Die etwas andere Art der Schaufensterwerbung. Oder: Warum Unternehmensgründer auch gute Geschichtenerzähler sein sollten

DSC07502Wer ein Unternehmen gründet, der sollte nicht nur lächeln, sondern auch gute Geschichten erzählen können. Eine gute Geschichte fliegt ihm gleich zu Beginn zu: Die Geschichte der Gründung. Wie kam es zur Idee, warum mache gerade ich das, warum habe ich den Standort gewählt, welche Ideen und Ziele habe ich für mein Vorhaben, warum sollten Kunden gerade zu mir kommen?

Ganz super finde ich, was die beiden Unternehmensgründerinnen Heide Hankel und Eva Hörster im Dortmunder Rosenviertel (Rosental 11) machen. Sie renovieren dort gerade ein Ladengeschäft, um darin ihr geplantes Feinkostgeschäft „Heidi & Eva. Weine & Gute Zutaten“) einzurichten. Die beiden erzählen die Geschichte ihrer Ladenrenovierung. Dabei haben Sie die Schaufenster mit Packpapier zugeklebt und teilen den Passanten jeden Tag schriftlich mit, was hinter dem Packpapier passiert.

1. Tag:. Rigipswände sind raus. Olli hat gewütet

2. Tag Schutt ist weg. Unser Tagesheld war heute Karl ...

10. Tag: Jeanne & Margaux waren zu Besuch und haben ganz viele bunte Stühle zusammen gebaut. 


Schon stellt sich der erste PR-Erfolg ein: 3. Tag. Die Presse war da. Vielen Dank an den PR-Berater Wolfgang Bergfeld, der die tolle Idee gefunden hat, Fotos machte und mir das Bildmaterial zusandte. Er baut übrigens gerade auf dieser Website ein Portal mit wertvollen Infos für Bewerber auf.


Pay what you want: Zahlen Sie, was Sie wollen

Originelle Preismodelle beobachte ich seit Jahren und habe bereits mehrfach darüber geschrieben.

Jetzt hat auch ZEITONLINE über eine solche Aktion berichtet, die mit großem Erfolg durchgeführt wurde.

Vom 1. Dezember 2012 bis zum 6. Januar 2013 durften die Besucher des Zoos in Münster selbst bestimmen, wieviel ihnen der Zoobesuch wert war. Das Ergebnis bescherte dem Zoo gleich mehrere Rekorde: bester Dezember überhaupt, bester Tag des Jahres. Mehr als 56.000 Menschen kamen im Aktionszeitraum in den Zoo - das waren 5 x mehr als im Jahr zuvor.

Interessant: Während ein normales Ticket 14 Euro kostet, zahlten die Besucher nun nur noch 4,76 Euro im Durchschnitt. Trotzdem nahm der Zoo das 2,5-fache ein. Dafür sorgten auch die Cafeteria und die Parkgebühren.


Das eigene Know-how zu einem neuen Produkt zusammensetzen

Hand aufs Herz: haben Sie schon mal am eigenen Wohnort in einem Hotel übernachtet? Dürfte selten vorkommen. Doch beim Berliner Hotel Ellington macht man den Versuch, Berliner aus der eigenen Wohnung ins Hotel zu locken. Mit dem Arrangement "Sie genießen - wir putzen!".

"Ziehen Sie am Freitag aus Ihrer Wohnung aus und überlassen Sie einfach uns den Wochenend-Putz!"  sagen die Hotelmanager. Und das gibts alles inklusive: Frühstück am Samstag, Brunchbuffet am Sonntag inkl. Livemusik und Crémant, Kinokarten, Dinner-Menü und begleitende Getränke, Reinigung Ihrer Wohnung mit 80 qm.

Clevere Idee. Ich habe nicht nachgefragt, wie gut das Angebot angenommen wird. Eine Journalistin hat es jedenfalls ausprobiert und hier darüber berichtet.

Manche Ideen müssen kein Geld bringen, sondern nur geldwerte Vorteile, wie einen Medienbericht, einen Blogbeitrag oder Mundpropaganda.

 

 

 

 


Warum Sie mehr für Stammkunden ausgeben sollten

20 % der Bestandskunden in Deutschland sorgen für fast 40 % des Umsatzes in einem Online-Shop - so eine aktuelle Untersuchung (Adobe Digital Index). Doch Shopbetreiber geben rund 80 % ihres Werbebdugets für die Gewinnung von Neukunden aus.

Eine Fehlinvestition, wie Leser dieses Blogs schon seit Jahren wissen. Nach der Adobe-Untersuchung geben Stammkunden auch 3-7 mal pro Websitebesuch aus als der durchschnittliche Besucher.

Stammkunden sind aber mehr als Umsatzbringer und auch deshalb sollte man ihnen mehr Aufmerksamkeit widmen. Stammkunden sind z.B. hervorragende Empfehler und Werbebotschafter. Sie geben wertvolles Feedback als Produkttester, können bei Ideenfindung und Entwicklung eingebunden werden.

Zu Recht sagen die Macher der Studie: Ihre Kunden gehen mit Ihnen durch dick und dünn.

Was machen Sie mit Ihren Stammkunden?

 


Was überzeugt mehr auf Ihrer Website? Argumente in Stichwörtern oder eine Videoerklärung?

Welche Antwort würden Sie wählen? Fragen wie diese stellt die Website "Which Test Won" jede Woche den Empfänger ihres Newsletters und es macht richtig Spaß, diese für sich zu beantworten.

Natürlich erfährt man im Anschluß an das Voting auch das richtige Ergebnis - was oft zu verblüffenden Einsichten führt.

In dieser Woche haben die Betreiber über einen A/B-Splittest berichtet, den Google mit einer seiner Website-Angebote durchgeführt hat. Getestet wurde eine Version mit Stichwort-Aufzählungen und 2 Varianten einer Videoerklärung.

