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Seitensprung lohnt sich: Die Kunden-Untreue-Karte

Kennen Sie das vom Coffeeshop Ihres Vertrauens? Wer fünf Tassen Kaffee trinkt, erhält die sechste gratis. Dafür braucht man eine Bonuskarte, auf der jeder Kaffeegenuss mit Stempel oder Aufkleber dokumentiert wird. Eine uralte Idee, schließlich klebte schon Oma Rabattmarken im Heftchen. Fördern und belohnen wollen die Coffeeshop-Betreiber damit die Kundentreue.

Der Londoner Coffeeshop-Betreiber Gwilym Davies hat bereits vor 2 Jahren eine so genannte Dis-Loyalty-Card, also eine Kunden-Untreue-Karte, entworfen. Er schickt seine Kunden zur Konkurrrenz: zu 8 anderen Coffeeshops in East London. Wenn Sie überall dort einen Espresso getrunken haben und das Kärtchen von allen anderen gestempelt ist, dürfen Sie zu ihm zurückkommen und sich einen kostenlosen Espresso servieren lassen.

Das ist clever und sehr selbstbewusst. Gwilym Davies gehört zu den besten Baristas weltweit. Er gewann 2009 die World Barista Championships und hat seitdem einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Es beweist auch, dass er sehr viel von seinen Kunden versteht. Denn der echte Kaffeekenner wird ohnehin da und dort probieren und die unterschiedlichen Nuancen der Kaffeeröstung und Zubereitung genießen wollen.
Verhindern, dass die Kunden zur Konkurrenz gehen, kann man ohnehin nicht. Aber man kann daraus einen Nutzen ziehen so wie Gwilym Davies. Der erhält dadurch Mundpropaganda wie kein anderer.
Spannende Frage: Ziehen Sie aus der Untreue Ihrer Kunden einen Nutzen?

Kommentare

B. Dehler

Wohl auch ein fleißiger Leser des Backstage-Reports von Förster & Kreuz ;-)

Bernd Röthlingshöfer

Ja, in der Tat. Stand aber schon vor einem Monat im Trendletter und seit 2 Jahren in dem von mir verlinkten Blog. Und ist in jedem Falle das Weitererzählen wert.

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