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Was macht das Schwein in der Bibliothek?

Bildschirmfoto 2013-01-11 um 09.04.45Es wird zerlegt. Passend zu der Meldung, dass wir Deutschen pro Kopf 60 kg Fleisch jährlich verzehren, stoße ich auf diese unappetitliche Nachricht: Die Johnson County Bibliothek hat eine Veranstaltung unter dem Motto "Books & Butchers" ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Events hat da am 2. November 2012 ein Metzger ein Schwein vor rund 100 Zuschauern zerlegt. "Erwarten Sie keine langweilige Präsentation", so der Werbetext, "wir haben ein richtiges Schwein, mit richtigen Messern und schneiden wirklich in richtiges Fleisch. Das wird richtig unterhaltsam!"

Spätestens bei diesen Zeilen wird es richtig eklig. Die einzige inhaltliche Begründung für dieses Spektakel findet sich auch auf der Website: Der Metzger habe sein Know-how natürlich aus Büchern.

Eine böse Vorahnung befällt mich. Veranstaltungen wie diese werden wir wohl auch bald in Deutschland sehen. Denn ich befürchte, dass sich zwar weniger Bibliotheken als vielmehr dahinsiechende Buchhändler in ihrer Verzweiflung auf zweifelhafte Eventideen in Kürze nur so stürzen werden.

Kommentare

Peter.

Wieso ist es eklig, ein Schwein zu zerlegen?
Ich verstehe, dass das in diesem Kontext zumindest gewagt ist. Aber eklig? Ich finde, da fehlt die Wertschätzung auch diesem Beruf gegenüber...

Bernd Röthlingshöfer

Hi Peter, eklig finde ich es, dies zu Unterhaltungszwecken zu machen, wie in dem Beispiel geschildert.

Peter.

Wie gesagt - die Aktion finde ich in ihrem Nutzen und ihrer Sinnhaftigkeit auch sehr fragwürdig.
Trotzdem kann man sicherlich auch das Zerlegen eines Schweins (es wird ja nicht vor aller Augen zu Unterhaltungszwecken getötet) unterhaltsam gestalten. Denn es geht ja darum, genau diesen Vorgang den Menschen, die solches Fleisch regelmäßig essen, näher zu bringen. Ich wüsste nicht, warum ausgerechnet die Präsentation des Handwerks eines Metzgers nicht unterhaltsam sein dürfte?
Es wird doch immer überall gefordert, dass diese langweiligen Präsentationen endlich aufhören sollen. Hört sich hier nach nem guten Anfang an. Wie gesagt, wenn es in einem anderen Kontext passieren würde... :)

otto

Finde ich jetzt nicht so schlimm. Gerade in Zeiten, in denen die Hälfte aller Lebensmittel im Müll landen, muss dem Verbraucher bewusst gemacht werden, dass das Steak eben nicht im Supermarkt "wächst".

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