Ich sags gleich: Die Videos haben verloren. Obwohl sie aufwendiger herzustellen sind als die reine Textversion, schnitten sie in der Conversion um 20 - 30 % schlechter ab.

Guter Text gewinnt! Oder vielleicht waren die Videos auch einfach zu lang. Hier können Sie sich den Split-Test mal selber ansehen.


Hören Sie auf normal zu sein: Die Hausfrauen-Küche im Fünf-Sterne-Hotel

Um bemerkenswert zu werden, hilft eines fast immer: Die ausgetretenen Pfade der Branche verlassen und es einfach mal wagen, anders zu sein.

Das hat die indische Hotelgruppe The Gateway Hotels  jetzt getan. In den Küchen der insgesamt 17 Häuser ( Zimmerpreise um die 400 US-Dollar) kochen nun auch indische Hausfrauen neben den Profiköchen. Das Menü, das die Hausfrauen nach ihren eigenen Rezepten kochen, wird als regionale Küche nach Hausfrauenart verkauft und kommt super an.

Die Hausfrauen haben einen eigenen Bereich in der Profiküche, der mit den üblichen Gerätschaften ausgestellt ist, die sie von ihrem eigenen Haushalt her kennen. Sterneküche und Hausfrauenküche in einem Haus? Warum eigentlich nicht?

Mehr dazu, auch Bildmaterial hier. Via Zukunftsletter

 


Besseres Ranking bei Google: Das sind die wichtigsten Faktoren

SEO Ranking Faktoren Deutschland 2012: Infografik

Wem ein schneller Blick auf die Ergebnisse genügt, dem sei ein Blick auf die obenstehende Grafik von Searchmetrics empfohlen. Die Berliner Suchmaschinenspezialisten werten nach ihren Angaben monatlich Milliarden von Datenpunkten aus und gehen dabei der Frage nach:

Welche Faktoren sind relevant für eine gute Positionierung in den Google Suchergebnissen?

Auf der Basis von 10.000 ausgewählten Top-Keywords, 300.000 Webseiten und Millionen von Links, Shares und Tweets haben sie mutmaßliche Ranking-Faktoren auf Ihre Auswirkung im Ranking untersucht. Da werden auch ein paar Mythen zertrümmert.

Mehr zu den SEO Rankingfaktoren 2012 bei Searchmetrics.


Das Standbild-Phänomen: Weshalb wir uns so schwer damit tun, Veränderungen zu erkennen

Eine Ehe, die zerbricht, ein Unternehmen, das in den Konkurs geht, eine Branche oder Technologie die komplett verschwindet, Arbeitsplätze, die wegrationalisiert werden. Hätte man das als Betroffener nicht irgendwann mal voraussehen können?

Warum nur liegen wir mit unseren Prognosen über die Zukunft so oft daneben? Warum können wir Entwicklungen so schlecht vorhersehen? Ich denke, es liegt an einer menschlichen Unfähigkeit, die man das "Standbild-Phänomen" nennen könnte: Anstelle des großen Ganzen nehmen wir als Betroffene nur einzelne Aspekte wahr und beschäftigen uns mit diesen. Anstelle des gesamten Films, der abläuft, sehen wir nur Standbilder.

Nein, wir sind nicht besonders gut darin, zwischen einzelnen Ereignissen Zusammenhänge zu entdecken. Aber allein dies zu wissen, könnte uns achtsamer machen.
Eine Kundenbeschwerde, ein Auftragsverlust, ein Fertigungsfehler, ein empörter Eintrag auf der Pinwand – als Standbilder im Unternehmenskino gehen wir schnell über sie hinweg. Aber als Film betrachtet, würden sie uns mehr erzählen.


Creditplus: Eine Bank kommuniziert nach dem Karlsruher Manifest

Im Mai 2008 habe ich im Rahmen einer Gastvorlesung im Fachbereich Marketing an der Karlsruher Karlshochschule International University mit einem Studententeam Anforderungen an die faire Kommunikation zwischen Unternehmen und ihren Kunden formuliert. Entstanden ist das Karlsruher Manifest mit 21 Leitsätzen für Werbung und PR.

Es freut mich, dass sich nun ein Bankhaus wie die Creditplus zu diesem Manifest als Richtschnur für Ihre Kommunikation im Unternehmensblog bekennt (siehe hier). Sollten das nicht viel mehr Unternehmen tun?


Toller bewerben geht nicht. Oder doch?

"Sehr geehrte Damen und Herren, ich an Ihrer Stelle wäre echt voll genervt, wenn ich täglich unzählige Bewerbungen lesen müsste, die alle mit “Hiermit bewerbe ich mich…” anfangen."

 Stimmt. Deshalb fängt diese Bewerbung für einen Ausbildungsplatz als Tourismuskauffrau ganz anders an und geht auch so weiter.

"Wenn Sie mit dem Lesen bis hierhin gekommen sind und sich immer noch nicht dafür entschieden haben, mich zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen, dann dürfen Sie meine Bewerbung gerne ausdrucken und einen Papierflieger basteln. Mal ganz im Ernst, heutzutage schreibt doch fast jeder, der eine Ausbildung sucht, eine Bewerbung mit dem Gedanken, dass er sowieso eine Absage bekommt, bei mir wird’s wenigstens ein Papierflieger."

Das nenne ich mal einen ungewöhnlichen Text für eine Bewerbung. Ob er echt ist? Ob die Bewerbung zum Erfolg führt? Oder suchen 99 % der Betriebe doch nur angepaßte Kandidaten mit ganz normalen Bewerbungsschreiben?

Das vollständige Bewerbungsschreiben hat Jochen Mai in seinem Blog.


