie den Beitrag lesen wollen, können Sie hier das Handwerk magazin 2-12 - Marketing herunterladen. Vielen Dank an das handwerk magazin, das mir das PDF zur Verfügung gestellt hat.


Zum Valentinstag: Drei-Gänge-Menü aus der Spülmaschine

Vorspeise

Trüffelnudeln mit Carpaccio vom Hühnerbrüstchen und geschmorten Liebesäpfeln

Hauptgang

Filet vom schottischen Lachs mit Sauce von Zitrusfrüchten, gebratenem Fenchel und Safranrisotto

Dessert

Prickelnder Schokoladenkuchen, Sauerkirsch und Vanille-Ananas mit warmer Chili-Schokoladensoße

Mit dieser Menüidee hat es der fränkische Gastronom Richard Huth vom Würzburger Restaurant „Zum Stachel“ heute Morgen ins Morgenmagazin der ARD geschafft. Gestern war der Beitrag bereits im bayerischen Fernsehen zu sehen. Die Botschaft an die Männer: Auch ihr könnt kochen, sofern ihr es schafft, eine Spülmaschine einzuschalten.

Das Spülmaschinenmenü ist eine tolle PR für ihn und sein Traditionslokal. Und so funktioniert es: Das Restaurant liefert alle Speisen fertig gewürzt in mehreren Vakuumbeuteln an. Diese muss Mann dann nur noch in die Spülmaschine legen, die Spülmaschine laufen lassen (55-60°) und holt dann die Beutel mit den fertig gegarten Speisen heraus. Mit der Schere aufschneiden und schön auf den Teller drapieren – voilà.

Was so schräg klingt, funktioniert jedoch tatsächlich  und ist vermutlich sehr schmackhaft (ich habe es leider noch nicht selbst ausprobiert). Denn was Richard Huth hier nutzt, ist nichts anderes als die gerade sehr schicke Methode des Sous-Vide-Garens. Dabei werden Speisen mit allen Gewürzen in Vakuumbeutel eingeschweißt und im Wasserbad schonend gegart. Ergebnis: Die Speisen bleiben so wesentlich aromatischer und verlieren weniger Wasser.

Im Internet gibt es zahlreiche Anleitungen für das Garen mit der Spülmaschinen. Die Idee ist also weder neu noch einzigartig. Aber Richard Huth bewies das richtige Timing, um die Idee mit dem Valentinstagsmenü mediengerecht zu inszenieren. Huth ab!

Hier auf seiner Facebook-Seite können Sie mehr darüber lesen.


Jetzt ist es raus: Institut für Marketeasing® gegründet

Nicht heimlich, aber auch nicht unbemerkt, habe ich Ende letzten Jahres das Institut für Marketeasing® gegründet.

Marketeasing®? Da war doch was. Genau: Mein Buch, mit dem ich zum Umdenken in der Werbebranche und bei Unternehmern aufgefordert habe. Pull statt Push, Ehrlichkeit statt Bullshit, Social Media statt TV, Nähe statt Reichweite, Partizipation statt Manipulation, Community statt Zielgruppe – das war die Ultrakurzfassung des Buchs. Wer das Ganze lesen will, hier lang.

Man könnte sagen, vieles davon ist inzwischen eingetreten. Für viele (Social Media-)Berater mag das selbstverständlich sein. Aber nicht für gefühlte 99 % der Unternehmen hierzulande.

Denn noch haben sich die meisten Unternehmen in Deutschland nicht wirklich umgestellt auf die neuen Gegebenheiten. Das ist nicht verwunderlich. In den Köpfen steckt noch das alte Old School Marketing-Denken. Neue Kompetenzen müssen erlernt und zu einem neuen System des Agierens und Kommunizierens am Markt verknüpft werden. Dazu braucht es Schulung, Austausch, Information.

Und um genau das anzubieten habe ich das Institut für Marketeasing® gegründet.

Das Institut für Marketeasing® hat die Aufgabe konsumentenfreundliche, wirksame und anziehende Marketingmethoden zu untersuchen und zu dokumentieren und das Wissen um ihre Anwendung und ihren Einsatz zu fördern.

Schwerpunkte des Institutes sind die Ausarbeitung, Entwicklung und Anwendung des Marketeasing®-Systems in Form von persönlichen Beratungen, Weiterbildungsangeboten und Publikationen. Zum Programm des Instituts gehören Workshops, Coachings, Qualitätssicherungsverfahren (Website-Checks, Gütesiegel „Faire Kommunikation“), Wettbewerbe, Konferenzen.

Das Institut für Marketeasing® qualifiziert in Kürze auch Trainer, Werbeberater und Anwender und vergibt Lizenzen zur Nutzung des Systems.

Mitarbeit, Ideen und Kooperation sind jederzeit willkommen.

Wer sich über die dauernd vorkommende ®-Zeichen wundert: Marketeasing® ist eine beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) eingetragene Marke.


Seitensprung lohnt sich: Die Kunden-Untreue-Karte

Kennen Sie das vom Coffeeshop Ihres Vertrauens? Wer fünf Tassen Kaffee trinkt, erhält die sechste gratis. Dafür braucht man eine Bonuskarte, auf der jeder Kaffeegenuss mit Stempel oder Aufkleber dokumentiert wird. Eine uralte Idee, schließlich klebte schon Oma Rabattmarken im Heftchen. Fördern und belohnen wollen die Coffeeshop-Betreiber damit die Kundentreue.

