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Das Standbild-Phänomen: Weshalb wir uns so schwer damit tun, Veränderungen zu erkennen

Eine Ehe, die zerbricht, ein Unternehmen, das in den Konkurs geht, eine Branche oder Technologie die komplett verschwindet, Arbeitsplätze, die wegrationalisiert werden. Hätte man das als Betroffener nicht irgendwann mal voraussehen können?

Warum nur liegen wir mit unseren Prognosen über die Zukunft so oft daneben? Warum können wir Entwicklungen so schlecht vorhersehen? Ich denke, es liegt an einer menschlichen Unfähigkeit, die man das "Standbild-Phänomen" nennen könnte: Anstelle des großen Ganzen nehmen wir als Betroffene nur einzelne Aspekte wahr und beschäftigen uns mit diesen. Anstelle des gesamten Films, der abläuft, sehen wir nur Standbilder.

Nein, wir sind nicht besonders gut darin, zwischen einzelnen Ereignissen Zusammenhänge zu entdecken. Aber allein dies zu wissen, könnte uns achtsamer machen.
Eine Kundenbeschwerde, ein Auftragsverlust, ein Fertigungsfehler, ein empörter Eintrag auf der Pinwand – als Standbilder im Unternehmenskino gehen wir schnell über sie hinweg. Aber als Film betrachtet, würden sie uns mehr erzählen.

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