 


Was halten Sie eigentlich von: Qualitätssicherung in der Werbung?

Ist das nicht seltsam? Da verdankt Deutschland seinen wirtschaftlichen Erfolg zu recht großen Teilen seiner Ingenieurkultur. Aber es gibt Bereiche des Wirtschaftslebens, da spielen Ingenieurstugenden gar keine Rolle. Und oftmals existieren in Unternehmen regelrechte Parallelwelten.

Ich rede von der Parallelwelt Werbung.

Haben Sie den Eindruck, dass Testen, Messen und Qualitätskontrollen zum Standardrepertoire der Werbung gehören? Ich nicht. Ich bin der Überzeugung, dass wir diese Kultur des Testens & Messens, der Qualitätssicherung & -Qualitätskontrolle in Werbung & PR erst etablieren müssen. In den USA gibt es eine schöne Initiative, die vor allem Onlineshops die Nutzung von Splittests nahebringen will. Woche für Woche wird ein neues Testergebnis veröffentlicht. Bevor man es erfährt, darf man selber raten, ob man Version A oder B als Sieger sieht. Da hat man dann oft eine Aha-Erlebnis. Denn aus dem Bauch heraus hätte man doch oft ganz anders getippt...

Und dann noch die Qualitätskontrolle. Zahlreiche Websites weisen Mängel oder Fehler auf, die ihrem möglichen Erfolg im Wege stehen. Da sind zum Beispiel die Inhalte unklar, unverständlich oder kaum lesbar aufbereitet. Layout und Design helfen nicht, sie Besucher schneller ans Ziel zu führen. Besucher werden nicht motiviert oder aktiviert etwas zu tun. Interaktion und Kontaktangebote sind versteckt oder fehlen völlig. Wesentliche Elemente der Suchmaschinenoptimierung wurden nicht beachtet. Usw. 
Viele grundlegende Mängel kann man ganz leicht verhindern. Indem man vorher einen Qualitäts-Check durchführt.

Einen solchen standardisierten Website-Qualitätscheck habe ich mit meinem Institut für Marketeasing® entwickelt. Der Website-Check enthält 64 Prüfkriterien und gibt einem die Sicherheit, elementare Regeln und Elemente für den Erfolg der Website nicht zu übersehen oder zu vergessen. Dafür kostet er gerade mal 59,-- Euro.

Hier gibt es mehr Erläuterungen dazu und Infos, wie Sie den Website-Check für Ihr Unternehmen bestellen können.


Tolle Marketasing®-Idee eines französischen Restaurants: Werden Sie Küchenchef für einen Tag

Unternehmen, die das Marketeasing®-System einsetzen, behandeln ihre Kunden anders, als herkömmliche Unternehmen. Sie bauen bewusst an einer Erfolgsgemeinschaft mit dem Kunden. Nur wenn beide Seiten Erfolg haben, ist die Beziehung ausgewogen.

Die "Gemeinschaft mit dem Kunden" darf man nicht nur mit schönen Worten beschwören, sie muss auch erlebt werden. Dazu vermittelt das Marketeasing®-System mehrere Methoden. Unter anderem die Methode “ Bühne für den Kunden schaffen“. Unternehmen bieten Kunden die Gelegenheit, sich wie auf einer Bühne selbst zu präsentieren.

Ein richtiges Wow-Beispiel dafür kommt jetzt aus Paris. Dort hat Ludovic Dalavaud aus der Methode, Kunden eine Bühne zu bieten, ein Geschäftsmodell für sein Restaurant (50 Sitzplätze) gemacht. Es nennt sich 1jour1chef – im Deutschen etwas holpriger 1Tag 1Küchenchef – und macht den Traum vieler ambitionierter Hobbyköche wahr, für einen Tag Chef einer professionellen Küchencrew zu sein. Der Küchenchef bestimmt die Auswahl der Speisen, die Menüfolge, die Zutaten und die Art der Zubereitung, kann dabei aber auf die professionelle Unterstützung der Küchenmannschaft bauen.  Eine tolle Idee für Familienfeste oder Partys mit Freunden.

Genauso gut kann man aber auch den alltäglichen Gästen des Restaurants seine Kochkünste offenbaren. Doch jede Wette: die meisten Küchenchefs werden die 50 Restaurant-Plätze mit ihren Freunden und Bekannten selber füllen.

Auf der Website werden die bisherigen Küchenchefs und ihr Tag als Chef präsentiert.

Website: www.1jour1chef.com

Contact: www.1jour1chef.com/contact_ecriveznous.php

Gefunden im Springwise Newsletter


Zum Valentinstag: Drei-Gänge-Menü aus der Spülmaschine

Vorspeise

Trüffelnudeln mit Carpaccio vom Hühnerbrüstchen und geschmorten Liebesäpfeln

Hauptgang

Filet vom schottischen Lachs mit Sauce von Zitrusfrüchten, gebratenem Fenchel und Safranrisotto

Dessert

Prickelnder Schokoladenkuchen, Sauerkirsch und Vanille-Ananas mit warmer Chili-Schokoladensoße

Mit dieser Menüidee hat es der fränkische Gastronom Richard Huth vom Würzburger Restaurant „Zum Stachel“ heute Morgen ins Morgenmagazin der ARD geschafft. Gestern war der Beitrag bereits im bayerischen Fernsehen zu sehen. Die Botschaft an die Männer: Auch ihr könnt kochen, sofern ihr es schafft, eine Spülmaschine einzuschalten.

Das Spülmaschinenmenü ist eine tolle PR für ihn und sein Traditionslokal. Und so funktioniert es: Das Restaurant liefert alle Speisen fertig gewürzt in mehreren Vakuumbeuteln an. Diese muss Mann dann nur noch in die Spülmaschine legen, die Spülmaschine laufen lassen (55-60°) und holt dann die Beutel mit den fertig gegarten Speisen heraus. Mit der Schere aufschneiden und schön auf den Teller drapieren – voilà.