Der Londoner Coffeeshop-Betreiber Gwilym Davies hat bereits vor 2 Jahren eine so genannte Dis-Loyalty-Card, also eine Kunden-Untreue-Karte, entworfen. Er schickt seine Kunden zur Konkurrrenz: zu 8 anderen Coffeeshops in East London. Wenn Sie überall dort einen Espresso getrunken haben und das Kärtchen von allen anderen gestempelt ist, dürfen Sie zu ihm zurückkommen und sich einen kostenlosen Espresso servieren lassen.

Das ist clever und sehr selbstbewusst. Gwilym Davies gehört zu den besten Baristas weltweit. Er gewann 2009 die World Barista Championships und hat seitdem einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Es beweist auch, dass er sehr viel von seinen Kunden versteht. Denn der echte Kaffeekenner wird ohnehin da und dort probieren und die unterschiedlichen Nuancen der Kaffeeröstung und Zubereitung genießen wollen.
Verhindern, dass die Kunden zur Konkurrenz gehen, kann man ohnehin nicht. Aber man kann daraus einen Nutzen ziehen so wie Gwilym Davies. Der erhält dadurch Mundpropaganda wie kein anderer.
Spannende Frage: Ziehen Sie aus der Untreue Ihrer Kunden einen Nutzen?


Soll man Zielgruppen zwangsbeglücken?

Seit Jahren rate ich Unternehmen, vor allem im Konsumbereich, von der Zielgruppendenke Abschied zu nehmen. Denn die Praxis zeigt: Oft will man mit riesigen Werbebudgets die Produkte bestimmten Leuten nahe bringen. Aber dann kaufen es ganz andere. Im Bereich der Onlinewerbung ist das Zielgruppenmodell ja längst verschwunden und durch raffinierte Targetingmethoden ersetzt.

Beim Marketingberater Anton Dostal finde ich auch ein gutes Beispiel contra Zielgruppendenke:

"Die beste Zielgruppe ist nicht die, die nach Meinung der Anbieter die Leistung/das Produkt am dringendsten braucht. Reinigungsmittel werden nicht von den Menschen mit den schmutzigsten Wohnungen am meisten gekauft, sondern von denen, die die saubersten haben."

Sich aber nun ausgerechnet an die Menschen mit den schmutzigsten Wohnungen zuwenden, nennt Anton Dostal Zwangsbeglückung.

"Gerade im Dienstleistungssektor ein oft und gern geübter Fehler. Versuchen Sie erst gar nicht Ihre Kunden zu „bekehren“!  „Sie müssten eigentlich …!“ Geht so gut wie immer in die berühmte Hose.

Da könnte was dran sein.


Werbefehler Nr. 14: Nabelschau und Schwanzvergleich

Wir, wir, wir! Das Schlimmste, was Sie in Ihren Werbetexten machen können, ist, von sich selbst zu reden. Wir sind die Größten! Unsere Ingenieure vollbringen Höchstleistungen! Unser Unternehmen besteht schon seit 1735! Wir legen Wert auf beste Rohstoffe!

Man könnte meinen, die meisten deutschen Unternehmen leiden unter dem Dieter Bohlen-Komplex: große Klappe und immer im Mittelpunkt stehen wollen. Dabei verraten Texte, in denen vor allem Worte wie „wir“, „unser“ oder „ich“ vorkommen, dass das Unternehmen eines sicher nicht beherrscht: Die Welt mit den Augen des Kunden zu sehen. Sich in seine Wünsche und Bedürfnisse hineinzuversetzen. Da ist man schnell bei der Frage: Ist das Unternehmen überhaupt kundenfreundlich? Hat es überhaupt Lösungen, die mir als Kunde helfen oder mein Leben bereichern?

„Unsere Pumpe arbeitet mit 35 PS.“ Aber wozu? Wichtiger als die Leistung eines Produktes in Zahlen darzustellen, ist es, den Nutzen für den Kunden hervorzuheben. Was nützen ihm die 35 PS? Mögliche Antworten darauf: Er ist schneller mit der Arbeit fertig. Die Arbeit wird sauberer oder sorgfältiger erledigt. Oder er spart beim Pumpen sogar noch Geld. Merke: 100 € sind gar nichts. Aber sie werden zu einem Mehrwert, wenn man damit einen Theaterbesuch, ein romantisches Abendessen oder seine Miete bezahlen kann.

Die Ich- und Wir-Sager betrachten also nur den eigenen Bauchnabel, anstatt die Welt um sich herum wahrzunehmen. Eng damit verwandt ist die nächste Gruppe. Die betrachten vor allem ihre Wettbewerber und vergleichen sich permanent mit diesen. „Schwanzvergleich“ nannten wir Jungs das in der Umkleidekabine.

Wann immer Sie entdecken, dass in Ihren Werbetexten zu viel von sich selbst oder von Ihren Wettbewerbern geredet wird, ist was faul. Streichen Sie die entsprechenden Passagen. Überlegen Sie, welche Informationen den Kunden wirklich interessieren und wie Ihre Produkte sein Leben angenehmer gestalten können. Sprechen Sie den Kunden direkt an. Es muss ja nicht so sein, dass Sie ihn duzen wie bei Ikea.

Ihre Werbetexte sind um ein Vielfaches besser, wenn Sie das „Wir“ durch das Wort „Sie“ ersetzen.

Dies ist eine Leseprobe aus meinem E-Book "Die 100 größten Werbefehler... und was Sie dagegen tun können". In wenigen Minuten ist es bei Ihnen: einfach hier herunterladen.