Was so schräg klingt, funktioniert jedoch tatsächlich  und ist vermutlich sehr schmackhaft (ich habe es leider noch nicht selbst ausprobiert). Denn was Richard Huth hier nutzt, ist nichts anderes als die gerade sehr schicke Methode des Sous-Vide-Garens. Dabei werden Speisen mit allen Gewürzen in Vakuumbeutel eingeschweißt und im Wasserbad schonend gegart. Ergebnis: Die Speisen bleiben so wesentlich aromatischer und verlieren weniger Wasser.

Im Internet gibt es zahlreiche Anleitungen für das Garen mit der Spülmaschinen. Die Idee ist also weder neu noch einzigartig. Aber Richard Huth bewies das richtige Timing, um die Idee mit dem Valentinstagsmenü mediengerecht zu inszenieren. Huth ab!

Hier auf seiner Facebook-Seite können Sie mehr darüber lesen.


Jetzt ist es raus: Institut für Marketeasing® gegründet

Nicht heimlich, aber auch nicht unbemerkt, habe ich Ende letzten Jahres das Institut für Marketeasing® gegründet.

Marketeasing®? Da war doch was. Genau: Mein Buch, mit dem ich zum Umdenken in der Werbebranche und bei Unternehmern aufgefordert habe. Pull statt Push, Ehrlichkeit statt Bullshit, Social Media statt TV, Nähe statt Reichweite, Partizipation statt Manipulation, Community statt Zielgruppe – das war die Ultrakurzfassung des Buchs. Wer das Ganze lesen will, hier lang.

Man könnte sagen, vieles davon ist inzwischen eingetreten. Für viele (Social Media-)Berater mag das selbstverständlich sein. Aber nicht für gefühlte 99 % der Unternehmen hierzulande.

Denn noch haben sich die meisten Unternehmen in Deutschland nicht wirklich umgestellt auf die neuen Gegebenheiten. Das ist nicht verwunderlich. In den Köpfen steckt noch das alte Old School Marketing-Denken. Neue Kompetenzen müssen erlernt und zu einem neuen System des Agierens und Kommunizierens am Markt verknüpft werden. Dazu braucht es Schulung, Austausch, Information.

Und um genau das anzubieten habe ich das Institut für Marketeasing® gegründet.

Das Institut für Marketeasing® hat die Aufgabe konsumentenfreundliche, wirksame und anziehende Marketingmethoden zu untersuchen und zu dokumentieren und das Wissen um ihre Anwendung und ihren Einsatz zu fördern.

Schwerpunkte des Institutes sind die Ausarbeitung, Entwicklung und Anwendung des Marketeasing®-Systems in Form von persönlichen Beratungen, Weiterbildungsangeboten und Publikationen. Zum Programm des Instituts gehören Workshops, Coachings, Qualitätssicherungsverfahren (Website-Checks, Gütesiegel „Faire Kommunikation“), Wettbewerbe, Konferenzen.

Das Institut für Marketeasing® qualifiziert in Kürze auch Trainer, Werbeberater und Anwender und vergibt Lizenzen zur Nutzung des Systems.

Mitarbeit, Ideen und Kooperation sind jederzeit willkommen.

Wer sich über die dauernd vorkommende ®-Zeichen wundert: Marketeasing® ist eine beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) eingetragene Marke.


Seitensprung lohnt sich: Die Kunden-Untreue-Karte

Kennen Sie das vom Coffeeshop Ihres Vertrauens? Wer fünf Tassen Kaffee trinkt, erhält die sechste gratis. Dafür braucht man eine Bonuskarte, auf der jeder Kaffeegenuss mit Stempel oder Aufkleber dokumentiert wird. Eine uralte Idee, schließlich klebte schon Oma Rabattmarken im Heftchen. Fördern und belohnen wollen die Coffeeshop-Betreiber damit die Kundentreue.

Der Londoner Coffeeshop-Betreiber Gwilym Davies hat bereits vor 2 Jahren eine so genannte Dis-Loyalty-Card, also eine Kunden-Untreue-Karte, entworfen. Er schickt seine Kunden zur Konkurrrenz: zu 8 anderen Coffeeshops in East London. Wenn Sie überall dort einen Espresso getrunken haben und das Kärtchen von allen anderen gestempelt ist, dürfen Sie zu ihm zurückkommen und sich einen kostenlosen Espresso servieren lassen.

Das ist clever und sehr selbstbewusst. Gwilym Davies gehört zu den besten Baristas weltweit. Er gewann 2009 die World Barista Championships und hat seitdem einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Es beweist auch, dass er sehr viel von seinen Kunden versteht. Denn der echte Kaffeekenner wird ohnehin da und dort probieren und die unterschiedlichen Nuancen der Kaffeeröstung und Zubereitung genießen wollen.
Verhindern, dass die Kunden zur Konkurrenz gehen, kann man ohnehin nicht. Aber man kann daraus einen Nutzen ziehen so wie Gwilym Davies. Der erhält dadurch Mundpropaganda wie kein anderer.
Spannende Frage: Ziehen Sie aus der Untreue Ihrer Kunden einen Nutzen?


Soll man Zielgruppen zwangsbeglücken?

Seit Jahren rate ich Unternehmen, vor allem im Konsumbereich, von der Zielgruppendenke Abschied zu nehmen. Denn die Praxis zeigt: Oft will man mit riesigen Werbebudgets die Produkte bestimmten Leuten nahe bringen. Aber dann kaufen es ganz andere. Im Bereich der Onlinewerbung ist das Zielgruppenmodell ja längst verschwunden und durch raffinierte Targetingmethoden ersetzt.

Beim Marketingberater Anton Dostal finde ich auch ein gutes Beispiel contra Zielgruppendenke:

"Die beste Zielgruppe ist nicht die, die nach Meinung der Anbieter die Leistung/das Produkt am dringendsten braucht. Reinigungsmittel werden nicht von den Menschen mit den schmutzigsten Wohnungen am meisten gekauft, sondern von denen, die die saubersten haben."

Sich aber nun ausgerechnet an die Menschen mit den schmutzigsten Wohnungen zuwenden, nennt Anton Dostal Zwangsbeglückung.

"Gerade im Dienstleistungssektor ein oft und gern geübter Fehler. Versuchen Sie erst gar nicht Ihre Kunden zu „bekehren“!  „Sie müssten eigentlich …!“ Geht so gut wie immer in die berühmte Hose.

Da könnte was dran sein.


Innovation: Tue das Gegenteil von dem, was alle tun

Haben Sie auch das Gefühl, dass alles immer schneller und hektischer wird?

Keine Sorge, dieses Gefühl hat jeder. Aber nur wenige sind bisher auf die Idee gekommen, im Kundenservice eine Entschleunigung anzubieten. Sprich: einen Service einzurichten, bei dem nicht alles schneller, sondern langsamer zugeht. Der finnische Supermarkt K-Citymarket hat genau das getan. Die Supermarktkette hat nun Extrakasssen eingerichtet, für Kunden, die es nicht so eilig haben. An der langsamen Kasse werden die Waren vom Personal in aller Ruhe eingepackt. Für die Wartenden an dieser Kasse stehen Sessel bereit. (Quelle: Trendletter)

Das zeigt: Innovation entsteht, wenn man Dinge völlig anders macht, als alle anderen. Stellen Sie Ihre Dienstleistungen mal völlig auf den Kopf. Was würde passieren, wenn Sie das Gegenteil von dem machen, was alle tun?


Die beste Handwerker-Website des Jahres 2011

Die Handwerker-Website des Jahres ist: Ein Blog. Und zwar das Blog des badischen Malerunternehmers Werner Deck. Das hat den Wettbewerb von MyHammer mit der Wahl zur besten Handwerkerseite 2011 gewonnen.
Für die Leser hier ist Werner Deck kein Unbekannter, denn immer wieder überrascht er mit guten und unkonventionellen Werbeideen, über die ich hier und in meinen Büchern berichtet habe.

Zum Beispiel mit dem Plüschbärchen Clemens: Wie ein Plüschbärchen Mundpropaganda auslöst.
Und auch sein Blog stellte ich bereits unter dem Titel „Grandios erfolgreich“ hier vor fast exakt einem Jahr hier vor.

Aus der Presseinformation: Der Blog des Malermeisterbetriebs malerdeck, von Werner Deck, aus Eggenstein-Leopoldshafen bei Karlsruhe überzeugte bei der über sechs Monate laufenden Abstimmung in den drei Bewertungs-Kriterien „Design“, „Inhalt“ und „Benutzerfreundlichkeit“. Die Webseite erhielt die meisten Bewertungs-Punkte in der Kategorie „Maler & Lackierer“ und gewann dank des besten Abstimmungsergebnisses aller teilnehmenden Webseiten den Gesamt-Titel „Handwerker-Seite des Jahres 2011“.

Glückwunsch lieber Herr Deck von hier aus und noch viele spannende, gute Ideen!

 

 


Etikette 2.0

Ich bin mir nicht sicher, ob der deutsche Knigge bereits diese Fragen beantwortet:

  • Darf man eigentlich von einer Hochzeit twittern?
  • Ist es unhöflich, eine XING-Freundschaftsanfrage abzulehnen?
  • Darf man per E-Mail kondolieren? Oder per Facebook?
  • Muss man seinem erkälteten Chef die Hand schütteln?

Aber Emily Post beantwortet sie in diesem Buch und gibt damit Einblick in die US-Etikette. Spannend.


Neues Preismodell: Bezahlen Sie mit einem Witz!

Sehr verrückte Geschichte, die ich gerade bei Zeit Online entdeckt habe.

Da geht es um das Humorrestaurant in Zürich. Dort serviert der Koch und Künstler Byung Chul Kim koreanische Gerichte gegen Humor gratis. Immer, wenn es ans Bezahlen geht, können die Gäste entscheiden, ob sie dies mit Geld, einem Witz oder einer sonstigen humorvollen Darbietung tun möchten.

Akzeptiert der Koch die Performance der Gäste, können sie sich den Griff in die Geldbörse sparen.

Das wäre eigentlich für Gastwirte ein perfektes Instrument, um Mundpropaganda auszulösen. Aber Byung Chul Kim will damit nicht sein Restaurant bekannt machen. Er versteht dies als Kunstaktion. In Stuttgart gab es das Humorrestaurant schon. Und vorher ein Performance Hotel, in dem jeder gratis übernachten durfte, der etwas vorführte.

Wow!


Sehr zutreffend: Der Knigge gibt Unternehmern Tipps zur Etikette im Social Web

Ich wusste gar nicht, dass sich der Knigge auch zur Etikette im Sozial Web geäußert hat. Die Empfehlungen, die er für das Geschäftsleben gibt, sind sehr zutreffend. Höflichkeit ist eben auch hier eine Erfolgsvoraussetzung.

"Nutzen Sie Ihr Netzwerk, um kurz über interessante Filme, Bücher oder Produkte zu schreiben. Wie im realen Leben dürfen Sie zwischendurch auch mal auf eigene Projekte hinweisen. Die Abwechslung ist entscheidend."

"Belasten Sie 'Freundschaften' nicht mit aggressiver Werbung. Wenn Sie nur verkaufen wollen, werden Sie schnell ignoriert. Denken Sie langfristig und vermeiden Sie es, als 'nervender Nachbar' ausgegrenzt zu werden."

Quelle: Knigge-Rat 2010 via Spiegel Online


Tipp: Personensuchmaschine Google Plus

Google Plus ist gerade mal ein paar Wochen alt, da gibt es schon eine spezielle Personensuchmaschine für das Netzwerk. Seltsamerweise nicht von Google selbst, sondern von einem anderen Anbieter.
Und diese Personensuchmaschine beantwortet viele "persönliche" Fragen.

Wenn Sie z.B. wissen möchten, ob Ihr Wettbewerber schon in Google Plus drin ist, welche Werbeexperten es in Ihrer nächsten Nähe gibt oder welche Siemens-Mitarbeiter ein Profil bei Google Plus haben: Die Suchmaschine findpeopleonplus.com gibt Ihnen die Antwort.

Geben Sie Namen, Berufe, Orte, Arbeitgeber und viele weitere mögliche Kriterien ein und sehen Sie, welche Informationen die Suchmaschine für Sie findet.


Was passiert eigentlich unterm Hotelbett?

Zu wenig, wenn man unter manchen Hotelbetten nachsieht. Manchmal findet sich da der Staub von Dekaden oder das eine oder andere Haar vom Vorgänger. Ja, unter manchen Hotelbetten wird nicht richtig geputzt.

Deshalb sehen Gäste, die die Qualität Ihres Hotels genauer unter die Lupe nehmen wollen, auch gerne unter dem Hotelbett nach. Ist es da so sauber wie anderswo im Raum, dann ist alles o.k. Einer friedlichen Nacht in sauberen Betten steht dann meist nichts mehr im Wege.

Wer im Hotel Bischofsschloss in Markdorf nächtigt, der findet allerdings noch ganz was anderes. Nämlich ein Schild, auf dem steht: Herzlichen Glückwunsch. Sie haben eine Flasche Wein gewonnen – bitte melden Sie sich beim Schlossgeist an der Rezeption.

Wow! Das nenne ich eine gelungene Überraschung. Und ein perfektes Beispiel dafür, wie man Mundpropaganda auslöst. Denn diese Geschichte wurde mir am letzten Wochenende von Freunden erzählt. Inzwischen weiß ich, der Hotelier Bernd Reutemann, der das Hotel Bischofsschloss betreibt, hat sie auch in seinem Buch "Service-Kamasutra" beschrieben. Darin befinden sich noch Unmengen anderer hervorragender Ideen. Mein Lesetipp fürs Wochenende.


5 Gründe für Unternehmer, die neue Google Instant-Suche zu hassen

Seit letzter Woche hat Google die Internetsuche revolutioniert und Google Instant eingeführt. Neu daran: Schon während des Eintippens versucht Google zu erraten, was Sie wissen wollen. Nun erscheint unter dem Sucheingabefeld ein Box, die während des Tippens rät, welchen Suchbegriff Sie eingeben wollten. Noch während des Tippens erscheinen dann mehrere Treffervorschläge.

Beispiel: Während ich oben im Suchfeld das Wort "Werbung" eingab und erst die 3 Buchstaben „Wer“ getippt hatte, wollte mich Google zu „Wer-kennt-wen“ senden. Als ich dann den Begriff „Werbung“ vollständig eingetippt hatte, machte Google mir die folgenden Vorschläge: Werbungskosten, Werbungskostenpauschale, Werbungskostenpauschale 2009, Werbung englisch“. 
Wollte ich das wirklich wissen? Nein. Die Instant Suche führt also nicht zwangsläufig zu besseren Ergebnissen. Das geht nur, wenn Google über den Suchenden mehr weiß, als die Begriffe, die er gerade eintippt. Da Google Instant in Deutschland derzeit nur funktioniert, wenn Nutzer in ihr Google Konto eingeloggt sind, ist es kein Problem für Google mehr über den Nutzer zu erfahren. Google wertet bei der Suchanfrage dann unter anderem auch die folgenden Parameter aus:

  • Ihre persönlichen Suchvorlieben (welche Suchbegriffe haben Sie in der Vergangenheit verwendet? Welche Seiten haben Sie häufig besucht?)
  • Ihren Standort (Welche Seiten haben einen Bezug zu Ihrem augenblicklichen Standort?)


Mangelnder Datenschutz ist einer der 5 Gründe für Unternehmer, die neue Google Instant-Suche zu hassen.

1. Einwortsuche ade
Google killt die klassische Einwortsuche fast vollständig. Die können Sie erst wieder aktivieren, nachdem Sie die Enter-Taste drücken. Ich befürchte: Viele Nutzer beschränken sich auf die Google-Vorschlagsliste. Und damit sind manche bisherigen Optimierungsverfahren für Keywords hinfällig.

2. Kürzere Suchen
Nutzer werden schneller an das vermeintliche Ziel geführt – das ist ja auch der Sinn der Instant Suche. Aber: Surfer suchen weniger Seiten auf. Es wird schwerer Traffic von Google zu bekommen.

3. Intransparenz
Schon jetzt konnte man lediglich ahnen, wie Google funktioniert. Mit der neuen Instant Suche wurde das Google Suchverfahren noch undurchsichtiger. Im schlimmsten Fall wird Suchmaschinenoptimierung (SEO) bald vom soliden Handwerk zum Kaffeesatzorakel.

4. Individuelle Suchergebnisse
Google Instant verwendet verstärkt Informationen über den Suchenden (Standort, Auswertungen früherer Suchen), um ihm passende Ergebnisse zu zeigen. Das führt dazu, dass niemand mehr vorhersagen kann, welche Suchergebnisse Ihr Kunde sieht, wenn er nach Ihrem Unternehmen googelt.

5. Datenschutz
Die neue Instant-Suche ist ein weiterer Angriff auf Datenschutz. Anstelle sowenig Daten wie nötig über den Nutzer zu sammeln, erhöht Google die Anzahl der Parameter, die über den einzelnen Nutzer ausgewertet werden (so werden jetzt auch Tastaturanschläge ausgewertet!). Deutsche Datenschutzbehörden müssten hier schleunigst Protest einlegen. Das Profil des Tastaturanschlags ist so individuell wie ein Fingerabdruck und ermöglicht Google jeden einzelnen Nutzer der Suchmaschine zu identifizieren.


Tschüss Sarrazin. Was Marketingprofis über Migranten wissen

In den letzten Tagen werden die Thesen des Bundesbankvorstandes überall zerlegt. Auch von Marketingprofis. Das sind die Leute, die aus beruflichem Interesse ganz genau auf die Migranten sehen. Weil sie ihnen nämlich etwas verkaufen wollen.

"Die vom sozialwissenschaftlichen Institut Sinus durchgeführte repräsentative Studie der Migranten-Milieus zeigt die Notwendigkeit der differenzierten Betrachtung. Die Sinus-Studie räumt mit vielen Vorurteilen auf, die das Bild der Migranten in unserem Land bestimmen.

So ist in der Migrantenpopulation die Bereitschaft zur Leistung und der Wille zum gesellschaftlichen Aufstieg stärker ausgeprägt als in der einheimischen Bevölkerung. Mehr als zwei Drittel zeigen ein modernes, individualisiertes Leistungsethos. 69% sind der Meinung: Jeder, der sich anstrengt, kann sich hocharbeiten (in der Gesamtbevölkerung stimmen dieser Aussage nur 57% zu). Mehr als die Hälfte der Befragten zeigt einen uneingeschränkten Integrationswillen. 87% sagen: Alles in allem war es richtig, dass ich bzw. meine Familie nach Deutschland gekommen bin."

Quelle/Zitat: Microm Pressemitteilung

 


Umarmen Sie Kritik: 7 Gründe, weshalb Sie vor Kritik in Facebook & Co. keine Angst haben sollten

"Und was, wenn uns jemand kritisiert?" fragen sich viele Unternehmer bevor sie ein Blog starten oder ein Facebook oder Twitter-Konto eröffnen. "Mensch, der Rückkanal gehört heute einfach dazu", könnte man ihnen sagen. "Deine Kunden und die, die es werden sollen sind kein stummes Klickvieh. Sie wollen nun mal gehört werden und selber zu Wort kommen". Das wäre als Antwort vielleicht ein bisschen dürftig. Denn Kritik bringt dem Unternehmer mehr als es zunächst scheint.

Für einen Beitrag in WerbePraxis aktuell habe ich mal "7 Gründe, weshalb Sie vor Kritik in Facebook & Co. keine Angst haben sollten" zusammengestellt. Das sind sie:

1. Kritik deckt Fehler auf

Das ist der eigentliche Sinn von Kritik ‑ vor allem dann, wenn sie von außen kommt. Sie zeigt Ihnen Fehler oder Schwächen, die Sie selbst nie entdeckt hätten. Somit trägt sie zur Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen, von Service oder Logistik bei.

2. Permanente Kritik = permanente Verbesserung

Sie können Kritik nicht mehr hören? Schade. Dann vertun Sie die Chance, sich permanent zu verbessern. Wer sich von seinen Kunden auf kleine Fehler oder Schwächen hinweisen lässt, der hat die Chance, am Ende nahezu perfekt dazustehen. Das gelingt nicht vielen Unternehmen.

3. Kritiker sind Fans. Manchmal

Vieles spricht dafür, dass Kritiker sogar zu den Fans Ihres Unternehmens gehören. Denn es kostet nun mal Zeit, sich hinzusetzen und eine Kritik zu schreiben. Man setzt sich nur mit einem Unternehmen auseinander, dass es einem auch wert ist. Kritiker sind Fans. Aber nicht immer. Manchmal sind es auch wutschnaubende Monster. Einem Fan und seiner Kritik müssen Sie volle Aufmerksamkeit widmen. Einem wutschnaubenden Monster natürlich auch. Denn so besteht die Chance, es zu besänftigen und zu einem Fan zu machen.

4. Kritik ist Dialog

Oftmals besteht der engste Kontakt zum Kunden dann, wenn es um Reklamationen geht. Hierin liegt auch die größte Chance. Denn aus der bloßen Geschäftsbeziehung wird mit einem Mal ein intensiv geführter Dialog.

5. Kritik verhindert Betriebsblindheit

Besser als jeder Vorschlagskasten im Betrieb ist die Kritik von außen. Denn man selbst und die eigenen Mitarbeiter sind oft der Meinung, man tue doch schon sein Bestes. Man versucht doch jeden Tag alles richtig zu machen. Es fällt dann oft schwer, zu hören, was man nicht alles richtig macht. Aber es verhindert auch Betriebsblindheit.

6. Kritik ist motivierend

Stellen Sie sich nur mal die Mitarbeiter vor, deren Arbeit kaum jemand wahrnimmt. Zum Beispiel den, der die Pakete für den Versand zusammenstellt. Aber wenn mal was nicht so geklappt hat, steht er plötzlich im Rampenlicht. Plötzlich zeigt sich: seine Arbeit ist für das Unternehmen wichtig. Sehr wichtig sogar. Und Kritik zeigt, dass eine Tätigkeit wahrgenommen wird, deshalb steckt in Kritik auch etwas unheimlich motivierendes. Wichtig für Sie als Chef: Nicht von oben auf die Kritisierten drauf schlagen. Sondern zum Besserwerden ermuntern und sie selbst Lösungsvorschläge erarbeiten lassen.

7. Kritik schadet dem Wettbewerber

Klingt komisch, ist aber so. Denn die Unternehmen, die aktiv zu Kritik auffordern, sind nun mal die, die ihre Verbesserungschancen nutzen. Es sind lernende Unternehmen, die im Wettbewerb schon bald die Nase vorn haben werden.


Warum Twitter nicht social ist... und andere Forschungsergebnisse

Sind Sie Informer oder Meformer?  Diese zwei Nutzertypen kann man bei Twitter unterscheiden. Informer teilen Informationen, die allgemein interessant sind, mit anderen. Meformer reden nur von sich und antworten auch selten auf Tweets von anderen. 80% der Twitter Nutzer sind Meformer, nur 20% gehören zu den Informern. Dazu passt die Erkenntnis, dass 90% der Tweets von nur 10% der Nutzer erstellt werden.
Weshalb Sie doch lieber Informer sein sollten: Informer haben mehr Follower.

Logisch, wenn 80 % der Nutzer nur von sich reden und nicht davon reagieren, kann man Twitter wohl kaum als soziales Netzwerk betrachten.

Im englischsprachigen Psyblog gibt es weitere interessante Forschungsergebnisse zu Twitter.


Kunden als Produktmanager: Zeigt uns Mountain Dew die Zukunft des Verkaufs?

So konsequent wie der amerikanische Limonadehersteller Mountain Dew hat wohl noch kein Unternehmen die Konsumenten zu Mitproduzenten gemacht. Denn bei der neuesten Kampagne des Unternehmens agieren die Kunden als Ideengeber, Produktentwickler, Produktmanager, Werbepromoter und Verkäufer in einem.

Das zur Pepsi-Gruppe zählende Unternehmen rief via Internet auf, dem Unternehmen Ideen für neue Getränke und Geschmacksrichtungen zu übermitteln. Aus den Vorschlägen kamen 50 Ideen in die engere Wahl. Diese Ideengeber wurden mit den erforderlichen Geräten ausgestattet, um ihre eigene Limo-Sorte herzustellen und ein Werbevideo dafür zu drehen.

Mit dem Werbevideo warben die 50 Ideengeber nun selbstständig im Netz für ihr neues Getränk. Sieger wurde, wer bei dem Abstimmwettbewerb die meisten Stimmen auf sich vereinen konnte. Die 3 Siegersorten wurden vom Unternehmen produziert und testweise auf den Markt gebracht. Hinter jeder Sorte stand dann ein Team von Fans, das komplett für "ihre" Marke verantwortlich war.

Am Ende wurde die Marke Moutian Dew White Out dauerhaft ins Sortiment aufgenommen, die anhand von Online-Abstimmungen und den Verkaufszahlen als Sieger ermittelt wurde. http://www.dewmocracy.com

Quelle: Newsletter Werbe- & PR-Profi

 


Achtung, der Google Kamerawagen kommt

Jede Menge Ärger gab es schon um die Google-Kameraautos.  Mehr und mehr Bürger wollten in diesem Jahr  ihr Haus nicht von Google filmen lassen. Unternehmer sehen das aber anders.

Für sie ist Google Street View nämlich eine tolle Sache. Wenn die Straßenansicht erst mal in ganz Deutschland eingeführt ist, dann lassen sich ganze Straßenzüge im Internet oder auf dem Handy betrachten. Auch Navigieren wird dann viel realitätsnaher werden. Und, wer seinen Firmensitz  oder seinen Laden in der Straßenansicht gut präsentiert, für den ist das kostenlose Werbung.

Bislang machte Google immer ein Geheimnis daraus, wann und in welcher Region Strecken befahren und Häuser gefilmt werden. Mit dieser Geheimniskrämerei ist Schluss: Der Hamburger Datenschutzbeauftragte hat erreicht, dass Google diese Termine nun vorab veröffentlicht. Wenn Sie wissen wollen, wann in Ihrer Stadt oder in Ihrer Gemeinde der Google Kamerawagen kommt, dann klicken Sie hier.

http://maps.google.com/intl/de/help/maps/streetview/where-is-street-view.html


Pyjama-Marketing: Der U-Bahnfahrer mit Facebook-Seite

Kennen Sie Raimund Korner? Wenn Sie Wiener sind und öffentliche Verkehrsmittel benutzen, dann ganz bestimmt. Alle anderen könnten ihn bald über Facebook kennen lernen. Denn dort widmet sich dem U-Bahn-Fahrer eine Fangruppen-Seite mit bereits weit über 7.000 Fans.

Nicht, dass er die Facebook-Seite aus Eitelkeit selbst angelegt hätte. Das haben andere für ihn besorgt. Und die beleben seine Pinnwand und sammeln fleißig die Sprüche des Herrn Korner.  Denn der Mann ist ein kleines literarisches Ansagetalent. Hier ein Kostprobe:

" ... werte Reisende, wenn sie gelegentlich den Eindruck gewinnen, die U Bahn sei fortwährend überfüllt dann probieren sie es doch bitte ganz einfach einmal aus und versuchen sie von vornherein in eine der anderen 17 Türen einzusteigen. Es wird ihnen mit zunehmendem Abstand von der Zugspitze gewissermaßen ein abnehmender Zustand oder, mit anderen Worten, ein Raumerlebnis wie sonst nur vielleicht bei einem Trekkingurlaub im Yukon-Territorium zuteil ..."

Warum ich das Ganze erzähle? Weil es ein hervorragendes Beispiel für Pyjama-Marketing ist. Pyjama-Marketing: Man selbst kümmert sich nicht um Marketingmaßnahmen. Das Produkt oder die Dienstleistung ist so begeisternd, dass andere das Marketing für einen übernehmen. Im Zeitalter sozialer Medien ist das die höchste Stufe, die man erreichen kann.

Und jetzt suche ich noch den Zahnarzt mit Fanklub.